Muss mich mal ausweinen - es tut soooo weh :-(

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von babylona 28.09.10 - 21:37 Uhr

Ihr Lieben,
ich muss mich heute mal bei euch ausheulen...

Vor einem halben Jahr ist mir das hier passiert:

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=27&tid=2578800&pid=16355385

Mir geht es mittlerweile zwar etwas besser, aber eigentlich immernoch miserabel. Jedoch gibt es ab und an ein paar gute Tage, an denen ich Hoffnung schöpfe. Im Großen und Ganzen überwiegt aber noch immer der Gedanke, den "Himmel" verloren zu haben und das Gefühl, nie wieder wirklich ganz und gar glücklich sein zu können...
Ich bin so froh, mein kleines Mädchen zu haben. Sie ist so ein Goldstern, sie gibt mir wirklich die Kraft und sie treibt mich voran. Ich wüsste manchmal nicht, was ich ohne sie täte. Und meistens kann ich mich durch sie auch gut ablenken und auch etwas Schönes machen.
Nun habe ich gerade einen anstrengenden Umzug mit allen Schikanen hinter mir (aus riesiger Traumwohnung in Kleine, jedes Teil mit vielen Erinnerungen nochmal umdrehen und "aufteilen", das Hochzeitskleid vom Bügel nehmen usw.) und das hat mich alles nochmal ziemlich runter gezogen und ich hatte wirklich ein paar sehr schwere Tage, an denen ich es gerade so zur Kita geschafft habe und wieder zurück.
Das aber nur zur Vorgeschichte. Heute passierte das hier:

Mein noch-Mann brachte meine Tochter (inzwischen 1,5 Jahre) am Abend zu mir zurück (Umgang klappt ganz gut alle 2 bis 3 Tage und ab jetzt auch jedes 2. Wochenende). Sie streckte die Ärmchen nach mir aus und ich nahm sie auf meinen Schoß - so Gesicht zu Gesicht. Sie hat zur Zeit eine sehr kuschelige Phase #verliebt und so ging mir wieder das Herz auf, weil sie mich so ganz konzentriert anblickte und mit ihren Händchen über meine Wangen strich und meine Gesicht dann so in ihre Hände nahm... Ich war ganz gerührt - mein Mann stand noch daneben und lächelte. Tja und dann sagt sie, mich so anblickend, plötzlich mehrmals den Namen der neuen Freundin meines Mannes... (es ist schon seit Längerem, dass sie ihn immermal sagt, das erste Mal war auch schon die Hölle für mich...)... Ich sage euch, das hat mich so zerrissen #heul. Ich weiß nicht, ob ihr das nachvollziehen könnt, aber irgendwie sind das so innige, intime Momente mit meinem Kind und dann kommt wieder diese Frau ins Spiel, durch die mein ganzes Leben kaputt gegangen ist... Der Schmerz darüber sitzt immernoch so tief. Und mein Kind muss ich nun auch mit ihr teilen.
Naja, wie so oft die letzten Wochen habe ich alle Kraft zusammengenommen, um nicht zu weinen. Aber heute habe ich es nicht geschafft (ist leider schon paar Mal vorgekommen). Und meine Kleine guckt dann so verunsichert und da muss ich noch mehr weinen, weil sie mir so leid tut. Aber ich kann ja auch nicht einfach rausrennen und sie alleine stehen lassen, schon gar nicht, wenn sie eben erst nach Hause gekommen ist. Ich habe dann so gut es ging erklärt, dass ich nur ein bisschen traurig bin, dass es nichts mit ihr zu tun hat, dass sie ganz toll ist, man nicht immer gut gelaunt sein kann usw. Aber es hat mich echt zerrissen... Sie wollte dann Buch lesen, aber ich habe keine Zeile rausgebracht. Seit ein paar Wochen kann mein kleiner Engel Dinge sagen wie "Mama weint" und "Mama ist traurig"... Wie traurig ist das nur... #schmoll#heul

Haltet mich nicht für eine Heulsuse - ich versuche wirklich alles so gut es geht zu meistern und mir irgendwie ein neues Leben zu schaffen. Aber an manchen Tagen ist es wirklich so verdammt schwer und der Horizont so verdammt düster... Vielleicht kennt ihr das ja auch...
Danke, dass ich mich mal ausweinen durfte... und sorry, dass es so lang geworden ist...
LG,
eine heute leider mal wieder tieftraurige babylona #schmoll

