Seelische Gefährdung des Kindeswohls....was heißt das für euch?

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von winnie_windelchen 28.09.10 - 19:49 Uhr

Oder wo beginnt dieses? Welche Situationen würden euch zeigen das dass seelische Wohl eures Kindes gefährdert ist?

Hallöchen :-)

Frage steht ja schon oben, wäre schön wenn ihr mir eure Meinungen dazu mitteilt. Ihr müsst euch auch nicht den Rest durch lesen....

Falls es doch interessiert hier die Geschichte:

Angelina ist jetzt 4 1/2. Vom Vater getrennt leben wir seit ca. 3 Jahren. Das erste Jahr, da lebte er noch im gleichen Ort und war arbeitslos, bestand der Kontakt zwischen ihm und seiner Tochter sehr regelmäßig. Ein halbes jahr später zog er in die nächst größere Stadt (ca. 20km weg) und begann dort seine Lehre als Koch.

Ab da an ging ansich alles den Berg abwärts. Er meldete sich nur so wie er es für richtig hielt bzw. wann er Lust und Zeit dazu hatte.

Kommunizieren konnte man mit ihm. Zig Vorschläge habe ich ihm unterbreitet, zu 90% willigte er in alles ein. Versprach es zukünftig besser zu machen denn er würde sein Kind lieben.

Leider folglos. Ich beschloss uns Hilfe beim JA und bei einer Anwältin zu suchen (nach fast 1 1/2 Jahren des hin und hers). Auch da schlugen die Versuche dem Vater klar zu machen das der Kontakt zwischen ihm und seinem Kind wichtig sei, fehl.

Den Schritt zum Gericht bin ich nicht gegangen denn ich weiß das man ihn zu nichts zwingen kann, dies will ich auch nicht. Ich habe nur versucht für mein Kind zu kämpfen, weil sie oft Fragen stellte und ich keine richtige Antwort wusste außer "ich weiß nicht warum Papa sich nicht meldet oder ich weiß nicht wann Papa mal wieder kommt und Zeit mit dir verbringt". Sie war immer sehr traurig.

Auch rief ihr Vater, wenn viele Wochen oder sogar Monate des nicht meldens vergangen waren, an und schlug Lösungen, Umgangstermine ect. vor. Jedoch auch da ohne wirkliche Umsetzung.

Lini hat ihren Vater das letzte mal vor 3 Wochen gesehen, eigentlich wollte er sich vor 2 Wochen telefonisch melden, und letzte Woche hätte Lini wieder ein paar Tage mit ihrem Dad verbringen dürfen aber es kam nichts.

Vor diesen 3 Wochen waren es 4 Monate in denen sie keinen Kontakt zu ihm hatte. Die erste zeit war sehr schwer, doch dann ließen die Fragen nach.

Jetzt aber geht alles wieder los und der letztendliche Auslöser für meine Frage war diese Situation -> Lini konnte gestern schlecht schlafen und schaute sich daher noch Bücher im Bett an oder Puzzelte. Gegen dreiviertel neun, da schläft sie meist schon, rief sie mich. Erst ging es um ganz banale Dinge doch dann verzog sich ihr Mund, sie wurde traurig, das Kinn fing an zu zittern und ihre Augen füllten sich mit tränen, dann kam die Frage "Mama wann kommt der Papa wieder zu mir"? Und nein, sie hat nicht geträumt, sie war durchweg wach.

Ich hab sie in den Arm genommen und sie getröstet. Ihr gesagt das ich es nicht weiß aber das ich immer für sie da sein werde.

Heute frug sie auch schon wieder 2-3x nach ihm.

Es ist furchtbar zu wissen das sobald sich ihr Dad mal wieder meldet, sie sich freut und Zeit mit ihm verbringt. Sobald sie dann wieder 1-2 Wochen zu Hause ist werden die vielen, immer gleichen Fragen gestellt. Das zieht sich über Wochen, wenn nicht sogar Monate, bis sich ihr Vater wieder meldet und sie abholen möchte. Und wenn sie dann wieder da ist geht es immer so weiter.....ein Kreislauf und ich kann es nicht mehr sehen.

