Wie kann man das "übervorsichtige" langsam aber sicher ablegen ?

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von knutschy 27.06.10 - 19:54 Uhr

Hallo,

bitte lacht nicht, aber die Frage ist wirklich ernst gemeint.

Mein kleiner hatte halt einen schweren Start und es war ein Not KS und ich hab ihn die ersten 4 Tage nicht gesehen (nur auf einem Foto) weil ich selber krank im Bett lag und die Ärzte mir verboten runter zu gehen.

Und irgentwie kann ich daher einfach nicht "loslassen" und hab halt auch ständig Angst das er sich was tut.

Er ist 20 Monate und andere gehen die Leiter der rutsche alleine rauf. ich halt ihn immer fest oder setzt ihn oben auf die Rutsche und ich halte ihn auch beim rutschen da er beim alleine runtersausen schonmal fast an der Seite runtergekippt wäre. Nun meinte gestern meine Freundin "Naund?" dann fällt er halt Ihre Tochter ist 22 Monate und schon von sämtlichen runtergefallen meinte Sie und es hätte Ihr ja nicht geschadet. Stimmt sicherlich den Sie macht alles mit und hat keine Angst davor geht auch die Rutsche halt alleine hoch und rutscht hinnunter.

Er ist auch so sehr ängstlicher Natur, er mag das kleine dreh Karusel nicht auch keine Wipptiere, gibt alles Geschrei und ich denke es ist halt weil er merkt das ich "Angst" habe. Den das Gefühl bekommt er sicherlich mit.

Im Sandkasten spielt er liebend gerne #schein

Wie kann ich den meine "Angst" mal etwas wegbekommen ?
Oder bin ich garnicht überängstlich ?

Mich würden wirklich mal eure Meinungen Interessieren.

Liebe Grüße Anja.

Beitrag von sannimausi 27.06.10 - 20:00 Uhr

doch, du bist überängstlich.

auch wenn das sehr verständlich ist, bewirkt es bei deinem kind halt auch ängstlichkeit. wenn du ihm nicht vertraust, vertraut er selbst sich auch nicht. ist doch schade.

wie du es ablegen kannst: bei mir hat geholfen: mal nicht mitgehen auf den spielplatz, wenn es einen papa gibt, der gehen kann,
eltern-kind-turnen, weil man da sieht, was man kindern zutrauen kann und dein kleiner auf dauer bestimmt nachmachen will, was die anderen kinder machen,
kita hat bei mir sehr geholfen, vor allem, wenn die erzieher mich liebevoll auslachen ;-)
am allerwichtigsten: wenn er mal was alleine machen will, lass ihn! sonst verschwindet sein drang nach selbstständigkeit und du darfst ihm mit 7 jahren noch die schuhe zubinden...

Beitrag von lexa8102 27.06.10 - 20:02 Uhr

Hallo Anja,

ich ganz voll gut verstehen, wie es dir geht. Man möchte sie am liebsten in Watte packen. Ich wäre auch gern so überängstlich, weiß aber, dass es für den Kleinen nicht gut wäre. Ich wäre es wahrscheinlich viel mehr, wenn mein Mann mich nicht immer zurück halten würde. Er hält mich dann auf und sagt "Lass ihn doch" usw. Das hilft mir schon sehr. Vielleicht kann dein Mann das auch oder du bittest eine Freundin darum.

Ich denke schon, dass er so ängstlich ist, weil er es von dir spürt. Du kannst aber am besten einschätzen, was er schon alleine kann und was nicht. Fällt er mal runter, tröstet du ihn und ermutigst ihn, es erneut zu versuchen - nur so lernt er es.

Also dann, nur Mut!

Viele Grüße,
Lexa

Beitrag von nightwitch 27.06.10 - 20:07 Uhr

Hallo,

auch wenn es jetzt hart ist: einfach wirklich machen lassen. Ich habe heute noch einen Artikel gelesen, dass die Kinder die Motorik zum lernen brauchen.

Man sollte sowenig wie möglich in den natürlichen Bewegungsapparat des Kindes eingreifen. Sprich: wenn sie irgendwo draufklettern, klettern lassen. Klar, man kann nebenher laufen und zur Not auffangen, aber bitte nicht festhalten oder runter nehmen.

Meine Kinder waren schon sehr früh sehr mobil. Beide sind nur 19 Monate auseinander. Ich KANN nicht immer überall gleichzeitig sein. Und wenn die Große (im September 3) halt auf der Fensterbank rumturnt und die Kleine (wurde im April 1 Jahr alt) die Leiter von dem Hochbett hochklettert, dann muss ich mich halt entscheiden ;-)

Und dann kann es halt schon mal vorkommen, dass ich mich falsch entscheide und das Kind fällt, wo ich nicht gerade stehe. Aber so haben sie es gelernt.
Leandra (die Große) turnt halt nicht mehr auf der Fensterbank rum und Kathleen (die Kleine) hat gelernt wie man sicher die Treppe hochkommt.

Heute gab es folgende Situation: ich war mit Leandra im Garten, Kathleen hat noch geschlafen. Ich hatte die Terrassentür auf. Der Papa holt Kathleen aus dem Bett und lässt sie laufen. Sie läuft direkt auf die Terrasse. Von der Terrasse gehen zwei Stufen runter, ansonsten ist da halt nur ne ca 40 cm hohe Kante.

Kathleen KANN sicher und alleine die Treppe runter. Das war das erste, was wir ihr beigebracht haben, als die "Freiluftsaison" begann.

