Klasse überspringen

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von lisabet 30.09.10 - 19:45 Uhr

Mein Sohn (6) ist vor etwa 4 Wochen eingeschult worden. Er bekommt in Deutsch Zusatzaufgaben. Er hat jetzt sein zweites Lesen-Lernheft fertig. Das Dritte hat er angefangen. Diese Lernhefte werden eigentlich noch nicht ausgeteilt. Auch hat er das zweite Schreibheft fertig. Bisher wurde nur das Erste an die Kinder vergeben.
Jetzt hat er in Mathe so weit vorgearbeitet, dass ihn seine Lehrerin gebeten hat auf die anderen Kinder zu warten.
Ich habe überhaupt keine Ahnung wie er lernt. Wie er sich die Sachen so schnell merken kann, und warum er überhaupt schon (seit einem Jahr) liest. Mittlerweile liest er Namen im Kopf rückwärts.

Ich mache mir aber auch so meine Gedanken ob das so weitergehen kann. Wenn er die Zusatzaufgaben nicht hätte, wäre er leicht frustriert.
Deshalb frage ich rein interessenhalber, wer Erfahrungen mit dem Überspringen gemacht hat. Vor allen Dingen interessiere ich mich für den Stand der sozialen Reife.

Nach den Herbstferien haben wir einen Eltersprechtag.


LG Lisa

Beitrag von lisabet 30.09.10 - 20:06 Uhr

Über den Erfahrungsbericht der ein oder anderen Grundschullehrerin würde ich mich besonders freuen. Danke.

Beitrag von tauchmaus01 30.09.10 - 21:34 Uhr

Das wird sicher die Schule ansprechen wenn es soweit wäre.
Meine Kleine hat mit 3 angefangen Buchstaben zu erkennen und zu schreiben, mit 4 schrieb sie schon Sätze und heute mit 5 rechnet sie schon im 20er Bereich.
Sie kommt nächstes Jahr in die Schule und ich weiß dass sie sicher viele Extraaufgaben bekommen wird.
Aber ich weiß auch dass irgendwann das Level so sein wird dass sie wieder was lernen wird was sie noch nicht kann.
Momentan kann sie locker die Aufgaben lösen die meine erste Tochter im ersten Halbjahr der ersten Klasse gemacht hat. Auch schriftlich.

In der Klasse meiner Tochter ist auch ein Junge der schon alles konnte als er eingeschult wurde, nach ein paar Monaten war dann alles wieder "gut".

Viel Freude noch in der Schulzeit.....
Mona

Beitrag von connie36 30.09.10 - 22:47 Uhr

hi
meine tochter hatte mit ende 4 sich selber das lesen, schreiben und rechnen beigebracht. wir haben sie trotzdem erst mit 6,5 in die schule gepackt...vom wissen her hätte sie es gepackt, aber ich bin mir bei der sozialen seite nicht sicher gewesen.
dann hiess es auch, evlt. überspringen, aber sie hatte ein so super lehrerin, die ihr wirklich noch aufgaben auf die seite gegeben hatte, wenn sie fertig war mit ihren normalen aufgaben. und das klappte super, sie langweilte sich nciht, machte gut mit, und irgendwann hat sich das ausgeglichen..sie ist zwar immer noch schnell (wenn sie nicht träumt;-)) aber ich bin froh, sie in der klasse gelassen zu haben.
jetzt ist sie in der 3. hatte ein super 2. klasse zeugnis, und ich mache mir keine gedanken um sie....muss nie mit ihr lernen, sie nicht abfragen oder mich um ihre hausis kümmern.
lg conny

Beitrag von lisabet 01.10.10 - 08:05 Uhr

Ich möchte betonen das ich nicht daran interessiert bin meinen Sohn mit anderen Kindern zu vergleichen. Mein Interesse begrenzt sich alleine über die Erfahrungswerte von Lehrern oder Eltern deren Kinder eine Klasse übersprungen haben. Das es Kinder gibt die klug sind und sich toll entwickeln freut mich, sollte aber nicht Bestandteil dieser Frage/Diskussion sein.
Ich bitte das zu berücksichtigen. Das soll kein Wettbewerb sein.

Danke.

Beitrag von bunny2204 01.10.10 - 08:07 Uhr

Also ich kenne einen Jungen der nach Weihnachten von der 1sten in die 2te klasse gewechselt hat. Er ist jetzt in die dritte Klasse gekommen und kommt super mit. Es klappt toll.