Beitrag von grundlosdiver 28.09.10 - 22:52 Uhr

#liebdrueck
Du musst Dich nicht schämen, wenn Du mal vor Deinem Kind weinst.
Uns ist es schon passiert, dass wir vor unserer Tochter gestritten haben oder ich vor ihr geweint hab!!! Wenn das nicht die Regel ist, so denke ich, dass die Kleinen es verkraften! Ich erkläre meiner Tochter dann auch, dass Mama auch mal traurig ist oder Mama und Papa miteinander schimpfen, so wie ich manchmal mit ihr schimpfe, wenn sie ungezogen ist!
Auch bei Dir kommt es ja nicht täglich vor, oder?!?
Heute hat meine Tochter mir versehentlich an der Lippe wehgetan, das hab ich ihr dann gesagt - sie hat meinen Kopf genommen und gemeint "Mama, ich puste, ich tröste Dich, ich beschütze Dich! Wieder gut?" So süß...

Dass Du noch traurig bist, ist völlig normal!!! Ich kann Dir garantieren: Es WIRD besser!!! Hut ab, dass Du Deine Verletzheit nicht auf dem Rücken Eures Kindes austrägst und Vater und Kind ihre Zeit lässt!!!#pro #liebdrueck

Mit meinem Exmann hab ich Ähnliches durch - 6 Jahre zusammen, 1 Jahr verheiratet, dann hat er mich betrogen und für seine Neue sitzen lassen! Ich dachte auch, die Hölle tut sich auf!
Das ist 4 Jahre her und ich bin sogar wieder verheiratet (lange Geschichte...;-)) Was ich sagen will: Laß Dir Zeit und irgendwann ist es wieder gut - Du wirst drüber weg und wieder sehr glücklich sein!!!
Auch wenn es noch hart ist: Genieß die Zeit mit Deiner Maus!!!#liebdrueck

Und zum Thema "Zweite" - ich bin auch gleichzeitig Zweite... Mein Mann hat eine Tochter aus 1.Ehe - getrennt ist er von seiner Ex seit 7 Jahren. Seine Tochter ist mittlerweile 10, ich kenne sie seit sie 6 Jahre alt ist.
Wir mögen uns gegenseitig gern und kommen gut aus, ABER wenn ich es mir aussuchen könnte, gebe es dieses Kind nicht!!! Verstehst Du? Obwohl ich sie wirklich mag, wir gut auskommen (ihre Mutter denkt manchmal sicher das Gleiche wie Du!), würde ich mir einen Mann ohne "Vergangenheit" wünschen.
Das ist nicht böse gemeint, aber wenn meine Stieftochter bei uns ist, gehört sie zu unserer Familie - sie ist die Tochter meines Mannes, die (Halb)Schwester meiner Kinder - nur zu mir wird sie NIE "richtig" gehören... Ich fühle mich oft zerrissen, denn ich sehe oft ihre Mutter in ihr, muss sie trotzdem versorgen wie meine eigenen Kinder etc... Ich hoffe, Du verstehst ein bißchen, was ich Dir damit sagen will! Ich muss dann auch noch meinen Mann auffangen, weil er seine Tochter vermisst und muss mit unseren Kindern zurückstecken, wenn seine Ex "pfeift"...
Patchwork ist nie einfach, weder für KM noch für KV noch für die "Zweite"...

