Er hat ihn Psychopath genannt

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Forum: Partnerschaft

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Beitrag von geschockte 28.06.10 - 00:47 Uhr

Hi
Ich bin nicht ganz sicher, ob ich bei meinem Mann angemessen reagiert habe und würde gerne eure Meinung dazu hören.

Gestern waren wir bei meinen Schwiegereltern. Mein vierjähriger Sohn (mein Mann ist nicht der leibliche Vater) soll wohl bei meinem Schwiegervater getrotzt (sprich einfach weitergemacht) haben, als dieser ihn bat, nicht am Sonnenschirm zu ruckeln.

Dieses "nicht auf andere hören" nahm mein Mann abends zum Anlass für ein Gespräch zwischen uns. Es sei nicht normal, wenn der Kleine öfters mal nur dann auf Erwachsene hört, wenn ihm Konsequenzen drohen.
Mein Sohn ist wirklich momentan recht trotzig und braucht klare Grenzen- aber ein potenzieller Psychopath ist er garantiert nicht!!!

ABER GENAU SO HAT MEIN MANN IHN DANN GENANNT!!!! #zitter :-[

Ich war entsetzt und habe meinem Mann deutlich gesagt, er könne seine Koffer packen, wenn er soetwas noch einmal sagt.
Mein Sohn hat einen ausgesprochenen Gerechtigkeitssinn, spielt prima mit anderen Kindern und neigt auch nicht zu Gewalt.
Er ist aber grade in einer bockigen Phase!

Mein Mann versuchte sich dann herauszureden, indem er mir erzählte, er habe eine Studie gelesen, wonach 10% der Menschen potenzielle Psychopathen seien- die meisten jedoch resozialisiert. Und genau das werde mit dem Jungen ja auch passieren. #schock

Naja- er merkte dann wohl an meiner Reaktion (an meiner Körpersprache), dass er zu weit gegangen war und entschuldigte sich. Es wäre nicht ernst gemeint gewesen. Irgendwie fällt es mir aber schwer, ihm das zu verzeihen. Ich habe mich ihm gegenüber heute ganz normal verhalten, doch seine Worte von gestern haben noch einen bitteren Beigeschmack hinterlassen.
Um unseren Sohn (der Kleine nennt ihn auch Papa) kümmerte er sich aber wie immer gut und er hat den Kleinen sehr lieb.

Was haltet ihr davon?

Beitrag von meine _Meinung 28.06.10 - 01:05 Uhr

Das ist eben so, wenn der Papa nicht der Vater ist.
Da ist mehr Abstand und mehr Vestand im Spiel, der nicht von Eltrenliebe vernebelt ist.
Es gibt immer 1000 Gründe und Entschuldigungen, warum ein Kind nicht hört, Trotzphase, Bockphase und Mütter hören eben nicht gerne, dass ihr kleiner Liebling anderen auf die Nerven geht.
Ein Kind von vier Jahren ist durchaus in der Lage, zu verstehen, dass es nicht am Sonnenschirm ruckeln soll.
Kann es sein, dass dein Mann momentan genervt ist von dem bockigen Kind?
Setzt du ihm die Grenzen, die er braucht?

Beitrag von geschockte 28.06.10 - 01:35 Uhr

Hi
Ich denke nicht, dass mein Verstand vernebelt ist.
Mein Mann und ich sind sehr konsequent. Außerdem achten wir darauf, dass die Konsequenzen logisch sind und im direkten Zusammenhang mit dem "Vergehen" stehen.

Wäre ich daneben gewesen, hätt ich ihn z.B. einmal scharf verwarnt: "Lass das, der Schirm kann kippen" (für gewöhnlich reicht das)- beim 2.X hätt ich gehandelt und ihn da weggenommen.

Das mein Sohn versteht, dass er nicht am Sonnenschirm ruckeln soll und meinen Schwiegervater damit provozieren wollte, ist mir klar.
Ihn deshalb aber als potenziellen Psychopathen zu bezeichnen, geht meines erachtens aber zu weit...

