Eigentlich bin ich alleinerziehend...

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von unverstanden 30.09.10 - 13:28 Uhr

Nicht anders ist meine Situation und ich habe das Gefühl, dass es noch schlimmer wird.

Kuru zu mir: ich bin 28, habe 2 Kinder ( 8 Jahre und 3 Monate) und bin das 2. mal verheiratet ( ja, schande über mich :-()
Mein Mann und Vater unseres kleinen Zwerges ist gar nicht mehr zuhause. Er arbeitet 50% im Schichtdienst und nebenbei noch freiberuflich 3 andere Dinge.
Wir hatten in den letzten 3 Jahren eine Woche Urlaub, das war wirklich schön, auch ist es nicht so, wie vielleicht in anderen Familien üblich, dass Wochenenden da sind. Er ist 7 Tage die Woche unterwegs, aber dadurch, dass er mehrere Jobs hat, ist es schwer für ihn, auch an eigentlich "freien" Tagen, dann nicht ans Telefon zu gehen.
Bisher war ich immer stolz auf meinen Mann, auch wenn ich gemerkt habe, dass mir das ganze zuviel wird.
Meinem Mann allerdings nicht, denn er bekommt durch seine Jobs ( steht in der öffentlichkeit) immer sehr viel Anerkennung und ist bei allen sehr beliebt. Jeder kann bei ihm anrufen, er springt sofort, nur bei uns spart er immer sehr an Zeit, wir können ( bildlich gesehen) "schreien", aber es wird nicht gehört.
Auvh Gespräche bringen nichts, denn er dreht den Spieß immer um und meint nur, dass " er ja da sei" , versteht aber nicht, dass es mir nicht reicht, wenn er nur schnell zum Essen nach Hause kommt und seine Wäsche auf den Boden wirft....

Meine Tochter, die nicht seine leibliche ist, zieht sich schon total zurück und möchte keine Nähe mehr zu ihm haben... das macht mich total traurig für sie, denn die Trennung von ihrem Papa war schon sehr schlimm. Ich gebe mein Bestes, für sie da zu sein ( bin selbst Sozialpädagogin)... viel kuscheln und reden #liebdrueck...

ich komme nicht weiter, denn ich fühle mich so allein gelassen von ihm, zudem habe ich hier im Haushalt und mit den Kids alle kosten allein zu tragen...

Hier nur einige, weitere Beispiele, die mich sehr traurig machen:

- ich habe früher neben Studium Putzjobs gemacht, um uns über die Runden zu bringen, während er nichts ( zu dem Zeitpunkt) gemacht hat, er fand sich für alles zu "überqualifiziert.

- aktuelle Situation: bei meiner Mutter wurde Krebs diagnostiziert, als ich ihm das erzählt habe, kam nichts, statt dessen erzählte er von seinem "prestige-reichen Job" und dass er nun endlich das hat, was er immer wollte

- er sagt zwar, dass er mich liebt, allerdings lief ihm neulich seine Ex-freundin ( große Liebe) über den Weg, er war total durch den Wind und hat emailkontakt zu ihr
über das, dass er viel kontakt zu anderen Frauen hat habe ich mich abgefunden, er braucht die Bestätigung und sein Job bringt es mit sich.
Nur finde ich es unschön, dass andere Komplimente bekommen, aber ich nie von ihm.

manchmal denke ich mir, ich muss weg, ich bin eine attraktive, intelligente Frau und will so etwas nicht, ich rede nicht davon einen perfekten Partner zu haben, es geht mir nur um Einsicht und Verständniss.
Warum ich das alles mitmache? NUr wegen meinen Kindern, ich möchte keine weitere Trennung, ist das die Lösung, denn wenn er das ist, ist er ein toller papa.

Ich bin echt in einer Zwickmühle, was würdet ihr machen, ich war neulich schon kurz davor einfach für ein paar Tage wegzufahren mit den Kids.....

Hilfe, was meint ihr?

Danke fürs auskotzen!!!

Beitrag von keinenrat 30.09.10 - 13:41 Uhr

Leider kann ich dir nicht helfen, bin aber auf die Tipps gespannt. Mir gehts ähnlich..Der Satz mit dem schnell zum essen und Wäsche auf den Boden schmeißen hätte von mir sein können. Er kommt von Job Nr 1 scmeißt Wäsche hin und isst, geht entweder zu Job Nr. 2 oder zum Sport oder zu nem Kollegen oder so.. hab schon das Gefühl er hat ne Andere oder geht mit aus dem Weg. Wenn ich ihn anspreche meinte er ich spinne und er ist ja Sonntag und Nachts da. Super!DAnke! Für mich ist das keine BEziehung! Aber was nützt REden, wenn er wollte wär er ja hier! Wer für Andere Zeit findet kann auch für seine FAmilie Zeit finden. Wenn sich hier nix ändert, muss ich mal was änderm mache das nicht mehr lange mit!

LG

Beitrag von stormkite 30.09.10 - 13:55 Uhr

ich komme nicht weiter, denn ich fühle mich so allein gelassen von ihm, zudem habe ich hier im Haushalt und mit den Kids alle kosten allein zu tragen...

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Entschuldige bitte, wie darf ich das verstehen? Du versorgst Haushalt und Kinder, und BEZAHLST auch noch alle Rechnungen dafür?
Ihr habt ein Neugeborenes, du arbeitest zur Zeit vermutlich nicht?

Dumme Frage: Wie machst du das? Und wieso machst du das?
Was ist mit Miete / Auto / Versicherungen? Ist das denn dann sein Part?
Was tut dein Mann konkret für seine Familie?

