"is doch nur ein aufbewahrungsort!!"

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von sommertraum0884 24.06.10 - 13:47 Uhr

Meine maus kommt mit 2,5 ab sept von 8-13uhr in den kiga. Wir schauten uns drei kigas im ort an, bei dem fühlten wir uns wohl, die schlafräume sind zuckersüss, spielsachen toll, erzieherinnen so nett, garten wild u überschaubar, klasse konzept, mit einem satz einfach alles super.

Meine nachbarin (27, sohn 4,5) lachte mich total aus:
"warum machst du so einen zirkus? hättest sie halt in den ums eck, is doch nur ein aufbewahrungsort! kiga ist kiga, ist doch total egal wo sie spielt! von wegen, was lernen! lernen tun sie in der schule! u wohlfühlen tun sie sich überall weil sie es nicht anders kennen!"

ich weiss nicht... bin absolut nicht ihrer meinung. Wenn ich mein mäuschen früh in den kiga bringe, dann will ich dass es für sie quasi ein zweites zuhause ist, wo sie sich superwohlfühlt u sich auch spielerisch entwickeln kann...
wie seht ihr das?

Beitrag von engelchen28 24.06.10 - 13:49 Uhr

für einen "aufbewahrungsort" brauche ich doch kein geld auszugeben (in unserem fall 180,- euro pro kind pro monat für einen 4-stunden-platz) - da könnte ich es mir viel einfacher machen, die kids mit einer tüte chips und einer endlos-kinder-DVD vor dem TV parken - und schon geht der spaß los!

wollen wir mal hoffen, dass das kind deiner nachbarin zuhause nicht auch nur aufbewahrt wird...!

Beitrag von sommertraum0884 24.06.10 - 14:04 Uhr

Ich weiss nicht ob sie eine gute mutter ist.
Sie ist nur von ihm genervt, non stop. Ich höre immer nur (da sie unter mir wohnt: hör auf! hör auf! HÖR ENDLICH AUF VERDAMMTE SCHEISSE NOCHEINMAL! du bist doch bescheuert!!! hör zu sonst ist der teufel los!!! und dann das geschrei des kindes.... der kleine ist von 8-17uhr im kiga, danach bis 18.30 bei oma u danach holt sie ihn ab, da sie arbeitet. Sie hat ihn max. 2std am tag....das würde mich als mutter das herz brechen!! wahrscheinlich würde ich alle gesunden vorsätze über bord werfen u mein kind nach strich u faden verwöhnen in der zeit in der ich sie noch für mich hätte.... ich weiss echt nicht warum sie so ist....

Beitrag von inajk 24.06.10 - 13:57 Uhr

Ein AUFBEWAHRUNGSORT??? Hat sie das wirklich gesagt???

SACHEN bewahrt man auf, Kinder nicht. Kinder LEBEN da, viel Stunden am Tag, und sie LERNEN, ununterbrochen. Sie lernen wie Menschen miteinander umgehen, ob man Trost erwarten kann wenn man sich wehgetan hat, ob man anderen was wegnehmen darf oder nicht, diese und 1000 andere wichtige Dinge lernen sie taeglich im KIGa.

Und darum hast du selbstverstaendlich recht damit, diese Entscheidung wichtig zu nehmen und den Kiga auszusuchen der die meisten positiven Punkte erfuellt.

LG
Ina

Beitrag von arthurmama 24.06.10 - 14:08 Uhr

Hallo!
Deine Nachbarin wird schon wissen wovon die redet .... Leider sind KiGas, die mehr als Aufbewahrungsorte sind, eher rar gesät. Es ist - zumindest bei uns im Eck - so, dass für die ganz Kleinen viel gemacht wird, weil die sowieso knuddelig und pflegeintensiv sind und eigentlich nicht wirklich groß individuell abweichen. Sobald aber das Kind mal mindestens 3,5 - 5,5 ist haben die NIX mehr zu tun, es geht in Richtung unterlassene Forderung und Förderung. Es wird halt hauptsächlich aufgepasst, dass die Kinder sich nicht umbringen und das Ganze läuft dann unter Schulung sozialer Kompetenzen. Die meisten Kinder brauchen aber leider auch schon ein bisschen geistigen Input am besten noch individuell verschieden und auch ein bisschen Struktur im Tagesablauf, ausser diejenige, die durch Frühstück, Mittag und Nachmittagsessen vorgegeben sind. Wenn Du ganz großes Glück haben solltest, dann findet eine irgendwie geartete Förderung / Forderung der Vorschulkinder statt, kann aber von 0,5h/Woche bis täglich mehrere Stunden variieren.

