Wie aus einem KS eine Spontangeburt wurde *vorsicht lang*

Archiv des urbia-Forums Geburtsberichte.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von angeleye1983 28.06.10 - 12:25 Uhr

So, da meine Kleine gerade seelenruhig neben mir liegt und schläft, wollte ich mal eben schnell meinen Geburtsbericht hier einstellen.

Wie die ein oder andere hier mitbekommen hat, sollte bei mir ein KS wegen einer Symphysenlockerung gemacht werden. Der Termin wäre der 25.06. gewesen. Ich fands zwar nicht toll, vertraute hier aber meinem Arzt, was sich als großer Fehler herausstellen sollte. Am Mittwoch Abend bin ich ins Krankenhaus wegen extremer Oberbauchkrämpfe, dort meinte die Hebamme, dass sie mich gleich stationär aufnehmen möchte und der KS gleich am nächsten Morgen gemacht werden sollte. Mein Arzt, der auch Belegarzt im KH ist, kam dann und meinte, dass das nicht nötig sei, ich solle wieder nach Hause und am nächsten Morgen in der Praxis vorbei kommen. Gesagt getan. Wir sind also wieder nach Hause - immer noch mit Schmerzen - und am nächsten Morgen bin ich dann in die Praxis. Die FÄ dort stellte fest, dass ich angeblich zu wenig Fruchtwasser habe und der MuMu bereits 5 cm geöffnet ist. Ich habe dann nachgefragt was jetzt weiter zu tun ist, vor allem, da ich ja immer noch Schmerzen hatte. Ihre Antwort war, dass das alles nicht so schlimm ist und sie mir ein Medikament verschreibt, welches gegen die Schmerzen hilft. Ich bin also mit meinem Rezept zur Apotheke und die Apothekerin ist aus allen Wolken gefallen und meinte, dass sie mir das Medikament eigentlich nicht ruhigen Gewissens geben kann, da dort eine hohe Dosis an Morphium drin ist. Hab mich dann erst mal erschrocken und bin heimgefahren. Mir war gar nicht mehr wohl... Die kleine Maus hat sich auch kaum noch bewegt. Zu Hause angekommen hab ich dann erst mal meine Hebamme angerufen und ihr die Situation geschildert, diese meinte, dass ich sofort ins KH soll, weil zu wenig Fruchtwasser und die Schmerzen gar nicht gut sind, und die Kleine noch vor dem WE rausgeholt werden muss. Ich hab dann also meinen Freund angerufen, der kam natürlich direkt heim. Dann haben wir die Kliniktasche geschnappt und sind wieder mal ins KH. Die Hebi dort war schon von meiner Hebamme informiert worden und bereitete alles vor. Sie hat dann auch den Arzt angerufen, damit dieser den KS vornehmen kann. Der Arzt bestellte mich dann wieder in die Praxis. Mein Freund und ich sind also in die Praxis gefahren und wurden dort vom FA beschimpft und ausgelacht. Er meinte, dass ich es dann als Mutter selbst verantworten müsse, wenn mein Kind auf die Kinderintensiv muss, da er bei 38+0 keinen KS durchführen wird, egal ob zu wenig Fruchtwasser vorhanden sei oder nicht. Ich hatte mittlerweile richtig Angst, weil die Hebamme so Druck gemacht hat, dass die kleine da raus muss... Der Arzt weigerte sich aber vehement den KS durchzuführen.

Mir wurde das ganze dann zu blöd und ich bin mit meinem Freund in die nächste Frauenklinik gefahren. Dort angekommen wurde ich erst einmal richtig untersucht und es wurde Entwarnung bezüglich des Fruchtwassers gegeben. Es war zwar nicht richtig viel vorhanden aber auch nicht zu wenig. Meiner Kleinen gings gut und ich wollte schon aufatmen, aber ..... Die Ärztin in der Frauenklinik meinte dann, dass mein Arzt wohl einen SS-Vergiftung übersehen hat und ich eigentlich froh sein konnte, dass mein Baby noch lebt... Ich hatte anscheinend alle Anzeichen (extrem hoher Blutdruck, Eiweiß im Urin, Wassereinlagerungen, Oberbauchschmerzen etc.) und der Blutwert bestätigte den Verdacht der Ärztin dann. Ich war geschockt! Wie konnte mein FA das übersehen??? Ich war bereits bei 38+0 und die ersten Anzeichen der SS-Vergiftung hatte ich bereits bei 25+0... Die Ärztin in der Frauenklinik meinte dann, dass die Geburt eingeleitet wird und ich zu Hause meine Tasche holen soll... Ich war etwas verwundert, da mein FA ja gesagt hat, dass ein KS dringend nötig sei, das sah die Ärztin in der Frauenklinik ganz anders. Ich wusste schon gar nicht mehr was ich von all dem halten soll und hatte eigentlich nur noch Angst.

