Umfrage: Macht Ihr alles, was die Ärzte sagen?

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Forum: Geburt & Wochenbett

Die Geburt deines Kindes rückt näher und es tauchen immer noch neue Fragen auf? Du hast gerade entbunden und ganz spezielle Fragen in dieser besonderen Situation? Hier ist der Ort für alle Fragen rund um Geburt und Wochenbett.

Beitrag von nele27 01.10.10 - 09:23 Uhr

Hi,

nach der heißen Diskussion über Venenzugänge (auf die ich jetzt noch weniger Bock hab :-)) frage ich mich ganz allgemein: Nehmt Ihr grundsätzlich die Empfehlungen der Ärzte an?
Vom Venenzugang über "das-muss-mal-schneller-gehen"-Wehentropf bis hin zum KS wegen "Geburtsstillstand"?? #gruebel

Ich halte nämlich durchaus nicht alles, was in der Klinik so empfohlen wird, für medizinisch notwendig. Oft geht es doch eher danach, dass die Gebärende schnell fertig werden soll oder der Arzt irgendwas prophylaktisch empfiehlt, weils praktischer ist oder gerade in den Zeitplan passt.

Trotzdem ists natürlich ein Problem, wenn einen Ärzte zu etwas drängen, einem ein schlechtes Gewissen machen, weil man etwas ablehnt, sodass man sich vorkommt wie ne Kindermörderin. Oder es kommen die Horrorgeschichten von den vielen toten Gebärenden...
Da fällt es doch schwer, hart zu bleiben und NEIN zu sagen.

Ich selbst habe sowas zwar bisher nie erlebt, sondern konnte bei der ersten Geburt relativ selbstbestimmt entscheiden, als es kompliziert wurde.
Aber ich habe schon oft ganz andere Sachen gehört. Und wenn die Frauen auf dem Kreißbett gelandet sind, obwohl sie doch gern auf den Hocker wollten...

Naja, ohne selbst vom Fach zu sein, ist man da doch in einer echt blöden Lage, wenn man so gedrängt wird #schmoll

Mich persönlich bringt das trotzdem nicht zur außerklinischen Geburt (außer vll mal aus Trotz "Dann bleib ich halt zu Hause" Aber nicht ernsthaft).
Es geht bestimmt noch anderen von Euch so.

Und überhaupt: Es muss doch möglich sein, ins KH zu gehen, weil man das gern will und trotzdem sicher zu sein, nicht jeden Kram angeschwatzt zu bekommen, oder??

Daher eine kleine Umfrage: Was habt Ihr diesbezüglich erlebt und wie geht ihr mit sowas um??

LG, Nele

Beitrag von caracoleta 01.10.10 - 09:37 Uhr

Liebe Nele,

zunächst einmal ist jede Frau für sich selbst und auch ihr Baby verantwortlich. Schließlich teilen sie sich fast 10 Monate einen Körper und das Baby ist nunmal total abhängig von dem, was die Frau ihr gibt.
Niemand wird dich, auch im KH, zu etwas zwingen, was Du definitiv ablehnst. In einem ruhigen Gespräch VOR der Aufregung einer Geburt wird man sicherlich vieles klären können.

Dennoch habe ich hier oft den Anschein, dass es in einem regelrechten "Kampf" gegen die Ärzte ausartet. Auch bei Deinem Posting hier hatte ich das Gefühl, dass jede Frau, die selbstbestimmt und nicht als Marionette darstehen will, sagen muss "Nein, ich mache nicht alles, was die Ärzte sagen"
Es will Dir keiner schaden. Es geht um Erfahrungswerte. Darum kann ich nur wieder sagen, dass ein vernünftiges Gespräch das allerwichtigeste ist.

