Kind, Karriere und wo bleibt die Familie ?

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von gotschie 29.09.10 - 12:30 Uhr


Hallo,

ich möchte eine Diskussion starten, wo es um das Thema geht:

Kind, Karriere und wo bleibt die Familie ?
Wo bleibe ich als Mutter bei einem Vollzeitjob?
Wann findet Familie statt ? Gibt es die klassische Familie noch?

Ich finde, dass die klassische Familie am Aussterben ist und dies auch durch die Politik so gefördert wird. Frauen sollen gefälligst beides: Job und Mutter-sein. Kein Wunder, dass keiner mehr Kinder bekommen mag. Die neue Unterhaltsregelung macht die Sache noch schlimmer.

Warum ist Deutschland nur so kinderfeindlich geworden ? Warum geben die Arbeitgeber Müttern keine Chanche auf dem Arbeitsmarkt? Warum bringt man Familien mit mehr als 2 Kindern nicht mehr Wertschätzung entgegen?

Ist eine Familie modern, wenn Frau/Mann von Betreuungseinrichtung zu Betreuungseinrichtung hetzt, dann zur Arbeit, abends Kinder wieder einsammeln, müde den Haushalt macht und dann ins Bett fällt ?

Provokant - ich weiß !

Jetzt seid ihr dran.

Gruß
Gotschie





Beitrag von atarimaus 29.09.10 - 12:35 Uhr

Hallo Gotschie,

was ist daran provokant?


Mein Mann und ich arbeiten vollzeit, Kind geht in Kita seit sie 11 Monate alt war. Mittlerweile hat sich alles gut engependelt wund wirklich Gehetze und Stress entstehen selten.

Auch einen Kindergartenwechsel haben wir schon durch, der nächste steht jetzt an und Kind freut sich schon auf die neue Kita. Wir fühlen uns wohl mit Vollzeittätigkeit und unser Kind geht gern in den Kindergarten.

Wertschätzung? Wozu? Von wem?
Willst du in den Himmel gejubelt werden, weil du ein Kind bekommen hast? Willst du dauerhafte Sonderbehhandlung, weil du Familie hast?

Brauch ich nicht.

Im Gegenteil, mir geht dieses Verlangen der Familien, doch bitte gewertschätzt und bevorzugt behandelt zu werden auf den Keks.

Es ist nichts besonderes.


Gruß
Beate

Beitrag von knoedel77 29.09.10 - 12:40 Uhr

Hallo,

dieses Thema beschäftigt mich im Moment auch sehr. Fange am Freitag nach meinem Erziehungsurlaub wieder an zu arbeiten. Aber mein Arbeitgeber hat mir schon mitgeteilt, daß ich mit zwei kleinen Kindern zu unflexibel bin und mit Haushalt und Erziehung doch genug ausgelastet wäre. Nun haben Sie mir mit einer Änderungskündigung gedroht und soll von 3,5 Stunden auf 5,5 Stunden pro Tag erhöhen. Das ganze im wöchentlichen Wechsel, einmal ab 6-11:30 Uhr und einmal von 11:30-17:00 Uhr. Ich habe Ihnen gesagt, mir fällt es leichter jede Woche zwei dreimal jemanden nachmittags für die Kinder zu finden wie eine Woche am Stück. Da meine Kollegin aber so nicht arbeiten will, muß ich mich dem fügen. Warum kann ein Arbeitgeber da nicht einschreiten und mir entgegen kommen? Find ich traurig. Aber Sie haben es mir ja schon zu verstehen gegeben, daß sie mich nicht mehr wollen. Und mit den Betreuungszeiten hier im Ort für Kleinkinder kann ich die Zeiten nicht abdecken. Bräuchte immer noch jemanden der mir sie dann abholt.

Wenn das liebe Geld nicht wäre, wäre vieles einfacher!

Lieben Gruß
knodel77

Beitrag von cherry19.. 29.09.10 - 12:43 Uhr

Nunja. Provokant finde ich das nicht. Thats life! ;-)

Ich seh das so:

Sofern das monatliche Einkommen gering ist, sollte auch eine Mami wieder arbeiten gehen. Zur Not eben auch Vollzeit. Ab einem gewissen Alter des Kindes. Hut ab vor denen, die das sofort wieder tun. Ich schimpfe nicht auf diese Mütter. Ich find es schon fast bewundernswert, denn ich könnte das nicht.

