1. Geburt Saugglocke. Angst vor 2. Wer hat Erfahrungen?

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Forum: Geburt & Wochenbett

Die Geburt deines Kindes rückt näher und es tauchen immer noch neue Fragen auf? Du hast gerade entbunden und ganz spezielle Fragen in dieser besonderen Situation? Hier ist der Ort für alle Fragen rund um Geburt und Wochenbett.

Beitrag von derhimmelmusswarten 28.09.10 - 20:07 Uhr

Vor knapp 15 Monaten hatte ich eine Entbindung mit Saugglocke. Also nicht so schön. Wurde sehr lange zusammen geflickt und lag eine Woche im Krankenhaus :-( Meiner Tochter ging es auch sehr schlecht. Sie wurde sofort auf die Intensivstation gebracht, wo sie anderthalb Wochen verbringen musste. Sie hat nach der Geburt Blut gespuckt, war bläulich als sie raus kam, hat geröchelt und hatte eine Lungenentzündung. Wieso, kann ich mir nicht erklären. Ich hatte eine top Schwangerschaft und bei allen Untersuchungen war immes alles bestens. Irgendwas ist da verdammt schief gelaufen.
Meine FÄ hatte vorher schon geäußert, dass mein Becken zu eng ist. Ich hatte auch nie Senkwehen, der Bauch hat sich nicht gesenkt. Nichts. Am ET ging es einfach los und es ging auch alles ziemlich schnell. Aber dann blieb sie stecken. Ich hätte mich auf den Kopf stellen können. Niemals hätte ich sie da allein raus bekommen. Ich hing am Wehentropf, eine Hebamme presste mir den Kopf auf den Bauch und eine andere warf sich auf meinen Bauch. Letztlich waren 3 Ärztinnen und 2 Hebammen im Einsatz, um das Kind aus mir raus zu kriegen.

Zu meinem Entsetzen, ich muss es leider so sagen, bin ich nun wohl wieder ungeplant schwanger. Habe aber erst Ende der Woche einen FA-Termin.

Nur wenn ich es bin, dann muss das Kind ja auch irgendwann da raus #heul Nochmal will ich das nicht erleben.

Ich war schon in einem relativ großen Krankenhaus mit Kinderärzten, die rund um die Uhr anwesend sind, Kinderintensivstation, ca. 1200 Geburten im Jahr. Ich will gar nicht wissen, wie es geendet wäre, wenn die Kleine noch hätte transportiert werden müssen.

Hatte jemand schon mal so eine erste Geburt? Was habt ihr bei der 2. Geburt anders gemacht? Ich will nicht nochmal mein Kind weg genommen bekommen und es verkabelt auf der Intensivstation in einem Kasten vorfinden!

Habt ihr euch für einen geplanten Kaiserschnitt entschieden? Ich denke, an einem schmalen Becken wird sich ja nichts ändern, oder? Oder habt ihr ein noch größeres Krankenhaus, evtl. eine Uniklinik, aufgesucht. Da gäbe es auch eine, die ich aufsuchen könnte.

Ich will jedenfalls, wenn es denn so ist, alles vermeiden, um sowas nochmal zu erleben!

Beitrag von kleiner-gruener-hase 28.09.10 - 20:33 Uhr

Das klingt ja fast wie bei mir, meine erste Geburt war ähnlich. Vielleicht nicht ganz so schlimm, weil unsere Tochter nicht auf Intensiv musste, aber mir hängt diese ganze Geburt bis heute nach #zitter

Ich habe vor 9 Monaten unseren Sohn geboren, ohne PDA, ohne Saugglocke, ohne größere Verletzungen.

Wenn du dir nicht sicher bist frag doch einfach mal nach, ob sie dein Becken vorher vermessen können, nur um sicher zu gehen. Allerdings hat ja nun schon einmal ein Kind den Weg passiert und somit ein wenig Platz gemacht für evtl. Nachfolger, das könnte es erleichtern.

Ich habe vor der 2. Geburt geburtsvorbereitende Akupunktur von der Hebamme bekommen, das hat ne Menge gebracht.

Ich wünsche dir alles Gute!

Beitrag von nisivogel2604 28.09.10 - 20:35 Uhr

danisahne24 aus dem Forum hatte beim ersten Kind auch eine Geburt mit Saugglocke und hat das zweite Kind komplikationslos zu Hause geboren.

