Tagesmutterkosten absetzen

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Beitrag von mama-042009 30.09.10 - 19:57 Uhr

Hi,mal eine frage....
habe eine Tagesmutter mit Pflegeerlaubnis und allem drum und dran...wird zum teil vom jugendamt finanziert.....und wir zahlen nochmal ca.440 € an sie.....per überweisung.
manchmal arbeite ich auch samstags.....da passt eine bekannte auf...da tagesmutter nicht kann....sie bekommt ca.80€ im monat....kann ich das auch steuerlich absetzen wenn ich es überweise?
wieviel kann ich im jahr überhaupt an betreuung absetzen?
achso...ich zahle noch ans jugendamt monatlich 85€beitrag....ist dies auch absetzbar?

Beitrag von janavita 30.09.10 - 21:01 Uhr

Kinderbetreuung - steuerliche Förderung berufstätiger Eltern
Kinderbetreuungskosten sind Aufwendungen, die berufstätige Eltern für die Betreuung ihrer Kinder haben. Die steuerliche Regelung zur Kinderbetreuung hat keine Auswirkungen auf den Kinderfreibetrag und das Kindergeld. Aufwendungen für die Betreuung von Kindern können als Werbungskosten (bzw. Betriebsausgaben), als Sonderausgaben oder als haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich berücksichtigt werden. Ob die Kosten absetzbar sind, ist vorrangig vom Alter des Kindes und der Berufstätigkeit der Eltern abhängig.
Die Höhe der Betreuungskosten für Kinder sind nach einem Kompromiss der Regierungsparteien abhängig vom Lebensmodell. So wird unterschieden zwischen Alleinerziehenden / Eltern, bei denen beide Partner erwerbstätig sind und Paare, bei denen ein Elternteil erwerbstätig ist (Alleinverdiener-Ehe).

Siehe hierzu auch die Zusammenfassung zu Kindervergünstigungen und Familienförderung im Steuerrecht und den Artikel zum Entlastungsbetrag für Alleinerziehende und bei Bedarf auch Kinderbetreuungskosten Alleinerziehender.

Abzug als Werbungskosten (bzw. Betriebsausgaben), wenn die Eltern erwerbstätig sind und Kinder im Alter zwischen 0 – 14 Jahren (oder schwerbehinderte Kinder) zu betreuen sind.
Abzug als Sonderausgaben, wenn Eltern bzw. der Alleinerziehende sich in Ausbildung befinden, krank oder behindert sind bzw. der andere Elternteil erwerbstätig ist und Kinder im Alter zwischen 0 – 14 Jahren (oder schwerbehinderte Kinder) zu betreuen sind.
Abzug als Sonderausgaben bei Alleinverdienern und Kinder im Alter zwischen 3 – 6 Jahren zu betreuen sind.
In der Altersgruppe bis zu 14 Jahren wird unterschieden zwischen Familien, in denen beide Eltern erwerbstätig sind, sowie erwerbstätigen Alleinerziehenden einerseits und Familien, in denen nur ein Elternteil erwerbstätig ist (Alleinverdienender), andererseits. Alleinerziehende und Doppelverdiener können zwei Drittel der Betreuungskosten, jedoch höchstens 4.000 Euro, in der Steuererklärung absetzen.
Die Frage, ob der begrenzte Abzug von Kinderbetreuungskosten (auf 2/3 der tatsächlichen entstandenen Aufwendungen) mit verfassungsrechtlichen Grundsätzen vereinbar ist, wird demnächst der Bundesfinanzhof (BFH) beantworten müssen. Unter dem Aktenzeichen III R 67/09 ist ein entsprechendes Verfahren beim BFH anhängig. Gegen das Urteil des Sächsischen Finanzgerichts vom 19.8.2009 - 2 K 1038/09 ist Revision beim Bundesfinanzhof eingelegt worden, so dass entsprechende Steuerpflichtige ein Ruhen des eigenen Verfahrens beanspruchen können.
Alleinverdiener-Ehe und nicht berufstätige Alleinerziehende: Familien, in denen einer verdient und einer zu Hause bei den Kindern bleibt, können diesen Steuervorteil lediglich für die Betreuungskosten ihrer Kinder zwischen drei und sechs Jahren nutzen. Für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren, die zum Haushalt gehören, können zwei Drittel der Betreuungskosten, höchstens aber 4.000 Euro je Kind, in der Steuererklärung geltend gemacht werden.
Kinder fallen nicht in die Altersgruppe 3 bis 6 Jahre: Alleinerziehende bzw. Familien mit einem Erwerbstätigen (Alleinverdiener) können die Betreuungskosten, die im Haushalt anfallen, über die Förderung haushaltsnaher Dienstleistungen (= haushaltsnahe Kinderbetreuung) geltend machen. Doppelverdiener-Ehen können dagegen bei Inanspruchnahme der Absetzung von Kinderbetreuungskosten nicht mehr den Abzug von der Steuerschuld nach § 35a EStG für Kinderbetreuung im eigenen Haushalt begehren.