Meine Tochter ist jetzt 15 Monate alt, mein Sohn wird 3,5 Jahre. Nun stellt sich mir seit einiger Zeit auch die Frage: Such ich mir jetzt ne Halbtagsstelle oder geh ich Vollzeit wieder arbeiten. Ich werde wohl das dritte Jahr Elternzeit anhängen und halbtags was suchen, da ich davon überzeugt bin, dass ich es nicht packen würde, meine Kinder von morgens bis abends in die Kita zu bringen, abgehetzt sie wieder abzuholen, danach noch heile Familie machen, bis Bettzeit ist und dann den Haushalt zu meistern. Ich glaub, ich würd durchdrehen. Wenn beide mal älter sind, trau ich mir das durchaus zu. Oder wenn ich familiäre Unterstützung hätte. Wie gesagt: Hut ab vor allen, die das schaffen! RESPEKT!

Ich bin davon überzeugt, dass, sofern man das als Frau meistert, dass man eben Familienleben auch durchaus hat. Am Wochenende und in den Abendstunden. Es kommt drauf an, was man mit den Kindern dann macht. Dann sollte man halt noch die kurze Zeit am Abend nutzen, um INTENSIV zu spielen. Dann kommt auch das Kind nicht zu kurz. WE gilt dann natürlich nur der Familie.

Wo man als Frau dabei bleibt? Nungut. Solange Kinder klein sind und man niemanden hat, der die Kurzen mal nimmt, kommt man auch als Hausfrau nicht dazu, mal Frau zu sein ;-)
Ich denke einfach, dass diese Zeiten auch einfach erst wieder kommen, wenn die Kinder größer sind. Klar, hat man jemanden, der sie mal abnimmt, hat man auch mal Zeit für sich und das ist auch gut so. Die sollte man sich als Vollzeitmami und als Hausfrau mal gönnen. Sofern es geht. Auch dann mal am WE, wenn man die ganze Woche arbeitet. Nur halt dann nicht jedes, denn die Kinder sind ja nun auch die ganze Woche von morgens bis abends in der Kita.

Zum Arbeitsmarkt: Tja. Wäre ich Arbeitgeber: Würd ich es anders machen? Wohl kaum, denn Frau mit Kind fällt einfach meist öfters aus. Ein Arbeitgeber kann es sich in den meisten Fällen eben nicht leisten. Jedohc sollten Frauen die Möglichkeit gegeben werden, zu beweisen, dass es auch anders geht, als dann daheim zu bleiben, da hier evtl. Fremdbetreuung trotzdem möglich ist, sofern das Kind nicht extrem krank ist. (Babysitter, Oma, Nachbarin...)

Ich suche ja grad selber und merke, dass es nicht einfach ist. Trotz guter Ausbildung. Ändern kann man es nicht. Augen zu und durch..

Kinderfeindliche Gessellschaft? Wo man hinkommt ;-) Es gibt durchaus noch Ecken in Dtl., da sind Kinder sehr gern gesehen. Sie werden weniger, aber es gibt sie

Beitrag von anarchie 29.09.10 - 12:58 Uhr

Hallo!

Wir sind eine der "klassischen familien"...mein Mann arbeitet, wir haben 4 Kinder, ich bin zuhause - und das gerne und aus Überzeugung.

Unsere gesellschaft IST kinderunfreundlich.
Kinder sollen produziert, schnell abgegeben und möglichst aufwandsarm zu Steuerzahlern heranwachsen.

Viele Mütter MÜSEN arbeiten, weil man von einem gehalt nicht leben kann...da sist falsch.
Ein Vollzeitarbeitender sollte eine familie ernähren können.
Wir haben das glück, dass mein mann so gut verdient, dass wir uns diesen Luxus leisten können und trotzdem ganz gut leben.


das Problem mit der Emazipation ist Folgendes...
Damals gab es klare Rollen.
Mann Arbeit, Frau Herd.
Die Frau sollte dann wählen können.
Kann sie aber de facto meisst nicht, sie MUSS arbeiten UND ihren ehemaligen Job machen.
Hurra, emanzipierte, oft erzwungene Doppelbelastung - bei geringer wertschätzung.
Ist sie daheim, versauert sie hinterm herd, geht sie arbeiten, schiebt sie ihr kind ab.

