Mal ehrlich:wer achtet heute eigentlich noch die Lehrer seiner Kinder?

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von knutschka 29.09.10 - 13:53 Uhr

Hallo,

meine Tochter ist noch klein, aber da ich selbst angehende Lehrerin bin, lese ich hier ab und an mit und bin echt erschrocken, wie wenig Vertrauen Eltern anscheinend in das pädagogische Geschick der Lehrkräfte setzen...

Anscheinend ist es zur Regel geworden, bei jeder Kleinigkeit beim Lehrer zu Hause anzurufen. Findet ihr das wirklich normal und richtig? Ich selbst möchte nicht andauernd angerufen werden und habe nach meinen Erfahrungen hier ernsthaft den Plan, den Eltern lediglich meine Email-Adresse mitzuteilen und meine Telefonnummer für den wirklichen Notfall im Sekretariat zu hinterlegen.

Warum nutzt anscheinend kaum noch einer die Möglichkeit des Elterngesprächs? Damit meine ich nicht die alljährlichen Elternversammlungen, sondern die Möglichkeit, einen direkten Termin mit dem Lehrer zu machen (oder machen da etwa die Lehrer nicht mehr mit?)?

Ständig wird an irgendwelchen Methoden gezweifelt, noch bevor sie eine Chance hatten, in die Tat umgesetzt zu werden... Irgendwie scheint man als Elternteil stets und ständig das Gefühl zu haben, man wüsste selbst am besten, wie die Kinder zu lernen haben - meint ihr nicht, es hat seinen Grund, dass eine Lehrerausbildung mind. 6,5 Jahre dauert? Und meint ihr nicht auch, Menschen, die diese Ausbildung genossen haben, verdienen ein wenig Vertrauen in das, was sie tun?

Sicher sind nicht alle Eltern so, wie ich es eben beschrieben habe, aber ich muss zugeben, umso länger ich hier lese, umso mehr drängt sich mir das Gefühl auf, dass es aber für mind. 50% der Eltern zutreffend ist.

Und ganz ehrlich Mädels: wenn ich mir vorstelle, dass ich mich nicht nur um die Schüler, die Schule und den Stoff, sondern auch noch um Eltern kümmern soll, die meinen sie wüssten alles besser, dann habe ich jetzt schon bescheiden wenig Lust auf das, was mich ab dem nächsten Jahr erwartet...

LG Berna

Beitrag von xenotaph 29.09.10 - 13:56 Uhr

#pro

als ebenfalls angehende lehrerin stimme ich dir da doch zu gerne zu !

LG

Beitrag von katjafloh 29.09.10 - 14:02 Uhr

#pro Gebe Dir vollkommen Recht.

Ich weiß auch nicht, was die ganzen Mütter mit den Lehrern zu besprechen haben. Jeden Morgen! Ich kann von mir behaupten, daß ich noch kein einziges Mal mit der Klassenlehrerin ein Gespräch über meinen Sohn führen mußte. Wüßte nichtmal worüber. #kratz

Vielleicht könnt ihr mir mal erklären, was ihr denn alles so mit dem Lehrer zu besprechen habt? #kratz

Ich halte die Klassenlehrerin meines Sohnes für sehr kompetent. Fachlich und auch pädagogisch und beliebt in der Klasse. Sie ist noch ganz frisch von der Uni und hat letztes Jahr ihre erste 1. Klasse übernommen. Würde behaupten, sie hat ihre Klasse im Griff. Mein Sohn liebt sie und ihm geht es super in der Schule. Keine Probleme, höchstens mal mit den Klassenkameraden. Aber er weiß sich zu wehren, macht ja schließlich Wing Tsun ;-)

Auch beim Elternabend hab ich mit der Lehrerin über noch keinerlei Probleme geredet, höchstens mal ein paar private Worte bei der Verabschiedung.

LG Katja + Jannik (8) 2. Klasse

Beitrag von emmapeel62 29.09.10 - 14:04 Uhr

100 % Zustimmung, genau das denke ich auch wenn ich hier querlese #pro

Gruß
emmapeel

Beitrag von schneeglitzern 29.09.10 - 14:09 Uhr

Bis zur 4. Klasse meines Sohnes habe ich nicht an den Lehrern gezweifelt.

