Immer um dieses Datum herum...

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von midike 30.09.10 - 16:53 Uhr

...ja, immer um dieses Datum herum fangen meine Gedanken und Gefühle an zu kreisen. Um die Geburt unserer Tochter, die nun schon sage und schreibe 7 Jahre zurückliegt und doch unvergesslich ist und bleibt!

Angefangen hat alles damit, daß meine Oma, die mehr als sehnsüchtig auf unser Baby gewartet hatte, am 29.09. starb. Ich war in der Nacht wach geworden, bin auf das Sofa gewandert und habe gewartet, daß das Telefon klingeln würde. Und um 7Uhr war es dann soweit, ich hatte meine weinende Mama am Telefon. Eigentlich hätte ich mich an diesem Tag mal wieder in der Klinik vorstellen sollen, denn ich hatte (37SSW) zu wenig Fruchtwasser und mein Bauch war zwar RIESIG, "das Kind" aber laut US ziemlich klein und zierlich. Da wir an diesem Tag aber voll damit beschäftigt waren, uns zu Hause von Oma zu verabschieden (sie war die letzten Wochen bei meiner Mama gewesen) und die sog. Formalitäten zu erledigen, habe ich diesen Termin um einen Tag verschoben. Im Nachhinein bin ich froh darüber, ich erkläre nachher, warum. Es war ein sowohl emotional als auch körperlich sehr anstrengender Tag für mich. Aber ich habe ihn überstanden ohne Wehen oder sonstiges. Am nächsten Tag sind mein Mann und ich dann ins Marienhospital gegangen zur vereinbarten Doppler-Untersuchung. Da war alles noch in Ordnung. Ausser, daß mir immer mal wieder die Tränen kamen und mich mehrere der anderen werdenden Mütter schockiert angesehen haben. Die Armen, sie haben bestimmt gedacht, es ist was mit unserem Würmchen.

Rund ging es dann, als ich noch das CTG schreiben lassen sollte. Denn nach ca. 15min gingen Mäuschens Herztöne auf einmal auf 40/min herunter. Das Gerät hat auch sofort Alarm geschlagen und die Schwester kam gerannt. Hm, könnte am Gerät liegen, also weiter. Leider wiederholte sich dieses "Spiel" in der nächsten Stunde mehrmals und nachdem nicht geklärt werden konnte, wieso weshalb und warum das so ist, teilte man mir mit, ich dürfte nicht mehr nach Hause gehen. Bitte??? Ich hatte doch noch drei Wochen Zeit!!! Aber klar, ich war im Endeffekt froh, daß man vorsichtig war. So ging alles seinen Lauf, nachdem mein Mann nach Hause gefahren war um die (natürlich noch nicht fertig gepackte) Tasche zu holen, kam ich in den Kreissaal und bekam wehenfördernde Medikamente. als Micha dann wieder da war hieß es, wir sollen laufen, laufen, laufen, wenn möglich Treppen. Wer Stuttgart kennt, weiß, daß das bei uns gar kein Problem ist "Stäffele" finden sich vor allem unten in der Stadt in Massen. Wir also treppauf-treppab rund ums MH, danach wieder in den Kreissaal: Ergebnis: Muttermund fest zu. Nicht mal verstrichen oder weich. Na prima. Also habe ich noch einmal Gel gelegt bekommen und danach wurde ich auf Station geschickt. Micha ist dann nach Hause gefahren.