Die Zeit jetzt ist besonders schwer, aber es wird besser!!!#liebdrueck

Beitrag von babylona 28.09.10 - 23:40 Uhr

Hey du,
danke dir vielmals für deine liebe und ausführliche Antwort #liebdrueck. Es hilft doch immer ein bisschen, von den Erfahrungen von anderen zu hören.
Ja, ich verstehe was du meinst mit der Patchwork-Situation. Und dass es für die Neue meines Mannes nicht erste Wahl und der Himmel auf Erden ist, dass er schon ein Kind hat.
Andererseits sorgt mich dies auch wieder, denn es soll meiner Kleinen gut gehen und ich möchte nicht, dass sie irgendwelche Ressentiments spürt. Überhaupt wollte ich dies eben einfach nie für meine Kinder - mein Mann und ich, wir sind selbst Scheidungskinder und haben uns vor unserer Tochter so oft darüber unterhalten, wie schlimm so manche Situation für uns war usw. Wir haben immer gesagt, wir wollten alles tun, um dies unseren Kindern zu ersparen... Tja, Pustekuchen. Dann einfach von heute auf morgen abgehauen, ohne jeden "Rettungsversuch", wobei ich ja nichtmal im Klaren war, dass etwas nicht "läuft" zwischen uns... Naja, egal, es lässt sich nichts mehr daran ändern (und ich glaube, genau das ist das Schwerste: Jetzt ein Leben zu führen, für das man nicht mitentscheiden konnte.). Aber ich mache mir wirklich viele Sorgen um meine Kleine. Eben das, wenn die beiden auch mal ein Kind oder Kinder zusammen haben: Sie wird sich nur "zu Besuch" fühlen in einer "richtigen" Familie. Vielleicht wird sie nicht verstehen, warum sie sowas nicht hat oder warum sie nicht einfach dort bleiben kann. Oder umgekehrt, sollte ich mich je wieder auf einen Mann einlassen können und evtl. auch noch ein Kind haben... Und sie "darf/muss" dann jedes zweite Wochenende zu Papa, während wir etwas anderes machen... Naja, ist alles weit gedacht und im Moment kann ich mir letzteren Fall auch wirklich nicht vorstellen, aber um meine kleine Maus tut es mir so wahnsinnig leid. Sie ist so ein tolles Mädel und ich konnte ihr das nicht ersparen. Das lässt mich wirklich oft vor mich hin weinen, abends, wenn sie im Bett ist und der Tag überstanden.
Und eben auch all die Freuden, die man mit so einem Menschlein hat: Ich habe sie allein und kann sie nicht so teilen, wie es mit Mann und Papa eben normalerweise wäre. Mir fehlt das alles so, dieses "guck mal, wie süß", "guck mal, sie ist so goldig"...
Mal ganz davon abgesehen, dass mir ziemlich viel Grundvertrauen ins Leben und in die Liebe abhanden gekommen ist durch diese ganze Sache... Und ich mir nicht vorstellen kann, je wieder einen Mann so lieben zu können. Mein Mann war wirklich etwas sehr besonderes für mich. Und diese Erkenntnis, ihn doch nicht so gekannt zu haben, die ist wirklich hart.

Aber dein Bericht macht doch auch ein bisschen Hoffnung. Vielleicht sieht es ja doch eines Tages anders aus. Auch wenn nach 6 Monaten der Schmerz immernoch so erstaunlich groß ist #schmoll.

Dir wünsche ich erstmal aaaaaalles Gute für den Zuwachs... Bist ja schon ganz schön schwanger ;-).
Viel Glück und vielen lieben Dank nochmal! #herzlich
babylona

Beitrag von gemeinhardt 29.09.10 - 09:16 Uhr

Verlassen werden wenn man liebt ist was ungeheuer schweres.
Ich kenn das Gefühl und kann gut nachvollziehen, was da grad mit Dir passiert.

Aber einige Dinge würde ich Dir ans Herz legen wollen.

1. Liebeskummer ist der Klassiker der Anpassungsschwierigkeiten. Es dauert seine Zeit (bei manchen länger, bei manchen kürzer) und das darf auch so sein. Das Du gute Tage hast ist schon gut. Betrachte mal bitte nicht nur das was noch weh tut, sondern auch das was sich schon verändert hat. Jeder Tag bringt eine Veränderung, auch dann, wenn Du es nicht merkst. Lass Dir die Zeit, lass die Traurigkeit zu, gib ihr den Platz die sie braucht, aber nicht permanent. Es gibt Zeiten wo der Liebeskummer keinen Platz haben soll (z.B. arbeit oder Spielzeit mit deiner Tochter). Verschieb es auf dann wenn Du Zeit hast und dann lass es zu. Es WIRD besser, aber es braucht Zeit.
Je mehr Du Dich dagegen wehrst, desto schwieriger ist es.
2. Das Deine Tochter Dein Halt ist, ist verständlich, aber auch riskant. Halt Dich nicht an ihr fest. Auch wenns schwer ist. Definier Dich selbst neu. Tu Dir gutes, versuch rauszufinden was für DICH allein gut ist und handle entsprechend. Zeit hast Du ja wenn die kleine bei ihrem Papa ist.
3. hier fängt es schon an, das Du lernen musst loszulassen.
Wenn die Zeit bei deinem noch-Mann deiner Tochter gut tut, dann versuch sie ihr von Herzen zu gönnen, auch wenn die Frau die Deinen Mann jetzt hat dabei ist und für Deine Tochter auch wichtig wird. JEder Mensch der gutes ins Leben Deiner Tochter bringt hat seine Daseinsberechtigung in dieser Hinsicht. DU bist als Mutter nicht zu ersetzen. ER ist als Vater nicht zu ersetzen. Sie liebt Dich - das ist naturgegeben. Aber lass das zu, das sie auch andere Menschen liebt. Auch wenn es welche sind, die Dir nicht in den Kram passen.

