Große Sorge um 5-jährigen - *lang*

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von snoopfi 30.09.10 - 20:47 Uhr

hallo und guten abend zusammen,

ich versuche mich im folgenden kurz zu fassen. es geht um unseren "großen" sohn finn. im august wurde finn 5 jahre alt.

puh - wo fang ich nur an..... entschuldigt wenn das hier in eine art aufzählung verfällt, aber es ist zuviel um es in ganze sätze zu fassen.

wir denken schon immer viel über finn nach. finn war schon als säugling ein anderes kind als die kinder um uns herum. er war oft sehr wütend, laut und hat viel geschrien wenn etwas nicht nach seinem kopf ging. wir sind fast immer aufgefallen. damals sprach man von "charaterstärke". wir lieben ihn sehr, sind offen mit unseren gefühlen, reden mit ihm über alles und sind einfühlsam mit ihm. finn ist ein sehr emotionales kind. er hängt sehr an uns, hautptsächlich aber an mir, er braucht beständige dinge, er kann schlecht loslassen, gibt keine spielsachen her, selbst wenn sie kaputt sind, möchte seine strümpfe, shirts nicht wegwerfen, wenn sie kaputt sind. er ist sehr stur, hat einen verdammt harten willen, ist zappelig, teilweise unbändig, finn ist sehr laut. in sportvereine o.ä. möchte er nicht, wir haben es schon mehrmals versucht, es endete immer in trotzt und zorn, vielen tränen, schreien, er ist dann nicht mehr abzulenken. er plabbert immer rein, wird unheimlich schnell zornig und ausfällig, seine toleranzgrene ist wahnsinnig niedrig.

auf der anderen seite hat er ein wahnsinniges mitgefühl, seinen kleinen bruder (10 mte alt) liebt er über alles, ebenso unseren hund. er kuschelt gerne, läßt sich gerne vorlesen, hat viele freunde im kindergarten. er ist clever, schreibt schon einige worte, kann gut mit zahlen umgehen, aber in eine gruppe kann er sich nur schlecht einfügen.

ich war bereits bei einer beratungsstelle, habe mehrmals mit unserem kinderarzt gesprochen. im kindergarten erleben sie erzieherinnen ihn genauso wie wir daheim. keiner der genannten stellen bezeichnet ihn als aufällig. nichtsdestotrotzt fällt er immer wieder auf, meine eltern bereichnen ihn auls auffällig, unsere freunde um uns herum und wir selbst haben oft das mit unserem finn ist etwas nicht in ordnung. ein gefühl in mir sagt, irgendetwas macht es ihm schwer.

das war jetzt viel, aber lange noch nicht alles was mir in meinem kopf herumschwirrt. ich dachte natürlich schon an ads oder adhs....

vielleicht finden sich hier eltern, die sich selbst in dem geschriebenen wiederfinden. ich würde mich freun, von euch zu hören.

liebe grüße
snoopfi

Beitrag von atarimaus 30.09.10 - 20:56 Uhr

Guten Abend,


was daran ist jetzt auffällig?

Das Wort charakterstark gefällt mir, so wird unsere Tochter auch oft genannt.

Du hast meine Tochter beschrieben, außer Dingen wie sich trennen von Sachen und nicht wegwerfen können, beschreibst du sie ziemlich genau ;-)

Ich käme aber nicht auf die Idee sie als auffällug zu bezeichnen.
Ich lerne Kinder kennen, die sind bei weitem leiser und ruhiger als sie, ich lerne Kinder kennen, sie sind viel rabiater und lauter als sie.

Ich sehe keinen Grund für deine Sorgen ;-)

Lieben Gruß
Beate

Beitrag von kathale 30.09.10 - 21:02 Uhr

Ich sehe das eigentlich auch so.... Also, dass er nicht hochgrandig auffällig ist...
ABER, du bist die Mutter und kannst es viel besser einschätzen, als wir, die den Text gelesen haben..
Ich würde mir vielleicht nochmal einen anderen Arzt suchen und deine Beobachtungen schildern.
Ansonsten würde ich einfach noch ein bißchen abwarten, vielleicht ändert sich das auch wieder.

LG Maria

Beitrag von litalia 30.09.10 - 21:13 Uhr

naja, mit einem kind mit dem man ständig auffällt und was sehr schnell wütend und zornig wird.... ich denke schon, das man sich darüber gedanken machen sollte und nicht nur als "charakterstark" abtun sollte.

Beitrag von misscatwalk 30.09.10 - 21:22 Uhr

ich kann dir nur raten deinem Gefühl nach zu gehen und dich an ein SPZ zu wenden . Ich finde mich in deinem Text wieder und bei uns trifft deine Vermutung auch zu was aber natürlich nicht heißen muss das es bei euch auch der Fall ist .

Beitrag von hanni123 30.09.10 - 21:26 Uhr

HUHU,

wenn KiA, Beratungsstelle und KiGa keine Probleme sehen, dann ist das doch ein gutes Zeichen.
Mir kommt es jetzt auch nicht auffällig vor, aber ich finde meinen Sohn auch sehr speziell. Frustrationstoleranz: null. Sehr zappelig. Muss immer etwas in der Hand haben. Redet ohne unterlass. Spielt sehr laut. Macht selten bis nie mit, macht lieber sein Ding.