Ich lass ihn schon alles so machen wie er es möchte, ich hab letzten endes keine Wahl aber ich mache mir Sorgen das sie bereits seelisch darunter leidet. Das sie in naher Zukunft einen "Schaden" davon trägt wenn hier niemand eingreift.

Ist sein verhalten denn nicht schon Kindesgefährdend?

Ihre Fragen oder ihr traurig sein war für mich bisher immer noch akzeptabel. Ich habe mir gesagt sie wird damit aufwachsen das ihr Vater verantwortungslos handelt und sie wird später selbst entscheiden was sie mit sich machen lässt und was nicht aber der urplötzliche Tränenausbruch gestern hat mir zu denken gegeben.

Was meint ihr?

Lieben Gruß und noch einen schönen Abend. :-)

PS.: Ihr Vater hat in der Woche 2 Tage frei, nur so nebenbei. Was nicht heißt das er ihr jede Woche den Wunsch erfüllen sollte Zeit mit ihm zu verbringen. Ich weiß von ihm das er diese freien Tage auch "sammeln" könnte. Ich hatte, wie schon oben geschrieben ihm zig Vorschläge gemacht um ihm auch entgegen zu kommen. Es war die Rede von 1x für 2 Tage im Monat oder aller 6 Wochen für 2 Tage. Ein kurzer Anruf in der Woche. Ein paar Stunden nachmittags ect. blabla....alles war schön...am Telefon aber in Wirklichkeit?!?

Die Abstände des sehens sind unterschiedlich. Da ich mir alles aufschreibe folgendes -> Er hat mit seiner Tochter dieses Jahr bisher 11 Tage gemeinsam verbracht. Ich weiß, andere habens sicher noch schlechter, wobei man unsere Verhältnisse bedenken sollte. Zwischen Lini und ihrem Dad liegen 20km, die man mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut meistern kann. Auch da hab ich nichts dagegen Lini ihm entgegen zu bringen und von mir aus auch einen Teil der Fahrtkosten zu tragen ect., nur damit mein Kind Zeit mit ihrem Vater verbringen kann. Und wie schon geschrieben er hat 2x die Woche frei.

Beitrag von babylona 28.09.10 - 22:05 Uhr

Hey du,
ich habe gerade über dir gepostet und nach Lesen deines Beitrages denke ich so bei mir, was AE so alles durchmachen... und vor allem: was ihre Kinder so alles durchmachen. *kopfschüttel* Echt schlimm. Und vor allem ist es schlimm, wenn man seine Kinder so traurig sehen muss.

Ich finde es sehr schön, dass du dich so bemühst, für deine Tochter das Richtige zu tun. So wie es klingt, hast du meines Erachtens so ziemlich alles versucht, um ihren Vater zu einem vernünftigen Umgang zu bewegen.
Ich bin keine Kinderpsychologin, aber aus meiner Sicht klingt dieser Zustand für deine Tochter auf jeden Fall kindeswohlgefährdend. Hoffnungen und Wünsche werden ständig enttäuscht, wieder geweckt, wieder enttäuscht. Sie kann sich auf nichts verlassen, was ihren Vater betrifft, nichtmal, dass er sich NICHT meldet.
Es ist schwierig, sich realistisch in deine Lage zu versetzen, aber ich denke, für mich kämen evtl. noch zwei Dinge in Frage:

1. Ihren Vater bitten, zu einer Familienberatungsstelle zu gehen, um über mögliche Umgangsregelungen zu sprechen. Du gehst dann dort vorher schonmal hin und schilderst die Lage, damit die/der Berater/in sensibel mit eurer Problematik umgehen kann. Vielleicht hat das ja doch noch eine andere Athmosphäre als (Jugend-)Amt.

