Ich versaue mir mein ganzes Leben

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von SoNeScheiße 30.09.10 - 19:27 Uhr

Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Ich mache alles kaputt und kann es doch nicht ändern #heul
Seit Mai habe ich schwere Depressionen, nehme Medikamente, war 9 Wochen in einer Tagesklinik. Hab eine 10 Monate alte Tochter und einen Ehemann.
Soviel zu den Randinformationen.
Mein Problem jetzt?
Obwohl ich alles mache, hilfe annehme komme ich aus den Depressionen nicht raus. Es gibt Tage wo alles perfekt ist und am nächsten Tag schaffe ich nichts mehr, sehe keine Zukunft mehr und würde mich am liebsten von Mann und Kind trennen.
Nicht falsch verstehen ich liebe meinen Mann und unsere Tochter war ein absolutes Wunschkind.
Und trotzdem kann ich mich nicht so um sie kümmern wie es eine Mutter normalerweise sollte #heul

Ich habe für mein Kind eine Tagesmutter vom Jugendamt bekommen, eine Familienhebamme, gehe zur Therapie, nehme regelmäßig meine Medikamente, nehme Ratschläge von den Therapeuten, Ämtern, Hebamme an und trotzdem schaffe ich es nicht.

Ich hab versagt auf ganzer linie und schäme mich so dafür. Hätte ich doch nie ein Kind bekommen...

Ich habe angst das mein Mann es nicht mehr lange mit macht.

Beitrag von fensterputzer 30.09.10 - 19:36 Uhr

FRÜHESTENS nasch 3 Monaten fängt eine leichte Besserung an.. rechne mal mit 6-12 Monaten Behandlung. Du fängst dich wieder.

Beitrag von engelsmutter 30.09.10 - 19:44 Uhr

Du, meine Tochter hat das gleiche Drama durch, nur war sie 10 Wochen stationär in der Psychiatrie im Mutter-Kind-Haus.

Das ist jetzt 1,5 Jahre her. Sie hat im Sommer ihre Medis absetzen können. Manchmal kommen wieder Schübe, wo sie denkt, sie schafft alles nicht und auch den Spruch, hätte ich doch nie ein Kind bekommen, habe ich schon oft von ihr gehört.

Es kann wirklich besser werden. Notfalls musst du dich auch noch mal um ne stationäre Behandlung kümmern, aber da musst du dran bleiben, es gibt nur wenig Mutter-Kind-Plätze.

Vllt. sollte sich dein Mann auch Hilfe holen, damit er einen Support hat.

Es gibt ja auch Selbsthilfegruppen für betroffene Familien. Da darf man echt mal keine Scheu haben. Es ist kein Versagen, es kommt einfach von aussen, keiner hat Schuld, dass es so gekommen ist.

Ich wünsche dir, dass du einen Weg findest. Nimm jede Hilfe, die du bekommen kannst an.

Liebe Grüsse
Engelsmutter

Beitrag von cbcvbrtz 30.09.10 - 20:31 Uhr

Du bist krank - Du kannst nichts dafür. Du hast nicht versagt. Du wirst wieder gesund.

Beitrag von joulins 30.09.10 - 20:37 Uhr

Hallo!

Wenn du seit Mai auf Psychopharmaka eingestellt bist, und sich bis jetzt noch nichts geändert hat (nach 4 Monaten!), dann bis du vielleicht nicht auf das richtige Medikament eingestellt - das solltest du unbedingt baldmöglichst mit deinem Neurologen/Psychiater besprechen!

Da du schreibst, dass du in einer Tagesklinik warst, hast du dich mit dem Thema ja bereits befaßt, aber vielleicht noch nicht zielführend.

Setz dich mit deinem Mann an den Rechner und seht euch gemeinsam die Seite von Schatten-und-Licht an:
http://www.schatten-und-licht.de/main.html

Dort findest du neben anderen Informationen auch Listen mit auf die Thematik spezialisierten Fachleuten, außerdem Telefonnummern für die telefonische Beratung, nach PLZ geordnet. Es kann sehr hilfreich sein, Kontakt zu einer Frau aufzunehmen, die deine Erkrankung ebenfalls hatte und nun wieder gesund ist - die Aussicht wird dir helfen.

Halte dich daran fest, dass es in jedem Fall irgendwann wieder besser sein wird, du brauchst Geduld und es geht mitunter "wellenförmig nach oben", aber es wird besser! Du bist nicht allein mit deiner Krankheit.

Ich wünsche dir viel Kraft! #liebdrueck
Joulins

Beitrag von mizz-montez 02.10.10 - 18:35 Uhr

ich bin auch schwer depressiv... erwarte nicht zu schnell zu viel die antidepressiva haben zwar bei mir nach knapp 14 tagen schon angeschlagen aber mein leben auf die reihe zu bekommen dass es so einigermassen glatt läuft und das auszubessern was ich durch die versäumten sachen wegen der depris kaputt gemacht habe hat 1,5-2 jahre gedauert... und da ging es nur um mich.... ich hatte keinen partner geschweigedenn kinder... hab geduld und mach dir nicht zu viel druck... dein mann ist doch bestimmt für euch da und unterstüzt dich... das wichtige was mir immer sehhhr geholfen hat... sieh nicht nach vorne und mach dir gedanken darüber wie weit es wohl noch sein wird bis du wieder klarkommst sondern bleib jeden tag einmal stehen schau zurück und freu dich und sei stolz über das was du bereits geschafft hast was vor einigen wochen vielleicht noch nicht machbar gewesen wäre...

wünsche euch viel kraft...