Unterhaltszahlungen Vater bei ALG 2

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von paankape 01.10.10 - 06:38 Uhr

Hallo

Ich habe mal eine Frage bezüglich des Unterhalts.

Mein Mann hat einen Sohn und die Unterhaltskasse verlangt dass er Unterhalt zahlt. Soweit klar. Wir beziehen derzeit aber ergänzendes ALG2.
Er hat einen 400 € Job, ich hab einen.

Nun heisst es das würde nicht ausreiche, um ihn von seiner Pflicht zu entbinden?! Er soll nachweisen dass er sich um einen Job bemüht mit 20 Bewerbungen im Monat, dann ist eine Verringerung möglich.

Das tut er ja schon bei der ARGE (Nachweis der Bewerbungen) und er bemüht sich auch. Soweit auch klar.

Die Frage nun.. von was soll er den Unterhalt zahlen? (Unterhaltsvorschuss bekam seine Ex für den Kleinen die ganze Zeit, ich denke nun gehts um normalen Unterhalt)

Ich habe mal gelesen es gibt die Möglichkeit den Unterhalt zu zahlen, dafür bekommen wir die Summe dann mehr an ALg 2 ? Stimmt das?


Wie gesagt, ich kenn mich mit dem Thema nicht aus, dachte aber immer wenn man ALg 2 bezieht, kann und muss man keinen Unterhalt zahlen????


Also:

Muss er Unterhalt zahlen trotz ALg 2? Was heisst eine Verringerung des Unterhalts wäre möglich? Und darf die Unterhaltsstelle das überhaupt verlangen, dass er die Bewerbungen vorlegen muss?


Danke

Beitrag von ich-habe-zwei-davon 01.10.10 - 07:32 Uhr

guten morgen,

ich versuche mal zu antworten.


ein bekannter von mir muss auch trotz alg2 bezug unterhalt zahlen und muss belegen das er sich bemüht arbeit zu bekommen.

arbeitslosigkeit entbindet nicht von der unterhaltspflicht.

es kann ihm gerichtlich auch auferlegt werden jede arbeit an zu nehmen, auch an den we und den nächten, so das der unterhalt im vollen rahmen gezahlt werden kann.

ich habe ne frage:
Ich habe mal gelesen es gibt die Möglichkeit den Unterhalt zu zahlen, dafür bekommen wir die Summe dann mehr an ALg 2 ? Stimmt das?

wer sollte euch das denn zahlen? denkst du nicht auch das es sonst so viele eltern machen würden die nicht in arbeit stehen?

wenn seine ex-frau einen unterhaltstitel hat, kann sie bis zu 30jahren soweit ich weis, sich den unterhalt einklagen.

dein mann soll bewerbungen schreiben, wenn bei 20 noch nichts rum kam, dann müssen es noch mehr sein.

ich weis selbst wie schwer es ist in arbeit zu kommen, aber dann müssen eben die finger glühen vom schreiben #schwitz


ehrliche meinung, von mir als mutter die zwei kindesväter hat:
mir wäre es egal was er alles unternehmen muss um zahlen zu können - sie, meine beiden väter waren bei der zeugung ja auch dabei und sollen mit ran.
sie kümmern sich nicht im geringsten, die kinder kennen ihre väter nicht einmal.
nicht falsch verstehen.


vg


ps, rechne auch mit sehr ruppigen antworten hier durch deinem thread, das wird böses blut geben #schein

Beitrag von paankape 01.10.10 - 08:30 Uhr

Ich kann deine Seite verstehen, ich habe hier eine andere Situation. Die Kindsmutter hatte ihm erst den Kontakt verboten, sich dann nicht an Abmachungen gehalten und ist nun, nahdem der Kontakt abbrach (Nein, nicht weil wir es uns einfach machen wollten, sondern es dem Kind leichter.. was bringt es wenn er seinen vater 1 Mal im Jahr sieht und ihn jedes Mal neu kennenlernen muss...) 600 km weit weg gezogen und hat ihn nichtmal daüber informiert.

Aber das tut nichts zur Sache. Ich frage mich allerdings wenn man schon ein Existenzminimum hat, wie man davon mehrere Hundert € Unterhalt zahlen soll. Das hat er ja selbst nicht zum leben.

Er schreibt ja Bewerbungen, alt jetzt nun erstmal einen 400 € Job, aber darum geht es ja nicht.

