Oft anlegen, bedeutet nicht immer mehr Milch

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von slana79 29.09.10 - 08:37 Uhr

Hallo,

habe eine schwere Phase hinter mir, meine Maus 29 Tage alt, hat immer geschrien und wollte an die Brust. Ich musste sie fast den ganzen Tag anlegen und meine Brüste taten weh. Ich habe mit Zufüttern angefangen und dann war meine Maus auch ruhig. Das Zufüttern hat mich erst nicht glücklich gemacht, deswegen habe ich mehrere Stillberaterinen um Hilfe gebeten. Diese kam vorbei und meinte auch, dass alles in Ordnung wäre. Ich habe dann nochmal 5 Tage lang wieder nur gestillt, egal wie lange es gedauert hat. Nach 5 Tagen hat meine Maus abgenommen und das war für mich ein Zeichen, dass ich zu wenig Milch habe. Jetzt muss ich leider zufüttern und beim Abpumpen bekomme ich nur 50 ml Milch raus. Ich stille jetzt auch immer noch vor dem Zufüttern, aber viel ist es nicht.

Ich war total fertig, weil ich nicht wahr haben wollte, dass meine Milch nicht ausreicht auch hier im Forum haben alle immer nur geschrieben, anlegen, anlegen, anlegen..........steigert die Milchproduktion. So ist es aber nicht.

Liebe Grüße
Slana

Beitrag von qrupa 29.09.10 - 08:41 Uhr

Hallo

es gibt einen winzigen Prozentsatz an Frauen die tatsächlich nicht genug Milch bilden können, aber dieser Prozentsatz ist wirklich winzig. In nahezu allen Fällen liegt es leider wirklich an äußeren Faktoren wie falsches anlegen, falsches stillmanagement,... daher ist der erste Rat immer öfter anlegen und auf korrekte saugtechnik achten, weil sich so gut wie alle Stillprobleme damit lösen lassen.

LG
qrupa

Beitrag von berry26 29.09.10 - 09:43 Uhr

Hi Slana,

doch genau so ist es bei mind. 95% aller Frauen. Da deine Kleine erst 29 Tage alt ist, kann es durchaus sein, das du wirklich eine der wenigen bist die nie genug Milch gebildet haben und es anscheinend auch nicht können.
Viele hier die schreiben das ihre Milch weniger wird, sind einfach falsch oder schlecht beraten.

LG

Judith

Beitrag von zili 29.09.10 - 10:24 Uhr

Hallo Slana,

bei mir war es ähnlich. Hatte zudem noch eingerissene Brustwarzen, was höllisch weh tat.
Ich hab vieles versucht, verschiedene Stilltechniken, literweise Stilltee getrunken, Stillhütchen, abpumpen und hab auch angelegt ohne Ende, quasi den ganzen Tag.
Es war für mich eine nicht ganz einfache Zeit, mein Sohn hat auch etliches abgenommen.

Das Schlimme für mich war der Druck, das Kind nicht ernähren zu können, man ist immer unter Anspannung und am Ende kann einem keiner helfen, denn Stillen kann nur die Mutter, da nutzte mir mein Mann auch nichts.
Als ich zugefüttert habe, hat das den Druck von mir genommen, und ich konnte das Kind endlich genießen, davor war ich wie eine Maschine, die Milch produzieren mußte.

Ich hab auch immer gelesen anlegen, anlegen, anlegen, bei mir hat`s nichts genützt und bei eingerissenen Brustwarzen sowieso nicht.

Mach das, womit Du dich am Wohlsten fühlst, diese Anspannung merkt auch das Kind.

Liebe Grüße...zili mit Yasin 5,5 Monaten#verliebt





Beitrag von yaisha 29.09.10 - 14:15 Uhr

Huhu!

Dasselbe könnte ich auch schreiben. Bei mir sind es allerdings max. 30 ml die insgesamt rauskommen und das auch nur, wenn min. 3 Stunden rum sind.

Deshalb hab ich auch eher angefangen zuzufüttern, meine Kleine hatte 1 Woche nach der Geburt nämlich schon 15% Gewicht abgenommen.

Und ich hab auch alles ausprobiert, Stilltee, Malzbier, Brusternährungsset, abpumpen zwischen dem Stillen, Dauerstillen, homöopathische Globuli, etc etc. Mittlerweile weiß ich dass ich zuwenig Milchdrüsen habe und nicht mehr herstellen kann.. (Untersuchung beim FA)

Tortzdem werde ich bis zum 4. Monat mit dem bisschen weiterstillen, dann kommt ja irgendwann die Beikost dazu und eine Dreifachernährung mach ich dann nicht.

