Kleiner Schwank aus meinem Hundebesitzerleben ...

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Forum: Mein Tier & ich

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Beitrag von maria2012 30.06.10 - 19:34 Uhr


.... hab gestern wieder mal was erlebt ... hätte nie gedacht, dass es sowas wirklich gibt!!

Mein Freund und ich gehen gestern am Abend mit unserem Hund spazieren, als ein Reh das Feld kreuzte. Hund war Gott sei Dank angeleint, aber nach so einer Begegnung ist er halt leider nicht abzuleinen, da er sonst auf die Suche gehen würde. Von dem abgesehen ist in diesem Bereich Leinenpflicht.

Als wir so dahin spazierten kam uns eine Frau entgegen mit 2 angeleinten Hunden, von der Ferne konnte man noch nicht mehr erkennen. Als wir uns näherten konnte man sehen, dass einer der beiden Hunde ein Rüde war. Da wir es bei unserem Hund immer wieder mit Leinenaggression zu tun hatten weichten wir etwas aus. Da gehts ja nur um 4-5 Meter, die dazwischen sein müssen, dann geht er Gott sei Dank ganz brav vorbei.

Die nette Hundebesitzerin bleibt stehen, guckt uns zu, wie wir ausweichen und leint in dem Moment ihren Rüden einfach ab!!! #schock#schock#schock

Ich höflich:"entschuldigung, könnten sie bitte ihren Hund wieder anleinen, unserer ist nämlich auch angeleint!"

Sie:"ja und???"

Wir haben nur verdutzt geschaut und unserem Hund ein "Platz" gegeben! Der Rüde kommt langsam total angespannt mit gesenktem Kopf auf uns zu!

Sie:"beisst Ihrer denn?"

Ich:"das hat doch nix damit zu tun, da gehts ums Prinzip!"

Sie:"beisst er, oder beisst er nicht?"

Ich:"ja!!!!" ;-)

Sie:"meiner will eigentlich nur spielen!"

Ich:"ja, das sieht man" (Hund hat Nackenhaare gesträubt)

Mein Freund:"unserer spielt nicht mit anderen Rüden und daran wird sich auch nix ändern!!"

Sie:"sie wissen aber schon, dass das keine artgerechte Tierhaltung ist, was sie mit ihrem Hund machen??? Der Hund tut mir sowas von leid, darf nie laufen!!!!"

Ich:"ja ja, mir tut mein Hund auch schon so leid, werd ihn eh abgeben!"

Daraufhin sind wir gegangen, sie hatte Mühe, ihren Hund wieder heranzurufen, war ja eh klar!!

Wow, ich war so verärgert!!!! Und jetzt, wo ich das Ganze nochmal revue passieren lasse steigt mir die Wut auch schon wieder so in den Kopf!!!! Unglaublich ...:-[:-[:-[:-[:-[

Wie geht ihr mit solchen Situationen um???? Ich weiß, man sollte sich einfach nicht ärgern, aber ich tu mir da irrsinnig schwer ....#aerger

Beitrag von kja1985 30.06.10 - 19:57 Uhr

Wie ich mit sowas umgehen würde? Ich würde meinem Hund klar machen, dass ICH bestimme mit wem er auszukommen hat, nicht er. Ein Hund muss nicht alle Welt mögen, aber er darf sich auch nicht auf jeden x-beliebigen Hund stürzen.

Ich frage mich auch warum man an solchen Problemen nicht arbeitet. Ich finde es nicht sonderlich entspannt wenn man den Hund nicht mehr ableinen kann weil man ein Reh gesehen hat oder wenn man nen Bogen um andere Leute machen muss damit sich Prinz Bello nicht aufführt.

Mein Hund muss sich einfach benehmen und hat dafür viele Freiheiten.

Beitrag von maria2012 30.06.10 - 20:19 Uhr

Ja und das geht von heute auf morgen nicht wahr???

Wir arbeiten daran, und in dieser Zeit und solange ich mich nicht 100% darauf verlassen kann, dass alles gut geht, werde ich ihn anleinen! Nicht zu fassen, dass ich mich dafür auch noch rechtfertigen muss!

Beitrag von kja1985 30.06.10 - 20:34 Uhr

Du bist in der 40ten Woche schwanger und musst noch daran arbeiten dass dein Hund andere nicht fressen will? Na bravo...

Wie lang habt ihr ihn denn schon und wie alt ist er?

Klar war das Verhalten der anderen Hundehalterin nicht höflich, aber weißte - mich muss sowas nicht kratzen. Wenn jemand sich so benimmt gibts nen Pfiff und mein Hund lässt den anderen stehen.

