Entbindungsstellungen?

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von loobs 27.06.10 - 21:30 Uhr

Guten Abend ihr Lieben,

Ich bin mit meinem ersten Kind in der 36. SSW. In letzter Zeit lese ich sehr viel über die Geburt und es werden immer wieder alle möglichen Entbindungsstellungen vorgestellt.

Hat man wirklich plötzlich z.B. das Bedürfnis im 4-Füßler-Stand auf dem Boden zu hocken und sich von dem werdenen Vater den Hintern "schuckeln" zu lassen? Ist das wirklich so erleichternd? Und alle Anwesenden im Kreißsaal gucken zu?

Ich kann mir das einfach nicht vorstellen... Eigentlich habe ich keine Angst vor der Geburt, aber wenn ich mir solche Situationen vorstelle...

Hat man unter den Schmerzen kein Schamgefühl mehr?

Bitte versteht meine Frage nicht falsch, natürlich soll in solch einer Situation jede für sich selbst entscheiden, aber zum jetzigen Zeitpunkt kommen mir manche Entbindungsstellungen irgendwie komisch vor und ich kann mir das für mich einfach (noch) nicht vorstellen...

Welche Erfahrungen habt ihr bzgl. des Schamgefühls unter der Geburt gemacht?

lg, loobs

Beitrag von emeri 27.06.10 - 21:38 Uhr

hey,

also ob man plötzlich das bedürfnis hat im 4-füßler zu hocken kann ich nicht sagen, ich habe seitlich liegend entbunden und wollte mich keinen cm mehr bewegen ;-)

allerdings: nein, bei der geburt hatte ich kein schamgefühl mehr. während den wehen war mir schnurzpiepegal wer mr wann wie in meinen schambereich sieht, weil ich mich auf andere dinge konzentriert habe.

du merkst sehr schnell, welche stellung dir gut tut. die hebammen geben dann auch noch anweisungen und tipps. kenne z.b. frauen, die unbedingt in der wanne entbinden wollten und nach 5min raus mussten, weil sie es absolut nicht ausgehalten haben. mach dir keinen stress und nicht zu viele gedanken. raus kommts, so oder so ;-) je entspannter und offener für die situation bist, desto einfacher wirds.

lg emeri

Beitrag von jessi_hh 27.06.10 - 21:42 Uhr

Hallo Loobs,

vielleichts ist das bei anderen Frauen anders, aber mein Schamgefühl war unter der Geburt noch vollständig erhalten.
Erst habe ich mich geschämt, weil ich mich bei den Wehen ständig übergeben mußte und mein Mann mir immer die Pappschüsseln gewechselt hat. Dann sollte ich irgendwann auch in den 4-Füßler-Stand wechseln, weil meine Süße sich nicht ins Becken drehen wollte und ich hatte Angst, beim Pressen Stuhl zu verlieren (obwohl (oder weil?) ich einen Einlauf hatte und ständig das Gefühl hatte zu müssen #hicks). Irgendwann hab ich mein Schamgefühl dann heruntergeschluckt, aber ganz vergessen konnte ich das nicht.

Viele Grüße,
Jessi

Beitrag von snoopster 27.06.10 - 21:43 Uhr

Hallo,

also doch, bis zu einem gewissen Punkt hatte ich schon noch ein Schamgefühl.
Bei meiner zweiten Geburt meinte die Hebi, von der Lage des Kindes her wärs für mich vielleicht besser, bis zu den Presswehen in den 4-Füßler zu gehen.
Sie hat ein Handtuch über meinen (Pferde-)Hintern gehängt, das aber immer wieder weggerutscht ist. Dann hab ich aufgegeben und mich wieder hingelegt.

Dass bei beiden Geburten während und nach der Geburt noch Kinderärzte, Schwestern oder sonst wer da waren und mich da auf dem Präsentierteller liegen haben sehen, mit gespreitzen Beinen war mir aber ziemlich egal... ich musste leider immer recht lange noch versorgt werden, aber das war schon okay. Jeder hat was zu tun, und es kommt ja keiner, um einfach mal "reinzuschauen"....

LG Karin

Beitrag von loobs 27.06.10 - 21:54 Uhr

Erstmal vielen Dank für eure Antworten!

Ich versuche wirklich, das einfach alles auf mich zukommen zu lassen und möglichst gelassen an die Geburt zu denken, und bisher muss ich sagen, klappt das erstaunlicher Weise auch recht gut. Eigentlich freue ich mich, die Erfahrung machen zu dürfen...

Aber die Sache mit dem Schamgefühl ist dann wohl bei jedem unterschiedlich... Habt ihr euch denn wohl gefühlt, als ihr in den 4-Füßler-Stand gewechselt habt? Ist das dann wirklich entspannender? Oder hilft das nur, wenn man sein Schamgefühl ausschalten kann?

