Schnell mal eine Antwort - Sperre Arbeitslosengeld.

Archiv des urbia-Forums Finanzen & Beruf.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Finanzen & Beruf

Dieses Forum bietet Platz für alle Fragen und Antworten rund ums liebe Geld und die Absicherung der Familie - egal ob ALGII, Haushaltsgeld, Baufinanzierung oder Altersvorsorge. Auch Themen wie ElterngeldKindergeld sowie der Wiedereinstieg in den Beruf sind hier richtig.

Beitrag von thamina 24.06.10 - 09:29 Uhr

Huhu zusammen...
Ich habe mal eine Frage an euch. Es geht um meine Mama. Sie war jahrelang bei Woolworth angstellt. Na und bekanntlich ist der Laden ja pleite gegangen. Nun läuft ihr Vertrag zum 30. Juni aus, vor zwei Tagen hat sie den neuen Vertrag von der neuen Firma ab 1. Juli bekommen. #schock

Auf deutsch steht in diesem Vertrag, dass der AG sie einsetzen kann- wann (sogar unter 3 Std.), wo (also egal welche Filiale) und wofür (Kasse, Lagerarbeiten oder Putzarbeiten). Naja, wie auch immer- der Vertrag ist eine Frechheit und ein absoluter Freibrief für den Arbeitgeber. Trotz jahrelanger Betriebszugehörigkeit bekommt sie eine Probezeit- und somit Urlaubssperre. und so weiter...

Egal, darum gehts ja jetzt nicht.

Aber gesetzt des Falles meine Mama unterschreibt diesen neuen Vertrag nicht (und darüber sollte und wird sie ernsthaft nachdenken!!)- ist das mit einer Kündigung gleichzusetzen und sie bekommt diese Sperre fürs Arbeitslosengeld? (Man bekommt doch eine 3monatige Sperre wenn man kündigt). Also der alte Arbeitsvertrag endet ganz normal, sie kündigt also nicht.

#danke euch

Beitrag von manavgat 24.06.10 - 09:30 Uhr

Ich würde hier eine Anwältin befragen!

Gruß

Manavgat

Beitrag von thamina 24.06.10 - 12:15 Uhr

#danke

Beitrag von enni12 24.06.10 - 10:21 Uhr

Hallo,

kann mich nur anschließen: Ich würde dringend einen Anwalt für Arbeitsrecht aufsuchen!

Liebe Grüße und alles Gute

Dani

Beitrag von thamina 24.06.10 - 12:18 Uhr

danke

Beitrag von landmaus 24.06.10 - 11:20 Uhr

Hallo,

sie bekommt keine Sperre von drei Monaten, wenn sie diesen Vertrag nicht unterschreibt. Nur Vermittlungsvorschläge der Agentur für Arbeit mit entsprechender Rechtsfolgenbelehrung können eine solche Sperre nach sich ziehen.

Hat Deine Mutter sich rechtzeitig arbeitssuchend gemeldet? Ansonsten wird sie zumindest eine Sperre von einer Woche bekommen.

Warum soll sie denn diesen Vertrag nicht unterschreiben? Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass die Firma ihre Angestellten jeden Tag wieder durchmixen wird.

Viele Grüße

Beitrag von thamina 24.06.10 - 12:11 Uhr

Danke. Ja, sie hat sich rechtzeitig arbeitssuchend gemeldet. War ja klar, dass der Vertrag da ausläuft.

"Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass die Firma ihre Angestellten jeden Tag wieder durchmixen wird." Doch, das glaube ich.

Aber es ist egal was ich glaube, es ist ihre eigene Entscheidung. Ich kann den Vertrag schlecht hier rein kopieren, aber ich persönlich würde den auch nicht unterschreiben. Aber das ist eine andere Geschichte....

Beitrag von goldie99999 25.06.10 - 07:48 Uhr

Huch, da hast Du aber etwas nicht berücksichtigt: handelt es sich um einen Betriebsübergang (aufgrund der Insolvenz) wird das Nicht- Unterzeichnen des neuen Vertrages natürlich auch als Arbeitsaufgabe gewertet- das wird ja dann aus der Arbeitsbescheinigung von Woolworth ersichtlich.

