ab wann kita??

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Forum: Baby-Vorbereitung

Die Zeit vor der Geburt ist die Zeit des Nestbauens. Hier könnt ihr gemeinsam überlegen, wie ihr das Kinderzimmer einrichten möchtet, wo das Baby schlafen soll, welche Kleidungsstücke in die Erstausstattung gehören und vieles mehr... 

Beitrag von jane1990. 28.09.10 - 23:22 Uhr

Hallo,


ich bin nun in der 7 ten woche und habe so viel im kopf...
mein freund und ich wohnen zusammen und er studiert,
ich beginne nächstes Jahr im September eine Ausbildung.
wir wohen in leipzig in einer schönen wohnung, trotzdem war das so nicht geplant.
so
mein freun könnte ein jahr aussetzten vom studium um das kindchen zu hüten ich würde dann drei monate nach geburt die ausbildung beginnen, was ich so oder so muss.
mein onkel hatr seine kleine ab dem 3 monat in eine kita gebracht.
das wäre für mich auch eine option oder tagesmutter, was familieärer wäre.
hat jemand erfahrungen damit?
gibt es eine unterstützung da die kita etc sehr teuer ist für studierende bzw azubis?
profamilia hielft mir bestimmt aber da will ich jetzt noch nicht hin, ist so früh noch.
dankeschön für antworten!

Beitrag von postrennmaus 28.09.10 - 23:46 Uhr

Hallo!

Ich bin selbst Student und mein Partner auch. Ich hatte mir vorgenommen, ein Semester zu Hause zu bleiben. Mit 6 Monaten haben wir uns für eine Tagesmutter entschieden. Mit 10 Monaten haben wir einen Krippenplatz bekommen mit gaaaanz viel Glück. DIe Wartelisten sind bei und hier unendlich lang.

Mit 3 Monaten hätte ich mich noch nicht von meiner Tochter "trennen" können. Ich habe aber auch 6 Monate voll gestillt, da wär das auch gar nicht gegangen. Mit 6 Monaten war sie dann 3 Vormittage bei der Tagesmutter, das hat ganz gut geklappt.

Man kann einen Ermäßigungsantrag beim Jugendamt stellen. Wir lagen mit unserem Einkommen unterhalb der Grenze, so dass wir den Beitrag bis jetzt voll übernommen bekommen haben.

Lg Anja

Beitrag von mysterya 29.09.10 - 00:21 Uhr

Ich habe in einer ganz tollen Einrichtung gearbeitet, die quasi ab der Geburt Kinder betreut hat, liebevoll und gut.

Trotzdem würde ich niemandem raten, sein Kind unter einem halben Jahr in eine Kita zu geben. Und schon gar nicht mit drei Monaten.

Warum?

In den ersten drei Monaten lernen sich Eltern und Kind erst kennen, die Bindung ist alles andere als fest, falls du stillst, wirst du dich erst mit dem Milchzyklus einpendeln müssen, auch das Kind wird erst einen Tages-Nacht und Stillrythmus entwickeln und das braucht seine Zeit.

Diesen Prozess durch Fremdbetreeung zu stören, kann nach hinten los gehen und Anpassungsprobleme bzw. Bindungsschwierigkeiten zur Folge haben.

Diese Zeit gehört in meinen Augen den Eltern und den Kindern und sonst niemandem außer mal ner Hebamme und dem Kinderarzt.

Es ist auch fraglich ob Du nach der Geburt überhaupt körperlich so schnell in der Lage bist wirklich viel herum zu turnen. Ein Kaiserschnitt kann z.B. sehr schwächen. Eine schwere Brustentzündung kann einen richtig umhauen.

Warum dann nicht gleich Betreeung nach 3 Monaten?

Das Baby ist klein und kann außer lächeln, kackern und schreien auch nach 3 Monaten gar nichts. Es kann sich nicht von A nach B bewegen und ist vollkommen auf Betreuung angewiesen. Wem auch immer du dein Kind übergibst, du musst ihm 100 % zutrauen die Bedürfnisse des Kindes wahrzunehmen und es nicht unter 10 anderen zu vergessen oder zu benachteiligen.

Das Kind selbst muss in einer Kita viel mehr Eindrücke verarbeiten als Zuhause. Andere Kinder, eine größere Lautstärke, fremde Menschen, eine ungewohnte Umgebung, ein anderer Rhytmus. Es gibt sicher Kinder die stecken das gut weg, aber es gibt auch Kinder bei denen das nicht so ist und du kannst nicht beeinflussen zu welcher Sorte dein Kind zählen wird.

Für Kinder ist Kita auch nach dem 1. lebensjahr und darüber hinaus nicht nur Freizeit und Spielspaß, sondern auch Anstrenung und Arbeit. Sie brauchen Urlaub genauso wie wir, auch wenn sie "nur" spielen. Das scheinen die meisten Eltern überhaupt nicht zu verstehen.