LG BUNNY

Beitrag von arthurmama 01.10.10 - 09:20 Uhr

Hallo Lisa,

meine Erfahrung ist so, dass Schulen die immerhin offen sind für Springen und eine irgendwie geartete individuelle Förderung, dann Handlungsbedarf sehen, wenn das Kind sich nicht mehr in die Klasse integrieren kann, aufgrund nachlassender Konzentration, mangelnder Impulskontrolle, usw. und sich nicht mehr wohl fühlt und zum Störenfrieden mutiert. Jedes Kind reagiert auf Unterforderung eben anders, manche sind auch sehr angepasst und glücklich, dass ihnen alles in den Schoß fällt und sie ansonsten träumen können.....
Ich denke die Entscheidung über einen Sprung ist sehr individuell, eben wenn das als die richtige individuelle Fördermaßnahme erkannt wird. Zwischen 0815-Konzept in der Klasse und Sprung liegen viele Fördermöglichkeiten. Da ist man aber auch sehr auf die individulle Situation (Lehrerin und ihre Möglichkeiten) angewiesen.

Für mich als Elternteil sehe ich Handlungsbedarf, dann wenn mein Kind psychisch nicht mehr mein Kind ist - wie die Lösung aussieht ist dann was ganz anderes!

LG, I.

Beitrag von graupapagei4 01.10.10 - 09:51 Uhr

Ich habe mittlerweile 3 Kinder, die gesprungen sind, weil der Abstand sich weder relativierte noch auswuchs, sondern mit jeder Woche größer wurde. Mit Zusatzaufgaben war das irgendwann nicht mehr aufzufangen, so dass die Lehrerinnen im Gespräch klar gemacht haben, dass früher oder später der Sprung erfolgen sollte.

Die Frage war immer nur das wann und wie, was bei allen drei Kindern etwas unterschiedlich war.
Sozial gab es trotz 2 Jahren Altersunterschied in unserem Fall keine Probleme, ganz im Gegenteil durch den Sprung hat sich die soziale Situation sogar gebessert.

Der Große ist mittlerweile in der 7.Klasse Gym, von den in Klasse 3,4 oder 5 vorhergesagten Problemen ist nichts eingetreten. Er fühlt sich wohl, hat seine Freunde.

Töchterlein ist jetzt in der 5.KLasse, Schülersprecherin ihrer Schule und Streitschlichter.

Allerdings ist die Unterforderung im Grunde genommen immer noch da, nur nicht mehr ganz so extrem.

Beitrag von lisabet 01.10.10 - 10:05 Uhr

Vielen Dank für deine Antwort.
Hatten deine Kinder eine Übergangsphase? Und wenn ja, wie lange war diese Phase? Ich hoffe du weißt was ich meine. Haben deine Kinder erstmal die neue Klasse besucht?

Lieben Dank Lisa:-)

Beitrag von graupapagei4 01.10.10 - 11:18 Uhr

Der Große sprang zum 1.Mai von 1 nach 2 - Dienstag haben wir es erfahren, den nächsten Montag war er in der neuen Klasse. Bis zu den Sommerferien waren es 7 Wochen, in denen geschaut wurde ob es passt ( klar war es nach 2 Wochen). Die Lehrerin hat wöchentliche Gespräche angeboten und das ganze gut begleitet.

Töchterlein ging ab Herbstferien Klasse 1 stundenweise in Klasse 2 und wechselte zu Weihnachten ganz (Drehtürmodell). So konnte sie ganz entspannt die neue Klasse kennenlernen und sich da langsam reinfinden. Sie musste nur allein das Schreibschriftlernheft durcharbeiten, war eine Sache von 1 Woche. Sie hatte es am leichtesten - lesen und schreiben konnte sie vor der Schule, in Mathe fehlte kein Stoff.

Nr.3 ist mit dem Zeugnis von 1 in 3 vorversetzt worden, ohne Probezeit, ohne die Klasse zu kennen. Stofflich hat er am meisten zu tun, da die Lehrerin gerade in Grammatik in der 2.Klasse sehr viel gemacht hat und ihm da die Begriffe fehlten. Mathe war er sofort auf Höhe der Klasse, in Deutsch kämpft er noch etwas mit der Schreibgeschwindigkeit.

Beitrag von lisabet 01.10.10 - 12:08 Uhr

Vielen Dank.
Das hat mir schonmal sehr geholfen.

Beitrag von anja1968bonn 01.10.10 - 12:43 Uhr

Hi,

als mein Sohn letztes Jahr im August mit knapp 7 eingeschult wurde, konnte er auch schon gut lesen, rechnen und ein wenig schreiben. Er hat sich schnell gelangweilt und trotz der Zusatzaufgaben, die die Lehrerin ihm gegeben hat, nicht wohl gefühlt in seiner Sonderrolle. Im November hat die Lehrerin uns darauf angesprochen, ob wir uns ein Überspringen vorstellen können, und Anfang Dezember wurde er dann probeweise in die 2. Klasse versetzt. Die Probephase ging erst mal bis Ende Januar - er hat es gut gepackt, fühlt sich trotz nicht so netter Lehrerin in seiner neuen Klasse wohl.