Schreib sie doch mal an

lg denise

Beitrag von julk 28.09.10 - 20:37 Uhr

das was Du erlebt hast, ist nicht schön, aber ich würde jetzt erstmal abwarten nd das ganze auch noch mal mit den Ärzten besprechen. Ich selbst hatte eine Frühgeburt mit sehr großem Kind, wo glücklicherweise die Saugglocke (war schon aufgebaut) in letzter Minute nicht zum einsatz kam. Tortzdem hatte unser Sohn natürlich einige Probleme aufgrund 35. Woche. Was ich aber sagen wollte: habe damals eine Frau kennengelrnt, die gleichzeitig entbunden hat. Die hatte beim 1. Kind auch 40 Stunden Wehen und es schien so als ob gar nichts pasiert und die Kleine gar nicht rauskommt und schließlich wurde es ein Kaiserschnitt. Beim zweiten (was eben parallell zu uns war), war sie mittags beim Arzt zur Kontrolle, der meinte, es gäbe keine Anzeichen, dass es los ging, eine Stunde später hatte sie Wehen und sie entschlossen in die Klinik zu fahren, dachten aber die würden sie gleich wieder wegschicken. Sie schlossen sie ans CTG an und gingen zu uns (sie bekamen die gleiche Hebamme, eben weil man dachte, bis sie soweit ist, ist bei uns die Geburt längst vorbei) und bei der zweiten Wehe am CTG sagte sie zu ihrem Mann: "Hole die Hebamme ich habe das Gefühl das Kind kommt schon." Die ist gleich von uns raus und zu ihr und sie haben sie von dem Zimmer gerade noch in den Kreissaal bis zur Sprossenwand gehieft und mit der nächsten Wehe kam der Sohn total problemlos. Also genau sagen kann man es nie. Wünsche dir viel Glück.
Liebe Grüße Julk

Beitrag von tykat 28.09.10 - 21:59 Uhr

Hallo,

bei Deinen Schilderungen bekomme ich Gänsehaut, denn die Geburt meines Sohnes verlief ähnlich und endete für ihn auch auf der Kinderintensiv#heul
Der einzige Unterschied zu Dir ist, dass ich bei mir weiß, warum Tom stecken geblieben ist.Er hatte die Faust im Gesicht.

Ich kann Dir keine Erfahrungen liefern, denn es war meine erste und bislang einzige Geburt.Aber ich bin mir jetzt schon ziemlich sicher, dass ein Geschwisterkind definitiv per geplanten KS entbunden wird.
Ich denke einfach, dass ich nicht dazu in der Lage wäre, noch jemals entspannt und unvoreingenommen an eine Spontangeburt heran zu gehen.

Überlege es Dir gut, höre in Dich hineien, was Dein Gefühl Dir sagt.Wenn Du es nochmal spontan versuchen möchtest um das Schöne an einer natürlichen Geburt zu erleben, dann kann ich Dich verstehen.Aber laß Dir auch von niemandem Vorwürfe machen, wenn es doch auf einen WKS hinausläuft (wobei ich denke, dass der Begriff "WUNSCHkaiserschnitt", der aufgrund von traumatischen Erlebnissen erfolgt nicht stimmig und angebracht ist.)

Falls ich doch nochmal spontan entbinden sollte, so würde ich mir auf jeden Fall eine Beleghebamme von Anfang der SS an die Seite holen.Eine Hausgeburt käme für mich aufgrund meiner Erfahrungen in 1000 Jahren nicht in Frage.Dazu hätte ich viel zu viel Angst.Angst, die vielleicht unberechtigt sein mag....aber in meinem Fall hätte auch eine ruhige Stimmung im eigenen Heim nichts an der Faust im Gesicht geändert.


Für Dich hoffe ich (und für mich auch), dass die nächste Geburt das wieder gut macht, was wir durch die erste Geburt versäumt haben.Das Glück und die Freude, sein Kind nach der Geburt im Arm zu halten.Denn die Angst, die ich während der Geburt und danach hatte steckt mir heute noch in den Knochen..und Dir bestimmt auch.

Falls Du ss bist, wünsche ich Dir eine wunderschöne Entbindung - auf welche Art und Weise auch immer!

Alles Liebe#blume

Tykat+Tom(*09.09.09)

Beitrag von nele27 29.09.10 - 10:07 Uhr

Hi,

ich hatte zwar nicht so eine schlimme Geburt wie Du, aber auch Komplikationen am Schluss, weil der Kopf im Becken stecken blieb. Es folgte ein ziemliches Gemetzel mit viel Blut, Kristellerhandgriff und Dammschitt. Anton brachte es beim Apgartest auf 7/7/8 und hatte viele Stauchungen etc. im Gesicht und geplatzte Adern. Ich hatte Rippenprellungen und Hämatome und konnte zwei Wochen nur aufs Klo und Duschen, wenn mein Mann dabei war (habe ambulant entbunden).