Ich wünsch Dir von Herzen alles Gute und viel Kraft.
Cora

Beitrag von babylona 29.09.10 - 10:34 Uhr

Liebe Cora,
hab vielen Dank für deine Worte und Wünsche. Es ist richtig, was du sagst.

zu 1: Ich halte mich eigentlich daran und habe mich fast immer gut im "Griff". Aber es gibt eben so unerwartete Momente, die auf mich einprasseln, wie eben der Moment gestern. Auf so etwas kann man sich nicht vorbereiten. Meistens schaffe ich es auch dann, die Contencance zu bewahren, aber gestern war das so ein Knacks, da habe ich es nicht geschafft. Es ist aber wirklich die Ausnahme.

zu 2: Ich bin selbst ein Scheidungskind und weiß leider auch ganz genau, was passiert, wenn man der einzige Halt seiner Eltern (in dem Fall meiner Mutter) ist. Insofern kannst du mir glauben, dass ich alles tue, um meine Tochter nicht mit so etwas zu belasten. Meine Einstellung als Mutter möchte sich ohnehin an der Prämisse orientieren, seine Kinder eher zu begleiten und sie zur Selbständigkeit zu erziehen. Ich bin mir also der Problematik überaus bewusst. Für mich persönlich war aber in den Wochen nach der Trennung und auch jetzt noch an so manchen Tagen meine Tochter meine einzig wirkliche Motivation, morgens aufzustehen, mir Pläne zu machen, aktiv zu werden.
Aber natürlich hast du Recht, so nach und nach muss das wieder stärker entkoppelt werden und "sich selbst neu definieren" ist, glaube ich, ein sehr langwieriger Prozess.
Es ist einfach ein ganzes Lebenskonzept zerstört worden, alle Pläne müssen neu gemacht werden. Und bislang war ich doch noch sehr damit beschäftigt, überhaupt erstmal mit dem neuen Alltag und dem Organisatorischen klar zu kommen. Aber es wird schon werden. Schlimm ist einfach, wenn einem durch einen solchen Vertrauernsbruch auch der Glaube an viele Dinge abhanden gekommen ist. Im Moment kann ich mir nicht vorstellen, mich je wieder vertrauensvoll auf jemanden so einzulassen, dass ich mit ihm auch wieder Kinder haben könnte usw. Und ich wollte immer gern viele Kinder.

zu 3.: Eigentlich denke ich, dass ich das ganz gut mache. Ich habe nie mit meinem Mann über Umgangszeiten gestritten. Ich würde sie ihm nie vorenthalten. Ich weiß, dass sie es sehr gut bei ihm hat und dass sie ihn vermisst, wenn sie ihn eine Weile nicht sieht. Ihre Rolle in dem Ganzen ist für mich völlig klar, es ist natürlich auch okay und auch wünschenswert, dass sie die neue Freundin mag und es ihr dort gefällt. Nichts anderes möchte ich. In dem Fall ist es gut, dass ich selbst weiß, wie sich das aus Kindessicht alles so anfühlt.
Dass meine Gefühle des Verlustes und der Trauer und der Ungerechtigkeit trotzdem da sind und in mir wühlen, ist ja auch klar und das wird sicher auch noch lange dauern, bis diese überstanden sind. Es ist einfach traurig, wenn man an einem Spätsommerwochenende allein zurückbleibt, während die Familie zu einer anderen Frau aufbricht... Ja, natürlich, ich kann in der Zeit etwas für mich tun, was ich auch versuche - aber immer klappt das eben auch nicht so. Gefühle kann man nicht immer an- und abschalten. Und gut gemeinte Ratschläge von Freunden lassen einen dann manchmal noch besonders einsam fühlen.

Aber es wird schon werden.
Danke dir nochmal und ebenfalls alles Gute!
babylona

Beitrag von super_mama 29.09.10 - 13:14 Uhr

Liebe Babylona,

ich habe eben erst einmal deinen ersten Beitrag und dann diesen gelesen - mir kommt das Ganze sehr bekannt vor ... all die Tragik die sich mit einer Trennung verbindet - bei mir kam das böse Erwachen das mein Ex bei weitem nicht der Mann war für den ich ihn hielt - trotz dessen das wir lange zusammen und verheiratet waren - es war ein riesen Schock für mich.