Die Ansteckunggefahr für diverse und auch heftige Kinderkrankheiten ist sehr hoch. Gerade Magen-Darm und Mumps Masern Röteln verbreiten sich prima in Kigas. Es ist zu überlegen, ob man ein so kleines Baby wirklich dieser belastung aussetzen sollte, wo es noch nicht mal durch feste Nahrung gestärkt wird bzw. sich gerade erst ans Milch trinken gewöhnt hat. Magen-Darm-Sachen können Babys innerhalb von Stunden austrocknen und Babys trinken nicht aus Vernunft weil sie überleben möchten. Meine hatte mal den Noro-Virus mit einem Jahr. Das war gruselig. Sie war auch im KH mit künstlciher Ernährung und dagegen kann man nicht impfen.

Außerdem diese Zeit mit deinem Kind hast Du nie wieder und kannst sie auch nicht aufholen bzw. in dieser Zeit verändert sich das Kind so rasch. Du wirst viel verpassen, viel Zeit mit dem Kind und viel Nähe. und beides ist sehr wichtig.

Was weißt du schon, ob jemand Zeit hat sich mit deinem Kind zu beschäftigen, mit ihm spricht oder spielt oder auch mal länger in den Arm nimmt und es nicht nur auf der Matte oder dem Krabbelfußboden heum liegt und nur betreut wird, wenn es was hat, weil es eben mehrere Kinder gibt, die auch noch Bedürfnisse haben.

Natürlich lernen auch frühe KitaKids alles, aber im 1. LJ Zuhause betreute Kinder sind nach meiner persönlichen Erfahrung weiter in der Entwicklung. Man merkt einfach die Zuwendung von daheim an der motorisch-geistigen Entwicklung. Wenn ich vergleiche, wie der Stand dort bei den 9/10 Monate alten Kindern war und dann bei meiner und den Kids die ich aus Freundeskeis und Krabbelgruppekenne, die Zuhause betreut wurden. Das ist einfach was anderes. Natürlich gibt es auch in Kitas Kids die mit 10 Monate laufen, aber es hapert trotzdem an anderen Dingen, wenn du mich fragst.

Als frühestes Einstiegsalter würde ich eher so 8-10 Monate wählen, im Notfall 6 Monate.

Wenn ich in eurer Situation wäre, würde ich es so machen, dass du nach 3 Monaten anfängst aber dein Freund sich vom Studium wegen Kinderbtreuung beurlaben lässt (das geht) und dann die Kindessorge übernimmt bis das Kind aus dem Gröbsten raus ist. Dann könnt ihr es immernoch in eine Kita geben.

Es ist auch sehr fraglch, ob ihr überhaupt so früh einen Kitaplatz bekommt bzw. ob die Kitas so kleine Kinder überhaupt nehmen. Die Meisten nehmen erst ab einem Jahr bei uns.

Eine alternative wäre eine Tagesmutter, aber sobald diese mehere Kinder hat, treffen viele Kita-Punkte auch genauso auf Tagesmütter zu. Zumal die Betreeungsstandarts bei tagesmüttern sehr stark schwanken, weil diese keine ausgebildeten Erzieher ssein müssen und oft nicht so stark qualifiziert sind.

Zuschüsse zur Betreeung müsstet ihr aber bekommen, wenn euer Einkommen gering ist. Einfach mal beim Jugendamt erkundigen.

LG Mysty



Beitrag von jane1990. 29.09.10 - 00:29 Uhr

danke für die guten antworten!

Beitrag von black_megara 29.09.10 - 12:38 Uhr

Hallo Mysty,

einen super Beitrag den du da geleistet hast. Ich finde es super das du dir die Zeit genommen hast so intensiv auf das Thema einzugehen!

Absolut top!

LG
Jessi

Beitrag von silvia_2004 29.09.10 - 20:05 Uhr

Hallo,

umfangreich geantworte ja, aber alle Gesichtspunkte kann ich so nicht unterschreiben.