Wer kann sich denn in deutschland noch viele kinder leisten?
Wenn ich arbeiten wollte, müsste ich das Vollzeit tun um bei den betreuungskosten und Steuerklasse 5 überhaupt was rauszuhaben - und wenn ich Vollzeit arbeite sehe ich meine Kinder kaum noch und amche abends den haushalt.
Also Mutter gestresst, Kinder kommen zu kurz, lebensqualität sinkt - und das alles für ein paar Hundert EUR...
wer das macht, hat keine andere Wahl, hat garkeine Lust auf seine kids oder meint um was wert zu sein, müsse man beides können....

Tja, deshalb kriegen deutsche Frauen so wenige Kinder...und wenn sind es oft Leute, die relativ bildungsfern sind und schlimmstenfalls die kids besser in der kita aufgehoben sind...

lg

melanie

Beitrag von nakiki 29.09.10 - 14:01 Uhr

"Kann sie aber de facto meisst nicht, sie MUSS arbeiten UND ihren ehemaligen Job machen.
Hurra, emanzipierte, oft erzwungene Doppelbelastung - bei geringer wertschätzung. "

Emanzipation komplett falsch verstanden! Dann haben die Frauen selbst Schuld!

Und wer die teuren Betreuungskosten nur gegen den Verdienst der Frau rechnet und diese auch noch in Steuerklasse V "steckt", rechnet auch noch komplett falsch. Betreuungskosten sind Elternsache und auch der Mann finanziert diese mit! Und die Steuerklassen III/V gehören endlich mal abgeschafft, denn genau das ist das Beispiel, warum die Politik weiterhin die Hausfrauen fördert!

Gruß nakiki

Beitrag von kessita 29.09.10 - 14:33 Uhr

#pro vielen Dank. Muss ich meine Tastatur nicht so abnutzen!

Beitrag von anarchie 29.09.10 - 15:26 Uhr

Selbst schuld ist leicht gesagt...es gibt auch genug Frauen, wo der Mann wirklich unglaublich viel arbeitet , sie deshalb arbeiten muss und trotzdem alles alleine schmeissen muss...und wenn er wesentlich mehr verdient, dann bleibt ja nur Steuerklasse 5...

Punkt ist doch:

wenn ein mann netto 2000EUR hat, die Frau in Stk 5 noch 700EUR dazu, die zwei haben 2 Kinder, die sie dafür 8 Stunden berteut haben müssen, dann sind sie in HH mit gut 500EUR betreuungs geld dabei, plus 60EUR essen, ergo bleiben ihr von ihrem gehalt noch 140EUR.

davon muss sie dann noch Fahrtgeld bezahlen, evtl. angemessene Kleidung...und sie sieht ihre Kinder kaum...ist es das - rational - wert?

Rechnet sich schlicht nicht.


Beitrag von windsbraut69 29.09.10 - 14:38 Uhr

"Kann sie aber de facto meisst nicht, sie MUSS arbeiten UND ihren ehemaligen Job machen.
Hurra, emanzipierte, oft erzwungene Doppelbelastung - bei geringer wertschätzung."

Selbst schuld, wenn Frau sich über die Stillzeit für unbedingt zuständig für die Kinder betrachtet. Wir reden hier doch nicht von Alleinerziehenden, oder?

Gruß,

W

Beitrag von anarchie 29.09.10 - 15:19 Uhr

*lol*

ich als Langzeitstillende wäre dann aber bis zu 5 jahre zuständig, aber da nur am Rande...;-)


meisst ist es aber ja doch so, dass es an der Frau hängen bleibt, was natürlich nicht richtig ist, aber oft realität...sei es, weil der Mann noch mehr/länger arbeitet, oder auch weil sie es mit sich machen lässt...

ich für meinen Teil könnte auch meinen 4 Kinder in der kurzen Zeit am Abend nicht so gerecht werden, wie es für nötig erachte...daher wäre ein Vollzeitjob für mich kaum vorstellbar, es sei denn, die Not sässe auf dem fensterbrett.
Und teilzeit rechnet sich nicht...

