Hat jemand prof. Hilfe??

Archiv des urbia-Forums Frühes Ende.

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von tanlie 25.06.10 - 22:35 Uhr

Hallo!
Mein alptraum ist jetzt schon 3 Monate her und ich kann nicht behaupten das es mir gut geht. Ich spreche viel mit meinem Mann darüber, aber auch mit Freundinnen und meiner Schwester. trotzdem sagen manche es wäre besser wenn ich zu einer selbsthilfegruppe oder nem psychiater gehen würde.
ich kann mir überhauptnicht vorstellen wie der oder die mir helfen soll!
zurück bekomme ich meine babys eh nicht und ich bezweifle das ein arzt die situation nachempfinden kann.
eine selbsthilfegruppe kann ich mir aber genausowenig vorstellen. ich kann garnicht richtig sagen wieso, aber bei fremden menschen sitzen ( schreiben ist ja wieder was anderes) und darüber sprechen....
wenn das thema von selbst im gespräch kommt, ja. aber zu einem termin fahren und geplant drauf los.....
sorry fürs #bla
Hat da jemand nen tip für mich?!?

#danke
Tanja mit klein Annika am Rockzipfel ;-) und Zwillings#stern#stern im Herzen

Beitrag von lieke 25.06.10 - 23:01 Uhr

Hallo,

mein Tipp ist, wenn du es dir nicht vorstellen kannst, laß es. Es hat keinen Sinn, wenn es DIR nicht ein Bedürfnis ist und DU dir davon etwas erhoffst.

Es wird oft suggeriert, man könne ohne psychologische Hilfe den Tod eines Kindes bzw eine FG nicht verarbeiten, aber das ist natürlich Quatsch. Es gibt kein Rezept, jeder muß da seinen eigenen Weg finden. Mir kommt es oft so vor, als würden Leute das vorschlagen, wenn sie es selber nicht mehr hören können/wollen oder eben nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Wenn man dann "professionelle Hilfe" vorschlägt, ist man ja das Problem erstmal los. Aber ein guter Psychiater/Psychologe will ja auch erstmal gefunden werden. Und der kann dir nur helfen, wenn DU Hilfe suchst, nicht wenn du hingehst, weil andere das richtig finden, oder weil es für andere Trauernde richtig ist.

Wenn du Menschen hast, mit denen du darüber reden kannst, und du grob gesehen, das Gefühl hast, dass du mit kleinen Schritten vorwärts kommst, ist es doch in Ordnung. Wichtig ist, dass du selber nicht das Gefühl hast auf der Stelle zu treten und aus deinem Loch nicht mehr heraus zu kommen.

Ich hatte mehrere schlimme Ereignisse hintereinander und von außen sah es so aus, als ob ich immer nur traurig wäre....nur ich selber habe gesehen, dass sich immer mal wieder auch ein kleines Lächeln einschlich, was für mich ein Riesenschritt war. ICH konnte das sehen, und Leute, die mir wirklich nahestehen auch. Das ist wichtig. Es ging langsam aufwärts, aber es ging und geht aufwärts.

Es ist vielleicht nur ein Ausdruck ihrer Sorge um dich. 3 Monate sind für aussenstehende meist lange, für den Betroffenen ist es oft, als wäre es gestern gewesen...

LG,
Lieke

Beitrag von tanlie 25.06.10 - 23:08 Uhr

Danke!
Ich sehe bei mir auch vortschritte, aber ich will auch noch trauern! ich möchte mich nicht verstellen, nur das es meinem umfeld besser geht!

Ich kann mir später immernoch hilfe suchen...

Manchmal würde ein "Das schaffst du schon" viel mehr bringen wie einen noch zu verunsichern und man sich noch um sich selbst sorgen macht!

Danke

Beitrag von astromania 30.06.10 - 16:34 Uhr

Hallo Du

Also ich habe im Januar meinen Sohn verloren. Danach bin ich mit guten Ratschlägen und Tips, Internetseiten und Selbsthilfegruppen gerade so bombadiert worden.Aber der Schmerz und der Schock saßen so tief, das ich nicht darüber reden wollte/konnte.Nach 3 Monaten - vor 8 Wochen ging es mir dann sooooo mieserabel , das ich entschied nun doch eine Therapie zu machen, weil ich einfach nicht mehr konnte.Zumal ich ja nach dem Mutterschutz wieder arbeiten ging,und ich arbeite in einer sehr bekannten Drogeriekette....viele Babys, Schwangere, Babysachen....

Ich bin nun bei einer speziellen Traumatherapeutin, und ende Juli geh ich 6 Wochen in Reha.

Das Dumme ist : die guten Ärzten haben eine lange Warteliste.Also die Hoffnung gleich einen Termin zu bekommen , wenn es einem schlecht geht ist sehr selten - ich musste 6 Wochen warten, aber das hatte sich gelohnt, weil diese Ärztin spezialisiert für Traumatische Erlebnisse ist, und auch die Reha genau darauf ausgerichtet ist.

Ich wünsche Dir viel Kraft

Katharina