Das deine Tochter ausgerechnet den falschen Namen gesagt hat ist eine wirklich bittere Pille, aber sie wusste ja nicht was sie da sagt oder wie weh sie dir damit tut ... dennoch verletzt es daran erinnert zu werden und sich in Gedanken auszumalen das dort heile Familie mit ihr gespielt wird während du traurig zu hause sitzt.

Ich kenne auch dieses grausame Gefühl wenn so ein kleines Kind, das kaum sprechen kann, auf einmal Sätze sagt wie "Mama ist traurig" "Mama weint", das zerreisst einen, vorallem weil man sien Kind dafür schützen möchte.
Das Schlimmste für mich war die Situation das mein Ex da war während unser Sohn schlief - er wachte auf und mein Ex fuhr schnell (von da wo die Trennung raus war kümmerte er sich gar nicht mehr um ihn). Ich war so traurig und verletzt, mein Ex hatte eine SmS nach der Anderen geschrieben mit ihr während wir eigentlich über meinen und den Auszug unseres Sohnes sprechen wollten - er war weg, ich sank auf den Boden im Flur, kauerte da und weinte - und mein kleiner Sohn (Til war da grad 1 1/2 Jahre) kam zu mir streichelte mich und weil ich nicht aufhören konnte zu weinen, ging er ins Bad und holte Toilettenpapier - die ganze Rolle ;-) - um meine Tränen abzuwischen.

Ich glaub, so schwer es auch oft danach noch war, das war der entscheidende Punkt für mich wo ich sagte so geht es nicht weiter.
Mein Sohn hat mich leider noch oft weinen sehen - ich habe ihm imme rversucht, so kindgerecht wie möglich zu erklären das ich einfach nur traurig bin und auf seine Fragen so gut, aber nicht ausführlich zu antworten.

Stark sein bis er schlief ... dann weinen, aber das kennst du.

All meine Kraft für diese arge Trennung bekam ich von ihm, mit jedem Lachen, jedem Mama ich liebe dich, jedem Kuss und jedem freudigen Strahlen ... einfach durch alles was er tat, selbst sein Bocken :-p

Der Horizont wird auch wieder heller werden - bei manchen schneller, bei anderen etwas später, aber er wird wieder hell werden ! Auch wenn es dumm klingt.
Ich hab ehrlich gesagt auch nicht damit gerechnet, dann kam mein Freund - das Einzige woran es hapert ist mein vertrauen, das so arg durch meinen Exmann missbraucht wurde, dass ich einfach schwere Probleme damit habe die Zukunft (er -mein Freund- spricht von endlich zusammenziehen, Hochzeit) zu zu lassen. Aber auch das wird sich hoffentlich legen.
Die Zeit in der ich allein mit meinem Sohn war hat mich stark gemacht. Wie du sagtest - vom Himmel in die Hölle - und sich da wieder raus kämpfen ist hart, aber wenn man es geschafft hat, dann weiß man wofür und dann kann man es noch viel mehr geniessen.

Geniess du nun einfach die Zeit mit deiner Kleinen, sei, auch wenn es schwer fällt, froh das sich ihr Vater um sie kümmert und du kein, am Boden zerstörtes Kind trösten musst. Unternimm Kleinigkeiten mit ihr - Zoo, Schwimmbad, Spielplatz und wenn sie weg ist, dann tu etwas für dich und sei gut zu dir.

Schritt für Schritt ins Leben zurück ... es ist schwer, aber mit der Zeit wird es besser werden.