Ich bin dann mit meinem Freund wieder nach Hause gefahren um meine Tasche zu packen und sollte mich am nächsten morgen, also am Freitag 18.06. um 08:00 Uhr wieder in der Klinik einfinden, damit eingeleitet werden konnte.

Am nächsten Morgen waren wir dann pünktlich um 08 Uhr in der Klinik. Ich hatte tierische Angst!!!! Nach den üblichen Untersuchungen, CTG etc. wurde dann um 09:30 Uhr mit Gel eingeleitet. Ich sollte mich dann 2 Stunden lang bissl bewegen, also spazieren gehen und dann wieder zum CTG kommen. Mein Freund und ich sind dann also die Klinikflure auf- und abgegangen und zwei Stunden später waren wir wieder da zum CTG. Ich merkte bereits, dass irgendwas nicht stimmt. Ich hatte Schmerzen und ein extremes Brennen in der Scheide. Die Ärztin schaute nach und stellte fest, dass ich wohl allergisch auf das Gel reagiert habe... SUPER!!!! Alles war geschwollen und tat weh #schock#schock Das ganze wurde dann mit Fenistil behandelt und war Gott sei Dank schnell wieder gut... Auf dem CTG waren noch keine Wehen zu sehen. Wir wurden dann also nochmal 2 Stunden laufen geschickt.

Gegen 13 Uhr verspürte ich die ersten leichten Wehen und freute mich schon darüber. Das ganze hat sich dann bis 16 Uhr gesteigert. Da kamen die Wehen bereits im Abstand von 5 Minuten und taten höllisch weh. Das CTG hat aber leider keine Wehen aufgezeichnet. Warum, weiß ich auch nicht... Ich hatte auch keine Bauchschmerzen, sondern spürte jede Wehe in der Symphyse, die ja sowieso schon geschädigt war #schwitz AUA!!!! Innerhalb einer halben Stunde haben sich die Wehen dann so gesteigert, dass ich gar nimmer laufen konnte. Gegen 18 Uhr hatte ich dann nur noch Wehenpausen von weniger als 1 Minute... Um 20 Uhr hab ich nach der PDA gebettelt, weil ich zu diesem Zeitpunkt gefühlt eine durchgehende Wehe ohne Pause hatte. Gott sei Dank kam die Ärztin recht schnell und die PDA fing an zu wirken um 20:30 Uhr. Ich hatte dann einige Stunden Ruhe, allerdings wurde mein MuMu nicht weiter geöffnet und die Geburt stagnierte... Die Hebamme holte dann einen Wehentropf und eine Buscopan-Infusion. Dies sollte die Geburt etwas beschleunigen. Gegen 23 Uhr meinte sie noch, dass durch die Infusionen die Fruchtblase demnächst platzen müsste, den Satz hatte sie noch nicht ausgesprochen und ich merke, wie es nass wird... Die Fruchtblase war also geplatzt. JUHU, es geht endlich weiter, das dachte ich zumindest, aber der MuMu war immer noch bei nur 5 cm. Das war ganz schön deprimierend. Dann gings aber wirklich schnell. Die Hebamme untersuchte den MuMu um 23:45 Uhr nochmal und da war er komplett geöffnet. Sie meinte noch, dass ich sie rufen soll, wenn ich das Gefühl habe pressen zu müssen.

Um 0:15 Uhr musste ich einfach mitpressen und mein Freund holte ganz schnell die Hebamme, die war gerade bei einem Notfall im anderen Kreißsaal. War mir aber egal, ich konnte einfach nicht anders und musste pressen. Die Hebamme kam dann 5 Minuten später und meinte, dass sie den Kopf schon sehen kann... Um 0:43 Uhr war meine kleine Lilith dann endlich geboren und lag auf meinem Bauch! So glücklich war ich noch nie zuvor in meinem Leben!!! Ich hab vor Erleichterung und Freude nur noch geweint. Sie hat keine Schäden durch die SS-Vergiftung bekommen und war 49 cm groß und 3260 gr. schwer. Also ganz normale Maße. Stillen klappte auch von anfang an super und bereits am Montag waren wir wieder zu Hause *gg*

Ich bin soooo froh, dass der KS an mir vorrüber ging. Ich kann mir nichts schöneres vorstellen, als eine natürliche Geburt.