Aber: ich wollte 4 Kinder und muss nicht arbeiten und bin rundherum zufireden so:-)

Beitrag von ayshe 29.09.10 - 15:30 Uhr

Man kann ja auch trotz LZS früh wieder arbeiten.
Ich meine nur, weil eben immer so viele glauben, wer stillt, müsse automatisch zuhause bleiben.

Beitrag von anarchie 29.09.10 - 15:40 Uhr

eben, deswegen schrieb ichs ja...;-)

ich geh aja uch weg abends trotz zwei Stillkindern, bin ja nicht angekettet;-)

Beitrag von ayshe 29.09.10 - 15:44 Uhr

Ja, ich dachte mir schon, daß du das verstehst, du kennst das ja auch selber, aber viele haben eben nur eine Vorstellung und oft die falsche.

Beitrag von mel130180 29.09.10 - 15:54 Uhr

"Die Frau sollte dann wählen können.
Kann sie aber de facto meisst nicht, sie MUSS arbeiten UND ihren ehemaligen Job machen."

Genau so sieht es aus. Von Männern wird einfach nicht erwartet dass sie einen Job, Kinderbetreuung (am Besten noch mit Langzeitstillen, das meine ich absolut wertfrei) und Haushalt unter einen Hut bekommen. Ich rede jetzt nicht davon, was richtig wäre und warum Frauen sich nicht ihren Männern gegenüber emanzipieren. Es ist schlicht und ergreifend ein Fakt. Die meisten Frauen haben auch einfach keine Energie mehr, um diesen "Kampf" bis zum Erbrechen auszufechten und machen es deswegen selbst. Es ist nicht richtig, dass es so läuft. Aber es ist die deutsche Realität.

Frauen tritt diese Erwartungshaltung überall entgegen. Bis zur absoluten Erschöpfung. Man kann all diesen Aufgaben nicht gleichermaßen gerecht werden, das ist unrealistisch. Irgendetwas bleibt immer auf der Strecke.

Gruß
Mel

Beitrag von gingerbun 30.09.10 - 19:34 Uhr

Hallo Melanie,
ich kenne Dich noch aus dem Babyforum und teile Deine Einstellung grösstenteils. Meine Frage: Gehen Deine Kinder in den Kindergarten?
Gruß, Britta

Beitrag von anarchie 30.09.10 - 20:20 Uhr

Hallo!

Ja mit gut 3, aber nur 4 Stunden, mein 3jähriger wohl ab Februar...

lg

Beitrag von susa31 29.09.10 - 13:02 Uhr

Ich liebe mein Kind und gehe gern arbeiten. Selbst wenn wir Geld bis ultimo hätten, würde ich nicht mehr als zwei Kinder wollen und würde auch nicht daheim bleiben, dafür macht mir der Job viel zu großen Spaß.
Ich finde, die Entscheidung, eine Familie zu gründen, ist eine private - gesellschaftliche Bewunderung brauche ich da eher nicht.

Beitrag von sweety03 29.09.10 - 13:12 Uhr

Hallo,

ich habe 2 Kinder und gehe VZ arbeiten. Allerdings habe ich einen tollen Chef, mit dem ich ein gutes Arrangement gefunden habe: Ich arbeite 3 Tage im Büro und mache 2 Tage Home office. So bin ich flexibler in meiner Zeitgestaltung, bin dafür aber auch oft am WE mit meiner Arbeit beschäftigt, allerdings so, dass unser Familienleben nicht zu kurz kommt.
Für käme es nie in Frage, ganz zu Hause zu bleiben, dafür mag ich meinen Job und meinen Job viel zu sehr.
Unsere Kinder sind bis 14 Uhr im Kindergarten und Hort betreut und werden entweder von meinem Mann oder von mir abgeholt. Mein Mann arbeitet von zu Hause und ist somit auch flexibler.
Der Haushalt wird mehr von meinem Mann gemacht, da er mehr Zeit hat als ich, alles andere wird gerecht aufgeteilt.
Wir fühlen uns mit unserem Modell rundum wohl.
Bis vor einem Jahr habe ich nur 20 Std./Woche gearbeitet, mein Mann war 13 Stunden täglich außer Haus. Alle waren nur gestresst. Mein Mann, weil er nie zu Hause war, ich, weil ich nach meiner Arbeit alles allein stemmen musste, und die Kinder , weil wir genervt waren.
Jetzt haben wir unter dem Strich etwas weniger im Monat, aber unser Familienleben hat sich qualitativ verdreifacht.