Beitrag von maria2012 30.06.10 - 20:43 Uhr

Wer hat denn gesagt, dass er ihn fressen will??? Und wer redet davon, dass er sich "auf jeden x-beliebigen Hund" stürzt?? Hab ich doch mit keinem Satz erwähnt! Es gibt Dinge, die vergisst ein Hund leider so schnell nicht, angstaggressives Verhalten kann man nicht vom einen auf den anderen Tag abstellen ... hätt ich ihn ableinen können wärs kein Problem gewesen, da weist er ganz normales Sozialverhalten auf! Bis auf die Tatsache, dass er BESTIMMT nicht mit ihm gespielt hätte.

Und das mit dem Jagen kriegt man wohl nicht bei jedem Hund ganz raus, und wenn vor einem Hund mit erhöhtem Jagdinstinkt ein Reh vorbei rennt werd ich es tunlichst vermeiden, ihm überhaupt nur die Chance zu geben, die Fährte aufzunehmen. Wenn ich das Reh nicht gesehen hätte, hätte es mich auch nicht gejuckt! Aber es wäre riskant und dumm gewesen ihn abzuleinen, denn WENN er gerannt wäre, hätte er halt wieder ein Erfolgserlebnis gehabt, und das sollte man ja, wie jeder Hundebesitzer weiß, vermeiden so gut es geht. ;-)

Natürlich sollte man darauf pfeiffen, was andere sagen ... nur genau wegen solchen Leuten haben wir jetzt das Problem der Angstaggression und das macht wiederum MICH aggressiv. :-(

Beitrag von kja1985 30.06.10 - 20:45 Uhr

In deinem letzten Satz gibst du schon wieder anderen die Schuld. Es ist dein Hund und wenn die Führung geklärt wäre hättet ihr dieses Problem nicht.

Beitrag von maria2012 30.06.10 - 20:49 Uhr

Ha ha, ja genau! Und wenn ich nachts im Dunkeln mit meinem Hund spazieren gehe, und plötzlich aus dem Gebüsch ein herrenloser Rottweilerrüde auf unseren Hund springt und ihn mehrfach beisst?

Auch meine Schuld??

Mir ist schon klar, dass man sehr sehr viele, ja fast alle Probleme im Hundealltag mit guter Erziehung hinkriegt, ich bin absolut deiner Meinung. Aber in SOLCHEN Fällen hilft dir die beste Erziehung nix! Was hätt ich ihm denn für ein Kommando geben sollen? "Stell dich tod?"

Beitrag von kja1985 30.06.10 - 20:53 Uhr

Das hat nicht wirklich was damit zu tun. Klar passieren blöde Dinge, aber solang du dich benimmst wie ein Rudelführer haben die wenigsten Ereignisse Auswirkungen auf die Zukunft.

Beitrag von maria2012 30.06.10 - 20:57 Uhr

Ja dann muss mir noch irgendwann mal wer sagen, was ich dahingehend falsch mache! Trainer gabs mittlerweile schon 3, und jeder hat bis jetzt gesagt, dass wir uns richtig verhalten ...

Oder das mit dem Jagen ... wenn er eine Katze sieht, und ich sehe, dass ER sie sieht und gebe ihm sofort ein "nein", bleibt er auch ... aber wenn er sie VOR mir sieht und ich darauf hin nicht sofort reagiere ist er weg! Was ist das dann?? Er reagiert ja doch darauf, was ich sage ... klar könnte man jetzt sagen, dass es meine Aufgabe ist, jede Katze vor ihm zu sehen, aber das probier bei uns mal aus ... das wirst du nicht schaffen!

Beitrag von kja1985 30.06.10 - 21:01 Uhr

Wie alt ist er, wie lang habt ihr ihn, welche Rasse/MIX?

Wie hast du in der Situation mit dem Rottweiler reagiert? Mein Hund wurde bisher zweimal ernsthaft angegriffen und beide Male habe ich mir die Hunde zur Brust genommen, was sein Vertrauen in mich sehr gestärkt hat. Waren auch große Hunde (ein sehr aggressiver Labradormix und ein Schäferjunghund). Das ist halt z.B. wichtig, aber nicht jeder Hundehalter ist bereit seinen Hund körperlich zu beschützen. Aber wenn er sich von dir im Stich gelassen fühlte kann es sein dass seine Aggression daher rührt. Ich verstehe es aber wenn du nicht eingegriffen hast wenn du da schon schwanger warst, mein Baby würde ich auch nicht riskieren.