Unser Sohn ist mit 5 Monaten in die Kita gekommen, da ich aus finanziellen Gründen nach 3 Monaten wieder arbeiten gegangen bin. Ich habe trotzdem bis zum 6 Monat voll stillen können, da einem ja als stillende Mama die Stillzeit während der Arbeit zusteht. Das heißt 1h, die nicht nachgearbeitet werden muß.
Rein entwicklungstechnisch habe ich bei unserem Sohn eine ganz andere Beaobachtung gemacht. Er war sowohl motorisch als auch kopftechnisch immer sehr weit. Ich habe trotz oder gerade wegen der zeitigen Kitaaufnahme nie irgendwelche Defizite beobachtet.
Der Rhythmus und die Betreuung in der Kita hat super geklappt und auch solche Extrawünsche wie 2.oder 3. Nickerchen, auch abseits der "eigentlichen" Zeiten war kein Problem. Meine Wünsche bezüglich Essen und Trinken wurden auch alle akzeptiert und beachtet. Das war und ist nämlich das einzig schwierige Thema bei unserem Sohn.
Und im Vergleich zu den anderen späteren Kita-Kindern hatten wir zum Beispiel nie ein Problem mit der Eingewöhnung. Jetzt ist es sogar so, dass Samu am Wochenende fragt, ob die Kita für ihn aufmacht. Ich mit gerade mit unserm 2.Kind schwanger und auch hier haben wir die Kitaanmeldung vor dem 1.Geburtstag gemacht. Er wird so mit ca. 8-9 Monaten in die Kita gehen.
Alles in allem gibt es keinen Kardinalsweg. Es hängt von einem selber und auch vom Kind ab. Samuel war ein Rhythmuskind, nach dem du die Uhr stellen konntest. Versuch Dir mehrere Wege offen zu halten. Kita ist eine, die nicht so schlecht ist, wie es meiner Meinung nach durch meine Vorschreiberin hingestellt wurde. Wir haben nur durchweg positive Erfahrungen gemacht.

Gruß Silvia

Beitrag von supersand 29.09.10 - 10:30 Uhr

Hallo, ich bin nach 7 Monaten wieder arbeiten gegangen, aber mein Mann war dann zuhause (7 Monate), also auch eine vertraute Person. Mit 12 Monaten ist die Maus in die Krippe gekommen. Sind noch in der Eingewöhnung. Sie ist ne starke kleine Person und weint dort nie. Aber man merkt schon, daß es sie "beschäftigt", da sie seitdem viel mehr kuscheln will und auch oft unruhiger schläft. Ich bin eher ein Verfechter von "früh in die Krippe geben" und wieder in den Beruf einsteigen. Aber nun habe ich das Gefühl, daß es mit 1 Jahr früh genug ist. Früher würde ich es nicht machen. Dazu muss man sagen, daß unsere dann auch gleich den ganzen TAg bleiben muss (und wir schon irgendwie ein schlechtes Gewissen haben). Eine Freundin von mir hat ihren mit 9 Monaten für halbe Tage abgegeben, das hat gut geklappt.
Bei sehr kleinen ist bestimmt eine Tagesmutter eine gute Lösung, da sie nicht so viele Kinder beaufsichtigen muss und "näher" an dem Kind dran ist. Aber wenn Dein Freund erstmal zuhause bleibt ist doch super. Das kriegt ihr schon hin.
LG,
SAndra

Beitrag von cori0815 29.09.10 - 10:31 Uhr

hi Jane!
Erstmal herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft, auch wenn es vielleicht in deinen Augen nicht der richtige Zeitpunkt ist. Aber ich denke, wer es wirklich will, der schafft das #pro

Zu deiner Frage bezüglich der KiTa: bei uns können die Kinder mit 8 Wochen in die Krippe gebracht werden. Also praktisch im Anschluss an den Mutterschutz. Bei den Kosten, die dabei entstehen, werdet ihr sicher vom Jugendamt oder von der Gemeinde (dem Träger der KiTa) unterstützt werden. Bei uns ist das so, dass Eltern mit sehr geringem Einkommen z.T. gar nichts zahlen bzw. max. 50 Euro. Das gilt zumindest für den regulären Kindergarten. Inwieweit es für die Krippe auch zählt, weiß ich leider nicht.

Bei den Tagesmüttern ist es so, dass es ja welche gibt, die durchs Jugendamt vermittelt werden und diese werden auch vom Jugendamt "gesponsort", so dass auf euch vermutlich nicht mehr finanzielle Belastung zukäme als bei einem Krippenplatz.

Wichtig ist nur bei beiden Möglichkeiten, dass du dich frühzeitig (also am besten in ein paar Wochen) mit den entsprechenden Institutionen in Verbindung setzt: Geh zum Jugendamt und lass dich beraten, welche Betreuungsmöglichkeiten es für dein Kind gibt und wie die Finanzierung geregelt werden könnte.

Ich wünsche dir eine schöne Schwangerschaft, freut euch auf das Baby! Den "passenden" Zeitpunkt gibt es eh nicht.

LG
cori

Beitrag von aennchen2002 29.09.10 - 11:41 Uhr

Hallo,

meine erste Tochter ist mit zehn Wochen zu einer Tagesmutter tageweise gekommen und meine zweite mit drei Monaten und ich habe vollgestillt. Sprich im Büro habe ich dann abgepumpt.
Hat alles gut geklappt.

Habe ich es gerne gemacht? NEIN...aber auch nie ernsthaft bereut.

Viel Glück.
Ä.