Natürlich waren die ersten Wochen schon anstrengend, zum einen musste ja schon bestimmter Stoff nachgeholt werden, zum anderen wusste mein Sohn einfach in der Anfangsphase nicht ganz, wo er nun eigentlich hingehört - aber so Mitte Januar war klar, dass er in der 2. Klasse bleibt und bleiben möchte. Vom Sozialverhalten her hat er keine Probleme, ein wenig mangelt es ihm noch an der Selbstorganisation, aber das ist glaube ich eher eine Typfrage als eine des Alters.

LG

Anja

Beitrag von manavgat 01.10.10 - 12:07 Uhr

Lass ihn ruhig springen. Es ist nicht möglich, dass er auf die anderen "wartet".

Wie soll er seinen Kopf in dieser Zeit beschäftigen?

Gruß

Manavgat

Beitrag von loonis 01.10.10 - 15:34 Uhr




Genau so ist es mit unserem Luca...
Er kam letztes Jahr in d. Schule ...
Knapp 4 Wo nach d.Einschulung hat uns die
Lehrerin auch zwecks Höherstufung angesprochen...
Die Kurzfassung ist die,dass wir es letztendl. nicht
gemacht haben...
Luca geht nun in d.2.Klasse ....er liest schon lange fliessend ,
er rechnet Aufgaben der 4.Klasse ...
Die Lehrer geben ihm zum Teil komplett and. Aufgaben ,
Luca hilft auch gern mal den Mitschülern ...halt
solche Sachen.
Die Lehrerin hat ihn nun testen lassen ,Luca ist wohl
nicht hochbegabt ,aber überdurchschnittl. intelligent ...
Ein weiterer Test steht noch aus ...
Damit genau geschaut werden kann wo seinen besond. Stärken liegen
u. was man födern sollte.

Luca kam mit knapp 6,5 J. zur Schule ...
die Kids der 2.Klasse wären deutl. älter u. auch größer
gewesen.
Es gehört ja auch eine gewissen "Reife" dazu ....

Luca hat auch deutl. gesagt ,dass er in seiner Klasse
bleiben möchte ...
Nach einem kurzen "Ausflug" in Klasse 2 ,haben wir
uns dazu entschieden ...alles zu lassen wie es ist.
So blieb Luca in seiner Klasse u. er ist glücklich.

Luca macht z.Bsp. auch schon oft seine Hausaufgaben im
Unterricht ...weil er halt sehr viel schneller ist als d.anderen Kids.

LG Kerstin

PS. Luca störte aber auch nie den Unterricht ...
Viele Kinder ,die absolut unterfordert sind ,stören ja gern ...
das was hier aber nie d.Fall.

Beitrag von zickentwins 01.10.10 - 15:48 Uhr

Hallo Lisa!

Meiner Erfahrung nach erfordert ein erfolgversprechendes Springen sowohl die Bereitschaft der jetzigen Klassenlehrerin, als auch der aufnehmenden Klassenlehrerin.

Das musst du dann auf dem Elternsprechtag mal ausloten.

Bei uns war die Situation bei meiner einen Tochter damals ähnlich wie du sie jetzt von deinem Sohn beschreibst. Zusätzlich war es noch so, dass die damalige Klassenlehrerin mich am Elternsprechtag selbst auf das Thema Überspringen angesprochen hat.

Sie sollte nach den Herbstferien probeweise für 2 Wochen ins 2. Schuljahr.

Die Lehrerin der aufnehmenden Klasse hatte allerdings offensichtlich keine Lust auf ein Überspringerkind und legte ihr alle möglichen Steine in der Weg (gab ihr zum Beispiel gar nicht die Möglichkeit sich den Schulstoff anzueignen, in dem sie kein Mathebuch für das 2. Schuljahr erhielt; O-Ton: Ein Überspringerkind muss das so können).

Und dann redete sie sich ausserdem mit angeblich mangelnder sozialer Reife raus. Das ist immer das Totschlag-Argument, wenn die Lehrerin nicht will. Man kann das als Mutter ja schlecht überprüfen...

Fakt ist, sie hatte eine Klasse mit vielen Problemkindern und wollte nicht noch mehr Arbeit.

Vielleicht hat dein Sohn an seiner Schule ja mehr Glück, meine Tochter ist dann jedenfalls nach einer Woche "Lehrerinnen-Mobbings" "freiwillig" in ihre alte Klasse zurück(weiterhin mit Extraaufgaben und mit der Erlaubnis, wenn ihr langweilig ist, Bücher von zu Hause zu lesen).

Gruss,
zickentwins

Beitrag von lisabet 01.10.10 - 18:54 Uhr

Ich möchte mich bei Euch für Eure Antworten bedanken. Eure Erfahrungen, aber auch das Pro und Contra war für mich sehr hilfreich.

Vielen Dank und LG Lisabet#danke