2. Wenn du denkst, dass das eh sinnlos wäre oder wenn das erfolglos bleibt, würde ich dem Kindsvater mitteilen, dass er den Kontakt ganz einstellen soll, da du das Kindeswohl gefährdet siehst. Ich glaube, dafür muss man aber wieder das JA einbinden, damit der Vater nicht wegen Unterlassung gegen dich vorgehen kann.
Vielleicht wäre es ja auch für dich selbst sinnvoll, mal zu einer Familienberatungsstelle zu gehen (gibt es einige von freien Trägern, die machen echt eine sehr gute Arbeit, finde ich), und dir da auch mal ein paar fachliche Meinungen zu diesem Problem zu holen. Das könnte dir sicher helfen, dann auch konsequent zu sein und ggfs. nicht dir selbst noch Vorwürfe zu machen (Ich habe den Kontakt zum Vater unterbunden usw.)

Ich wünsche dir viel Erfolg und viel Kraft für dich und deine Tochter!
Alles Liebe #liebdrueck,
babylona

Beitrag von winnie_windelchen 29.09.10 - 13:53 Uhr

Hallo und danke für deine Meinung. :-)

Zu deinem ersten Vorschlag: Wir hatten bereits einen gemeinsamen Termin mit dem Jugendamt, um eben über die Situationen zu sprechen, diesen sagte er jedoch 3 Tage vorher ab, angebl. aus Jobgründen.

Zu zweiterem: ich habe ihm schon mehrfach gesagt das Lini leidet, das sie traurig ist und weint, das sie jede Menge Fragen stellt und ich keine Antwort mehr weiß. Den Kontakt einstellen? Damit kam ich auch schon aber er kontert immer nur "du kannst mir mein Kind nicht weg nehmen". Damit hat er ansich ja auch recht aber wenn ich dieses Recht nicht besitze (will ich auch nicht), dann hat er auch nicht das Recht sein eigenes Kind zum leiden zu bringen, seh ich zumindest so.

Ich habe mir überlegt morgen nochmal mit dem JA zu telefonieren und nochmal um Hilfe zu bitten. Ich hoffe das dieses mal ein Gespräch zu stande kommt. Wenn nicht, weiß ich nicht mehr weiter.

Lieben Gruß und nochmals danke. :-)

Beitrag von babylona 29.09.10 - 14:07 Uhr

Ja, mach das doch ruhig mit dem JA. Vielleicht wäre ja aber doch eine unabhängige Stelle noch eine Variante, das hat dann vielleicht noch mehr Beratungscharakter, auch für den KV. Und du bekämst vielleicht auch noch Hinweise für weitere Handlungsoptionen an die Hand.
Natürlich kannst und sollst du ihm sein Kind nicht wegnehmen. Darum geht es ja gar nicht. Sondern es geht in erster Linie um das Kindeswohl. Daran orientiert sich (theoretisch) auch das Urteil jedes Gerichtsverfahren. Wenn das Kindeswohl gefährdet ist, denke ich daher schon, dass man Handlungsoptionen hätte. Aber einen geregelten Umgang kann man wohl in keinem Fall erzwingen. Es ist wirklich traurig, wie wenig manche an das Wohl ihres Kindes denken, in dem Fall Linis Vater. :-(
Also mein Rat bleibt noch eine freie Beratungsstelle anzusprechen. Vielleicht bekommst du dort doch noch ein paar andere Hinweise, als beim JA.
LG und alles, alles Gute!
babylona

Beitrag von winnie_windelchen 29.09.10 - 14:26 Uhr

Sollte das mit dem JA nichts bringen, werde ich deinen Rat umsetzen und unser DRK besuchen. :-)

Vielen lieben dank.

Beitrag von badguy 29.09.10 - 08:36 Uhr

Ob es andere besser oder schlechter haben ist immer sehr relativ. Letztendlich sieht man die eigenen Kinder leiden und das ist entscheidend.

