Rückmeldung ...wir sind alleine

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von ! 25.06.10 - 00:04 Uhr

Hallo ihr Lieben ,

schaut einmal , nur kurz ums in Erinnerung zu rufen:
http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=16&tid=2634886&pid=16706135


Ich bin den Schritt nun gegangen.
Wir wohnen seit Mai alleine....Wir haben eine schöne , schnuckelige Wohnung bekommen und leben in Ruhe hier.
Meine Tochter fast 2 Jahre alt, ist plötzlich viel fröhlicher und aufgeweckter - sie war, als wir noch bei ihrem Papa lebten ein ziemlich ernstes Kind.

Auch ich muss sagen, ich habe nicht einmal geweint, seit wir alleine hier sind. Dabei dachte ich, ich würde zusammenbrechen, wenn ich diese Tür hier schließe und weiß es ist vorbei.
Mein Schwindel ist ab und an schon vorüber und auch meine Panikattacken werden immer immer weniger - akute hatte ich gar keine mehr.

Alles in allem denke ich mittlerweile war es der richtige Schritt. Und dennoch traurig bin ich dennoch.
Ich denke viel nach, wegen meiner kleinen. Bin traurig, weil ich ihr kein normales Familienleben bieten kann (aber war es das vorher?)
Allgmein wie es gelaufen ist. Mama Papa Kind.
Wir sind nun also aus dem Haus in eine Wohnung ohne Garten und Balkon gezogen - aber es ist um uns herum alles grün, viele Spielplätze sind hier und unsere Freundinnen (meine Freundin mit Kind auch fast 2) wohnen uns gegenüber.

Ihr Papa sagt zwar oft wir sollen wieder nach Hause kommen aber geändert hat sich nichts.
Anfangs bin ich noch regelmäßig zu ihm gefahren. Habe sogar noch gekocht . gebügelt , etwas aufgeräumt.
Bis es wieder zum Knall kam.

Ich würde sein Haus verkümmern lassen, alles müsse er alleine machen, einkaufen, waschen, putzen, etc.
Öhm entschuldige bitte, wir sind ausgezogen - Wir haben einen eigenen Haushalt.

Zumindest haben wir nun erstmal die räumliche Trennung, aber ich merke, wie ich mich immer mehr locker mache. Dennoch hab ich immer wieder kleine Rückfälle, in denen ich da sitze. Vor allem Nachts wenn die Kleine im Bett ist. (im übrigen meine Tochter schläft ab und an in ihrem Zimmer das seit dem 1. Tag an dem wir eingezogen waren. Bei ihm war das nie möglich sie schlief immer nur neben mir im Bett)
Reiche ich meinem kind tatsächlich? Mach ich alles richtig? Hab ichs nicht doch kaputt gemacht, ihr die Familie genommen die sie verdient hätte?!

Es macht mich so traurig und wütend, dass er absolut nicht einsieht, dass er etwas falsch gemacht haben könnte. Er sagt er liebt uns wir sollen wieder kommen. Auf der anderen Seite war er noch nie hier.
Ich fahre Sonntags zu ihm ,weil seine große Tochter auch da ist und die kleine sehen will, na und mich.
Aber immer wieder merke ich, es war richtig. Und irgendwie fällt mir ein Stein vom herzen wenn ich nach diesem Tag zuhause bin und meine Türe schließe.
ich liebe ihn immer noch , denke ich - ich glaube - nicht einmal das weiß ich noch. Ich möchte nur dass es meinem Kind gut geht.

Hätte ich doch noch länger aushalten müssen?

Aber sie macht nicht den Anschein als vermisse sie ihn. Sie sagt niemals Papa, ruft nicht nach ihm. wenn ich sage komm wir fahren zu Papa sagt sie "NE Will Nisch" und wenn wir dann da sind nimmt sie meine Hand und sagt "Mama AUto Hause"

Ich habe Angst, dass ich die Bindung zwischen Vater und Kind zerstöre.
Aber er trinkt immer noch so unheimlich viel und ist einfach nicht in der Lage sich auch mal eine Stunde alleine zu kümmern.

Ach Leute, ich wollte mich einfach bedanken für eure lieben Worte und kurz berichten , dass es uns zumindest gesundheitlich besser geht, seit wir getrennt sind.

Es tut mir mal wieder Leid, dass es alles so wirr geschrieben ist, aber das wird wohl mal wieder die Einsamkeit der Nacht sein ...

Ich danke euch vielmals und hoffe hoffe hoffe, dass ich meinem Kind eine gute Mama bin, auch wenn sie ihren Vater nicht mehr täglich sehen kann.
Ich dachte immer, naja sie hat ihn vorher halt schlafend (betrunken) auf dem sofa gesehen , aber nun gar nicht mehr.
Aber vielleicht its es auch besser so wie jetzt, weil ich merke, dass ich plötzich mehr Kraft habe.

Auch Bekannten und Familie ist aufgefallen, dass ich gelöster wirke und meine Kleine ein fröhlicheres Kind geworden ist. Nun , vielleicht war es nicht ganz falsch. Ach würde er sich doch nur ändern. Ich hätte es so für mein Kind gewünscht - natürlich auch für mich . Ich habe ihn doch so sehr geliebt.



Beitrag von ganz einfach 25.06.10 - 00:32 Uhr

Dein Entschluss war richtig.
Sei stolz auf dich und genieße dein neues Leben.
Bei ihm wärst du kaputt gegangen und für deine Tochter ist es auch besser, denn, wie du selbst geschrieben hast, eine Familie wart ihr nicht.