Und von unserem Kind ist mein Mann (denk ich) nicht genervt- wenn dann von diesem Verhalten meines/unseres Sohnes. Ich denke das ist ein großer Unterschied



Beitrag von yoleena 28.06.10 - 09:23 Uhr

Hallo,

das ist doch völliger Humbug! 1. Mein Vater ist auch nicht mein leiblicher, dennoch wäre er nie auf die Idee gekommen mich als psychopathisch zu bezeichnen (und ich war bestimmt auch nicht immer brav) und 2. ist es bis zu einem gewissen Rahmen normal, dass Kinder nicht immer sofort hören. Sie testen schließlich ihre Grenzen aus. Es sind Kinder und keine dressierten Tiere.

LG Yoli

Beitrag von pcp 28.06.10 - 14:59 Uhr

Mein Mann ist ebenfalls nicht der leibliche Vater meines 1. Sohnes, käme aber nie auf die Idee diesen wegen einer Lappalie als Psychopathen zu bezeichnen.

Ein Kind in der Trotzphase ruckelt hartnäckig am Sonnenschirm und hat deshalb eine schwere Persönlichkeitsstörung?
Was das mit Ab- und Verstand zu tun hat mußt Du mir noch erklären.

Beitrag von rosaundblau 28.06.10 - 06:12 Uhr

Dein Sohn ist 4 Jahre alt, also durchaus in der Lage auch während Deiner Abwesenheit Konsequenzen abschätzen zu können. Zumal er auch darauf hingewiesen wurde das Ruckeln zu unterlassen.

Das ist keine Bockphase, das ist frech!

4-jährige wissen in solchen fällen was sie dürfen und was nicht. Insbesondere wenn sie darauf hingewiesen werden!

4-jährige sind in der Lage auf Mutter UND Vater (auch wenn es nicht der leibliche ist, aber Vaterfunktion hat) zu hören. Auch auf die Großeltern sollte kein Problem sein.

Immerhin ist er im Kindergartenalter und hat dort auch andere weisungsbefugte Personen. Mama kann halt nicht überall sein!

Ich denke Dein Mann hat einen ungeschickten Weg gewählt um Dir zu sagen, daß Euer Kind frech ist und an der Erziehung geschraubt werden müsste.

vg rosaundblau

Beitrag von geschockte 29.06.10 - 21:00 Uhr

Hi
Mein Mann und ich sind uns eigentlich einig in den Erziehungsfragen.
Ich würde sagen wir erziehen liebevoll aber konsequent.
Dennoch testet er seine Grenzen grade wieder neu. Meiner Meinung nach ist das normal. Es ist ja auch nicht so, dass er nie hören würde!

Sein leiblicher Vater soll übrigens als Kind ausgesprochen stur gewesen sein. Kein Plan, ob Trotz auch zum Teil vererbt werden kann.

Beitrag von blaue-rose 28.06.10 - 06:48 Uhr

Hallo geschockte,



ich möchte sagen dein Mann hat sich sehr unglücklich ausgedrückt. Ich kann mir auch vorstellen das du durch seine Aussage sehr gekränkt bist, würde aber der Aussage nicht als soviel Wert beimessen.

Ich möchte auch nicht sagen das dein Kind frech ist, denn Kinder in dem Alter versuchen oft die Grenzen auszuloten um zu sehen wie weit sie gehen können. Mir kommt es mehr vor als ob dein Sohn bei deinem Mann mehr Freiheiten genießt, bzw dein Mann mehr durchgehen lässt. Ich würde sagen wichtig ist das ihr euch bei der Erziehung einig seid und dein Sohn auch bei deinem Mann klare Grenzen hat.

Ich würde die Angelegenheit aber auch nicht überbewerten da Kinder ja nun " keine Maschinen sind die ständig perfekt funktionieren". Versuch noch einmal in Ruhe mit deinem Mann darüber zu reden und legt fest wie ihr in ähnlichen Situationen reagiert.


Ps. Ich denke dein Mann war einfach nur gestresst und es hat nichts damit zu tun das er nicht der leibliche Vater ist.


Freundliche Grüße

Beitrag von gedankenspiel 28.06.10 - 08:40 Uhr

"Mein Sohn ist wirklich momentan recht trotzig und braucht klare Grenzen- aber ein potenzieller Psychopath ist er garantiert nicht!!!

ABER GENAU SO HAT MEIN MANN IHN DANN GENANNT!!!!

Ich war entsetzt und habe meinem Mann deutlich gesagt, er könne seine Koffer packen, wenn er soetwas noch einmal sagt. "


Meine Güte, wie kann man eine (auch noch aus dem Kontext gerissene) Aussage so überbewerten?!
Du kannst ihm das schwer verzeihen, es hat einen bitteren Beigeschmack hinterlassen?