Sweety

Beitrag von ela_moon 29.09.10 - 13:19 Uhr

Hallo,

ich habe zwei Kinder (6Monate, 4,5 Jahre). Ich habe bei beiden Kindern keine Elternzeit genommen, sondern direkt wieder angefangen zu arbeiten. Von zu Hause, dank 2er flexibler Arbeitgeber. Ich finde das toll. Eine Kombination aus Arbeit die Spass macht und Kindern, die Spass bereiten. Ich bin froh, dass ich mich nicht zwischen einem der beiden Arbeit oder Kinder entscheiden musste.
Der Beweggrund weiterzuarbeiten, war eher kein finanzieller, sondern die Erkenntnis, dass selbst eine pause von einem Jahr eine sehr lange Pause ist, um im "Job zu bleiben".
Ich habe mich, als mein erster Sohn 3 Jahre alt war, bei 2 Arbeitgebern beworben. Der eine meinte, dass er TROTZ Kind Interesse an mir hätte. Diesem AG habe ich dann abgesagt. Der aktuelle Arbeitgeber hat mir von Anfang an gesagt, dass er es toll findet, dass ich Kinder habe und er mir Flexibiltät bietet, aber auch maximale Leistung von mir erwartet.... Nur so kann es funktionieren!

Ich bin sehr glücklich. Mein Mann hilft mir, wenn ich Ihn brauche. Das ist natürlich toll. Die Kinderbetreuung wird hier auch stets ausgebaut. Ab nä Jahr haben wir einen Ganztagesplatz für den Junior und dann gehe ich wieder Vollzeit arbeiten. Aktuell behelfe ich mir mit einer Tagesmutti oder arbeite eben von zu Hause.

wenn ich "nur" Mutter wäre, wäre ich wirklich unglücklicher.... Ich freue mich jeden Tag über diese tolle Kombination.... und die Bereicherung meines Lebens mit Kindern und Arbeit.....

Ich finde, in Dtl tut sich was.....

Manuela

Beitrag von denila 29.09.10 - 13:19 Uhr

Was verstehst du den unter "Frau sein" und "Familienleben"?;-)
Karriere ist übrigens so ein Wort auf das ich total abfahre. Alle wollen heute Karriere machen. Früher nannte man das noch arbeiten gehen. Heute nennt man es Karriere der man hat eben Erfolg in seinem Beruf was ja nur eine Umschreibung des Ersten ist.
Mein Mann und ich haben beide gute Jobs, die wir meistens gerne machen, Geld bringen und zur Familienharmonie beitragen. Karriere haben wir nicht gemacht. Schließlich sind wir ja nicht vom Tellerwäscher zum Millinär aufgestiegen. Verkäuferin im Supermarkt oder Sachbearbeiter bei einer Versicherung. Alles super, aber Karriere ist doch etwas anderes oder?

Ich arbeite 30 Stunden die Woche. Frau bin ich natürlich trotzdem noch. Ich gehe mal mit Freundinnen weg oder mache nur was mit meinem Mann zusammen. Das ist schön und macht für mich persönlich "Frau sein" aus. Natürlich stecken die Kinder dafür mal zurück, aber nicht so sehr das es ihnen schadet, glaube ich.
Ich hole meine Kinder entweder schon gegen Mittag bzw. zweimal die Woche erst nachmittags aus der Betreuung. Danach haben wir den Rest des Tages viel Zeit zusammen. Klar gibt es auch den Haushalt, aber da helfen mir meine Kinder(5 und 2) noch gerne. Einiges nimmt mir auch meine älteste Tochter(13) ganz freiwillig ab. Sonst wird es halt aufs Wochenende verschoben. Wir essen abends sehr lange und ausgiebig zusammen. Das ist uns wichtig und wir sitze nauch mal 90 Minuten zusammen, weil wir uns noch unterhalten oder was spielen;-) Das ist für mich Familienleben pur.