LG Mara

Beitrag von babylona 29.09.10 - 20:50 Uhr

Liebe Mara,
vielen Dank für deine ausführliche Antwort! Es tut mir sehr leid, dass du so etwas auch erleben musstest. Das wünscht man wirklich nichtmal seinem ärgsten Feind und ich hätte mir auch vorher die Dimension einer solchen Gefühlslage, einer solchen Verzweiflung niemals ausmalen können, auch wenn schon einige andere Dinge in meinem Leben nicht rosig gelaufen sind.
Wenn ich von deinem Ex so lese, dann kann ich ja wirklich froh sein, dass meiner sich wenigstens um die Kleine kümmert und das auch sehr gut, so denke ich. Wobei das ja eigentlich der Normalzustand sein sollte... Wie verrückt, dass man dann noch dankbar sein muss... Gedanken mache ich mir trotzdem, wie das mal wird, wenn die erste Euphorie aus dieser Beziehung schwindet, seine Neue vielleicht auch mal keine Lust auf unsere Tochter hat oder die beiden dann vielleicht ein gemeinsames Kind haben... Wenn ich dann mitkriege, dass meine Kleine das ausbaden muss, dann werde ich zur Furie. Und das, obwohl ich bei all dem noch nie laut oder ausfallend geworden bin.
Ja, von all dem Gram abgesehen genieße ich die Zeit mit der Kleinen wirklich. Ich versuche, mir jetzt auch immer Ausflüge etc. fürs Wochenende mit ihr vorzunehmen, damit ich nicht traurig den anderen Familien auf dem Spielplatz zugucke... Bestimmt wäre es auch gut, sich mit anderen AE zusammenzuschließen. Am besten AE-Papas :-p.
Naja, heute kann ich wenigstens schon wieder ein paar kleine schlechte Witze reißen...

Also, ganz lieben Dank nochmal und übrigens: Herzlichen Glückwunsch zu m Job und vor allem: Happy birthday #torte!

Liebe Grüße,
babylona

Beitrag von starshine 29.09.10 - 14:09 Uhr

Du musst Dich nicht schaemen #liebdrueck Da waere wohl jeder traurig. Meine Vorschreiberinnen haben natuerlich mit allem Recht und ich kann nichts dazufuegen.

Ich habe mir schon oft Gedanken darueber gemacht, was "Zum Wohl des Kindes" fuer die Muetter oftmals bedeutet und mit wieviel Schmerz das verbunden ist. Manchmal frage ich mich, ob es eigentlich automatisch bedeutet, dass man als ae Mutter kein Recht mehr auf Abgrenzung und Vermeidung weiterer Verletzungen hat... Ja, ja, ich weiss: wir sind die Erwachsenen... es ist trotzdem nicht wirklich richtig...

Aber wisst Ihr, manchmal denke ich auch: wenn ich so cool waere, wie alle das immer erwarten, dann haette ich laengst eine Religion gegruendet und wuerde von Spendengeldern leben!!! Wie Ihr seht gehe ich immer noch arbeiten...

Also: heul wenn Dir danach ist, Du hast jedes Recht dazu, denn keiner schreibt Dir vor, wann Du traurig sein darfst und wann nicht. Aber es wird wieder aufwaerts gehen. Deine Tochter liebt Dich und zwar immer und sie wird es bald besser mit Worten ausdruecken koennen als gerade im Moment.

Ich wuensche Dir alles Gute!

Beitrag von babylona 29.09.10 - 20:56 Uhr

Hi Starshine,
hab auch du vielen Dank für deine Antwort!
Ich schäme mich meiner Tränen eigentlich nicht, aber ich möchte einfach meine Tochter nicht verunsichern. Andererseits ist es ja auch nicht richtig, jede Gefühlsregung außer "lustig" vor seinem Kind zu verbergen - sie dürfen ja auch ruhig lernen, dass Menschsein auch traurig sein beinhaltet... Trotzdem, wenn sie so klein sind, ist die Verunsicherung schon auch groß und das möchte ich ihr gern ersparen.

Kann ich nachvollziehen, was du zum Thema Kindeswohl und "Mütterwohl" sagst. Ich denke, wir alle stellen uns selbst zurück für unsere Kinder. Das Problem ist, dass das grundsätzlich erwartet wird und dass man hart einstecken muss, wenn das mal nicht so ist. Aber irgendwie finde ich es auch richtig und wenn ich an meine Kindheit denke, ist es auch wichtiger, zuerst ans Kind zu denken. Man hat Verantwortung für ein ganzes Menschenleben. Die eigenen Verwundungen sind auch hart, aber man hat sie auch selbst mit in der Hand.

Dir wünsche ich auch weiterhin alles Gute!
Viele liebe Grüße,
babylona

Beitrag von starshine 30.09.10 - 14:07 Uhr

Ja, ich verstehe auch sehr gut, dass es Dich plagt, dass Du ihr "das normale Familienleben" nicht bieten kannst. Geht mir zeitweise auch so und tut weh.

In diesen Momenten sage ich mir dann immer: meine kids und ich, wir sind eine Familie und werden es auch immer bleiben.

