Zeitarbeit....wann kann ich mit Übernahme rechnen?

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Beitrag von purzel21 29.09.10 - 15:39 Uhr

Also mein Betreff ist etwas komisch, aber ich wusste nicht wie ich es schreiben sollte.

Folgendes:

2004 habe ich eine überbetriebliche Ausbildung im Unternehmen X gemacht. Nach der Ausbildung wurde ich von diesem Unternehmen übernommen...leider nur über eine Zeitarbeitsfirma, da angeblich keine Stelle frei war. Nun tingele ich schon seit 3 Jahren bei der Zeitarbeitsfirma rum, weil das Unternehmen X mich nicht übernehmen will bzw. immer mit anderen Argumenten kommt, warum eine feste Übernahme nicht möglich ist...

Mich k... das echt langsam an...die Festangestellten verdienen fast das Doppelte wie ich, machen dieselbe Arbeit wie ich (arbeite im Büro als Sachbearbeiter) usw. Ich fühle mich mittlerweile nur ausgenutzt...habe andererseits aber auch Bammel, dass ich evtl. "rausgeschmissen" werde, weil ich irgendwelche Anforderungen stelle....

Meine Chefs (ja es waren bisher schon mehrere, die ich mit überstanden habe ;-)) waren bzw. sind alle zufrieden mit mir und sie sagen ja auch, dass sie mich brauchen. Aber an der Personalabteilung kommt man irgendwie nicht vorbei...

Kann ich denn irgendwas tun, damit was passiert? Oder muss ich einfach nur weiter Geduld haben? Ich finde aber, normal ist das langsam nicht mehr....ist es denn erlaubt, dass ein Unternehmen einen Zeitarbeiter solange "ausleihen" kann???

Was denkt ihr?

Danke für Antworten!

LG

Beitrag von sahneschnitte-01. 29.09.10 - 15:46 Uhr

hi.ja das ist normal.es kann auch sein das du noch einige jahre über die zeitarbeitsdirma angestellt bist.die betriebe übernehmen heut zu tage nicht mehr so schnell.leiharbeiter sind günstiger.sorry.aber so ist es nun mal.

Beitrag von bi_di 29.09.10 - 15:52 Uhr

Du gibts Dir die Antwort doch selber: Du verdienst die Hälfte für die gleiche Arbeit. Wieso solltest Du also eingestellt werden? Selbst wenn die Zeitarbeitsfirma noch mitkassiert, bist Du so günstiger als als Festangestellte.

Deine einzige Option: Nutze die gewonnene Berufserfahrung und such' Dir woanders einen Job als Festangestellte.

Grüsse
BiDi

Beitrag von manavgat 29.09.10 - 18:48 Uhr

1. Hast Du nach 3 Jahren schon lange das Recht auf gleichen Lohn. Und zweitens ist eine so lange Ausleihe gar nicht zulässig.

Ich würde eine Anwältin befragen oder die zuständige Gewerkschaft.

Gruß

Manavgat

Beitrag von purzel21 29.09.10 - 19:31 Uhr

Danke für deine Antwort!

Aber ist deine Aussage auch zu belegen? Also gibts dazu Gesetze oder rechtliche Festlegungen?

Ich meine, das mit dem Lohn hab ich mir auch schon überlegt...ich hatte da sowas schonmal gelesen, bin mir aber eben nicht sicher, ob es dafür wirklich ne Richtlinie gibt.

Ich habe schon im I-net rumgesucht, aber irgendwie nix Passendes gefunden.

Eigentlich möchte ich die Firma nicht verlassen, weil es hier in der Gegend mit die einzige ist, die wirklich guten Lohn zahlt. Ich bin überhaupt froh, da rein gekommen zu sein. Aber ich muss auch dazu sagen, dass ich nicht die einzige Leiharbeiterin bin, die da solange über Zeitarbeit eingestellt ist...

Klar, bin ich vielleicht billiger...aber solange wie ich mich nicht wehre oder bzw. keine anderen Anforderungen stelle, ändert sich wohl auch nix...deshalb bin ich auf der Suche nach Gründen bzw. schlagfertigen Argumenten, dass sie mich übernehmen (endlich mal!) oder auch nicht...