Es geht ja auch darum, dass Du, wenn Du in ein KH gehst, Strukturen nutzt, die jeden TAg (und jede NAcht) funktionieren müssen. Ehrlich gesagt finde ich es ziemlich viel verlangt, wenn man unbedingt alles individualisiert haben will.
Dann ist das da meiner Meinung nach nicht das richtige. Was glaubst Du denn, wie viele Ärzte Nachts zur Verfügung stehen? Meistens ist da einer oder zwei, die aber noch zwischen 20 und 40 andere Patienten haben.

Vielleicht sollte man einfach mal "open minded" an die Sache rangehen...

Beitrag von oekomami 01.10.10 - 09:48 Uhr

Und nur weil gespart wird müssen Patienten das mitmachen?

Glaubst du nicht das ist der falsche Weg?

Den dadurch wird der Politik doch gezeigt das es die Patienten mitmachen und man noch mehr sparen kann

Beitrag von caracoleta 01.10.10 - 09:50 Uhr

??? Was hat das mit Sparen zu tun? Hast Du irgendwas gelesen oder kapiert von dem, was ich geschrieben habe? Wer keine Ahnung hat, sollte einfach mal....

Beitrag von oekomami 01.10.10 - 09:57 Uhr

Es geht ja auch darum, dass Du, wenn Du in ein KH gehst, Strukturen nutzt, die jeden TAg (und jede NAcht) funktionieren müssen. Ehrlich gesagt finde ich es ziemlich viel verlangt, wenn man unbedingt alles individualisiert haben will.
Dann ist das da meiner Meinung nach nicht das richtige. Was glaubst Du denn, wie viele Ärzte Nachts zur Verfügung stehen? Meistens ist da einer oder zwei, die aber noch zwischen 20 und 40 andere Patienten haben.


Das was du beschreibst ist sparen in den Kliniken. Warum ist den nur so wenig Personal da?

Unser Kind hat einen Gendefekt. Wenn er krank ist muss er in die Klinik und je nach Blutzucker an den Tropf. Nun sind wir im Winter mal wieder in der Klinik gewesen und obwohl der Blutzucker noch in Ordnung war sollte er auch gleich einen Zugang bekommen und an den Tropf weil nachts nur ein Kinderarzt im Haus ist und wenn der zutun hat kann es dauern.

Aber warum soll ich deshalb meinem Kind vielleicht einen unnötigen Zugang legen lassen?

Beitrag von nele27 01.10.10 - 10:06 Uhr

Hi,

ne, so verbohrt bin ich gar nicht :-) Im letzten KH waren die auch total super, selbst als es Komplikatinen gab, haben wir verhandelt, was jetzt getan wird. Ich wurde auch vor dem kleinen Dammschnitt gefragt, ob das ok ist - kurze Frage auf die ich eh mit JA geantwortet hätte, was soll ich auch sonst machen? Aber es ist halt sehr wertschätzend, trotzdem zu fragen.

Naja, und all diese Sachen stellen doch eigentlich kein großes Problem für das Personal dar, oder?

Daher frage ich mich, warum das offenbar in den meisten anderen KH (ich muss ja wegen Umzugs leider neu suchen) nicht möglich ist, sondern einem so viel friss oder stirbmäßig vorgesetzt wird #schmoll

LG

Beitrag von nadja.1304 01.10.10 - 10:43 Uhr

Eigentlich ist es vollkommen wurscht, wieviel Ärzte im Dienst sind, denn ein Arzt hat bei einer normal verlaufenden Geburt gar nichts zu suchen. In Deutschland leiten Hebammen die Geburt, und nur, wenn diese es für nötig erachtet, sollte ein Arzt dazu kommen. Leider hab ich hier aber oft das Gefühl, dass diese Kompetenz nicht anerkannt ist und Ärzte immer noch über allem stehen. Eigentlich totaler Blödsinn.

LG Nadja

Beitrag von schnuppell 01.10.10 - 16:45 Uhr

Ich teile deine Meinung da in vielerlei Hinsicht.