Frag' bei Deinen KiGa- Besuchen nach, wie die Förderung / Forderung nach dem 4 Lebensjahr aussehen wird. Wenn es Dir zusagt, was erzählt wird und Du ein gutes Gefühl dabei hast, dann nimm den KiGa sofort. Überlege, dass Dein Kind irgendwann in die Grundschule kommt und da muss es gewisse Dinge mitbringen: auf dem Poppes sitzen und mal eine Arbeit von A bis Z durchführen (altersgerecht), sich melden, nur wenn es gefragt wird, bzw. dran genommen wird, mal eine Arbeit erledigen zu der das Kind gerade keine Lust hat, mal auch Dinge tut, die es nicht wirklich gut kann und dann eben auch Kritik einstecken muß, ohne beleidigt oder eingeschnappt zu sein, sich altersgerecht auf ein Spiel / Lesen / Tätigkeit konzentrieren muss, wenn es verlangt wird, nicht wann es Lust dazu hat .... Und da habe ich ALLE kognitiven und feinmotorischen Ansprüche ausgelassen, die ein Kind auch zur Einschulung beherrschen sollte. Wie kommen denn diese Fähigkeiten ins Kind? Meinst Du, dass das alles durch das Abwarten bis zum 6. Lebensjahr sich ergeben wird????

Aber ich gebe Dir recht, das Kind braucht auch Liebe, Geborgenheit, Zuwendung, Verständnis und nicht nur einen Stundenplan!

VG, I.

Beitrag von agrokate 24.06.10 - 14:20 Uhr

Hallo Du,

ich gebe Deiner Nachbarin in dem Sinne recht, daß es sehr wohl Kiga´s gibt, die ein reiner "Aufbewahrungsort" für Kinder sind.
Ich hatte mir auch so einen angeschaut und war echt entsetzt-Hauptsache jedes Eckchen wird ausgenutzt, um noch mehr Kinder aufzunehmen und mehr Geld zu verdienen:-(!
Das die Erzieher da ihren eigentlichen Job fast nicht mehr machen können, war mir auch sofort klar!
Hör auf Dein Bauchgefühl und suche Dir den Kiga aus, der Dir am besten gefällt-ist ja schließlich ein langer Zeitraum, in den Deine Kleine ihn besuchen wird!

GLG,agrokate!

Beitrag von eddiespaghetti 24.06.10 - 16:22 Uhr

Ohje. Solche Muttis kenn ich auch aus unserem Kindergarten. Die Kinder werden morgens vor der Tür abgegeben und mittags wieder abgeholt. Es wird nicht gefragt wie es war, mit den Erzieherinnen wird kaum gesprochen. Ich finde es furchtbar.

Natürlich soll es dem Kind dort gefallen und Spaß dort haben. Es sind immerhin zwischen 2 und 3 Jahre die das Kind dorthin geht. Ich würde mir einen Kindergarten immer genau anschauen. Auch wenn man natürlich nicht alles mitbekommt.

lg
Sandra

Beitrag von minnie85 24.06.10 - 17:05 Uhr

Tzzzz...der KiGa ist soviel mehr als ein Aufbewahrungsort, jeder Pädagoge würde die Augen vedrehen!
In der vorschulischen Phase können die Kinder schon soviele wichtige Dinge lernen, sind extrem aufnahmefähig und man kann schon optimal fördern.

Mein Sohn geht in einen zweisprachigen Kindergarten, also weit mehr als ein Aufbewahrungsort und es tut ihm gut! Und später hat er dadurch sicher Vorteile.

Beitrag von morjachka 24.06.10 - 19:52 Uhr

Hallo!

Wenn ich mal Kinder habe, werde ich sie morgens am Bahnhof ins Schliessfach packen und im Laufe des Tages wieder abholen... Kann mir echt keinen besseren "Aufbewarungsort" vorstellen...;-)

Als ich in den Kindergarten ging, war meine Mutter Hausfrau, warscheinlich sollte er eher zu meiner Integration in die Gemeinschaft dienen als zur "Aufbewahrung". Meine beiden Omas waren als die Kinder klein waren auch Hausfrauen und meine Eltern gingen in den Kindergarten... Also wird er selbst damals schon einen anderen Zweck gehabt haben...