Das mit der Jagd ist wieder ne andere Geschichte. Da musst du einfach Impulskontrolle machen. Ein Hund jagt nicht bewusst, er sieht das fliehende Tier und sein Trieb wird aktiviert. Das kannst du aber üben. Z.B. einen Ball wegwerfen und er muss neben dir sitzen bleiben bis du frei gibst (oder auch nicht). Solche Scherze. Damit er lernt nicht unmittelbar auf Reize zu reagieren. Außerdem müssen seine Jagdbedürfnisse gestillt werden. Fährten laufen, Apportieren, was ihm halt Spaß macht. Sonst wird er halt Katzen etc. jagen.

Vielleicht hilft dir das ja weiter. Ärger dich nicht über dumme Mithundehalter, sondern versuch es besser zu machen. Damit fährst du auf Dauer gemütlicher.

Beitrag von maria2012 30.06.10 - 21:11 Uhr

Er ist jetzt 2einhalb, wir haben ihn, seid er 6 Monate alt ist. Welcher Mix er genau ist, kann man nicht sagen ... der Vater ist wohl ein Labradormischling, die Mutter ein Windhundmischling ... Wir machten ja einige Spaziergänge mit ihm und seiner Mutter, bevor wir ihn zu uns holten, und von daher weiß ich noch, dass die Mutterhündin immer auf die Pirsch in den Wald gelaufen ist und er fröhlich hinterher, ohne dass die ehemalige Besitzerin je eingegriffen hätte!

Ne, direkt eingegriffen hab ich nicht. Hab versucht, die Leine zu erreichen und als ich sie dann irgendwann hatte und der andere Hundebesitzer auch endlich angekommen war hab ich ihn mit der Leine weg gezogen. Ich war damals ganz frisch schwanger und mir war danach hundeelend, dass ich nicht besser reagieren konnte. Mag vielleicht auch wirklich der Grund sein, warum er jetzt so reagiert ... einer meiner Trainer meinte auch, es könnte sich legen, wenn ich nicht mehr schwanger bin, aber an dem zweifle ich einfach.

Man muss aber auch dazu sagen, dass er sich schon sehr sehr sehr gebessert hat ... am Anfang konnte man ja nicht mal mehr normal an anderen Rüden vorbeigehen, wenn dieser auf der anderen Straßenseite ging. Das geht jetzt sogar schon ohne überhaupt einen Blick auf den Kontrahenten zu werfen!

Apportieren tun wir eigentlich jeden Tag, und etwas werfen und er muss sitzen bleiben kann er auch schon, war ja auch in der Gehorsamsprüfung mit drin! Aber wir werden es einfach intensivieren, wenn du sagst, dass es hilft! ;-)

Danke erstmal für die Diskussion, hat gut getan! :-)

Beitrag von kja1985 30.06.10 - 21:17 Uhr

Na, dann viel Glück. Bring ihm vielleicht bei auf Kommando hinter dir zu laufen, das nimmt auch viel Druck aus der Geschichte, wenn sich zwei Hunde begegnen. Weil du dann schon rein körperlich die Führung übernimmst.

Beitrag von maria2012 30.06.10 - 21:18 Uhr

Ah ok, danke ... krieg ich hin!

Beitrag von loerchen88 30.06.10 - 21:12 Uhr

was ist denn das für ein blödsinn.....wenn ich mich auch noch dazwischen stelle um den hund zu "beschützen" bestärke ich ihn darin das es richtig ist sich agressiv zu verhalten......genau wie bei hunden die bellen wenn wer an der tür ist......da kannst du auch nicht laut den hund anschreien weil er sich bestärkt fühlt weil herrchen ja "mitbellt"...

Beitrag von kja1985 30.06.10 - 21:15 Uhr

Ihr Hund wurde angegriffen. Inwiefern bestätigt sie ihn dann wenn sie den Angreifer von ihm runterzieht?

Beitrag von loerchen88 30.06.10 - 21:18 Uhr

ich meine deinen beitrag davor.....

>>>Wie hast du in der Situation mit dem Rottweiler reagiert? Mein Hund wurde bisher zweimal ernsthaft angegriffen und beide Male habe ich mir die Hunde zur Brust genommen, was sein Vertrauen in mich sehr gestärkt hat. Waren auch große Hunde (ein sehr aggressiver Labradormix und ein Schäferjunghund). Das ist halt z.B. wichtig, aber nicht jeder Hundehalter ist bereit seinen Hund körperlich zu beschützen. Aber wenn er sich von dir im Stich gelassen fühlte kann es sein dass seine Aggression daher rührt.<<<

du bestärkst nicht sein vertrauen in dich sondernn das es richtig ist agressiv zu reagieren....

Beitrag von kja1985 30.06.10 - 21:21 Uhr

Wie kommst du darauf?