Klar, man sollte ein infomierter, mündiger Mensch sein und seine Wünsche und Vorstellungen äußern. Allerdings frage ich mich manchmal, woher "wir" die Weißheit oder Kompetenz nehmen wollen, es besser als ein Arzt zu wissen, der viele Jahre seines Lebens studiert hat und der diese Situationen schon sehr oft erlebt hat. Dennoch trägt man letzlich die Verantwortung für sich selbst. Für das Baby trägt man als Mami sicher auch die Hauptlast der Verantwortung, allerdings kann ich auch hier manche Mütter nicht verstehen, die sich so verhalten, als wäre ein Baby ihr Eigentum. Wir haben die wunderbare Aufgabe, diesen Menschen in sein Leben zu begleiten und ihm dabei nach bestem Wissenund Gewissen zur Seite zu stehen. Letzlich sind wir aber auch nicht allwissend und sich einfach über die Empfehlungen von MEnschen hinweg zu setzen, die es wahrscheinlich besser wissen, empfinde ich als Anmaßung.

Wenn einem die grundsätzliche Ausrichtung eines Arztes nicht gefällt, sollte man nach einem anderen Arzt suchen, mit dem man besser überein stimmt. V.a. aber sollte man sich wirklich fundiert informieren, damit man seine Meinung nicht einfach unbedacht festigt, sondern weiß, wovon man redet.

Im Endeffekt mache ich natürlich auch nicht immer alles, was mir Ärzte raten. Aber ich weiß sehr wohl zu unterscheiden, wann es ein Rat ist, den ich annehmen oder auch ablehnen kann und wann ein Befund über meine eigene Medizin-Kompetenz hinausgeht und ich mich und das Baby dann einem anderen Menschen anvertraue. Allerdings abe ich auch das Glück, sehr viele MEdiziner im Freundeskreis zu haben - de bekommen ich dann meist nochmal ne 2. Meinung oder auch eine Bestätigung, wenn ich mir unsicher war.

LG

Beitrag von lebelauter 01.10.10 - 09:50 Uhr

nein.

in der schwangerschaft nicht (da wollte mir ein arzt weiss machen, mein Kind sei höchstwahrscheinlich hochgradig behindert - man könne den "Eingriff" aber gleich hier ambulant "erledigen")

und später auch nicht.

Ich habe beide Kinder ausserklinisch (1 x geburtshaus, 1 x zuhause) geboren.

Für mich und meine Familie die beste Entscheidung.

LG

LL

Beitrag von nele27 01.10.10 - 10:01 Uhr

Tja, und das will ich ja nicht.

Ich hätte gern, dass die ganzen Geräte, OP-Team etc. vorhanden sind - aber bitte irgendwo im Nebenraum :-) Ich möchte nicht von Anfang an so behandelt werde, als ob ich das alles brauche.

Eigentlich ist das doch nicht sooo ein unverschämter Wunsch und dürfte doch auch machbar sein, nicht wahr?
Warum ists dann nicht so?

Im letzten KH, das ich wegen Umzugs nicht mehr nehmen kann, hat das auch soweit super geklappt (bis auf den Venenzugang, den hab ich mir anschwatzen lassen). Jetzt merke ich aber, das scheint die Ausnahme zu sein...
Ist doch eigenartig...

LG, Nele

Beitrag von oekomami 01.10.10 - 10:04 Uhr

Hallo,

in der Klinik in der ich entbunden habe war es auch so das man nicht dacht man ist schwerkrank.

Aber die Klinik machen die Geburten nicht aus Spaß sondern um zu verdienen. Nicht genutzte Geräte kosten ja auch weiterhin Geld, also müssen sie ihr Geld einbringen.

LG

Beitrag von lebelauter 01.10.10 - 10:48 Uhr

Hm, Deine Sorge/Bedürfnis nach sog. Sicherheit ist zwar wahrscheinlich unbegründet, aber vielleicht gibts ja bei euch einen hebammengeleiteten Kreisssaal oder aber Du buchst Dir ne Beleghebamme, mit der du deine wünsche vorher besprichst und die dir eben nichts aufschwatzt bzw. prophylaktisch agierende assistenzärzte erstmal wieder rausschickt, bis es TATSÄCHLICH was zu tun gibt...