In der Nacht merkte ich dann leichte (!!!) Wehen, kleine rhythmisch Kontrakuren, nichts schlimmes. Und um vier dann - nichts mehr. Keine Kontraktur und keine Kindsbewegung. Ich bin auf Anweisung der Nachtschwester in den Kreissaal gewackelt und habe dort um ein CTG gebeten. Meine Gedanken brauche ich euch wohl nicht zu erklären, es war eh nur ein Satz: was, wenn da keine Herztöne sind.... Aber sie waren da. Die Hebamme musste zwar ziemlich suchen, aber ich glaube, ich glaube, ich war nie wieder im Leben so erleichtert, wie in dem Moment, als ich es mit eigenen Ohren hören konnte: der Maus geht es gut! Diesses CTG war völlig normal, Wehen waren praktisch keine zu sehen. Sie hat mich dann auch gleich untersucht: alles wie gehabt, wie zubetoniert. Also wieder ab ins Bett. Kaum lag ich, kamen auch die leichten Wehen wieder. Michael war um 8Uhr wieder da und wir wurden abermals in den Kreissaal geschickt. Dort gleiches Spiel, alles beim alten. Dann haben sie mich an den Wehentropf gehängt. Machen wir es kurz: alles für die Katz, das ging so bis ca. 11.30Uhr. Heute habe ich das Gefühl, Josephin hat damals selbst bestimmt, dass jetzt Schluss sein sollte, denn auf einmal waren die Herztöne wieder bei 40!!! Und das mit kleinen Unterbrechungen konstant! Die Chefärztin kam zu mir und teilte uns mit, daß man gerne einen KS machen würde. Nein!!! Ich bin Ergotherpeutin, mir war es wichtig, mein Kind "auf dem richtigen Weg" ins Leben zu holen. Die Ärztin sah mich an und sagte: Sie setzen gerade das Leben ihres Kindes auf´s Spiel. Da machte dann irgendetwas klick in meinem Hirn. Also wurde ich ruckzuck vorbereitet und in den OP gebracht, wo man mir die PDA setzte. Mein lieber Mann durfte draussen warten und ich - völlig unvorbereitet wie ich war - zuckte dem Anästhesisten zwei mal weg. Ich hatte solche Angst. Aber dann wurde alles gut, es ruckelte und zuckelte und dann hörte ich sie schon, als ihre Beine noch im Bauch waren, das hat mir der Arzt erzählt. Sie wurde mir kurz hingehalten, schnell untersucht und dann bekam der völlig fertige Papa sein Kind auf die nackte Brust gepackt. So wie sie war, also nur in einem Handtuch eingewickelt. Und so warteten die beiden, bis ich endlich zu ihnen geschoben wurde. Ich hatte nur Augen für unsere Tochter, sie war soooo süß! Und wie sie mich anschaute und - unglaublich - wie sie gleich anfing, nach der Brust zu suchen. Die Natur ist einfach ein Wunder! Leider musste ich sie dann wieder hergeben, da bei mir eine verzögerte Schockreaktion einsetzte und ich Schüttelfrost bekam. Aber auch den haben wir gemeinsam überstanden.

Ja, so kam also Joséphin-Merlin auf die Welt. Unsere Zaubermaus, die morgen doch tatsächlich schon sieben Jahre alt wird. Wie schnell doch die Zeit vergeht, man möchte sie manchmal festhalten. Und, um noch einmal auf meine Oma zu sprechen zu kommen: ich bin überzeugt, ihr Tod hatte einen Sinn, sie hat Josi das Leben gerettet, wäre ich an diesem ersten Tag zum CTG gegangen, man hätte den "Fehler" (der übrigens die zwischen Becken und Kopf gefallende Nabelschnur war, jedesmal, wenn sie sich gedreht hat, hat sie sich die Zufuhr abgeklemmt) vielleicht gar nicht bemert, so wie nachts im Kreissaal ja auch nichts vorgefallen ist. Oma war und ist unser Schutzengel!

Ihre Daten damals:
SSW 37+2
47cm Länge
2570g
32cm KU (es war übrigens alles in Ordnung mit ihr, keiner konnte ihre "Grösse" und ihr Fliegengewicht erklären)

und heute:
6Jahre und 364 Tage
126cm
22,5kg
Seit einer Woche Schulkind und immer noch meine heissgeliebte Zaubermaus!

Wer bisher durchgehalten hat, verdient eine Orden, ist ziemlich lang geworden, sorry.

Alles Liebe
Diana

Beitrag von s30480 30.09.10 - 20:15 Uhr

Wie unterschiedlich die Kids wachsen ;-)

unser Großer 2003

47cm
32cm KU
2620g also sehr ähnlich

und heute mit fast 7 ist er

122 cm und 19 kg schwer

Wie schnell die Zeit vergeht #schmoll

Aber sehr schöner und zugleich trauriger Bericht

Beitrag von nityanandi 30.09.10 - 22:02 Uhr

#herzlich #herzlich #herzlich

Beitrag von treesa 30.09.10 - 22:41 Uhr

sehr schön geschrieben :o)

mein sohn kam am 12.09.2003 mit 3900 gramm und 53 cm Länge auf diese Erde, nun ist er 1,22m groß und wiegt 20,2 kg ;-)

ich frage mich auch immer und immer wieder wo die zeit geblieben ist.. er liest seine gute nacht geschichten mittlerweile selbst oder seiner kleinen schwester vor.. schreibt briefe etc.. hachja, so schnell ging das.. die einschulung letztes jahr war seeehr schwer für mich, ein ganzes kapitel "Kindheit" ging für mich zuende.. er nimmts locker *hihi

Beitrag von luje 01.10.10 - 15:08 Uhr

Ich hatte das gleiche Gefühl wie Du letzte Woche Sonntag, da wurde mein Zwerg auch schon 7

Damals:

50 cm
2970 g
KU 34,5

Heute ein Riese!!