Nachdem er in die 5. Klasse kam war ich entsetzt, was er alle offensichtlich nicht kann. Das ist aber nicht seine Schuld. Er hatte bis zum 1. HJ. der 4. Klasse nur 1 er und 2er. hat für die Schule nichts tun müssen. War immer alles bestens.

In der 4. Klasse fiel mir seine schlechte Rechtschreibung auf. Habe die KL mehrfach angesprochen. wurde mit den Worten das wird schon vertröstet. Vielen Dank.

Was würdest Du als Mutter dazu sagen? Ich gehe davon aus, dass Du keine eigenen schulkinder hast.
Ich möchte Dir nicht zu Nahe treten, ist nicht böse gemeint. Aber wie willst Du beurteilen, dass ein Lehrer gut oder schlecht ist.

Er hat seit der 5. Klasse eine Mathelehrerin und die gesamte Klasse ist grottenschlecht. Gestern kam nicht die erste Arbeit mit einem schnitt von 3,90 zurück.
Die Englisch-Lehrerin z.B. paßt sich der Klasse an. es ist eine sehr lebhafte Klasse die gut mit Bewegung lernt. sie denkt sich neue Sachen dazu aus. Die ist sehr engagiert. Die Mathe lehrerin zieht ihr Ding durch. Fertig. Sie läßt keinen Zweifel an ihrem Unterrichtsstil zu.

Gruß
Schneeglitzern

P.S. Noch etwas zum Lehrer sein. ich glaube das hat sich sehr verändert. Meiner Meinung sollte ein Lehrer den Eltern die Möglichkeit zum telefonieren geben. Wie bitte sollen berufstätige Eltern einen Termin mit der Lehrerin machen? Viele Lehrer geben dazu nur vormittags die Möglichkeit.

Beitrag von knutschka 29.09.10 - 14:27 Uhr

Hallo,

nein, ich habe keine eigenen Schulkinder und möchte auch nicht behaupten, dass alle Lehrer gute Lehrer sind.

Dennoch fällt es mir hier extrem auf, dass Lehrer oft zu den Buhmännern schlechthin gemacht werden.

Es spricht auch absolut nichts dagegen, wenn man als Elternteil das Gespräch mit dem Lehrer sucht, aber doch bitte mit dem nötigen Respekt - beim Arzt haben sich alle dran gewöhnt, dass man sich einen Termin holt - warum kann das bei Lehrern nicht funktionieren? Nur mal als Beispiel.

Du hast dir bestimmt die Arbeit deines Sohnes angeschaut. War sie zu schwer? Eigentlich ist eine drei übrigens keine schlechte Zensur. Wenn streng nach den Reichltinien zensiert werden würde, dürfte es bei einem Fehler schon keine 2 mehr geben (1=Leistung erfüllt die Erwartungen über die Maßen, 2=Leistung erfüllt die Erwartungen in vollem Maß). Mir ist schon klar, dass niemand so zensiert, aber selbst wenn, wäre er rechtlich abgesichert - es wäre nur unfair den Schülern gegenüber, weil andere Schüler für wesentlich schlechtere Leistungen bessere Noten erhalten.

Das aber nur am Rande.

Natürlich ist es wünschenswert, den Kindern bestmöglich entgegen zu kommen, dass alle gut lernen können, aber ich habe auch Verständnis dafür, dass manche Lehrer nicht jeden Trend mitmachen (in Bewegung lernen). Trotzdem ist es natürlich in eurem Fall richtig, ein Gespräch zu suchen, da es so offensichtlich nicht weitergehen kann. Dazu gibt es aber eben genügend offizielle Wege, die ihr sicher auch nutzen werdet.

Und zum Elterngespräch: ich finde es nicht tragbar, dass Lehrer nur vormittags Termine machen. Wie gesagt: Mich wird man über Email erreichen können - die kann ich nämlich beantworten, wann es mir passt und nicht wie ein Telefongespräch bei dem man mich evt. auf dem falschen Fuß erwischt. Außerdem kenne ich es so, dass es zumindest monatlich die Möglichkeit zum Elterngespräch (nachmittags/ abends) gibt. Die Termine werden durch das Sekretariat vergeben. Ich finde, das ist eine tragbare Lösung für alle Beteiligten.