Für mich als Vater ist es frustierend solche Zeilen zu lesen. Sicherlich muss man immer hingehen und versuchen, die ganze Situation zu beleuchten, was wir hier nicht können. Wie war die Beziehung, war, bzw. ist Lini ein Wunschkind, wie ist die Trennung gelaufen, etc.

Letzten Endes sollte man sich klar sein, am meisten leiden die Kinder. Und wir als Erwachsene sollten in der Lage sein, eine Faust in der Tasche zu machen. Es bringt keinen um, ganz im Gegenteil, wenn man seine Freizeit gemeinsam mit seinen Kindern verbringt.

Ich werde dich an der Stelle nicht trösten können, nur so viel, ich versteh dich!

Beitrag von winnie_windelchen 29.09.10 - 13:57 Uhr

Hi und vorab danke für deine Meinung. :-)

Ich schreibe ehrlich und wirklich so wie es ist/war. Auch dichte ich nichts hinzu oder lasse etwas aus.

Unsere Beziehung hatte mehr Tiefen als Höhen. Ich habe viele Dinge, die mir gezeigt haben das er nicht der richtige ist, erst erfahren als ich schwanger war. Das alles ging zu schnell, trotz das sie geplant war. Wir wollten beide unsere Maus haben.

Die Trennung verlief nicht so glücklich. Ich bin aus gesundheitlichen Gründen zur Reha gefahren, als ich nach den 5 Wochen wieder kam, trennten wir uns einen Tag später. Er hat mich während meiner Abwesenheit betrogen.

Zu deinem letzten Teil: da fällt mir nur das ein -> #pro

Nochmals vielen dank. :-)

Lieben gruß

Beitrag von manyatta 29.09.10 - 12:04 Uhr

Hi!

Auf deine andere Frage an mich werde ich nachher auch noch antworten, nun erstmal zu diesem Beitrag ;-)

Nein, Kindeswohlgefährdung ist es nicht. So hart wie es klingt und wie schlimm es für deine Tochter und dich auch ist, im "rechtlichen" Sinne ist es das nicht.
Die Gerichte interessiert das leider nicht, da kann der Vater sein Kind noch so oft im Stich lassen.
Weißt du was man dann zu hören bekommt beim Gericht? Es passiert nichts Schlimmes, der Vater tut dem Kind nichts an, es liegt an dir diese "Problem" mit deinem Kind wieder gerade zu biegen, ....
Das Gericht könne den Menschen auch nicht ändern und es wäre euer Problem, dies in den Griff zu bekommen.

Es ist hart aber leider ist es so. Ein wenig hast du ja schon Einblick in unsere Geschichte bekommen und du glaubst gar nicht wie oft mir gesagt wurde (auch von Psychologen), dass es dann leider meine Aufgabe ist das Kind wieder aufzurichten...
Du als Mutter musst dann für dein Kind da sein und leider damit klar kommen. Als Mutter ist es auch deine Aufgabe, dein Kind in schwierigen Situationen zu unterstützen (hab ich schon so oft zu hören gekriegt...) Weißt du was mal der Hammer-Spruch von der Richterin war? "Ich hätte mir den Mann ja schließlich als Vater für mein Kind ausgesucht, dass läge ja nicht in der Verantwortung des Gerichts...."

Darf ich dir Tips geben? Sicher hast du das schon oft gehört aber ich möchte es dir dennoch gern schreiben denn deine Geschichte geht mir echt nah. Es ist so schlimm, immer wieder diese Dinge zu hören und zu lesen....