Mir wurd hier aber auch schon gesagt dass ich wohl nicht alles versucht hab, sonst würds ja klappen. Eine Frau die nicht stillen kann gibts ja anscheinends nicht... #augen

Liebe Grüße
Yaisha + Clara *14.07.2010

Beitrag von romana1984 29.09.10 - 15:07 Uhr

Hallo,

also ich muss dir auch recht geben.

Ich habe im KH ständig angelegt und trotzdem hat mein kleiner nur abgenommen hab dann auch eine stillberaterin kontaktiert, die mir beim anlegen und seinen saugversuchen auf die Finger geschaut hat.

Meine Stillposition war sehr gut und auch Leon hat brav gesaugt und auch richtig. Aber auch ich hab nie genug milch bekommen das ich ihn voll stillen hab können.

Ich war auch sehr fertig, machte mir selbst Vorwürfe weil ich mein Kind nicht ernähren.

Mittlerweile kriegt er nur mehr die Flasche und ich habe mich damit abgefunden und mir gehts auch gut!

Beitrag von lucaundhartmut 29.09.10 - 15:09 Uhr

Liebe Slana,

schön, dass Du und Dein Baby nun wieder entspannter leben könnt. :-)

Ja leider ist es so, dass noch immer alle Mütter über einen Kamm geschoren und "Äpfel mit Birnen" verglichen werden (nach dem Motto "Ich habe alle 60 Minuten die Brust gegeben, dann hatte ich genügend Milch, dann klappt das auch bei allen anderen Müttern").

Es ist immer traurig mitansehen zu müssen, wie sehr Frauen, denen es aus verschiedensten Gründen nicht möglich ist, ihr Kind ganz oder teilweise lange oder kurze Zeit (ausschließlich) per Brust zu ernähren, leiden, weil ihnen von den Frauen, bei welchen (letztendlich) alles "nach Wunsch klappte", von denen, welche ihr Geld mit Beratungen in Sachen Ernährung per Brust verdienen und denen, welche ihre Ideologien durchaus auch mit nicht (wissenschaftlich) fundierten Mitteln verbreiten, permanent ein schlechtes Gewissen eingeredet und die Schuld an der jeweiligen Lage zugewiesen wird.

Liebe Slana, Du hast alles probiert.
Das ehrt Dich ungemein, und Du kannst absolut stolz auf Dich sein! :-)

Dein Kleines bekommt ja "trotzdem" Deine Milch. Das ist doch schön!
Und selbst, wenn mal keine Milch mehr fließen sollte: Dein Baby hat sie eine Zeitlang bekommen, und das ist toll!

Du bist eine ganz besonders gute Mutter, glaube mir.
Denn Du hast alles versucht und eingesehen, dass die Natur Dir (wie vielen anderen Frauen/Babys) einen Streich spielt, der nun einmal nicht zu beheben ist.

Gott sei Dank leben wir in einem Land, in welchem es sehr guten Ersatz für die Milch einer menschlichen Mutter gibt.

Zudem:
Wenn (zumindest statistisch gesehen) 2 bis 5 Prozent aller Frauen ihr Kind nicht oder "nur" teilweise ausschließlich oder teilweise per Brust ernähren können, ist es ein Leichtes, sich auszurechnen, wie viele Frauen dies sind (nämlich SEHR viele).
Mal davon abgesehen, dass es auch Babys gibt, welche schlichtweg die Brust ihrer Mutter ablehnen.


Alles Gute,
Steffi mit Lucamaus


Beitrag von zili 29.09.10 - 15:39 Uhr

Hallo Steffi...besser hätte ich`s nicht schreiben können!
Genauso seh ich das auch!

Lg...zili

Beitrag von slana79 29.09.10 - 17:40 Uhr

Das hast Du wirklich sehr schön geschrieben. Ich musste diesen Thread eröffnen, denn das hat mir keine Ruhe gegeben. Immer nur zu lesen, anlegen, anlegen, anlegen es wird schon alles klappen und man wird genug Milch produzieren. Dadurch habe ich mich wirklich fertig gemacht und war mit mir selber unzufrieden, dass ich einfach irgendwas falsch mache. Ich konnte die Zeit mit meiner Tochter nicht genießen.

So langsam komme ich mit dem Gedanken klar, dass ich nie so viel Milch produzieren werde, um meine Tochter vollzustillen, aber das hat seine Zeit gebraucht. Und ja man ist keine schlechte Mutter, wenn man nicht stillen kann. Eine gute Beziehung kann man auch so zu seinem Kind aufbauen.

Viele Grüße

Slana