LG Berna

Beitrag von schneeglitzern 29.09.10 - 14:42 Uhr

Ich geben Dir vollkommen Recht. Das mit den Emails wäre mir auch Recht. Einige Lehrer lesen aber ihre emails nur ab und an mal. Das ist sicherlich unterschiedlcih. Die Klassenlehrerin möchte z.B lieber angerufen werden.

Wie sollen wir als Eltern wissen, was welchem Lehrer am liebsten ist? Das ist auch für uns nicht einfach.

Nochmal zum Termin: Oft sind es wirklich kurzfristige Dinge, die einfach nicht in die nächste Woche geschoben werden können.

Und zum Trend mit Bewegung lernen. Das ist kein trend. Es gibt eben Kinder, die nicht still sitzend lernen können. Aber das scheinen viele Lehrer einfach nicht zu wissen.

Mein Sohn kann z.b. am besten auswendig lernen, wenn er sich die Sache anschaut und danach 3 Stunden in die Halle geht. Danach kann er es plötzlich.

Gruß
Schneeglitzern

P.s. sorry muss ihn in die Turnhalle fahren.

Beitrag von knutschka 29.09.10 - 14:58 Uhr

Ich finde es schon wichtig, dass man den Eltern am Anfang klar sagt, was man möchte und wo die Grenzen sind - vielleicht machen das wirklich zu wenig Lehrer.

Ich meinte auch nicht, dass das Lernen in Bewegung selbst ein Trend ist - der Trend (und damit meine ich nicht Modererscheinung, sondern Richtung) ist vielmehr, dass auf die individuellen Schülerinteressen eingegangen wird. Es ist sicher richtig, das zu tun, wenn man sich dazu in der Lage sieht, aber ich denke, es sollte auch akzeptiert werden, wenn ein Lehrer sich nicht von heute auf morgen verbiegen kann. Die innovativen Methoden sind gut und sicher richtig, aber sie sind eben auch nur effizient, wenn die Lehrkraft dahinter steht.

LG Berna

Beitrag von schullek 29.09.10 - 15:11 Uhr

da hast du vollkommen recht. nicht jeder lehrer kann in allen trends und richtungen gleich gut sein udn die mit begeisterung an die schüler weitergeben. natürlich sollten lehrer offen sein udn auch neues ausprobieren. aber auch von schülern kann erwartet werden, dass sie sich bis zu einem gewissen maß an die art udn weise des lehrers anpassen.
und sind wir mal ehrlich, mit 30 kindern in einer klasse, kann eine 'einfache' gruppenarbeit zum kraft udn geduldsakt ohne ende ausarten. ich möchte da mal eltern in der rolle des lehrers sehen, mit ihren augen, die überall sein müssen, mit fragenden schülern in jeder ecke.
und die wenigsten eltern können sich vorstellen, wie es als lehrer ist, eine klasse zu übernehmen und dann den erwartungen der eltern ausgesetztt zu sein. es wird den meisten kaum zeit gegeben die klasse kennenzulernen, da stehen schon die ersten eltern da und beschweren sich über diese arbeit, die benotung, dies und das...

lg

Beitrag von freyjasmami 30.09.10 - 14:33 Uhr

Den Großteil meiner Lehrer konnte man noch achten.

Diese Lehrer machten ihren Beruf mit Freude. Wir Kinder hatten ein tolles Verhältnis zu ihnen. Sie waren wirklich im Schulalltag Familienersatz. Die haben sich gekümmert, wenn ein Kind Probleme hatte. Ob beim lernen, mit Mitschülern, in der Familie usw.
Sie hielten uns als Klasse wie eine Mutter ihre Entenküken beisammen und passten auf das niemand unterwegs verloren ging.

Diese Lehrer gibt es nicht mehr. Sind in Rente.

Die älteren Lehrer sind völlig gefrustet. Haben eigentlich schon lange keine Lust mehr.
Lassen ihren Frust an den Kindern aus, halten sich für etwas besseres. Ziehen stur ihr Ding durch, ohne Rücksicht auf Verluste.