Beitrag von stefan.s. 25.06.10 - 00:33 Uhr

Etwas zu deinen Gedanken:

Am Ende hast Du alles richtig gemacht.

Das längere Aushalten hätte auch nichts genützt - leider. Es wäre nur noch schlimmer geworden, glaub es mir (mein Vater war auch Alkoholiker). Diesbezüglich brauchst Du dir keine Gedanken zu machen. Und eine Bindung zwischen den beiden kannst Du nicht zerstören, das zerstört dein Mann von alleine (auch wenn es traurig ist). Erst wenn er merkt, dass er ein Alkoholproblem hat und sich diesbezüglich in Behandlung begibt, wird sich die Situation beruhigen (wenn der Alkohol ihn schon zu stark physisch geschädigt hat).

Und ja, Du bist eine gute Mama (schreibst ja selber, dass dein Kind glücklicher ist ;-) ).

LG

Beitrag von ! 25.06.10 - 00:49 Uhr

Hallo,

naja ich hoffe es. Ich habe vielleicht auch sowas wie ein Helfersyndrom - ich weiß es nicht. Er sieht es einfach nicht dass er ein Problem damit hat. Und das macht mich einfach fertig. Seine Gesundheit leidet ja auch schon darunter und ehrlich gesagt frage ich mich, auch wenns jetzt bösartig klingt manchmal ernsthaft ob da schon ein paar Gehirnzellen weggetrunken sind.

Ich hab ja alles probiert. aber er will sich nicht helfen lassen.
ich hab auch ehrlich gesagt Angst davor, dass er jetzt noch mehr trinkt, jetzt ist er ja alleine und muss sich nicht mehr "zamreißen",
Und was ist dann?

Es ist schon schwierig - ich hoffe das ich eine gute Mama bin. Ich hoffe es und versuche es jeden Tag aufs neue.

Danke :)

LG

Beitrag von rosamondenkind 25.06.10 - 05:19 Uhr

guten morgen... :-)

ich hab grad mal deine alten threads und den heutigen gelesen.

und ich finde, du machst alles richtig und bist eine tolle und starke mama. hut ab !!!
in erster linie ist es wichtig dass es dir und deiner tochter gut geht und sie ohne ängste aufwachsen kann. und da seid ihr ja auf einem guten weg !!!

was mir zu deinem mann einfällt, ist nur ein einziger satz, den ich mal in meinem psychologie-unterricht gelernt hab (bin krankenschwester von beruf) und den ich sehr beeindruckend fand...

In liebe fallen lassen...


du musst einsehen,dass du ihm nicht helfen kannst. nur er selbst kann das. leider ist es bei süchtigen so, dass sie meist erst gaaaaanz unten ankommen müssen, um die situation zu erkennen, um ihre sucht als solche wahrnehmen zu können. du kannst nichts für ihn tun.
ich finde es schon wahnsinn, dass du teilweise noch zum putzen hinfährst bzw. dich am wochenende um seine anderen kinder kümmerst. weiss die mutter seiner kinder von seinem problem? was wäre wenn die kids am wochenende zu dir kommen würden, anstatt ihr alle zu ihm??? wär das nicht entspannter und schöner für die kids? was haben sie von einem nicht anwesenden bzw. schlafendem papa???

und selbst,wenn er jetzt noch mehr trinken sollte als vorher... du kannst da nichts für !!! das musst du dir immer und immer wieder vor augen halten. du bist nicht schuld an seiner situation, dass ist er ganz alleine!!

ich kann das so einfach hier hinschreiben, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es alles andere als einfach ist für dich.

aber...
den ersten schritt hast du getan mit deiner eigenen wohnung und ich freue mich für dich, dass es dir gut geht und auch deine kleine maus aufblüht.
bleibe auf dem weg, auf dem du gerade bist, es ist der richtige !!! da bin ich mir ganz sicher.

du kannst nicht die verantwortung für deinen mann übernehmen, dass muss er alleine tun !!!

alles, alles liebe für euch !!!

gruss, claudi

Beitrag von yazi 25.06.10 - 09:35 Uhr

Hallo,
das klingt alles sehr vernünftig und gut was du schreibst, du machst alles richtig!!
Nicht für jeden ist "Mama-Papa-Kind" der Weg zum Glücklichsein. Dein Kind kann stolz sein, so eine liebe und fürsorgliche Mama zu haben. Du reichst ihr absolut und wer sagt denn, dass nicht nach einer gewissen Zeit ein anderer neuer "Papa" in Euer Leben tritt? Es gibt viele Männer die sich ganz liebvoll um Kids kümmern, die nicht ihre leiblichen sind.

Ich würde dir raten, den Kontakt auf ein Minimum zu beschränken, alles andere tut dir nur weh. Das ist wohl auch der einzige Weg deinen Ex mal wach zu rütteln, momentan hat er`s wohl noch nicht kappiert, denkt, die kommt schon wieder.
Aber sei vorsichtig mit Hofnung dass er sich ändert, selbst wenn er es einsieht, ist es ein langer Weg... Nimm ihn nicht zurück wenn er es einsieht, sondern wenn er sich wirklich geändert hat - aber darauf würde ich nicht hoffen, denn du mußt nach vorn schauen und an dein Kind und aber auch an DICH denken!

Alles Gute, nur Mut! Die Zweifel sind ganz normal, werden mit der Zeit weniger und es wird besser. Versuch dich abzulenken, paar schöne neue Freizeitaktivitäten etc. entdecken!
LG