LG

Beitrag von nele27 01.10.10 - 12:47 Uhr

Es gibt einen hebammengeleiteten Kreißsaal im 20 km entfernten KH - leider müsste ich dann durch den Elbtunnel, was zur falschen Zeit Stunden dauern kann :-( Das ist mir zu riskant...

Ich werde nächste Woche zur Anmeldung/Vorgespräch gehen und versuchen, eine natürliche Geburt "auszuhandeln".
Ich hab den Gebärhocker schon probegesessen und der war echt bequem :-)

LG, Nele

Beitrag von lebelauter 05.10.10 - 12:58 Uhr

hm...

dann such dir ne beleghebamme, die einfach auch schonmal zu dir kommt, wenn du dir unsicher bist, obs losgeht... und dann fahrt ihr frühzeitig..

immer dran denken: die wenigsten geburten dauern unter einer stunde

LG

Beitrag von qrupa 01.10.10 - 09:52 Uhr

Hallo

ein Arzt ist der letzte an den ich mich mit Geburts- und Schwangerschaftsfragen wende, einfach weil ich eine wirklich dafür ausgebildete Expertin haben will und das ist die Hebamme und nicht der FA, auch wenn viele gerne so tun.
Aber auch wenn meine Hebamme mich zum Arzt schickt nehm ich nicht sofort alles was ein Arzt sagt als absolute Wahrheit an. Das tu ich aber bei anderen Dingen die nichts mit Geburt und Schwangerschaft zu tun haben auch nicht. Liegt sicher auch daran dass ich selbst im Studium mit so vielen gegensätzlichen meinungen zu Themen und gerade auch zu medizinischen Themen konfrontiert worden bin und Professoren udn Doktoren mit so erschreckend veralteten Einstellungen begegnet bin, dass ich da eher kritisch bin. Nur weil jemand studiert hat und nen Doktortitel hat ist er deswegen noch lange nicht allwissend bzw kennt sich nicht auf jedem gebiet seines fachs gleich gut aus

LG
qrupa

Beitrag von nele27 01.10.10 - 12:34 Uhr

Leider hat mir das mit dem Venenzugang eine Hebamme gesagt :-(

Und meine Nachsorge-Hebamme (Du weißt, der Griff ins Klo #augen) sowie mein FA finden die Geburt ohne diesen Schlauch auch total riskant.

Ich glaub, ich gebs auf und entbinde im Wald ;-)

Beitrag von nadja.1304 01.10.10 - 10:30 Uhr

Hallo Nele,

Die gleiche Frage habe ich mir auch schon öfter gestellt. Ich habe hier in meiner Umgebung einfach genau das Beispiel, dass du erwähnt hast: Ein KH mit über 50% KS-Rate, und zwar immer bei den selben Ärzten (sind Belegärzte mit eigener Praxis neben dem KH). Wenn ich mit meinen Bekannten rede, die bei denen entbunden haben, dann sind es 1. immer KS, 2. erklären die mich für verrückt, weil ich das Geburtshaus gewählt habe, schließlich ist eine Geburt total gefährlich. Kann man ja daran sehen, dass die alle Wehentropf ect. gebraucht haben und dann sind die Herztöne abgefallen............. Wenn du schon bei dem Arzt von Anfang an in Behandlung bist, dann vertraust du ihm ja auch zu tausend Prozent, also hörst du auch auf seinen Rat bzgl. Maßnahmen zur Beschleunigung usw.
ABER: Ich glaube und hoffe, dass sowas eher die Ausnahme ist. Sicher gibt es auch Kliniken, in denen Risiken realistisch eingeschätzt werden und eine gesunde, selbstbestimmte Geburt möglich ist. Und im Normalfall ist dabei gar kein Arzt anwesend, da eine Hebamme eine Geburt komplett alleine leiten darf. Außerdem, wenn man als Gebärende gut informiert ist und evtl. einen Partner an der Seite hat, der über die eigenen Wünsche Bescheid weiß und stellvertretend für einen einsteht, dann dürfte man nicht so leicht überrumpelt werden.
Mein Fazit aus der hier bei mir herrschenden "Geburtsmentalität": Solange meine Schwangerschaft normal verläuft, darf der Arzt nur Ultraschall machen, alles andere machen die Hebammen. Und bei denen möchte ich auch entbinden. Sollte etwas aus den Fugen geraten, dann ist der Arzt mein Ansprechpartner, denn dafür ist er dann da. Und dann werde ich sicherlich seinem Rat vertrauen.
LG Nadja 23+6