Aber ich weiss schon... manchmal hilft das nicht... dann heule ich auch bisserl ;-)

Beitrag von ciocia 29.09.10 - 20:28 Uhr

Hallo,

ich weiss wie du dich fühlst. Mein Ex hat so eine komische Beziehung, sie geht schon über 2 Jahre und seine Freundin (die mich auch kennt) hat die Kleine nur 1 mal gesehen. Frag nicht warum. Irgendwo im Inneren freut es mich, dass meine Tochter mir so ähnlich sieht und der anderen es sicher nicht entgangen ist und das alles für sie nicht einfach ist. Aber meine Tochter hat nach dem Besuch auch von ihr gesprochen, was sie gemacht haben usw. Es hat mir weh getan, ich habe die Kleine nie nach ihr gefragt, konnte einfach den Namen nicht hören.

Auf der anderen Seite hat eine Freundin von mir einen Freund, der eine kleine Tochter hat. Die beiden mögen sich gern, aber meine Freundin meint, dass die Kleine sie nach einer Weile stört wenn man das so ausdrücken darf. Sie würde das nie vor ihrem Freund zugeben, aber im Inneren hätte sie es lieber, dass er keine Kinder hätte.

Solche Konstellationen sind nie einfach, egal für wen.

Kopf hoch, unser Leben geht irgendwie weiter:-)

Beitrag von babylona 29.09.10 - 21:05 Uhr

Hey Ciocia,
ja, das ist es ja unter Anderem, was mich so traurig macht... Ich wollte sowas meiner Tochter alles ersparen... Und ich hadere oft mit der Frage, warum ich ihr jetzt nicht mehr einfach eine "ganz normale Familie" werde bieten können... Man fühlt sich da einfach so machtlos, weil man einfach vor vollendete Tatsachen gestellt wurde und man selbst und vor allem das Kind muss es ausbaden... Verstehe wer will... Naja, aber alles zetern nützt nichts, man kann es nicht ändern und muss irgendwie das Beste draus machen. Dafür fehlt einem eben nur manchmal etwas der Optimismus...
Alles #klee und danke nochmal!
LG,
babylona

Beitrag von ciocia 29.09.10 - 21:17 Uhr

Deine Tochter ist noch ziemlich klein, sie wird da reinwachsen. Schlimmer wenn sie schon im Kiga wäre und alles bewusst mitkriegen würde. Wobei ich und mein Ex nie zusammen gelebt haben, trotzdem fängt die Kleine plötzlich an zu weinen und vermisst ihren Vater. Also normal und einfach wird die Situation nie sein, das Kind wird immer hin und her gerissen. Das tut mir auch so leid für sie, ich habe gekämpft, er wollte nicht, ich habe mir nichts vorzuwerfen. Zum zweiten wäre es viel einfacher mit dem Menschen abzuschließen wenn man keinen Kontakt hätte. Und so ist er ständig präsent und der Liebeskummer dauert länger als sonst...

wünsch dir viel Kraft

Beitrag von babylona 29.09.10 - 21:48 Uhr

"Also normal und einfach wird die Situation nie sein, das Kind wird immer hin und her gerissen. Das tut mir auch so leid für sie, ich habe gekämpft, er wollte nicht, ich habe mir nichts vorzuwerfen. Zum zweiten wäre es viel einfacher mit dem Menschen abzuschließen wenn man keinen Kontakt hätte. Und so ist er ständig präsent und der Liebeskummer dauert länger als sonst..."

Du sagst es... Wenn ich ihn nicht immer sehen müsste und was mit ihm zu tun haben, wäre es leichter... Aber die Option besteht nunmal nicht. Wobei ich versuchen werde, dass die "Übergaben/Übernahmen" so oft wie möglich vom oder ab Kiga stattfinden werden (sie geht nämlich schon). Nach meiner bisherigen Erfahrung ist das die beste Variante - dann steht sie auch nicht so verwirrt zwischen Mama und Papa im Flur #heul, sondern ich sage ihr morgens: Papa holt dich heute und die Betreuerinnen sagen ihr das dann auch so am Nachmittag. Das ist für sie am Klarsten. Aber klar, das geht natürlich auch nicht immer.

Aber trotzdem denke ich auch - so grotesk es ist - dass es jetzt noch besser ist, als in 2, 3 Jahren, nachdem sie das Familienleben mit uns zusammen auch schon richtig bewusst miterlebt hat... Leicht wirds trotzdem nie sein.