Die Lehrerin meiner Tochter äußerte sich in ihrem Dorf-Chor:

Ich hatte noch nie so schreckliche Schüler und so unmögliche Eltern!#schock

Wohlgemerkt singt die Tante einer Schülerin im Chor mit...#schein

Welchen pädagogischen Sinn hat es, Kinder die sich zu langsam vor/nach dem Sport umkleiden, mehrmals vor der Klasse selbiges üben zu lassen?
Oder Kinder die ihr Waschzeug vergessen haben, so genannte Schweinchen-Runden drehen zu lassen?(nebenbei haben sie in den kurzen Pausen eh keine Zeit sich nach dem Sport zu waschen)

Die Kinder werden so fertig gemacht, das sie sich bei -25°C weigerten Strumpfhosen und Unterhemden zu tragen, weil sie sonst wieder zu langsam wären!(wird übrigens kontrolliert ob sie unterm Sportzeug noch ein Hemd anhaben)

Für mich hat das keinen pädagogischen Sinn.

Das sahen nicht wenige Eltern genauso. Alle wurden von der Schulleitung nieder gemacht.

Sowas ist Alltag. Und das ist noch schön.

Willkommen im richtigen Leben.

Und mal ehrlich:

Es gibt viele Menschen deren Ausbildung nicht weniger lang ist oder genauso intensiv. Die halten sich auch für nichts besseres. Das ist eine weitverbreitete Unart der Lehrer.

Aus welchem Grund meinst Du eigentlich, das Eltern nicht wüssten was für ihre Kinder gut ist?
Wie schon gesagt, kaum ein Lehrer geht heute noch individuell auf die Kinder ein. Zu meiner Zeit war das Standard. Kein Wunder das Eltern auf die Barrikaden gehen.

Gruß, Linda

Beitrag von 3wichtel 29.09.10 - 14:11 Uhr

Hallo,

ich achte die Lehrer meiner Söhne. Zumindest die, die sie jetzt haben. Die erste Lehrerin konnte ich nicht achten: Sie war überfordert, hat die Kinder bloßgestellt und permanent in Grund und Boden geschrien.

Jetzt ist sie weg und neue Zeiten brechen an: Engagierte Lehrerinnen, die Sinn für Menschlichkeit, Toleranz und Achtung haben. Und schon habe auch ich kein Problem mit der Achtung.

Auch die Lehrerin meines Mittleren macht einen tollen Job!

Zu Deinen Telefonnummer-Plänen mal ein Tipp: Wenn ihr ISDN o.ä. habt (oder einrichten könnt), dann nimm eine Nummer (die "Geschäftsnummer") und hänge dort einen leise gestellten Anrufbeantworter dran.
Dann kannst Du jeden Abend drauf schauen, ob Nachrichten drauf sind, und die Familie wird nicht belästigt.

Beitrag von knutschka 29.09.10 - 14:32 Uhr

Hallo,

vielleicht ist es falsch rüber gekommen, aber ich wollte natürlich nicht sagen, dass alle Lehrer spitzenklasse wären.

Nur hatte ich hier echt das Gefühl, dass sie für so ziemlich alles verantwortlich gemacht werden.

Vielleicht täusche ich mich da ja auch...

Die Idee mit dem Anrufbeantworter ist auch nicht verkehrt.

Danke.

LG Berna

Beitrag von julia_25 29.09.10 - 14:11 Uhr

SUCHE DIR NIE EINEN JOB DER MIT KINDERN ZU TUN HAT!

DU WIRST DICH NIE NUR UM DIE DIR ANVERTRAUTEN KINDER KÜMMERN KÖNNEN!

DU WIRST FÜR DIE ELTERN DA SEIN MÜSSEN!



das sagte eine freundin von mir. grundschullehrerin.


julia

Beitrag von knutschka 29.09.10 - 14:33 Uhr

Na gut, damit könnte ich ja sogar noch leben - nur eben zu Bedingungen, mit denen ich auch leben kann... ;-)

Beitrag von leopoldina1971 29.09.10 - 15:01 Uhr


Hallo zusammen!