Beitrag von qrupa 01.10.10 - 12:06 Uhr

Hallo

ja sowas kenne ich. Meine erste Schwangerschaft verbrachte ich in eienr gegend wo es normal ist dass jedes 2. Baby per KS kommt, und bei den verbleibenden 50% wo ein Baby vaginal geboren wird in 2/3 der Fälle Glocke oder Zange zum Einsatz kommen und so gut wie jede Frau in Käferchenhaltung ihr Baby bekommt, rooming in ein Frendwort ist, die wenigsten Frauen die ich kenengelernt habe genug Milch zum stillen haben und eine Schwangerschaft und erst Recht die Geburt ein super gefährlicher Akt sind, die man nur mit viel Glück überleben kann.
und ich kann die Frauen verstehen die deswegen in Panik geraten und jeden noch so unsinnigen rat ihres Arztes ioder der Klinik ernst nehmen.

Das fängt ja meist schon damit an, dass man die Frauen direkt nach dem positiven Test, wo eigentlich jedem Arzt klar sein sollte, dass man beim besten Willen noch nichts sehen KANN, in die Praxis bestellt werden, alle paar tage einen US bekommen bis man dan in der 6. SSW *endlich* eine Fruchthülle sieht (in der Zeit aber schon alles über ELSS erfahren haben und es könnte immernoch ein Windei sein), dann in der 7. SSW "endlich" ein Baby zu sehen ist, aber wer weiß ob es jemals einen Herzschlag zu sehen gibt und wenn dann in der 8. SSW wie durch ein Wunder das baby einen herzschlag hat iste s garantiert ein paar milimeter zu groß oder zu klein und man muß unbedingt noch 100 Sachen noch testen, vermessen, kontrollieren,...
Und am Ende der SS, wenn es so aussieht als währe das Baby wie durch ein Wunder tatsächlich doch gesund, hat es garantiert die Nabelschnur um den Hals, ist zu groß für eine spontane Geburt (und je nachdem welchen Arzt man fragt fängt das zu groß bei 3500g an), oder die Mutter ist bereits so verängstigt dass sie zur Sicherheit lieber einen KS will. und spätestens wenn ein Arzt dann mit den Worten "nun denken sie doch an ihr Baby" kommt muß man wirklich extrem selbstbewußt sein um zu wiedersprechen, denn es ist ja schon ein Wunder dass dei SS überstanden ist.
Ich kann es solchen Frauen wirklich nicht verdenken, wenn sie sich da blind auf ihrem Arzt verlassen der ja sicher schon x Mal das Leben ihres Babys gerettet hat. Mir tut es nur einfach sehr leid, dass diese Frauen kaum eine Chance haben die Dinge auch anders kennen zu lernen.

Beitrag von claerchen81 01.10.10 - 10:33 Uhr

Hi Nele,

interessante Frage, hypothetische Diskussion.

Die Frage ist: hat man die Wahl? Hat man das Wissen, sich wirklich frei zu entscheiden? Ist man gerade in der Lage, über gewissen Umstände tatsächlich zu entscheiden (Übergangsphase? Presswehen? Wieviel freies Gehirn hast du in der Zeit für schwierige Entscheidungen? Wieviel Wissen hast du zu dem Zeitpunkt über die tatsächliche Situation?).