Die Frage ist von was er das zahlen soll???

(Sie bezieht ja selbst ALG2, bekommt den Unterhalt eh angerechnet - nur damit es nicht heisst ihr und dem Kind fehlt es ;-) Dass er zahlen muss irgendwann mal ist klar, es geht um jetzt)

Beitrag von paankape 01.10.10 - 08:42 Uhr

Weißt du wie hoch sich der Unterhalt dann berechnet, wenn er ja kaum einkommen hat?

Beitrag von windsbraut69 01.10.10 - 09:48 Uhr

Fiktiv.

Beitrag von paankape 01.10.10 - 09:52 Uhr

aha #kratz

Beitrag von windsbraut69 01.10.10 - 09:58 Uhr

Da wird das zugrunde gelegt, was er an Einkommen haben könnte, wenn er sich ausreichend bemühen würde.

Beitrag von paankape 01.10.10 - 10:02 Uhr

Und das dann auf die 3 Kinder aufgeteilt und errechnet wie bei normalem Unterhalt?

Beitrag von windsbraut69 01.10.10 - 10:16 Uhr

Gehe ich von aus.

Beitrag von paankape 01.10.10 - 10:18 Uhr

#danke

Beitrag von windsbraut69 01.10.10 - 09:44 Uhr

Googlet mal nach gesteigerter Erwerbsobliegenheit:

http://www.jurathek.de/showdocument_print.php?session=O&ID=7131

Meines Wissens kann auch ALGII gepfändet werden, wenn der Unterhaltspflichtige dieser nicht hinreichend nachkommt.

Gruß,

W

Beitrag von paankape 01.10.10 - 09:51 Uhr

Danke, werde mir das gleich mal durchlesen.

Also muss er zahlen, auch wenn wir und 2 Kinder im Prinzip dann nichts mehr zu Essen im Kühlschrank haben auf gut Deutsch gesagt?

(Dass er sich bemüht ist ja klar, heisst ja aber nicht das er auch was bekommt)


Kann die Unterhaltsstelle verlangen dass unsere Jüngste in eine Kita geht (Unter 3) oder dass ich meinen Job (400 e Baisi) Kündgen muss, damit er ne Stelle bekommt?

Beitrag von windsbraut69 01.10.10 - 10:02 Uhr

Ich denke, es wird nur sein ALGII-Anteil angetastet aber ich kann mir nicht vorstellen, dass er seine Arbeitszeiten Deinem Minijob anpassen darf, wenn er deshalb dann keine Vollzeitstelle annehmen kann. Ein sv-pflichtiger Job geht ja grundsätzlich vor.

Beitrag von paankape 01.10.10 - 10:06 Uhr

Aber ich finde es schon heftig, wenn ich dann meinen sicheren Job kündigen MÜSSTE. Evtl bekomme ich demnächst eine Teilzeitanstellung.....

Selbst wenn nur sein Anteil angetastet wird.... Die 300 paarzerquetschte und davon Unterhalt zahlen..? Komische Angelegenheit.


Ein "Geringverdiener" muss keinen Unterhalt zahlen wenn er zu wenig verdient, aber vom Existenzminimum muss man das??!


Auf das Schreiben der Unterhaltsstelle muss er nun bald antworten, daher will ich mich vorher erkundigen was auf ihn zukommt, bzw er will das wissen. Ich frag nur ;-)


Danke

Beitrag von windsbraut69 01.10.10 - 10:14 Uhr

Er muß vom Existenzminimum ja nur zahlen, wenn er keinen ausreichenden Einsatz nachweisen kann.

Mal ehrlich - warum sollte er Vollzeitjobs "ablehnen" können, damit Du einem Minijob nachgehen kannst. Das wäre doch völlig unwirtschaftlich.

Beitrag von paankape 01.10.10 - 10:18 Uhr

In dem Schreiben steht, wenn er sich bemüht, ist eine Minderung möglich! Keine Befreiung.

Naja, weil mit MIR das Ganze ja nix zu tun hat. Ich freue mich dass ich direkt nach der Geburt bzw dem Mutterschutz direkt wieder eine Stelle gefunden hatte und es ist ja MEIn Lebenslauf der sich dadurch veschlechtert wenn ich den Job kündigen muss.

Beitrag von windsbraut69 01.10.10 - 10:21 Uhr

Eine Befreiung wird er sich inzwischen verscherzt haben, wenn er ein solches Schreiben bekommt.