LG

Beitrag von hippogreif 29.09.10 - 19:43 Uhr

Kannst Du Deine beiden Aussagen auch belegen???
Ich verstehe einiges von dem Thema Arbeitsrecht und Zeitarbeit, aber soetwas höre ich zum ersten Mal.
Falls Du irgendein aktuelles Urteil gefunden hast, würde mich das sehr interessieren, aber ich glaube, da irrst Du Dich!

Beitrag von demy 30.09.10 - 08:15 Uhr

Ach mensch Manavgat.
Bevor du manchmal zu rechtlichen Themen schreibst, mach dich doch bitte einfach vorher mal wenigstens ein bischen schlau!
Machst du das eigentlich mit Absicht immer wieder völlig falsche Tipps zu geben um die hilfe/ratsuchenden in die Irre zu führen?

Zu 1.
Das AÜG ( http://www.gesetze-im-internet.de/a_g/index.html ) sagt Equal Pay ab dem 3. Monat Einsatzdauer, richtig, WENN, ich betone WENN, nicht ein Tarifvertrag etwas anderes aussagt.
Es wenden alle Zeitarbeitsunternehmen die Tarifverträge der Zeitarbeitsbranche an, das sind IGZ/BZA und die "christlichen"
Dort gibt es kein Equal Pay, also gleichen Lohn für gleiche Arbeit.

Zu 2.
Mit der Reform des AÜG 2004 durch die damals noch rot/grüne Bundesregierung wurde die maximale Verleihdauer von damals 2 Jahren vollständig aufgehoben.

Es ist also erlaubt die Leiharbeiter unbefristet an ein Unternehmen auszuleihen.

Gruß
Demy

Beitrag von purzel21 30.09.10 - 10:26 Uhr

Ok, danke dass ihr mich aufgeklärt habt ;-) Hätte mich ehrlich gesagt auch gewundert, wenn meine Zeitarbeitsfirma da irgendwelchen Mist treibt...

Und ja, die ZA geht über Tarifvertrag. Ich bekomme zwar schon mehr Lohn durch einen Zuschuss meiner Entleihfirma (wo ich jetzt bin), aber das ist auch nicht wirklich viel.

Naja, ich habe eben auch Kollegen hier, die bis zu 6 Jahren warten mussten bis sie nen richtigen Vertrag bekommen haben. Vielleicht hilft wirklich nur Geduld und Glück...

Ich verstehe es schon von Arbeitgebersicht, dass ich so erstmal günstiger bin, aber man kann doch nicht immer und immer wieder irgendwelche Ausreden haben, damit ich nicht übernommen werde. An der wirtschaftlichen Lage kanns nicht liegen. Ich arbeite im Vertrieb und weiß, was läuft...von daher ärgert es mich umso mehr...

Naja, mal schauen...ich werd trotzdem nochmal mit meinem Abteilungschef reden. Er ist ja dafür, dass ich endlich fest übernommen werde, aber bei Konzernen ist es dann eben immer etwas schwieriger...

Danke für die vielen Tipps!

LG

Beitrag von demy 30.09.10 - 10:45 Uhr

Hallo,
ich bin selber Leiharbeiter seit mehr als 4 Jahren.
Ich bin aber nicht billiger als die Festangestellten, sondern mehr als doppelt so teuer (fast 3 mal so teuer) wie die Festangestellten.

Die Arbeitgeber möchten sich eine gwisse flexibilität mit dem Personal erhalten und haben deshalb im Unternehmen sicher eine Prozentquote an Leiharbeitern.
So wie auch in dem Unternehmen an was ich ausgeliehen bin.

Ich koste also weit mehr als die Festangestellten und trotzdem übernimmt mich die Firma nicht.

Mach dir also nicht wirklich zuviel Hoffnung.

Ich glaube übrigens nicht dass du billiger als ein Festangestellter bist.
Und wenn dann nicht wesentlich.
Das was die Festangestellten bei dir mehr verdienen, dass streicht sich in der Regel die Zeitarbeitsfirma ein.

Gruß
Demy

Beitrag von bettlbauzl 29.09.10 - 22:38 Uhr

Über welche ZA-Firma arbeitest Du denn dort?

Schau mal hier:
http://www.bza.de/61.html ---- Überlassungsdauer!

Kommt natürlich jetzt drauf an, ob die ZA-Firma dem BZA-Tarif unterliegt.

LG
Bettina
:-D