Sonst bist Du in der Thematik etwas fitter... sorry...

Beitrag von landmaus 25.06.10 - 10:25 Uhr

Doch hab ich. So wie der Fall geschildert ist, kann es kein Problematik weden des Betriebsübergangs geben. Der Vertrag läuft am 30. Juni aus. Ist also befristet und ihr liegt ein gänzlich neuer Vertrag vor, so dass keine Sperre in Betracht kommt.

Wenn es ein Betriebsübergang ist und ihr Vertrag wäre gar nicht im rechtlichen Sinn befristet, sollte sie sich besser arbeitsrechtlich beraten lassen. Das ist in so einem Forum ohne Unterlagen schier unmöglich.

Und by the way: Bei einem klassischen Betriebsübergang führt der Widersspruch gegen den Übergang auch nicht zwangsläufig zu einer Sperre. Klassischer Fall: Ein MA widerspricht unbegründet. Das Arbeitsverhältnis wird zum Zeitpunkt der nächstmöglichen arbeitgeberseitigen Kündigung durch Aufhebungsvertrag und Abfindung beendet. Ergebnis: keine Sperrzeit. Es gelten einfach die allgemeinen Grundsätze für den Aufhebungsvertrag. Eine Sperre kommt hier übrigends gerade deshalb in Betracht, weil durch den Betriebsübergang ein Eintritt in die bestehenden vertraglichen Rechte und Pflichten ermgölicht wird. Und es sich nicht um neu zu schliessende Verträge handelt.

Und zu guter Letzt: Das hier ist ein Forum. Eine alle rechtlichen Aspekte umfassende Antwort sollte man hier nicht erwarten. Dafür gibt es kostenpflichtige Beratung. Und wer sich bei sowas nicht vom Anwalt beraten lässt, sondern sich auf Auskünfte in einem Forum, die aufgrund rudimentärer Informationen gegeben werden, ist schlicht bekloppt. :-p

Beitrag von goldie99999 27.06.10 - 08:47 Uhr

"Und zu guter Letzt: Das hier ist ein Forum. Eine alle rechtlichen Aspekte umfassende Antwort sollte man hier nicht erwarten. Dafür gibt es kostenpflichtige Beratung. Und wer sich bei sowas nicht vom Anwalt beraten lässt, sondern sich auf Auskünfte in einem Forum, die aufgrund rudimentärer Informationen gegeben werden, ist schlicht bekloppt. "

Meine Rede #winke

Trotzdem paßt Deine Auskunft nicht- sieh das als rein kollegialen Kommentar.

Beitrag von landmaus 27.06.10 - 11:17 Uhr

#kratz

Ich dachte, ich hätte es jetzt verständlich erklärt.

Beitrag von miau2 24.06.10 - 11:59 Uhr

Hi,
ich denke, sie würde eine Sperre bekommen. Aber das ist natürlich eine laienhafte Annahme.

Was ICH machen würde ist:

- unterschreiben, anfangen, gucken wie es aussieht, ggfs. wenn es nicht geht ein paar Wochen/Monate durchhalten und sich aus einem ungekündigten Arbeitsverhältnis heraus etwas neues suchen.

Einen absehbaren Zeitraum die Zähne zusammenbeißen kann man m.E. nach auch mit einem Arbeitsvertrag, der eine Frechheit ist.

Immer noch besser als freiwillig in die Arbeitslosigkeit gehen, egal, ob man irgendwie um die Sperre drum herum kommt oder nicht. Sie hätte sich m.W. nach auch schon vor längerer Zeit arbeitssuchend melden müssen - hatte sie das gemacht? Ansonsten könnte das ein anderer Grund für eine Sperre sein.

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von thamina 24.06.10 - 12:14 Uhr

Ja, sie hat sich arbeitssuchend gemeldet, natürich.