Mit dem Vater kommst du doch ganz gut aus, oder? Also ihr könnt reden, so wie ich das rauslese oder?
Rede mit ihm! Sag ihm eindringlich, wie verzweifelt seine Tochter ist!!
Rede auch mit deiner Kleinen, sag ihr nicht nur, dass du nicht weißt wann der Papa sich meldet! Sie wird alt genug sein schon einiges besser zu versehen und so langsam wird sie sich ihren eigenen Kopf machen warum alles so ist wie es ist.
Sag ihr vielleicht, dass der Papa ja immer viel arbeiten muss und er auch wenig Zeit hat. Sicher ist es immer total blöd, dass man als Mutter immer die Scheiß-Väter (sorry) in Schutz nehmen muss aber tu es deinem Kind zuliebe.
Oder schreib doch mal mit ihr zusammen einen kleinen Brief. Da kann sie loswerden, dass sie ihn vermisst und deswegen sehr traurig ist. Vielleicht erreicht es ihn und er merkt, was er seinem kleinen Mädchen antut.
Ruf du ihn an, lass die Kleine mit ihm reden. Wenn er schon keine Zeit hat angeblich oder zu faul ist vorbei zu kommen, dann kann er doch wenigstens regelmäßig mal mit ihr telefonieren!!!

So, nun noch zu etwas anderem, dem sachlichen Teil. :-)

Geh zum Jugendamt und schildere deine Problem. Bitte um ein gemeinsames Gespräch, mit dem Vater!! Dort trefft ihr möglichst eine verbindliche Absprache bezüglich des Umgangs. Wenn es geht, macht es auch schriftlich.
Sollte er sich dazu nicht bereiterklären, dann geh zum Gericht bzw Anwalt und leier einen Umgangsprozess an. Dann wird es vor Gericht geregelt und er hat es amtlich, dass er sich kümmern muss. Das ist dann richtig verbindlich und er muss sich daran halten. Hält er sich nicht daran oder er ist wieder so extrem unzuverlässig, wird das für ihn Konsequenzen haben.

Vielleicht braucht er ja einen kleinen Arschtritt und der Gang zum Jugendamt reicht schon um ihn wachzurütteln.
Oder was noch viel besser wäre, der Brief der Tochter, der ihn aufhorchen lässt....
Ich würde es euch wüschen.

LG
Regine

Beitrag von winnie_windelchen 29.09.10 - 14:22 Uhr

Hi Regine (schöner Name) :-) und danke vorab für deinen Beitrag.

Wenn du jedoch sagst das dies keine seelische Kindeswohlgefährdung ist, was ist es dann? Bzw. was wäre ein Beispiel für eine Gefährdung dieser Art?

Doofe Gerichte, ehrlich. Lini ihr Dad tut ihr serwohl etwas an, er tut ihr nämlich weh und das immer und immer wieder.

Dem gericht würde ich aber was trällern, das gibts doch nicht.

Es wäre unser Problem dies zu lösen? Es wäre schön wenn es so wäre aber es ist nicht unser Problem sondern das Problem meines Kindes, bzw. meines denn ich als die Erwachsene, als die Mama kämpfe darum das ein geregelter Umgang oder überhaupt ein Umgang statt findet. Ich weiß dabei selbst manchmal, aus eigenen gesundheitlichen Problemchen, nicht mehr wo ich die Kraft dafür her nehmen soll.

Also das Behörden so furchtbar reagieren können hätte ich niemals gedacht. Ich bin und werde immer für sie da sein, ob sie glücklich ist oder traurig, ob sie sich weh getan hat oder sich über irgendetwas freut.

Ja richtig, reden können wir im Guten oft sehr seeeehr lange, genauso gut können wir uns aber auch angiften. Diese Zeiten jedoch liegen schon länger zurück.

"Rede mit ihm! Sag ihm eindringlich, wie verzweifelt seine Tochter ist!!"
-> Das habe ich schon merhfach getan, er gelobt darauf besserung. ich jedoch vermute das er denkt das ich "spinne", mir das nur ausdenke denn er selbst erlebt es ja nicht. Er erlebt sie nur als Kind was sich freut, als Kind das glücklich ist sobald sie Zeit mit ihrem Papa verbringen kann.