Bei meiner ersten Geburt war alles easy, 4-Füßler, ich wehte vor mich hin, alles gut. In der Übergangsphase wurde dann alles doof (wie halt immer, dann entstehen die größten Schmerzen), ich war sehr bei mir selbst und mit mir selbst beschäftigt. Irgendwann sagte die Hebamme, ich müsste mich auf den Rücken legen. Warum? - Wollte ich wissen. Es muss jetzt schnell gehen, war die Antwort, auch mein Mann wollte das gern. Ich verstand nicht warum, aber ich hatte auch kein Argument dagegen und fügte mich daher.
GENAU das stößt mir heute bei der sonst so angenehmen Geburt total auf. Mein Mann erzählte mir später, die Herztöne unseres Sohnes wurden schlecht, die Ärztin hätte schon die Schere zum Dammschnitt in der Hand gehabt. Daher auch seine Empfehlung.

Was weder er noch ich damals wußten (trotz GVK): es ist normal, dass die Herztöne des Kindes absacken, wenn es im Geburtskanal gequetscht wird, denn 2 Presswehen später war der Kopf schon geboren. Heute habe ich den Verdacht, dass die Hebamme - die sehr klein war - einfach besser gucken konnte, als ich auf dem Rücken lag. Sie wollte auf Nummer sicher gehen und war auch tendenziell eher von der klassischen Sorte (sie fragte ständig, ob ich eine PDA wolle - nö, wieso?). Aber an mich, meine aus der Käfer-Position entstandenen Verletzungen (Schürfungen) hat niemand gedacht. Und v.a., dass ich mich auf dem Rücken überhaupt nicht wohl gefühlt habe. Aber ich war in der Phase wirklich zu Einspruch schlicht nicht fähig, ich war mit Schmerz-Atmen-Wehen beschäftigt. Und wenn man mir gesagt hätte, die Herztöne sind schlecht - logisch, hätte ich mich auf den Rücken gedreht, ich wußte es nicht besser.

Jetzt ist es anders. Das KKH, in dem wir entbinden, hat eine vollkommen andere Philosophie, eher Geburtshaus-ähnlich. Wir haben eine Beleghebamme, ich bin besser über den Geburtsverlauf informiert, und auch meinen Mann und meine Hebamme habe ich besser instruiert, WAS ich will und was nicht. Trotzdem: ab der Übergangsphase werde ich kaum Einsprüche erheben können, weil ich dann wirklich ganz konzentriert bei mir selbst und der Geburt bin und keine freien Gehirnkapazitäten für Entscheidungen habe. Dann muss ich meiner Hebamme und meinem Mann vertrauen.

Insofern gebe ich mich keiner Illusion hin. Meine Entscheidungsgewalt unter der Geburt ist beschränkt. Daher muss man sich m.E. vorher überlegen, wie und wo man entbinden will. In meinem alten KH wäre meine Selbstbestimmung immer eingeschränkt gewesen, daher konnte ich da nicht mehr hin, obwohl meine Erfahrungen doch gar nicht so schlecht waren.

Gruß, C.

Beitrag von caracoleta 01.10.10 - 10:57 Uhr

super posting!

Beitrag von woelkchen1 01.10.10 - 11:18 Uhr

Hallo Nele,

ich bin da nicht ganz so strikt, wie vielleicht andere Leute. Ein Venenzugang ist mir relativ egal und dadrüber verschwende ich keinen Gedanken.

Bei der nächsten Geburt bin ich sicher auch noch ein bißchen gefaßter und sicherer, was meine Wünsche angeht.