Ich weiß, dass das hier ein Reizthema ist "freiwillig" in die Arbeitslosigkeit zu gehen. Aber es gibt seine Gründe, meine Mama rackert sich seit Jahren ab und wird immer mehr in den Arsch getreten. Und jetzt ist das Maß voll.

Was deinen Vorschlag angeht: Meine Mama versucht sich schon lange weg zu bewerben. Es ist leider nicht so einfach mit ihrem Lebenslauf und ihrem Alter.

#herzlich

Beitrag von manilinchen 24.06.10 - 14:00 Uhr

Hallo,

hat sie sich denn schon arbeitsuchend gemeldet?
Wenn Sie sich schon beim Amt suchend gemeldet hat wie ihr bekannt wurde das der Vertrag auslaufen wird fällt die Sperre von 1 Woche zb weg. Sollte Sie das versäumt haben bekommt Sie auf jedenfall schonmal eine Sperre von 1 er Woche!!
Was heißt:Na und bekanntlich ist der Laden ja pleite gegangen. Nun läuft ihr Vertrag zum 30. Juni aus, vor zwei Tagen hat sie den neuen Vertrag von der neuen Firma ab 1. Juli bekommen.
Hat Sie eine Kündigung erhalten oder läuft der Vetrag wegen Befristung aus?
Wurde sie gekündigt bekommt sie bis auf die Wochensperre keine weitere.
So ist es mir bekannt.

LG manilinchen

Beitrag von thamina 24.06.10 - 15:11 Uhr

Die Kette Wooworth ist pleite gegangen. Die Läden wurden von Kik und Tengelmann aufgekauft. Dieses Insolvenzverfahren läuft aber schon eine Weile, deswegen ein befristeter Vertrag bis 30. Juni 2010.

Die Firma mit der sie den aktuellen Vertrag hat gibt es nicht mehr.

Der neue Vertrag kommt von der FA Kik und Tengelmann- die jetzt sämtliche Woolworth Läden aufgekauft haben.

Beitrag von demy 24.06.10 - 16:49 Uhr

Hallo,
das sollte dringend von einem Anwalt geprüft werden.

Je nach der Art und Weise des Betriebsübergangs haben die neuen Firmen die Mitabeiter zu den bestehenden Konditionen mit übernommen und es bedarf gar keiner neuen Arbeitsverträge und die Firma zieht eine Masche durch die Mitarbeiter zu linken und in schlechtere Verträge zu drücken.

Eventuell gilt ihr Arbeitsvertrag also vollumfänglich weiter und ist bindend für den neuen Eigentümer.

Das ist aber vom Anwalt zu prüfen.

Gruß
Demy

Beitrag von demy 24.06.10 - 16:52 Uhr

Ach man,ich sollte manchmal besser lesen.

Der alte Vertrag ist ja befristet.

Man kann aber versuchen die Unterschrift unter dem neuen Vertrag zu vereiteln bzw. zu verzögern und normal weiterarbeiten und am 1. Juli ganz normal zur Arbeit gehen.

Wird die Arbeitskraft angenommen, dann hat sie einen unbefristeten Arbeitsvertrag nach den jetzigen Konditionen.

Gruß
Demy

Beitrag von unipsycho 25.06.10 - 10:47 Uhr

Wenn ich das richtig verstanden habe erwartet sie schon eine Sperre, wenn sie nicht unterschreibt, da sie ja freiwillig die Arbeitslosigkeit aufsucht.
Allerdings kann man den Leuten von der BA den Vertrag vorlegen, der einem da angeboten wurde.
Anwalt würde ich sowieso einschalten. Da sich die BA gern mal aller logik widersetzt und da häufig begriffsstutzig reagiert. Frei nach dem Motto "nur ein arbeitender Mensch ist ein guter Mensch" ;-)

Evtl. läuft der Vertrag auch unter Sittenwidrigkeit, auch dies ließe sich von einem Anwalt für Arbeitsrecht prüfen. Falls es am Geld für den Anwalt hapert, kann sie ja versuchen eine Beratungsgutschein beim amtsgericht zu beantragen.
viel Glück!