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Wenn das tatsächlich so ist, wie ich das hier verstanden habe, dann wäre meine erste Handlung, sämtliche Dienstleistungen für Ihn einzustellen: Kochen, Waschen, Einkaufen, Putzen.

Zweitens würde ich ihm den den Unterhalt für sein Kind und deinen Betreuungsunterhalt ausrechnen, und ihm eine klare (am besten schriftliche) Ansage machen, welche finanzielle und praktische Unterstützung du von ihm erwartest.

Wenn diese Basics in einer Beziehung nicht klappen, dann kannst du den Mann gleich vergessen. Beim Geld und bei der gerechten Arbeitsteilung hört der Spaß auf.

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Emotional ist der Mann auch kein Volltreffer, wie du grade feststellst. Vielleicht sind ein paar Tage Auszeit da wirklich hilfreich, das sich dein Mann überlegen kann, was ihm im Leben wichtig ist. Schaut aber nicht gut aus für dich ... sorry.

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Ich habe sowas ähnliches mit meinem Freund durch: Die Forderungen liegen auf dem Tisch, jetzt schau ich mir an, wie viel er davon umsetzt. Leider scheint er den Schuss nicht gehört zu haben ... oder er kapiert nicht, dass das tatsächlich grad die Probezeit ist, und er grad dabei ist, das voll zu versieben.

Kite



Beitrag von cinderella2008 30.09.10 - 13:56 Uhr

Hallo,

als ich anfing Deinen Beitrag zu lesen dachte ich, "sie soll sich nicht so haben, der Mann schafft halt das Geld ran und muss viel arbeiten".

Als ich Deinen Beitrag fertig gelesen hatte, wandelte sich meine Meinung in: Sie sollte sich trennen!

Ehrlich! Bei allem Verständnis für den Job Deines Mannes, warum kommst Du z.B. für alle Kosten alleine auf? Beteiligt er sich finanziell gar nicht?

Sein Verhalten, als Du im von der Krebserkrankung Deiner Mutter erzählt hast, spiegelt für mich eine emotionale Kälte wider. Dieser Mann interessiert sich nicht für Dich, nicht für seine Angehörigen, er interessiert sich nur für sich und scheint ein krasser Egoist zu sein.

Dann der Punkt mit seiner Ex-Freundin. Bei allem Verständnis für eine gewisse Wiedersehensfreude, warum ist er total durch den Wind, wenn er doch angeblich Dich liebt?

Ich kann zwar verstehen, dass Du nicht noch eine Trennung möchtest. Aber glaube mir, Du wirst alleine besser dran sein. Überleg doch mal, was dieser Mann Dir und Deinen Kindern gibt. Nichts, oder?

Wenn Du ihn wirklich liebst und um die Beziehung kämpfen möchtest, dann rede Tacheles mit ihm. Sorge für Ruhe und Zweisamkeit (Kinder zu Oma, Freundin ...) und sag ihm klar und ehrlich, was Sache ist, wie Du fühlst und was die Konsequenzen für Dich sind, wenn sich Eure Situation nicht ändert. Schlage evtl. eine Paartherapie vor.

Sollte das alles nichts bringen, denk an Dich und die Kinder und trenn Dich. Dann hast Du evtl. die Chance, irgendwann doch noch mal einen Mann zu finden, der Dich glücklich macht.

Alles Gute,

Cinderella

Beitrag von frejas.sal 30.09.10 - 14:11 Uhr

Du bist Sozialpädagogin….normalerweise rennen wir zu Euch, um solche Tipps zu bekommen…..es ist schon komisch, dass die Kinder von Lehrern die „schlimmsten“ sind und die Sozialpädagogen und Psychologen diejenige sind, die ihre Leben am wenigsten im Griff haben…. Die ExFrau meines Freundes ist auch SP und ich staune nicht schlecht....sorry...das musste ich eben loswerden....so viel zum Thema Inkonsequenz...

Mein Tipp?? Ganz klar: setzt Deinen Mann vor die Wahl: entweder er ändert ganz gehörig etwas oder er kann alleine leben. Nicht mehr und nicht weniger. Kompromisse gehst Du genug ein – er nicht. Hier ist pure Konsequenz angesagt. Wenn Du das nicht durchziehen kannst oder willst kann Dir keiner mehr helfen.

Beitrag von claudia_1976 30.09.10 - 15:26 Uhr

Hi,

ich kann Dich ja so gut verstehen. Für Jeden hat mein Mann Zeit und hilft wo er nur kann, aber bei mir und meinen Sohn (5 Jahre) wird gespart.

3 Jahre lang habe ich gehofft das irgendein Gespräch bei meinem Mann ankommt und er sich ändert. Schließlich konnte ich dieses ständige Hoffen und betteln nach Zuneigung nicht mehr ertragt. Es war für mich einfacher einen Schlußstrich zu ziehen und auf eigenen Beinen zu stehen. Zu Zweit einsam zu sein ist schlimmer als wirklich alleine zu sein. Ich habe mich befreit gefühlt und zwischendurch so traurig. Es liefen sehr viele Tränen.
Aber für meinen Sohn und mich war es die richtige Entscheidung. Wir kamen endlich zu Ruhe.

Mein Mann hätte nie damit gerecht das ich gehe und war sehr erstaunt das ich das durchgezogen habe. Allerdings hat er dann auch begriffen das er uns verlieren könnte und hat sich mächtig angestrengt. Er hat mir endlich zugehört und hat verstanden worauf es mir ankommt.

Was soll ich sagen.............seit 3 Monaten leben wir wieder zusammen.

Mach dir und dann später deinem Mann klar was du willst und wie du dir deine Beziehung vorstellst .

Und dann treffe eine Entscheidung!

Alle Gute für Euch !!!