Ob wohl ich jetzt langsam anfange zu verstehen, wieso sich meine Maus die ersten 10-15 Minuten, wenn ich sie zb. an die Bushaltestelle bringe wo der Papa wartet, hinter mir versteckt, genauso wie bei anderen menschen, nicht nur fremden sondern auch Leute die sie 3-4x im Monat sieht. Sie versteckt sich weil sie weiß das ich ihr halt gebe und ich sie vor allem negativen Beschütze. Auf den größten anderen Teil ist kein Verlass, sie merkt nicht das sie gebraucht wird oder das jemand wirklichen Wert auf sie legt, jemand der wissen will wie es ihr geht oder was sie getan hat ect. Mir geht ein #aha auf. Nur was soll das später mal werden, in der Schule zum beispiel. Er legt jetzt schon die Steine dafür, das Lini unzugänglich wird. Das sind doch schon die ersten zeichen die vollkommen dagegen sprechen das dieser ungeregelter Kontakt in Ordnung ist.

"Sag ihr vielleicht, dass der Papa ja immer viel arbeiten muss und er auch wenig Zeit hat."
-> Wenn du wüsstest, das ganze sage ich ihr seit fast 2 Jahren!!! Sie nimmt es mir nicht mehr ab, sie merkt doch "Mama geht auch arbeiten und hat dennoch zeit für mich, sie ist doch auch für mich da". Ich kann sie nicht mehr anlügen, daher sage ich ihr nun seit ca. einem viertel Jahr das ich nicht weiß warum ihr Papa keine Zeit für sie hat, denn das weiß ich wirklich nicht. Er hat doch die Zeit für sein Kind, er tut nur nichts, bzw. so wie er es will aber wehe ich sage dann mal das es momentan oder an den und den Tagen wo er sie haben möchte nicht geht. Dies habe ich 1x getan und du glaubst nicht wie sauer er war.

Das mit dem Brief ist eine sehr sehr liebe Idee aber glaub mir, das würde bei ihm nicht ziehen und zwar aus dem grund weil er dann denken würde ich hätte ihn allein, im Stillen verfasst.

Ich denke einfach das er mir nicht glaubt. Ich kann mir nicht vorstellen das ein Vater ein so ignorantes Herz haben kann, wenn er sein eigenes Kind mal so erleben würde wie ich es tuhe.

Telefonieren? Es geht kein Weg rein.....

Wir haben auch schon versucht anzurufen, entweder es geht keiner ran oder er ist grad auf dem Sprung und schwupps....bin ich dann die shchuldige weil mein Kind wieder traurig ist. Ich kann das nicht mehr.

Wir hatten schon mal einen Termin gemeinsam mit dem JA, diesen sagte er jedoch ab. Ich werde aber morgen nochmal um Unterstützung bitten und das JA nochmals anrufen. Mal sehen ob dann was bei raus kommt und falls ja, wie es letzten endes läuft. Falls dennoch nichts läuft, wie dann aber weiter? Verstehst? Ich seh kein ziel....kein ende.

Wie geschrieben war ich schon kurz davor mit meiner Anwältin vor Gericht zu ziehen, sie sagte mir jedoch das auch bei einem Richterspruch sich der Vater nicht daran halten muss. Was aber dann? Kann ich dann einfach so sagen "bis hier hin und nicht weiter" und dann den Umgang verweigern oder folgen dann noch weitere Termine bis die ganze Geschichte durch ist?

Momentan ist, bis auf diese Situation unser Leben zu zweit einfach nur perfekt. Ich selbst bin auch froh das es mir gesundheitlich gut geht (MS,HPV). Ich weiß nicht ob ich die Kraft zu dem ganzen habe. Ich bin mir nicht sicher wie es ausgehen wird nach dem ganzen. Ich will mir selbst ja auch nicht schaden aber es frisst mich von innen nach außen auf. :-(

Was für Konsequenzen gäbe es für ihn, wenn er sich nicht an ein gerichtliches Urteil hällt?

Lieben Gruß Mary





Beitrag von manyatta 02.10.10 - 19:33 Uhr

Hey!