Die auch alles Gute und danke!
babylona

Beitrag von jenny02 02.10.10 - 14:05 Uhr

Ach Babylona,

ich kenne das alles so gut, unsere geschichten sind ja ähnlich. Selbst jetzt nach 17 Monaten Trennung tut es einfach nur weh - obwohl ich seit sechs Monaten auch wieder in einer Beziehung bin. Sehr schwierig alles, aber es wird es auch besser - irgendwann!
Ich drück dich!!

LG Jenny

Beitrag von babylona 02.10.10 - 23:02 Uhr

Hey Jenny,
dankeschön #liebdrueck.. Ich melde mich mal wieder per VK, sobald ich mehr Zeit habe.
Sei ganz lieb gegrüßt #herzlich

Beitrag von prettyfly1 05.10.10 - 11:51 Uhr

Hallo,
auch mir erging es ähnlich, ca. ein Jahr nach der Geburt des zweiten Kindes hab ich herausgefunden, dass der Vater mich seit längerem betrügt :-[...Anzeichen gab es schon eher, aber ich hab ihn dann rausgeschmissen, als ich mir sicher war, dass ich es mit zwei Kindern alleine packe, das war vor 1 1/5 Jahren. Das erste Jahr ist das Schlimmste!! Es ist einfach der Schmerz, dass man betrogen wurde, man fühlt sich wie das Letzte, traurig, dass die Familie kaputt ist, die Kinder ihren Vater verlieren...man ist tagelang niedergeschlagen, nur am heulen, Kinder anbrüllen weil man überfordert ist, mit den Nerven am Ende, ausgelaugt. Auch heute hab ich manchmal Tage wo ich einfach heulen muß, ihn so dafür hasse, mir meine Kinder leid tun, so einen Arsch als Vater zu haben...Aber es gibt auch so viel Schönes:
1. sei froh, dass du diesen Mann los bist: er ist es nicht wert geliebt zu werden, wenn er so achtlos mit deiner Liebe umgeht!!!!
2. was dich nicht umhaut macht dich stark -> du kannst ein selbstbestimmtes Leben führen, nicht immer einfach, aber mit der Zeit wirst du es schätzen :-D
3. sehr wichtig: du kannst deine ganze Liebe und Aufmerksamkeit deinem Kind widmen
4. du hast Zeit für dich und kannst überlegen, wie du dir DEIN Leben vorstellst und es versuchen umzusetzen, ohne von jemandem anders (Mann) beeinflusst zu werden
5. falls du mal wieder einen Mann findest, wirst du sicher einen "besseren Blick" haben
Mir haben auch Johanniskraut und Bachblüten geholfen, wieder bißchen positiv zu sehen. Und Bücher lesen.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft #drache

Alles Liebe
prettyfly

Beitrag von babylona 07.10.10 - 20:44 Uhr

Hallo prettyfly,
danke für deine liebe Antwort. Du hast das alles sehr schön gesagt. Vor allem das mit dem achtlosen Umgang mit meiner Liebe. Das muss man sich wirklich auf die Handflächen nageln und immer dran denken, wenn man gerade mal wieder die Vergangenheit rosarot malt.
Und die ganze Liebe und Aufmerksamkeit fürs Kind: Ja, es ist grotesk, aber ich merke schon, wieviel entspannter mein Umgang mit meiner Kleinen geworden ist. Ich entscheide für mich, wie wir was machen, es stört keinen, wenn ich abends mit ihr noch ewig lese und kuschle (hat den Papa früher auch nicht gestört, aber ich hatte ständig das Gefühl, mich "beeilen" zu müssen, damit wir auch noch was vom Abend haben). Wir haben gerade ein unglaublich schönes Verhältnis, die Kleine und ich. Alles entspannt und lustig.
4. fällt mir im Moment noch extrem schwer, dafür brauche ich noch lange. Und 5.: Ich kann mir nicht vorstellen, einen besseren Blick zu haben. Ich hätte meinem Mann nicht ansehen können, was da auf mich zukommt. Bis dahin war er wirklich der tollste Mann der Welt, ehrlich... Ich frage mich, wem man je wieder trauen soll.
Über ein paar pflanzliche Unterstützer habe ich auch schon nachgedacht, zumal jetzt die dunkle Jahreszeit kommt. Vielleicht versuche ich das mal.
Danke dir vielmals, dir auch alles Gute!
babylona