Ob Deutschland kinderunfreundlich ist weiß ich nicht. Klar wird manchmal doof geguckt, wenn ich mit 3 Kindern(nald 4) irgendwo hingehe, aber das stört mich nicht so. Wert schätzung will ich nicht. Die hole ich mir woanders.:-p
Mein Arbeitgeber ist mir immer sehr entgegen gekommen. Ich kann da nur gutes berichten.

Wir müssen zwar viel organisieren, aber ich bin trotzdem zufrieden wie es ist. Wir haben beide unsere Jobs, teilen uns den Haushalt und die Betreuung der Kinder. Das ist auch etwas was meiner Meinung nach oft falsch läuft. Der Mann geht vollzeitarbeiten und die Frau arbeitet auch zumindest teilzeit und muss nebenbei noch den Haushalt erledigen und alles in Bezug auf die Kinder erledigen. Das muss ja zu viel werden.

Beitrag von braut2 29.09.10 - 13:21 Uhr

Ich bekomme jetzt mein 3.Kind. Und bin zuhause. Aber auch nur, weil die Kids so kurz hintereinander kamen und ich in Elternzeit war/bin. Die Kinder sind trotzdem halbtags im Kiga, gottseidank, das tut ihnen gut. Und ich war für ein paar Stunden nebenbei arbeiten.
Ich könnte nicht nur die "klassische" Rolle übernehmen, auch wenn wir es finanziell könnten. Ich möchte es einfach nicht so. Ich möchte aber auch nicht bis 18 oder 19 Uhr arbeiten wenn ich es nicht muss.
Ich brauche auch keine Anerkennung oder Wertschätzung der Gesellschaft. Nur möchte ich keine Steine in den Weg gelegt bekommen NUR weil ich eine Familie habe. Manchmal hab ich das Gefühl doppelt und dreifach zur Kasse gebeten zu werden.
Kinderfreundlichkeit........nunja, ich erlebe es mal so und mal so. Es kommt auch auf die eigene Sicht an. Es gibt durchaus auch Eltern, die ihren Kindern echt alles erlauben und entsprechende Reaktion ernten. Da stellt sich die Frage: wo hört "Kinderfreundlichkeit" auf bzw.wo darf sie dann auch aufhören? Oder sollte man sagen "Elternfreundlichkeit" ? ;-)

Die Arbeitssituation ist durchaus besser geworden im Gegensatz zu früheren Zeiten. Aber da geb ich Dir recht: eine gute Chance als Mutter wieder im Berufsleben Fuß zu fassen ist nicht einfach. Manchmal bleibt es einem sogar ganz verwehrt, vor allem dann, wenn man nicht nach der Flexibilitäts-Pfeiffe des tanzen kann. Das finde ich traurig.
Ich wüsste aber ehrlich gesagt nicht, was ich als "Chef" machen würde. Würde ich tatsächlich eine Mutter mit 2-3 kleinen Kindern einstellen?? Wo ich mit Ausfall rechnen müsste? #kratz

Lg b2

Beitrag von windsbraut69 29.09.10 - 13:32 Uhr

Ja, wo bleibt bei Deinen Gedankengängen denn der Mann und von wem erwartest Du Wertschätzung?

Gruß,

W

Beitrag von ayshe 29.09.10 - 15:12 Uhr

Den Mann vermisse ich bei der ganzen Überlegung auch, aber das ist ja häufiges Thema.

Beitrag von windsbraut69 29.09.10 - 15:54 Uhr

Ja, wenn Frau sich aber so definiert und für unersetzlich hält oder aber ganz zufrieden ist am heimischen Herd, dann möge sie doch bitte nicht jammern und schimpfen!

Beitrag von ayshe 29.09.10 - 15:59 Uhr

Ich habe es eher so verstanden, daß eben diejenigen, die sich da so wohl fühlen und unersetzlich, jammern, wenn sie arbeiten müssen, aber das dann alles so schwer ist #kratz