Depressionen

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Forum: Gesundheit & Medizin

Hier könnt ihr Fragen stellen zu allen Themen rund um Gesundheit, Vorbeugung, Kinderkrankheiten, Hausmittel und Naturheilmittel. Beachtet dabei bitte, dass medizinische Empfehlungen von interessierten Laien nicht den Gang zum Arzt ersetzen können.

Beitrag von hilflose1 30.09.10 - 22:16 Uhr

Hilfe!!!
Mein Mann hat Depressionen und ich kann einfach nicht mehr!
Ich bin einfach nur noch müde und traurig und habe Angst, das auch ich solangsam an seiner Krankheit kaputt gehe.
Immer muss ich ihn aufmuntern und antreiben, damit er nicht nur im Bett oder auf dem Sofa liegt. Es bleibt einfach alles an mir hängen. Egal ob es um wichtige Entscheidungen geht ode ob irgendwas mit unserern Kindern ist, alles muss ich alleine machen. Und ich kann die sau-blöden Sprüche meiner Schwiegermutter ( Du brauchst einfach nur Geduld..) nicht mehr hören! Ich habe seit über 2 Jahren Geduld. Aber solangsam geht auch mir die Puste aus. Da wir auf einem Dorf wohnen, ist es für mich auch nicht einfach, mal "eben" eine Selbsthilfegruppe zu finden. Denn es darf ja um Gottes willen keiner erfahren, was er wirklich hat. Was kann ich noch tun??

Beitrag von 75mausi 30.09.10 - 22:59 Uhr

Hallo du! :-)

Der Text hätte von mir kommen können. So ist es bei uns auch.
Mein Mann hat schon etwas länger Depressionen; manchmal geht es ihm gut und manchmal eben sehr schlecht. Vor einigen Jahren hat er schon mal eine Therapie gemacht und danach wurde es auch besser.
Vor einigen Wochen hatte er aber einen schweren Rückfall. Zum Glück sieht er ein, dass er Hilfe benötigt und ist zum Arzt gegangen. Nun bekommt er ersteinmal Tabletten. Es ist auch schon etwas besser geworden.
Für mich ist es ebenfalls schwer. Manchmal verschaffe ich mir Abstand (gehe zum Sport oder mal mit einer Freundin weg), aber irgendwie möchte ich auch für ihn da sein.

Wie äußert sich die Depression denn bei deinem Mann?
Wenn du möchtest, kannst du mich auch über VK anschreiben. Ich habe auch noch mit keinem (außer Eltern und Schwester) darüber gesprochen und habe auch schon überlegt, mir Hilfe zu suchen.

Liebe Grüße von mausi #winke

Beitrag von sannymaeusl 30.09.10 - 23:02 Uhr

Huhu,

ich kann euch beide gut verstehen. Ich selber leide an Depressionen und kenn aber auch andere Depressive.

Ist dein Mann denn in ärztlicher Behandlung? Nimmt er Medikamente? Hat er eine Therapie gemacht? Wie geht er mit der Krankheit um?

Kannst dich auch gern per PN melden, wenn du magst. Ohne nähere Infos kann ich dir leider auch keine Tipps geben.

Liebe Grüße Sanny

Beitrag von hilflose1 01.10.10 - 02:14 Uhr

Mein Mann ist zwar in ärztlicher Behandlung und nimmt auch seit ca 6 Mon. Antidepressiva, aber so richtig hilft es nicht.
Er ist einfach nur absolut antriebslos, liegt den ganzen Tag entweder im Bett oder auf dem Sofa, kann mir bei den wichtigen Entscheidungen im Alltag keinerlei Hilfe geben...
Und wenn er dann mal mit mir redet, kommen nur Sätze wie: Mir kann doch eh keiner mehr helfen, mein Leben ist Hoffnungslos...
er ist schon zum 3.Mal Stationär in Behandlung gewesen, aber so richtig besser ist es noch nicht geworden. Und mittlerweile wird er mir gegenüber auch agressiv ( bis jetzt zum Glück nur verbal, denn sonst würde ich nicht lange nachdenken und wäre weg).

Beitrag von jindabyne 01.10.10 - 11:07 Uhr

Macht er eine ambulante Therapie bei einem Psychotherapeuten? Antidepressiva sind ein Anfang, aber nicht ausreichend als alleinige Therapie! Dein Mann braucht professionelle Begleitung im Alltag!

Nur in seltenen Fällen gibt sich das von alleine. In de meisten Fällen wird es schlimmer mit den Depressionen, wenn man keine Therapie macht. Deine Schwiegermutter unterschätzt diese Krankheit vollkommen, wenn sie sagt, Du müsstest nur geduld haben!

Auch schon eurer Kinder zuliebe würde ich dringend dazu raten, dass er eine Ambulante Therapie bei einem Psychotherapeuten macht! Der vollbringt auch keine Wunder, kann Deinem Mann aber beibringen, wie er mit der Krankheit umgehen und wieder ein zufriedenes Leben führen kann.

Ich wünsch Dir alles Gute! Es ist sehr schwer, als Angehörige mit den Depressionen des Partners umzugehen #liebdrueck

Übrigens kannst Du als Angehörige auch eine Psychotherapie (Verhaltenstherapie) machen, das übernimmt ebenfalls die Kasse.

Lg Steffi

Beitrag von hilflose1 01.10.10 - 19:53 Uhr

Hallo Steffi,
Seit über einem Jahr macht mein Mann auch eine ambulante Therapie bei einer Psychotherapeutin.
Ich bin zur Zeit einfach nur am verzweifeln, weil ich den Eindruck habe, das er wieder in einer ziemlich dicken Depri-Phase steckt und sich dieses Mal absolut "zusperrt". Er ist zur Zeit auch nur in stationäre Behandlung gegangen, weil ich ihn praktisch gezwungen habe. Denn wenn mein Mann zu Hause geblieben wäre, weiß ich nicht, ob es bei ihm nicht zu einer Kurzschlußreaktion gekommen wär.

Beitrag von sunny22092001 01.10.10 - 13:09 Uhr

Hallo,
wollt nur mal was fragen. Wurde bei deinem Mann mal die Schilddrüse gecheckt? Ich hatte 4 Monate nach der Geburt von meinem Jüngsten einen Nervenzusammenbruch. Bin in einer Kilinik gelandet, die wirklich sehr gut war. Zum damaligen Zeitpunkt war mir noch nicht klar, das es an der Schilddrüse liegen kann.
Jetzt über 2 Jahre kämpfen, wurde herausgefunden, das ich eine Schilddrüsenentzündung(Hashimoto) habe. Die daraus entstehende Unterfunktion kann Depressionen auslössen. Als ich meine Hormone bekommen habe, ging es mir tatsächlich besser. Nun weiß ich, das viel von meinem K.O. sein, von der schilddrüse kommt. Vielleicht ist das bei deinem Mann auch der Fall.
Immer wenn sich bei mir ein Schub ankündigt, bin ich wieder kurz vorm zusammenbrechen.
Ich weiß leider nicht, wie es als Angehöriger ist. Aber das mit der Geduld ist schon richtig. Allerdings erscheinen mir 2 Jahre auch relativ lang. Vielleicht hat er aber auch das falsche AD. Es gibt so viel verschiedene, eins wird helfen.
Auch ich nehme noch AD. Aber ich bin am reduzieren.
LG und noch viel Kraft
Susan