Kuschelt gern. Liebt Bücher. Ist wirklich clever und sprachlich gewandt. Geht sehr offen auf andere zu, hat viele Freunde. Hat noch nie gehaut.

Als Baby war er sehr ernst, er ist nie aufgewacht, ohne zu weinen.

Tja... Er kann sich teilweise sehr gut, teilweise null konzentrieren...

Er ist vier. Mal sehen. Irgendwie hat doch jeder seine Eigenheiten!
KiA und KiGa sehen keine Probleme. Die haben den Vergleich zu anderen Kindern, ich nur sehr begrenzt. Und die haben Erfahrung.

LG

Hanna

PS: es ist zwar sicher alles andere als leicht, aber ich finde, es gibt schlimmeres als ADS.

Beitrag von nuckelspucker 30.09.10 - 21:42 Uhr

huhu,

mein großer ist auch 5 und was soll ich sagen? er war mit 4 schon "schwierig", aber das hat sich mit 5 noch gesteigert. er ist der liebste junge der welt, aber die kleinste kleinigkeit kann ihn binnen sekunden völlig umkrempeln. er beschimpft mich mit tollen schimpfwörtern, findet einfach kein ende und ist oft sowas von bockig.

wenn ich morgens in sein zimmer gehe, um ihn zu wecken, er aber schon wach ist und sich gerade anziehen möchte, um mich zu überraschen, dann rastet er völlig aus.

auch wir haben einen zweiten sohn, er ist mittlerweile 13 monate alt. niclas liebt ihn über alles. aber er ist auch sowas von eifersüchtig.

im KIGA weint er sogar seit 3 wochen etwa, genauer gesagt, seit unser super schöner urlaub zuende ist. er mag sich nicht von mir trennen und kaum zuhause, ist er wieder rotzfrech zu mir.

er geht gerade in einen schwimmkurs, das macht ihm auch großen spaß.

ich hab schon viel versucht, strafen, belohen usw. aber irgendwie ist das wohl (hoffentlich) ne phase.

bei uns kommt aber noch hinzu, dass wir einige private sorgen haben. mein mann muss demnächst wieder in die klinik, davor hat niclas große angst. seine oma, die noch in unserem haus wohnt, ist alkoholikerin und daher ist der umgang untersagt. sie zieht nun aus, für uns alle besser, aber niclas liebt sie und ist sehr traurig...

ich gebe mir mühe, viel zeit nur mit ihm zu verbringen und viel mit ihm zu reden und zu kuscheln usw.

im KIGA ist niclas lieb, dort kennen sie solche ausraster wie zuhause nicht.

dass er momentan dort weint beim abschied, soll ich nicht "zu hoch bewerten" #kratz

lg claudia + niclas 16/06/05 + lucas 18/08/09

Beitrag von sweety03 01.10.10 - 20:18 Uhr

Hallo,

so ging es mir mit unsere großen Tochter (7). Ich hatte schon in der Krabbelgruppe das Gefühl, dass sie anders ist als andere Kinder. Sehr zurückhaltend, sehr wählerisch mit den Kindern, mit denen sie spielen wollte, sehr clever und wortgewandt.
Im Kindergarten führte sich das fort, dass auch die Erzieherinnen sie "anders" fanden als die anderen Kinder.
Letztes Jahr wurde sie eingeschult, und nach Monaten meinte auch ihre Klassenlehrerin, dass sie - wie sie wortwörtlich sagte - anders tickt als alle Kinder, die sie kennt. Und das will nach 25 Berufsjahren schon etwas heißen.
Sie gab uns den Rat, unsere Tochter auf Hochbegabung testen zu lassen. Das haben wir im Sommer machen lassen, und diese hat sie im sprachlichen und mathematischen Bereich.
Sie hat sich sozial gut entwickelt, spielt immer noch mit ausgewählten Kindern, fühlt sich zu älteren Kindern hingezogen, da sie mit Gleichaltrigen oft nichts anzufangen weiß. Sie beschäftigt sich mit Themen, die alles andere als altersgemäß sind.
Sie wird in der Schule extra gefördert, und wir nehmen uns auch sehr viel Zeit für die Beantwortung ihrer Fragen.
Ich habe auch immer gewusst, dass sie anders ist als andere Kinder, aber selbst der Kinderarzt und mein Mann haben das nicht ganz ernstgenommen bzw. dachten, dass sich das im Laufe der Zeit von alleine geben wird.
Jetzt ist sie in der 2. Klasse und natürlich immer noch anders als andere. Aber jetzt weiß ich, aus welchen Gründen sie sich oft so oder so verhält. Der Druck ist weitestgehend raus, weil ich sie einfach besser zu nehmen weiß.
Mein Rat: Vetrau Deinem Gefühl und versuche herauszufinden, was ihn beschäftigt. Eventuell würde ich mich mal an eine Kinderpsychologin oder an ein SPZ wenden.

Sweety