Ich finde, du machst es schon richtig, lass dich nicht verunsichern!

Beitrag von alegra81 24.06.10 - 20:22 Uhr

Hey,

die Meinung deiner Nachbarin ist total daneben und ihre Ansichten einfach veraltet.
Als ich in den Kiga ging war es teilweise wirklich ein Aufbewahrungsort. Es war streng, man musste spielen was Programm war und die Erzieherin wurde gesiezt. Ich hab mich im Kiga nie wohl gefühlt, wollte oft Zuhause bleiben.

Unser Sohn (3,5) geht total gern in den Kiga. Die Erzieherinnen kümmern sich alle so lieb um die Kinder und lassen sich immer wieder was Neues einfallen.
Außerdem lernen die Kids im Kiga schon eine Menge. Gerade die Vorschulkinder werden super gefördert.

Aber da sieht man mal wieder dass man nichts auf das Geschwätz anderer Leute geben sollte.

Beitrag von tragemama 24.06.10 - 21:56 Uhr

Ich würde wahrscheinlich handeln wie Du. Objektiv gelesen glaube ich aber, Deine Nachbarin hat Recht! Ich habe mit meiner Schwester und meinen Eltern bis zum 12. Lebensjahr auf knapp 45 qm gelebt. Das hab ich gar nicht wahrgenommen, geschweige denn hätte es mich gestört - meine Eltern dachten das aber.

Andrea

Beitrag von sommertraum0884 25.06.10 - 08:18 Uhr

Da muss auch ich dir recht geben!!
Wir waren früher auch wesentlich ärmer, ich hatte kaum spielsachen etc, geschweige von schöner kleidung!! ich nahm es überhaupt nicht wahr! was für mich dagegen zählte waren die pfannkuchen der oma u die spielzeit im garten.... #verliebt
aber genau das versuche ich ja auch weiterzugeben! das kind soll ich so geborgen wie es geht fühlen. Und das gefühl hatte ich nun mal in einem anderem kiga, nicht in dem ums eck. Da dieser einen völlig betonierten minigarten hat, alte dunkle klos, u direkt neben dem garten ist der friedhof.... Ich konnte mich einfach nicht mit all dem anfreunden, dagegen war der andere kindergarten echt ein traum.

Beitrag von zahnweh 25.06.10 - 00:37 Uhr

Hallo,

wir haben uns auch mehrere Kindergärten angeschaut und meine kleine war IMMER mit dabei. Hab mich in einem SOFORT losgefühlt und sie sich auch. Trotz extremer Fremdelphase und an Mama klammern hat sie sich in der Zeit sogar ohne mich zum Umgucken getraut.
Beim Zweitgespräch und der Anmeldung wäre sie am Liebsten gleich dort gebelieben.

Bei einem waren wir uns sofort einig: schaut schön aus, passt aber ÜBERHAUPT NICHT zu uns. Selbst "Aufbewahrungsort" wäre schon zu viel gesagt. Eher Stressfalle ... oder Mama-nachmittags-Anschrei-Zeit-zum-Ausgleich...
Wirklich super schöner Kiga, gut gemacht und so. Aber wir haben uns beide nicht wohlgefühlt. Hätte einfach nicht gepasst.

Und "Aufbewahrungsort" hätte man meinen damals nennen können. Schön gemacht und so, aber ich hab es gehasst. Kaum ein Tag ohne Brüllen und zu Hause weiterbrüllen... Was war ich froh, als ich endlich!! in die Schule durfte. Zumindest damals...

Klar spielt der Weg und das Hinbringen eine Rolle. Aber wenn man schon die Auswahl hat bei akzeptablen Wegstrecken, dann nehm ich für uns das angenehmste.

Ein Schrank ist ja auch nur ein Aufbewahrungsort, aber da mach ich mir bei weitem weniger Gedanken um's Design. Aber ich tu's, weil auch ein Schrank passen muss.
Und beim Kindergarten (ich schreibe mal nicht, was ich von dem Wort Aufbewahrungsort in dem Zusammenhang halte!) mach ich mir erst recht Gedanken! Soll ja meinem Kind und mir gut gehen in der Zeit. Und gut geht es mir, wenn ich sie gut aufgehoben und geborgen weiß und nachmittags kein Dauerbrüllendes Bündel trösten muss, das sich morgens nicht wohl fühlt