Fass dich wieder.
Dein Sohn wird noch öfter mit seiner Art anecken und anderen auf die Nerven fallen - das tun Kinder von Zeit zu Zeit, auch deins.

Wenn die Aussage, dass dein Spross laut einer Studie zu einem potentiellen Psychopathen werden könnte, dein größtes Problem bleibt, kannst du froh und dankbar sein.
Möglich ist alles.
Er könnte auch Bundeskanzler werden. Oder die nächste Atombombe zünden. Den Weltfrieden bringen oder den Mond sprengen.

Nimm´s gelassen und sehe es differenzierter!


LG,
Andrea.

Beitrag von luci82 28.06.10 - 08:47 Uhr

Würde mich auch extrem stören, ist irgendwie erniedrigend...Zumindest wenn er sich sonst nicht auffällig verhält. Was stimmt, ist das sich manchmal schon in der Kindheit oft Tendenzen herauskristalisieren, ob ein Mensch "normal" ist oder psychische Probleme /Persönlichkeitsstörungen entwickelt.

Frech war dein Kleiner ja schon, aber so sind vier-Jährige nunmal....ich weiss von ich rede:-). Nur muss man versucuhen sie in den Griff zu bekommen und zu erziehen solange sie noch realtiv klein sind. Einem 10jährigen noch beibrignen zu wollen, Respekt und ein gewisses Mass an Gehorsam gegenüber Mutter, Vater, Oma gegenüber zu bringen würde sich schwierig gestalten.

Ist dein Mann denn öfters so zu ihm?? Und hat er Kleine gehört, was er gesagt hat? Das ist gefährlich, der Kleine merkt sich das Wort, das in zusammenhang mit ihm gefallen ist.

Beitrag von geschockte 29.06.10 - 20:44 Uhr

Hi
Ich kann dir nur zustimmen.

Das Gespräch zwischen mir und meinem Mann fand abends statt, als der Junge schon schlief.
Mein Mann geht sehr lieb mit ihm um, setzt ihm dabei aber auch klare Grenzen, wenn er zu weit geht. In Erziehungsfragen sind wir uns eigentlich sehr einig.

Danke dir

Beitrag von badguy 28.06.10 - 10:11 Uhr

Du willst deinen Mann vor die Tür setzen, weil er das Verhalten deines Sohnes, in zu gegeben unpassender Art und Weise, kritisiert hat. Bockphase hin oder her, auch ein 4-jähriger weiß, dass das Ruckeln an einem Sonnenschirm nicht ok ist, insbesondere, wenn er darauf hingewiesen wird.

Hätte dir unerzogen oder frech besser gefallen?

Dein Mann kümmert sich um deinen Sohn wie ein Vater aber kritisieren darf er ihn nicht.

Nehmen ist immer ok, ihm aber das Recht der Kritik einzuräumen, geht wohl gar nicht. Finde ich unmöglich.

Beitrag von .nashter_ 28.06.10 - 10:17 Uhr

Sehe ich genauso!

Beitrag von carrie23 28.06.10 - 11:40 Uhr

Also ich finde unerzogen und frech schon besser als "Psychopath" wenn ich ehrlich bin denn ein Psychopath ist für mich ein anderes Kaliber.
Mit Kritik hat das auch nix zu tun, meiner Meinung nach.

Beitrag von badguy 28.06.10 - 12:05 Uhr

Sicher hätte frech oder unerzogen besser geklungen. Angekommen wäre es auf die gleiche Art und Weise.

Und, ganz ehrlich, ist es nicht jedem von uns schon mal passiert, in einem Streit nicht das Wort passend gehabt zu haben, was man gebraucht hätte...

Keiner von uns war dabei...

Beitrag von carrie23 28.06.10 - 12:59 Uhr

Klar da hast du recht aber "Psychopath" hat für mich einen ganz eigenen Beigeschmack.
Ein Psycho ist für mich zb ein potentielle Serienmörder aber kein kleines unerzogenes Kind

Beitrag von pcp 28.06.10 - 15:02 Uhr

Was hat ungezogen oder frech mit psychopathisch zu tun? Rein gar nichts.

Beitrag von badguy 28.06.10 - 16:17 Uhr

??? Was willst du mir denn damit sagen???