Doch, natürlich bist Du involviert, weil Ihr eine BG seid. Ihr könnt ja nicht argumentieren, dass Du mit der Unterhaltsgeschichte nix zu tun hast und gleichzeitig Jobs für ihn ablehnen, weil er wärend Deiner Arbeit im Minijob das Kind beaufsichtigen muß.

Beitrag von paankape 01.10.10 - 10:26 Uhr

Vor diesem Schreiben kam noch kein Anderes. Davor lief UHV, ich denke nun gehts um normalen Unterhalt


Stimmt, da hast du auch wieder Recht.

Weisst du wie ich die Düsseldorfer Tabelle richtig anwende?

Einkommen bis 1500 denke ich wäre realistisch, aber wir haben ja auch 2Kids.. wird dann die 364 € die als Unterhalt da stehen durch 3 geteilt und dann das halbe Kindergeld abgezogen?

Kann ich mir irgendwie nicht vorstellen....#kratz

Beitrag von paankape 01.10.10 - 10:29 Uhr

Trotzdem können die ja nicht im Ernst verlangen, dass ich meinen Job künige! Wenn wir beide auf Teilzeit aufstocken, was wir hoffen, müssten wir kein Alg 2 mehr beziehen und dann können die das doch echt nicht verlangen!!!!!!

Wenn ich z.b. einen Vollzeitjob hätte und er die Kinderbetreuung machen würde, können die doch nicht verlangen dass wir unser Leben umkrempeln.. das geht mir echt zu weit

Beitrag von windsbraut69 01.10.10 - 10:34 Uhr

Ja klar können "die" verlangen bzw. er muß ja nicht arbeiten, sondern "nur" zahlen.
Er ist ja nicht jetzt kurzfristig erst in die Situation gerutscht, nicht zahlungsfähig zu sein.

Beitrag von paankape 01.10.10 - 10:40 Uhr

#danke

Naja abwarten, ich muss mich mal schlau machen, wie viel "wir" überhaupt zahlen müssten.

Beitrag von zwiebelchen1977 01.10.10 - 13:09 Uhr

Hallo

Er darf zwar in Elternzeit gehen, muss aber den Unterhalt voll bezahlen.

Wieso auch nicht? Wer soll den für SEIN Kind sonst zahlen?

Bianca

Beitrag von paankape 01.10.10 - 20:08 Uhr

Momentan zahlt für SEIn Kind das Amt. Deshalb versteh ich nicht warum wir dann UNTEr dem Existenzminimum leben sollten, das Kind aber nichts von hat weil es angerechnet wird

Beitrag von mariella70 02.10.10 - 14:43 Uhr

Hallo,
...weil "das Amt" kein Selbstbedienungsladen mit angeschlossener Gelddruckerei ist, sondern verantwortungsbewusst mit Steuergeldern hilft Notlagen zu _überbrücken_. UV kommt aus einem anderen Topf als ALGII und kann im Unterschied zu diesem zurückverlangt werden. ALGII-Leistungen werden nur zusätzlich zu allen anderen Einnahmen gewährt, um sie - und damit die Belastung der Allgemeinheit - so gering wie möglich zu halten.
UnterhaltsVORSCHUSS ist nämlich nur eine Art Kredit bis der Unterhaltspflichtige wieder zahlungsfähig ist. Nur im nachzuweisenden Einzelfall, in dem eine Zahlungfähigkeit aus nachvollziehbaren und nicht selbst verschuldeten Gründen nicht gegeben war, muss das Geld nicht zurückgezahlt werden.
Der Pflichtige muss alles tun, um seine Zahlungsfähigkeit wieder herzustellen.
"Alles" bedeutet in diesem Fall, dass er einen Vollzeitjob suchen muss und die Kinderbetreuung entsprechend anders geregelt werden muss. Dabei kann euch aber das JA helfen.
LG
Mariella

Beitrag von paankape 02.10.10 - 20:23 Uhr

Es geht um die Momentane Situation und es geht nicht um Unterhaltsvorschuss.


Ich finde einfach nicht prickelnd dass man UNTER dem Existenzminimum leben muss, damit der Staat einspart. (In einem Fall wo der Vater z.b. nur ALg 2 bezieht, kein Zusatzeinkommen wie es bei uns nun der Fall ist)

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