Oh je, Fragen über Fragen ;-)

lg, loobs

Beitrag von emeri 27.06.10 - 21:59 Uhr

hey,

macht dir der 4-füßler so viele sorgen?

um ehrlich zu sein habe ich null darüber nachgedacht in welcher stellung ich tatsächlich entbinden werde. warum? weil es meine erste geburt war und ich sooooo viele verschiedene geburtsstories kannte von "musste die ganze zeit rumlaufen" bis "habe mich in der wanne entspannt". ich musste einfach in der situation sein und spüren, WAS der körper von mir verlangt. von mir verlangte er "bleib verdammt nochmal genauso liegen wie du gerade liegst!" ;-)

wirklich: stress dich nicht. wenn du dich nicht wohl fühlst kann der 4-füßler allgemein vielleicht die 1000mal beste position zum entbinden sein - aber für eben nicht. und kleiner tip von mir: auf keinen fall jetzt noch geburtsstories lesen oder erzählen lassen. die will man so kurz davor in wirklichkeit ja gar nicht wissen... ;-)

lg emeri

Beitrag von loobs 27.06.10 - 22:10 Uhr

ja, ehrlich gesagt schon.#hicks

Aber wahrscheinlich hast du recht, einfach abwarten und gucken was ich in der Situation möchte.

Ich weiß, dass man eine Geburt nicht wirklich planen kann und daran muss ich mich noch gewöhnen... Hab es immer gern, wenn etwas planbar ist, dann kann man sich besser darauf einstellen, deswegen lese ich auch noch immer so viel über die Geburt, habe das Gefühl, dann besser vorbereitet zu sein.

Vielen Dank nochmal für deine Antworten!

Beitrag von castorc 27.06.10 - 22:02 Uhr

Für mich waren die Wehen im vierfüßler angenehmer. Aber es war auch umständlicher sich zwischen den Wehen auszuruhen, da man sich ja erst wieder hinlegen musste. Aber zum Gebären war das eigentlich toll. Aber wie es nun mal so kommt habe ich dann auf den Rücken liegend entbunden.

Mal schau´n, wie ich es diesmal machen werde.

Beitrag von tekelek 28.06.10 - 06:16 Uhr

Hallo !

Da ich Hausgeburten hatte war das mit dem Schamgefühl keine große Sache, da nur mein Mann und die Hebamme anwesend waren.
Allerdings ist man kurz vor der Geburt, also während der Übergangswehen, sowieso so dermaßen weggetreten, daß einem (fast) alles egal ist.
Die Wehen habe ich überwiegend im Vierfüßlerstand veratmet, da man sich da am besten entspannen kann und sich das Kind auch richtig in den Geburtskanal dreht.
Meine Tochter habe ich in der Hocke geboren (ging nicht anders, da der Kopf so groß war und er ohne Mithilfe der Schwerkraft nicht herausgekommen wäre), meinen Sohn im Stehen (da war der Kopf noch größer, außerdem platzte die Fruchtblase erst 2 Minuten vor der Geburt).
Am einfachsten und verletzungsfreiesten verläuft die Geburt im Vierfüßlerstand oder im Stehen. Im Liegen muß man das Kind quasi "bergauf" pressen und das Köpfchen drückt mit voller Wucht auf den Damm - nicht gut !
Warte doch einfach ab und mach dann unter der Geburt das, was sich am besten anfühlt - ohne Rücksicht auf Zuschauer ! Nur so kann das Kind gut auf die Welt kommen, denn wenn die Mutter entspannt ist, ist auch das Kind entspannt ..

Liebe Grüße,

Katrin mit Emilia-Sofie (5 Jahre), Nevio (bald 4 Jahre) und #ei (12.SSW)

Beitrag von zwillinge2005 28.06.10 - 06:46 Uhr

Hallo Lobs,

Welches Schamgefühl man hat ist sicher auch eine Frage der Erziehung und Sozialisation.

Trotzdem ist die Situation unter der Geburt eine andere, als zu anderen gesellschaftlichen Zusammenkünften.

Während der Geburt sollten eben nicht ständig irgendwelche Leute durch den Kreissaal wandern.

Außer Deinem Mann und Deiner Hebamme und notfalls zum Pressen der Arzt oder eine zweite Hebamme braucht man für eine normale Geburt niemanden.

Sollte es Komplikatiomen geben ist das etwas völlig anderes!

Aber wenn ich hier lese, dass die Frauen mit gespreizten Beinen vor einer Gruppe von Menschen liegen mussten muss ich den Kopf schütteln.

Der Vierfüsslerstand ist eine von Möglichen Geburtspositionen, die auch den Damm entlastet und das Kind kann viel besser durch den Geburtskanal als in Rückenlage.

LG, Andrea