Als Rudelführer habe ich sowas zu regeln, wenn mein Hund angegriffen wird. Mein Hund hat bei beiden Begegnungen nicht aggressiv reagiert sondern wurde angegriffen. Er hat sich mit einem "HINTER" SOFORT zurückgezogen und mir das Kampffeld überlassen.

Es ist nicht seine Aufgabe sich zu beißen. Das mach ich für ihn. Dafür hab ich eben auch einen 100 Prozent verträglichen Hund, der sich in kritischen Situationen grundsätzlich zu mir flüchtet, weil er dort Schutz bekommt.

Spricht also nicht ganz für deine Theorie.

Beitrag von ratatouille 30.06.10 - 22:05 Uhr

Nein, sie bestärkt ihn im Vertrauen, daß SIE der Rudelführer ist, der potenzielle Feinde von ihm fernhält. Ist bei Wölfen auch so.

Meiner wurde als Welpe auch zweimal von anderen Hunden angegriffen, er sich zu mir geflüchtet und ich den Hund mit einem "AB!!!" mit ausgestrecktem Arm verjagt...das Vertrauen von meinem Hund zu mir ist unerschütterlich!;-)

Beitrag von sternenzauber24 01.07.10 - 09:38 Uhr

Nein, eben nicht. Sie ist der Rudelführer und regelt diese Situation, beobachte mal Wölfe in der Natur, da läuft es ganz genauso. Ist der Rudelfüher abseits wagt sich der unterlegene Wolf in die Schlacht- ansonsten geht die Position an den Rudelführer- sonst wäre er kein Führer. Hunde können nicht absehen was taten für Folgen haben, deshalb kann sie ihm auch nicht zeigen wie man aggressiv reagiert, das ist Blödsinn. Und ich denke wenn einer Ahnung von Hundeerziehung hier hat dann Kja1985 denn immerhin ist ihr Beagle Super abrufbar und ableinbar, das heißt schon was. Sie steckt da Mühe rein, da sollten einige sich mal ne Scheibe abschneiden.

Starker mutiger Rudelführer= starker ausgeglichener Hund.

Unsicherer ängstlicher Rudelführer= ängstlicher unsicherer Hund ( sehen wir ja oft an den ganz Kleinen Hunden)

Beitrag von kja1985 01.07.10 - 13:28 Uhr

#hicks #hicks #hicks

Soviel Mühe macht es aber gar nicht wenn man sich ein bisschen mit dem natürlichen Wesen von Hunden beschäftigt. Im Moment ist er wieder so geil, dass ich schon mit dem Gedanken an einen Zweithund spiele #schein

Beitrag von sternenzauber24 01.07.10 - 21:07 Uhr

#schein

Viel Glück, bei der Entscheidung!

Beitrag von paankape 01.07.10 - 10:22 Uhr

Sorry, aber ein Hund muss sich nicht alles gefallen lassen.

Wenn mein hund keine anderen Hunde mag, warum muss er sich dann permanent am Arsch rumschnuffeln lassen, sich besteigen lassen, anknurren lassen bzw bedrohen lassen etc nur weil andere Hundehalter es nicht gebacken bekommen ihre öter zurück zu rufen oder anzuleinen?

Genau wegen solchen hat man doch überhaupt Probleme.

Beitrag von petra1982 01.07.10 - 10:23 Uhr

Seh ich auch so, ich leine meinen Hund bzw Hunde immer an, auch wenn ich weiss sie würden nur spielen wollen. Aber ich kenne den andern Hund nicht und die Besitzerin nicht, also wird angeleint und ich bestehe drauf das andere ihre Hunde auch anleinen.....

Beitrag von kja1985 01.07.10 - 13:29 Uhr

Das muss mein Hund sich nicht gefallen lassen, aber ich lasse es mir nicht gefallen von meinem knurrenden geiferndem Hund durch die Gegend gezogen zu werden weil er seinen Missmut ständig kund tun muss. Wenn er sich belästigt fühlt versuche ich meist die Situation zu klären, wenn ich es verpenn darf er sich natürlich selbst wehren - aber angemessen.

Sich aufzuführen wie Rumpelstilzchen empfinde ich nicht als angemessen. Ich erwarte von meinem Hund Gelassenheit und eine hohe Reizschwelle.

Beitrag von unilein 01.07.10 - 17:51 Uhr

>>> Ich frage mich auch warum man an solchen Problemen nicht arbeitet.<<<

Ähm und wie arbeitet man an so einem Problem? #kratz

#aha Zum Beispiel, indem man einen Bogen um anderen Hunde macht, der genau so groß ist, dass der Hund sich nicht aufregt, das ruhige Verhalten des Hundes bestätigt und mit der Zeit den Bogen verkleinert.

Na sowas, die TE wollte einen Bogen laufen? ARBEITET sie vielleicht an dem Problem?