Das war auch lange Zeit schwierig für mich, aber komischerweise bin ich bis heute total froh, dass die Geburt nicht im Not-KS geendet ist #pro Den habe ich nämlich abgelehnt und mich für dieses Gemetzel entschieden #schwitz
Ich bin jetzt in der 33. Woche und würde es nochmal so machen, wenn es sein muss (wobei mein Kind ja auch nicht bedrohlich krank war, sondern "nur" verletzt).
Daher kommt für mich trotz "Sportlerbecken" nur eine Spontangeburt in Frage. Gerade WEIL die erste Geburt so blöde endete, möchte ich das ganze noch mal besser erleben, statt mir den Bauch aufschneiden zu lassen - was ja zu 100% eine schmerzhafte Geburtsverletzung ist. Bei einer 2. Spontangeburt habe ich zumindest gute Chancen, dass es diesmal natürlich und ohne gesundheitliche Probleme im Wochenbett verläuft. Beim KS könnte ich weder ambulant entbinden noch habe ich die Chance, unversehrt mein Kind zu bekommen.... da liege ich ja zu 100% mit mega Schmerzen im KH rum und kann nicht allein aufs Klo.

Ich tröste mich bei Angst mit dem Gedanken, dass der Geburtskanal beim 2. Kind ja vorgedehnt ist und es höchstwahrscheinlich nicht wieder so endet. Sprach gestern mit der Kreißsaalhebamme und die meinte, eine Stunde pressen und solche Probleme wie bei mir hat sie bei Zweitgebärenden selten.
Außerdem habe ich das Gefühl, wenn es gut verläuft, ist die erste Geburt im Nachhinein nochmal besser zu ertragen...
Und beim zweiten ist man ja auch noch mal informierter, welche Dinge man im Kreißsall evtl. nicht möchte.

Ich empfehle Dir, Dir frühzeitig eine gute Hebamme zu suchen, die Dich genau in dem Punkt sensibel berät und betreut - egal, wie Du Dich entscheidest.

Alles Gute!
LG, Nele
33. SSW

Beitrag von cori0815 29.09.10 - 10:48 Uhr

hi derhimmelmusswarten! (Geiler Name ;-)#pro)

Erstmal herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft #ole

Eines erstmal vorweg: ein proportionales Missverhältnis von Kopf und Becken ist wirklich EXTREM SELTEN und kann im Vorfeld durch eine Vermessung ausgeschlossen werden. Und WENN du so ein Missverhältnis bei der letzten Schwangerschaft gehabt HÄTTEST, wäre das Kind nie spontan geboren worden, auch nicht mit Saugglocke, nichtmal mit Zentrifugalkräften ;-)

Ich habe eher das Gefühl, dass es eine ganz normale, verkorkste erste Geburt war, wie viele meiner Freundinnen (und ich auch) sie erlebt haben.
Dass ein Baby blau ist, wenn es geboren wird, ist eher häufig und nicht ganz so tragisch, sobald das Sauerstoff-Defizit schnell ausgeglichen wird. Dass bei deiner Tochter eine Lungenentzündung hinzukam, war sicher nicht das Ergebnis der schwierigen Geburt, denn die wird ja eher bakteriell ausgelöst und nicht durch eine lange/schwere Geburt. Klar ist es grausam, wenn das Baby nach der Geburt nicht zu Mama auf den Bauch darf, sondern verkabelt in den Inki kommt. Aber mal ehrlich: wolltest du nicht auch die allerbeste medizinische Versorgung für dein Baby? Wurdet ihr nicht mit einem schließlich (nach der Versorgung) gesundem Baby "belohnt"? Es war eine absolut notwendige Maßnahme, auch wenn es nicht schön war.

Ich habe am ET+15 eine eingeleitete Spontangeburt hinter mich gebracht, die schließlich auch mit der Saugglocke beendet werden musste. Nach stundenlangem PDA-Nachschub und Wehentropf (immer abwechselnd) ging irgendwann gar nichts mehr: ich wusste gar nicht mehr, wo ich überhaupt hinpressen sollte. Schließlich wusste man sich nicht anders zu helfen, als mit der Saugglocke nachzuhelfen. Schön wars nicht, aber ich war zu dem Zeitpunkt so gar, dass ich es mir sogar aus dem Hals rausziehen lassen hätte #schock

Auch ich hatte fiese Nahtbeschwerden in den ersten Wochen und brauchte lange, bis ich wieder auf dem Damm war - ich kann es dir also gut nachfühlen.