Die Kinderbetreuung gehört zu den haushaltsnahen Dienstleistungen, wenn die Betreuungsleistung in einem inländischen Haushalt erbracht wird. Bei dieser Variante der Berücksichtigung in der Steuererklärung ist es egal, ob zumindest einer der Elternteile erwerbstätig ist oder andere Gründe wie Ausbildung, Krankheit oder Behinderung vorliegen. Beispiel zur Verdeutlichung: Ein Kind wird von den Eltern der Mutter im Haus bzw. in der Wohnung der Mutter betreut. Wichtig: Die Eltern der Mutter leben aber nicht mit der Tochter in einem Haushalt zusammen. Würden hingegen die Eltern der Mutter das Kind in ihrer eigenen Wohnung betreuen, könnte die Steuerermäßigung nicht gewährt werden.
Die komplizierten Regelungen versucht das BMF-Schreiben vom 19. Januar 2007 zur steuerlichen Berücksichtigung von Kinderbetreuungskosten zusammenzufassen.
Fazit: Die steuerliche Berücksichtigung von Kindern im Steuerrecht ist durch das "Gesetz zur steuerlichen Förderung von Wachstum und Beschäftigung" seit dem 1. Januar 2006 noch etwas komlizierter geworden. Das Steuerrecht behandelt die Kinderbetreuung in 4 Paragrafen. Von diesem Kompromiss profitieren Alleinerziehende am meisten. Alleinverdiener-Ehen gehören eher zu den Verlierern. So gibt es Bestrebungen, insbesondere aus der CDU, Alleinverdiener-Ehen ggf. entsprechend beim Elterngeld profitieren zu lassen. Insbesondere die SPD weist darauf hin, dass Alleinverdiener schon durch das Ehegattensplitting begünstigt sind. Zudem fallen, wenn ein Elternteil zu Hause bleibt, ohnehin weniger Kosten für die Kinderbetreuung an.

Betreuungskosten sind zum Beispiel Kosten für eine Tagesmutter oder eine Kindertagesstätte. Voraussetzung: Beide Elternteile müssen berufstätig sein. Der Kinderfreibetrag und das Kindergeld werden von dieser Regelung nicht berührt.

Es gibt keinen Pauschbetrag, deshalb müssen alle Ausgaben nachgewiesen werden. Als Nachweise für Kinderbetreuung kommen zum Beispiel in Betracht: Kindergartenbetreuung, Betreuung in Hort und Krippe sowie die Betreuung durch Tagesmütter, Kinderpflegerinnen oder Au-Pair-Mädchen. Die Betreuungspersonen können auch Verwandte - zum Beispiel Großeltern oder volljährige Geschwister - sein. In diesem Fall muss allerdings ein Vertrag geschlossen werden, der bestimmte Voraussetzungen erfüllt. Wer einen Babysitter beschäftigt, kann dies ebenfalls steuerlich geltend machen, sofern er die Ausgaben dafür nachweisen kann.

Seit dem 1. Januar 2007 wird zusätzlich ein einkommensabhängiges Elterngeld gezahlt. Beim Elterngeld, das als Lohnersatz gezahlt werden soll, ist eine soziale Komponente vorgesehen. Jede Familie erhält danach ein Mindestelterngeld von 300 Euro und das bisherige Erziehungsgeld entfällt. Bei Familien mit geringem Einkommen wird für die Berechnung des Elterngeldes das gemeinsame Einkommen beider Partner zu Grunde gelegt. Für alle gilt: Die Lohnersatzleistung beträgt 67 Prozent des letzten Netto-Verdienstes, maximal monatlich 1800 Euro.

Beitrag von ks83 01.10.10 - 19:13 Uhr

Hallo,
ich weiß nicht,ob du die 80€ für deine Freundin absetzen kannst. Aber die normalen Kosten für die Tagesmutter sind möglich.
Bei uns ist es auch so,dass einen kleinen Teil das Jugendamt übernimmt. Wir zahlen halt unseren monatlichen Anteil ans Jugendamt und die überweisen die gesamte Summe,die unsere Tagesmutter bekommt an sie.

Wir haben in der Steuererklärung die gesamte Kosten angegeben,die wir 2009 für die Tagesmutter hatten - darüber bekommst du ja vom JA eigentlich auch einen Nachweis.
Was dann natürlich anerkannt wird,kann ich nicht sagen.
Aber erst mal ANGEBEN kannst du alles - es gibt dafür wohl keine Pauschale.

LG