Ich bin auch nur eine Mama, genau weiß ich natürlich auch nicht was das Gericht zu eurem Fall sagen würde. Es gibt ja durchaus auch noch tolle Richter auf dieser Welt, vielleicht erwischst du ja einen?
Ich wollte dir auf keinen Fall den Mut nehmen solch einen Schritt zu nehmen, ich erzähl dir nur, was ich in den letzten 6 Jahren mir so anhören musste.

Das mit dem Verstecken hinter dir, das kenne ich nur zu gut. Mein Sohn ist mittlerweile 7 und er tut es sogar bei Schulkameraden, die er zufällig trifft... Das sagt einiges aus, oder? Oft schafft er es nichtmal Hallo zu sagen. Vor einiger Zeit habe ich, unter anderem diesbezüglich, eine Diagnose bekommen: Eine Angststörung mit Depressionen gemischt.
Ich kann mir vorstellen wie es deiner Tochter geht.
Auch diese vielen Diagnosen liegen dem Gericht vor, meinst du es hat jemals jemanden interessiert?!? Da kamen dann Anmerkungen, dass man das ja nicht auf den Kontakt zum Vater schieben kann, es würde sicher andere Gründe dafür geben....

"Ich kann mir nicht vorstellen das ein Vater ein so ignorantes Herz haben kann,..."
Oh glaub mir, es gibt noch ignorantere Männer auf dieser Welt. Nämlich die, die ihrem Kind mit voller Absicht die schlimmsten Sachen einreden, weil sie an die Mama nicht mehr rankommen. Mein Sohn hat solch ein Exemplar als Vater. Es ist eine Schande, dass sich diese Menschen so nennen dürfen.
Auch ignoriert er die Krankheit meines Sohnes total, obwohl er weiß dass es im Ernstfall um Leben und Tod gehen kann. Er passt nicht auf, er informiert mich nicht über Auffälligkeiten. Es interessiert ihn nicht, zum Glück hab ich das auch endlich schriftlich in den Gerichtsunterlagen.

Wie schonmal gesagt, das mit dem Umgang einfach verweigern ist so eine Sache. Empfehlenswert ist es nicht, nein. (Wie du weißt habe ich es gemacht und hab damit endlich den Stein ins Rollen gebracht, aber mit viel Stress und sehr vielen Komplikationen)
Wenn es einen Gerichtsprozess gibt, wird er sich an das Urteil halten müssen. Gibt es dann eine Regelung wann er sein Kind holen soll etc, dann ist er daran gebunden. Genau weiß ich auch nicht was die Konsequenzen wären wenn er es nicht tut, aber das erste sind wahrscheinlich Geldstrafen. So ist es jedenfalls, wenn die Mutter den Kontakt unterbindet. Das geht dann bis zu Gefängnisstrafen, denn das ist dann Kindeswohlgefährdung!
Ihr als Eltern seit per Gesetz dazu verpflichtet, den Kontakt zu den gemeinsamen Kindern zu haben. Klingt komisch, ich weiß nicht wie ichs ausdrücken soll.
Aber auch was ganz wichtiges: Nicht nur der Vater hat die Pflicht und das Recht sich um seine Tochter zu kümmern. Auch deine Tochter hat ein Recht auf den Kontakt zum Vater! Und den will sie ja, also wird das Gericht das auch durchsetzen oder zumindest anstreben.

Ich kann sehr gut verstehen wie du dich fühlst, es ist einfach nur schlimm. Glaub mir, hätte ich meinen kleinen Sohn und meinen heutigen Lebensgefährten nicht, dann hätte ich wahrscheinlich schon aufgegeben. Denn dieser ganze Gerichts-Mist ist nicht unser einziges Problem...

Aber du packst das! Wenn nicht, dann such auch du dir Unterstützung! Das muss einem nicht dppf vorkommen, du würdest es für dein Kind tun! Geht es dir besser, dann profitiert auch deine Tochter davon.
Und wenn du jetzt kämpfst und etwas erreichst, wird deine Tochter etwas davon haben. Mach es für sie, egal wie schwer es ist und wie weh es tut aber es kann sich nur lohnen....

LG