Und nun zu meiner zweiten Geburt 18 Monate später:

Wieder eine Einleitung, die ziemlich langsam anlief. Dann waren es gerade mal 2,5 Stunden nach dem Blasensprung, von denen ich knapp 2 Stunden richtige Wehen hatte. Den Endspurt (die zweiten 5 cm Muttermund) habe ich in 10 Minuten hinter mich gebracht und nach 3 Presswehen (die im übrigen überhaupt nicht weh taten) war die kleine Maus da. Eine PDA habe ich nicht gebraucht (und hätte sie auch um Teufels Verrecken nicht haben wollen). Selbst der Arzt war nicht so schnell bei der Anreise wie ich beim Entbinden. Aber wozu auch: alles war absolut problemlos. Die Hebamme sagte, das wäre mal eine richtige klasse Geburt gewesen. Fand ich auch :-D:-D:-D:-D

Meine Tipps für die zweite Geburt: keine PDA und viel viel laufen unter den Wehen! Dann gehts wie von selbst.

LG
cori

Beitrag von katjafloh 29.09.10 - 14:24 Uhr

Hallo,

meine erste Geburt verlief genauso, wie bei Dir. Ende mit Saugglocke und ziemlich vielen Geburtsverletzungen bei mir.

Beim 2. Kind wollte ich zwar nochmal eine normale Geburt probieren, schließlich lag es bei mir nicht am zu engen Becken, ich hatte am Ende einfach keine Kraft mehr und mein Sohn mußte dann schnell raus, wegen Nabelschnurumschlingung.

Habe mich dann entschieden ins KH zur Geburtsplanung zu gehen. Die Oberärztin die mit mir das Gespräch führte, riet mir von einer normalen Geburt ab. Von meiner Angst davor mal abgesehen. Ich habe ein schwaches Bindegewebe und sie wollte nicht das Risiko eingehen, daß ich dieses Mal nicht nur 2. Grades reiße, sondern 3. Grades, also bis in den Enddarm. Dann hätte ich mein ganzes restliches Leben Probleme gehabt, den Stuhl zu halten. #schock Mein Bauch hatte sich bei beiden Kindern nie richtig gesenkt.

Im Endeffekt bin ich froh, nicht nochmal eine normale Geburt gemacht zu haben. War froh über die Entscheidung der OÄ. Denke mal sie hat richtig entschieden in meinem Sinne.

Würde Dir empfehlen einen Termin zur Geburtsplanung in deinem Wunschkrankenhaus zu machen und Dich kompetent beraten zu lassen.

Lg Katja

LG Katja

Beitrag von kaddi83 29.09.10 - 14:49 Uhr

Hallo!

Ich stelle dir einfach mal den LINK zu meiner 2ten Geburt ein, von dort kommst du auch zu meiner ersten, der Horrorgeburt, die ich bis heute nicht richtig verarbeitet habe. Und doch hat mich die 2te für die erste enschädigt:-)

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=43&id=2538626

Wünsche dir eine schöne Schwangerschaft und gebe dir den Tipp, dir erstens eine Hebamme zu suchen, mit der du alles besprechen, aufarbeiten und planen kannst.

LG, Kaddi#blume

Beitrag von design.for.life 29.09.10 - 18:55 Uhr

Hallo,

1. Geburt:
Wehentropf, normale Eröffnungsperiode, 4 Stunden Presswehen (durfte wegen Kurzsichtigkeit nur ein paar Mal mitpressen ohne große Erfolge), Geburtststillstand, Zangengeburt aus Beckenmitte

Kind: vollkommen gesund, keine Anpassungsschwierigkeiten o. ä.
Ich: großer Schnitt erforderlich wegen Zange, zusätzlich 2 Risse. War nach ca. 2 beschwerlichen Wochen o.k.

Der Grund für das "Steckenbleiben" meines Sohnen bei Beckenmitte waren wahrscheinlich meine Wassereinlagerungen, die nicht nur sichtbar äußerlich auftraten, sondern auch innerlich den Weg verengten. So ist mir das jedenfalls von Hebamme und Arzt erklärt worden. An meinem inneren Becken kann es nicht gelegen haben, ich bin eher "gebärfreudig" gebaut.

2. Geburt:
Einleitung mit Gel, normale Eröffnungsperiode, 20 Minuten Presswehen, durch abwechselnd pressen und hecheln Kind ohne Probleme spontan geboren

Kind: war etwas blau, weil sehr schnell geboren, ansonsten vollkommen gesund
Ich: sehr kleiner Riss

Beide Geburten fanden im gleichen Krankenhaus statt, aber mit unterschiedlichen Hebammen. Wunschkaiserschnitt war nie ein Thema. Laut meinen Hebammen ist die Chance einer spontanen zweiten Geburt recht groß, auch wenn die erste Geburt eine Zange oder Saugglocke war. Meine Kinder waren auch nicht übernormal groß, beide hatten einen Kopfumfang von 36,5 cm, das erste wog etwas unter 4000 g und das zweite 4050 g.

Alles Gute.