Nur heute nicht. Da war sie entweder zu verpennt oder hat sich so gefreut, dass sie einfach losgelaufen ist. Sie stand schon direkt an der Treppe und machte halt noch einen Schritt anstatt sich wie sonst hinzusetzen und die Stufen rückwärts runterzurutschen.

Sie fiel nach vorne weg und landete mit dem Kopf auf den Steinfliesen und überschlug sich dann noch, so dass sie auf dem Rücken zum liegen kam. Auf der Stirn ist die Haut jetzt abgeschürft und sie hat eine kleine Beule.

Wir waren mit zwei Erwachsenen im Garten und keiner war schnell genug um es zu verhindern. Vorallem haben wir beide Kathleen auch nicht gesehen.
Unser Nachbar ist zum Glück ausgebildeter Rettungsassistent. Es war halt nichts, ausser einer Beule ;-)


Aber du siehst, es passiert schneller als einem lieb ist.
Aber es hat wohl gewirkt, heute ist sie zumindest nicht mehr alleine die Treppe herunter gegangen.

Und so ist es halt auch bei anderen Sachen: die Kinder probieren aus, tun sich vielleicht weh und wissen beim nächsten Mal, wie sie es machen müssen, damit sie sich nicht mehr weh tun.

Klar, bei wirklich gefährlichen Sachen MUSS man dabei sein und eingreifen, aber eine Beule oder eine Schürfwunde hat bislang selten geschadet.

Für die Eltern sieht es immer schlimmer aus, als es wirklich ist. Und selbst mir, wo ich doch recht "Kampferprobt" bei solchen Sachen bin, ist mir heute wieder das Herz stehen geblieben.

Es ist zwar schrecklich für die Eltern, gehört aber in meinen Augen zum Lernprozess dazu.


Lieben Gruß
Sandra

Beitrag von ronja22805 27.06.10 - 20:15 Uhr

Gut beschrieben und klasse in Worte gefasst. War genau das, was ich auch gedacht habe.
Also mal von deiner Situation mit der Steintreppe abgesehen, aber mein Kleiner ist letztens mit dem Bobby Car 2 Stufen runtergefahren, DAS macht er wohl auch niht wieder.
LG

Yvonne

Beitrag von munirah 27.06.10 - 20:24 Uhr

Hallo Anja!

Interessant, mal die Situation von einer anderen Seite aus zu sehen. beruflich habe ich manchmal mit Kindern zu tun, die durch Kaiserschnitt auf die Welt gekommen sind, z.T. mit ziemlich dramatischen Hintergründen. Manchmal merkt man, dass diese Kinder etwas "verpasst" haben in ihrer Entwicklung (Anmerkung: Es soll kein Vorwurf gegen diejenigen sein, die sich für einen Kaiserschnitt entschieden haben bzw. keine Wahl hatten um sich und das Kind zu retten!). Bei einigen Kindern bemerke ich, dass sie gern fest gedrückt werden oder sich durch enge Tunnel durchzwängen mögen. Diesen Kindern ist geholfen, wenn man sie das, was sie "verpasst" haben, weil sie nicht auf natürlichem Wege geboren wurden, "nachholen". Das war jetzt mal ziemlich einfach ausgedrückt, ist aber nicht ganz so einfach.
Warum ich das erzähle? Vielleicht hast du auch etwas während der Geburt "verpasst". Dann läge es an dir, herauszufinden, was es ist.
Vielleicht bist du auch nur übervorsichtig. Wenn ich vergleiche, was mein Ältester mit 2 durfte und nun die jüngste - ein himmelweiter Unterschied. Auch Mütter müssen lernen, was das Richtige für ein Kind ist.
Und nicht jedes Kind ist gleich. Es gibt Kinder, die sich häufig verletzen, und andere, die immer fallen oder sich wehtun, aber nie ernsthaft.

LG Munirah

Beitrag von knutschy 27.06.10 - 20:32 Uhr

Hallo,

Danke für eure Antworten, Ihr habt mir doch sehr geholfen.

Also auf dem Spielplatz wo wir sind ist es auch recht gemischt. Einige lassen Ihre Kinder halt alles tun, andere garnichts.

Ich habe einen Partner der geht nun auch oft mit mir und auch mal mit dem kleinen alleine raus, werd ihn wohl mal bitten mich etwas zurück zu halten.

Und das er halt dieses Karusell nicht mag da kann ich wohl erstmal nichts ändern, da haben wir es auch schon versucht wenn ich mit drinn sitze uä. aber er möchte einfach nicht.

Liebe Grüße Anja.

Beitrag von ronja22805 27.06.10 - 20:39 Uhr

Das mit dem Karrussel finde ich nicht weiter schlimm, meine Große ist mittlerweile fasst 5 und fährt erst seit diesem Jahr auf allem was dreht auf dem Spielplatz mit, vorher fand sie die immer total doof

Beitrag von petra24 27.06.10 - 21:21 Uhr

Hey!

Du tust deinem Kind auf jeden Fall nichts gutes damit wenn er gar nichts alleine darf.

Mein Erik ist 15 Monate alt, geht ohne Probleme Treppen hoch und runter und klettert auch die Rutsche hoch und rutscht allein runter und das nicht erst seit gestern!

Der Kleine einer Bekannten ist auch so ein Fall wo die Mutter eine totale Glucke ist.. Der konnte mit 4 Jahren noch keine Treppe alleine laufen weil die Mutter ihn nichts gelassen hat!