So sollte es sein:

http://www.weidigschule.de/erlasse/lehrer.htm :

.....Lehrerinnen und Lehrer sind sich bewusst, dass die Erziehungsaufgabe in der Schule eng mit dem Unterricht und dem Schulleben verknüpft ist. Erziehung ist die bewusste und absichtsvolle Einflussnahme auf die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen. Positive Wertorientierungen, Haltungen und Handlungen können nur überzeugend beeinflusst werden, wenn Lehrerinnen und Lehrer auch als Vorbilder für Kinder und Jugendliche wirken und sich dessen bewusst sind. Erziehung und Persönlichkeitsbildung gelingen umso besser, je enger die Zusammenarbeit mit den Eltern gestaltet wird und diese auch ihre Erziehungsaufgabe aktiv und verantwortungsvoll wahrnehmen. Dies gilt umso mehr, als den Eltern natürlicherweise und auch nach der Verfassung in erster Linie die Erziehungspflicht obliegt. Beide Seiten müssen sich rechtzeitig gegenseitig verständigen und gemeinsam bereit sein, konstruktive Lösungen zu finden, wenn es zu Erziehungsproblemen kommt oder Lernprozesse misslingen.........



Wer jetzt schon aufgibt oder jetzt schon von der zukünftigen Zusammenarbeit mit den Eltern genervt ist und hier latente Respektlosigkeit den Eltern unterstellt, der hat sicherlich das falsche Studium gewählt.

Liebe Grüße

Beitrag von similia.similibus 29.09.10 - 15:28 Uhr

Sehe ich auch so!

Beitrag von karamalz 29.09.10 - 14:22 Uhr

wie man in den wald hineinruft, so schallt es zurück!

und zum thema: länge ausbildung -> man hat das zeug zum lehrer oder nicht!

lehrer sein ist mehr als nur fachwissen. da gehört herzblut, menschenkenntnis, liebe zu den schülern etc.pp rein, das kann man nicht lernen!

dir viel erfolg, auch wenn du dich jetzt schon überfordert zeigst bei der bloßen vorstellung zu lehren...

Beitrag von knutschka 29.09.10 - 14:50 Uhr

Natürlich ist Lehrer sein in gewissem Sinne Berufung, aber hier wird ja auch - und was das schlimme ist, meist unreflektiert - über vieles gemeckert, das nichts mit diesem Herzblut zu tun hat (Methodik, Hausaufgaben, Aufgabenstellungen, etc.)

Es ist ja glücklichweise nicht die Vorstellung zu lehren, die mich "überfordert", sondern vielmehr die scheinbare Anspruchshaltung der Eltern. In jedem anderen Job überlässt man das Arbeiten den Fachleuten, nur bei den Lehrer meinen irgendwie verdächtig viele, sie wüssten es besser. Aber das ist ja erstmal nur eine Vermutung. Vielleicht werde ich ja auch positiv überrascht.

Viele Grüße
Berna

Beitrag von karamalz 29.09.10 - 15:09 Uhr

vielleicht ist ja auch der umstand schuld, das manche lehrer nicht in der lage sind, sich respekt zu verschaffen und versuchen den über die eltern einzufordern?

so schön wie das einbinden des elternhauses in den schulprozess wohl sein mag, aber in der schule ist der lehrer verantwortlich und zu hause die eltern. das sollte klar werden. es soll ein miteinander, im sinne von ergänzen geben, kein lehrer am ende mit seinem latein, nun macht was eltern.

eventuell hat das früher besser funktioniert, weil eltern keine lehrerfunktion und lehrer keine elternfunktion ausübten. ich renn ja auch nicht zum lehrer, wenn mein kind sein zimmer nicht aufräumt...

dein arbeitsfeld sind die schüler. und neue besen kehren zwar gut, aber auf alten pferden lernt man das reiten. wenn der mix stimmt und die ergebnisse, wird es sicherlich keinen anlass für kritik geben.

unterrichtest du in der stadt? viele "zugereiste"?

Beitrag von schneeglitzern 30.09.10 - 06:51 Uhr

Da triffst Du den Nagel auf den Kopf.

Ich denke, dass aber auch viele Lehramt studieren, weil sie glauben, es sei ein einfacher Job mit vielen Ferien.

Auch nochmal etwas zum Thema Lehrer Ausbildung.

Eine wirkliche Ausbildung ist es doch garnicht. Schule-studieren-Schule.

Ich kenne aus Erzählungen Stories, da stellen sich mir die Nackenhaare.
Da wird um den Stundenplan gefeilscht. Der eine will dort nicht zur ersten Stunde, der andere dort nicht diese Stunde. der will nicht in die Klasse etc.