LG
Diana + Lilith 10 Tage alt

Beitrag von bibi22 28.06.10 - 13:22 Uhr

hi Diana!

Ach du liebe Güte, der Arzt gehört aus dem Verkehr gezogen... Das so jemand überhaupt praktizieren darf.. *schüttel*

Freu mich für euch, dass alles noch gut ausgegangen ist! #liebdrueck

lg bianca

Beitrag von becca04 28.06.10 - 13:24 Uhr

Hallo Diana,

erst einmal herzlichen Glückwunsch zu der erfolgreich überstandenen Geburt - die ja ziemlich dramatisch war.

Ich frage mich allerdings auch, wie Dein FA die Anzeichen für die Gestose/das Hellp-Syndrom übersehen konnte (Du solltest ihn wechseln, fürchte ich!).

Ich selbst hatte ab der 25. SSW einen bis auf 150/100 steigenden Blutdruck und ziemliche Wassereinlagerungen. Meine FÄ hat dann in der 28. SSW reagiert und mich arbeitsunfähig geschrieben. Jetzt habe ich die Werte wieder im Griff (110/70, yippieh!) und mir geht es insgesamt wieder besser.

Aber die FÄ war schon sehr besorgt und hat mich ziemlich engmaschig kontrolliert - wurde denn bei Dir nicht auch bei jeder zweiwöchigen Vorsorge der Blutdruck gemessen?!

Das mit der Einleitung ist sicherlich Anschauungssache: Die Ärzte im KH haben anscheinend entschieden, dass für Euch beide keine Lebensgefahr besteht und eine Einleitung daher zu verantworten ist. Kann man wahrscheinlich nur schwer beurteilen - hoffentlich hat Deine Symphyse die Geburt gut überstanden!!!

Ganz liebe Grüße und Euch allen eine schöne erste Kennenlernzeit,
Becca.

Beitrag von aklasse 28.06.10 - 13:59 Uhr

Hallo Diana,

ganz herzlichen Glückwunsch zu deiner Maus - ich freue mich für dich :-)

Aber vom Krankenhaus in I....n hört man ja sowieso nichts Gutes. Meinen Sohn haben sie letztes Jahr fast verbluten lassen, GsD habe ich auf einen Notarzt bestanden, der ihn dann innerhalb von 10 Min. in das BWK gefahren hat, dieses Krankenhaus hat ja nicht mal einen HNO Arzt.

Kann mir vorstellen, daß es für euch doch ein recht langer Weg in die Frauenklinik war, aber ist ja nochmals gutgegangen.

Hoffentlich ist deine Maus unter einen guten Stern geboren......;-);-)

Wünsche dir nochmals alles Gute


aklasse

Beitrag von angeleye1983 28.06.10 - 19:20 Uhr

Hi,

vielen Dank für die lieben Glückwünsche! Mein Blutdruck wurde wie gehabt bei jedem Termin überprüft, nur dachte sich der Arzt da nichts dabei... Naja, die Kleine ist da und fit und das ist die Hauptsache. Die Symphyse hat die Geburt gut überstanden und tut mittlerweile auch fast gar nicht mehr weh!

LG
Diana

Beitrag von babys0609 28.06.10 - 22:25 Uhr

Ohh gott ich hatte auch ne Gestose!
Das war ab der 32 SSW richtig heftig und mein FA hatte mich mehrere male ins KH geschickt!

Gut das alles noch gut gegangen ist!

Interessanter bericht!

Ich bin aber jetzt sauer aufs Doggilein!

Der A..sch!

SorrY

Beitrag von tschaenni 28.06.10 - 23:45 Uhr

Wie schön, dass es euch gut geht!!
Ich kann mir vorstellen, dass das jetzt grad alles ist, was zählt.
Aber vielleicht wird dir in ein paar Monaten (wenn etwas Routine in den Tagesablauf gekommen ist) nochmal bewusst, was für einer Gefahr dieser Arzt euch ausgesetzt hat und dass man da auf jeden Fall etwas tun sollte. Denn wer weiß, wer da mal nicht so glimpflich davon kommen wird...! Am besten wendest du dich dann an die Ärztekammer.

Alles Gute weiterhin!

Beitrag von angeleye1983 29.06.10 - 04:57 Uhr

Für den Arzt wird das auf jeden Fall noch ein Nachspiel haben. Die ganze Angelegenheit liegt schon bei meiner ehemaligen Chefin (bin Rechtsanwaltsfachangestellte) zur Prüfung... Den Brief an die Ärztekammer will ich nächste Woche mal schreiben, denn so einfach lass ich den nicht davon kommen.

LG
Diana