Beitrag von pcp 28.06.10 - 17:03 Uhr

Daß es für die Mutter natürlich einen großen Unterschied macht ob man das Kind als frech oder psychopathisch bezeichnet.

Du unterstellst ihr ja auch daß sie mit Kritik nicht umgehen kann, woher weißt Du das?

Beitrag von badguy 28.06.10 - 19:36 Uhr

Na ja, das ist schon klar. Zur Art und Weise hab ich mich ja auch geäußert. Die Art, wie sie antwortet. Klar hat er übers Ziel hinaus geschossen. Sie aber auch, indem sie ihn vor die Tür setzen will.

Beitrag von pcp 28.06.10 - 19:50 Uhr

Ja, schon komisch daß man nicht angemessen reagiert wenn der Partner das Trotz-Kind als Psychopath bezeichnet.

Beitrag von badguy 28.06.10 - 20:24 Uhr

Was ist daran komisch? Beide legen das gleiche Verhaltensschemata an den Tag, beide reagieren über, was nun?

Ich denke, ich weiß worauf du hinaus willst aber vergiss es. Er kümmert sich gut um das Kind. Jetzt hat er einen Fehler gemacht und schon eskaliert die Kiste.

Man könnte doch auch fragen, wo sie gewesen ist, als der Junior seinen Trotzkopf bekommen hat, ist aber egal, uninteressant. Du möchtest dich an der Formulierung aufgeilen, dann mach es auch aber mach es ohne mich!

Beitrag von pcp 28.06.10 - 20:37 Uhr

Ich will mich an gar nichts aufgeilen, was veranlaßt Dich eigentlich zu dieser Wortwahl bzw. diesem Gedankengang? Ist mir nicht verständlich.

Anscheinend sind Dir Wörter und Formulierungen ohnehin nicht so wichtig, Kritik ist Kritik, ob jetzt Psychopath oder frech und ungezogen, macht keinen Unterschied....?

Es geht auch nicht darum daß man auf seinem Fehler herumreitet. Aber es ist ein Unterschied ob man im Affekt reagiert (wie sie) oder ob man Stunden nach einem Kinkerlitzchen-Vorfall das Kind als Psychopath bezeichnet und dabei gleich noch eine passende Studie im Petto hat.

lg

PS: Die Trotzphase gehört übrigens zur Entwicklung eines Kleinkindes dazu, das ist ganz normal. Falls Dein Kind/er diese Phase nicht durchlebt hat, schätze Dich glücklich.

Beitrag von badguy 28.06.10 - 20:55 Uhr

Ich versuch es jetzt das letzte Mal, wirklich das letzte Mal:

Er hat einen Fehler gemacht, Haken dran, hat er kapiert und sich entschuldigt.

Sie haben sich später deswegen gezofft. Keiner von uns war dabei, keiner von uns kann sagen, ob es eine lockere Diskussion gewesen oder ob es zur Sache ging. Auch dann gibt es Affekte.

Ich breche hier über niemanden den Stab, wenn du das machen willst, bitte, du bist sicher ohne Fehler.

Zum Trotz: Er ist eine kindliche Entwicklungphase, sprich, er gehört dazu. Er ist normal. Das Kind lernt, nicht der Mittelpunkt des Universums zu sein. Das sogenannte narzistische Größenselbst. Erste Phase 2 - 4 tes Lebensjahr, nochmals in der Pubertät. Bei Erwachsenen bezeichnet man es als Entwicklungsstörung.

Du kommst mir so vor wie jemand, der zum bestimmten fünften Male mit dem Fuß auf den Boden stampft und rumbrüllt "Och Männo, ich will aber, dass der blöde badguy kapiert, dass er zuerst böse war!"

Und deswegen lass ich deinen Trotz jetzt zu und wünsch dir einen schönen Abend!

Beitrag von pcp 28.06.10 - 22:47 Uhr

Das ist ein Diskussionsforum und ich war so frei Dir ungefragt meine Meinung aufzudrängen. Ich wollte keine Zustimmung von Dir (eine weitere Fehleinschätzung Deinerseits). Wenn ich aus Deiner Sicht trotzig bin weil ich Dir umgekehrt ebenso nicht zustimme, naja, dann bin ich halt aus Deiner Sicht trotzig.

Oder entwicklungsgestört. Psychopathisch. Ungezogen, frech. Was auch immer.

#winke

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