Eine befreundetet GS Lehrerin jammert, wenn sie mal bis um vier in der Schule bleiben muss.

Ich will nicht alle über einen Kamm scheren, aber solche Einstellungen machen einem schon Angst.

Mir fehlt auch so ein bisschen ein Kontrollsystem für Lehrer. Einige hätten in der freien Marktwirtschaft schon lange ihren job verloren.

Das sind eben so meine Erfahrungen. Ich finde es sehr schade, dass ich noch keinen Lehrer getroffen habe, der mich absolut überzeugt hat.

Gruß
Schneeglitzern

Beitrag von schullek 29.09.10 - 15:13 Uhr

nein, lehrer sein kann man lernen. das lernst du in der ersten pädagogoikvorlesung an der uni;-)
wenn es nach deine rlogik ginge, gäbe es dann wohl kaum lehrer.
nur müssen lehrere auch die chance haben lehrer zu sein!

Beitrag von karamalz 29.09.10 - 17:17 Uhr

gespür für menschen hat man oder eben nicht...
eventuell sollte dieses wissen, nicht in der ersten, sondern in der letzten vorlesung vermittelt werden, dann wird es nicht so schnell vergessen.
und man spürt ob ein lehrer aus intrinsischen oder extrinsischen motiven seinen beruf ausübt!
aber ich glaube, das die schule einen wandel durchmacht, der nicht unbedingt vorteilhaft ist. und natürlich sind die kids von heute nicht denen von vor 20 - jahren gleichzusetzen. die respektlosigkeit, die einzughält, verschulden wir alle. dieses thema ist sehr umfangreich und ich denke jeder sollte seinen weg mit der schule und seinen kindern nach bestem wissen und gewissen gehen. mein großer sohn ist seit zwei jahren mit der schule fertig, nun freue ich mich auf unseren jüngsten in ein paar jahren. schau´n mer mal.

Beitrag von ivik 29.09.10 - 14:25 Uhr

Es gibt noch welche!
Nach der letzten Klassenfahrt bekamen wir eine Mail mit einem Dankeschön einer Mutter.
Sonst gibt es schon mal: Na, hatten Sie einen schönen Urlaub? #rofl

Beitrag von dominiksmami 29.09.10 - 14:27 Uhr

Huhu,

mein Sohn ist 9 und geht somit seit 5 Jahren zur Schule ( wir leben in NL).

Ich habe noch NIE eine Lehrerin zu Hause angerufen...auf so eine, mit verlaub das meine ich nicht böse, seltsame Idee käme ich gar nicht erst.

Lehrer haben Arbeitszeiten, innerhalb dieser kann ich als Mutter definitiv ALLES regeln was zu regeln ist.

Arbeit ist Arbeit und Feierabend ist Feierabend.

Ich würde ja auch schlechte Laune bekommen wenn die kunden meines Mannes h ier noch am Abend anrufen würden.

In Sachen Vertrauen in pädagogische Fähigkeiten...hmm sowas muß sich bei mir erst aufbauen. Das hat es hier sehr gut getan, aber..sollte etwas vorfallen und meiN Sohn mir davon berichten, dann glaube ich immer zuerst ihm, bis mir das Gegenteil bewiesen wurde...dafür bin ich schliesslich seine Mutter.


Wenn irgendetwas zu bereden ist dann mache ich das kurz nach Unterricht, wenns mal etwas längeres wäre ( was noch nicht vorkam) dann würde ich dafür einen Termin mit der Lehrerin machen.


Im allgemeinen muß ich sagen das wir hier Glück mit Schule und Lehrern haben, aber bei dem was ich hier bei Urbia manchmal so lese...da sträubt sich mir das Nackenfell *grusel*, da würde ich wahrscheinlich auch deutlich unentspannter reagieren.

lg

Andrea

Beitrag von grizu99 29.09.10 - 14:37 Uhr

#pro bin zwar keine Lehrerin, aber Mutter 2er Söhne (8. Jahre und 5.Jahre) und das erste Schuljahr war Horror (von Seiten der halben Elternschaft)
Die Lehrerin konnte nix machen, ohne das sie kritisiert wurde. :-[