Sehr sicher bin ich mir bei dem Vorher und Nachher. Wenn es mir und dem Baby gut geht, werde ich nicht einleiten lassen. Meine 1. Tochter kam am ET, daher war das kein Thema.
Wenn es mir und dem Baby gut geht, werde ich nach der Geburt nach Hause gehen. Bei meiner Tochter hab ich mich grundlos- und nur weil 3-4 Tage die Norm sind- belabern lassen und bin da geblieben. DAS passiert mir nicht nochmal. Werde das aber vorher mit dem KH besprechen, umso vielleicht Diskussionen aus dem Wege zu gehen.

Ansonsten finde ich Vertrauen zum FA und Hebi enorm wichtig. Ich weiß, wie mein FA tickt, er würde mir von einer sinnlosen Einleitung und einem KS definitiv abraten.

Meiner Hebamme hab ich enorm vertraut. Als sie sagte, sie möchte jetzt einen Wehentropf anlegen, fand ich es ok. Als sie sagte, sie wolle mir (nach 3 Studen Preßwehen) die Glocke ect. ersparen, dafür schneiden und eine Ärztin von oben schieben- war auch das für mich ok.

Jeder hat andere Vorstellungen- aber ich würde mich wegen Kleinigkeiten da nicht stressen lassen. Da macht man sich ja schon vorher fertig!

Und nach der 1. Geburt find ich das Gefühl, ein wenig zu wissen, womit ich leben kann, angenehm.

Jede Frau sollte das wirklich für sich entscheiden und da gibt es kein Falsch oder Richtig.

Wie gesagt- ein Venenzugang ist mir sooo unwichtig, dass ich mir dadrüber NIE Gedanken gemacht hätte. Warum jetzt damit anfangen?

Beitrag von nele27 01.10.10 - 13:00 Uhr

Na, wenn Dich dieser Schlauch nicht stört, musst Du natürlich nicht drüber nachdenken - bei mir ists leider ein Problem.

Ich verurteile auch niemanden, der gern einen Wehentropf oder einen KS wegen Geburtsstillstand haben mag - das geht mich ja auch gar nichts an. Nur ICH möche diese Dinge nicht und habe sie während der ersten Geburt auch erfolgreich abgelehnt... daher kann ich auch sicher sagen, dass ich das nicht möchte.

Letztes Mal war bei mir alles einfacher: Super Hebi, tolle Frauenärztin und später ein KH mit nettem Team, die mit mir in der Pressphase wirklich ALLES mitgemacht haben, da ich keinen KS haben mochte ... ich hatte am Ende ne scheiß Geburt, aber das war definitiv nicht die Schuld des KH. Das Kind steckte einfach fest.

Dieses Mal (bin umgezogen) habe ich Pech mi der Hebi, das leider viel zu spät gemerkt bzw. sie hat sich als was anderes entpuppt als gedacht. Mein FA ist so naja, der steht auch auf KS und so (als ich am Anfang eine Plazenta Praevia hatte sagte er "Ach, dann eben ein KS, das ist ja GAR KEIN Problem" - er verstand gar nicht, dass ich traurig war).

Dann hoffte ich auf das KH, weil das einen guten Eindruck machte und die auch die natürliche Geburt angeblich unterstützen.
Das fand ich auch super, bis ich von diesem routinemäßigen Venenzugang erfuhr - das hat mich etwas aufgeschreckt.

Tja, nun ich fühle mich so ein bisserl von den falschen Leuten umgeben :-)
Ich hoffe noch, dass das Vorgespräch im KH sonst gut laufen wird - ich hab nämlich keinen Bock, 6 Wochen vor ET noch alles umzuschmeißen #schmoll

LG, Nele

Beitrag von anarchie 01.10.10 - 11:48 Uhr

huhu!

Wie du weisst, sind Ärzte nicht so meines!;-)

Wenn ich auf die Herren gehört hätte, hätte ich meinen Moritz in der 9.SSW abgetrieben, weil er eh keine Chance hat und wenn, dann schwerstbehindert wäre...er ist ja bekanntlich gerade 3 geworden und kerngesund:-)

Generell sollte die gebärende nicht diskutieren müssen.
Instruiere deinen Mann, oder noch besser, such dir eine Beleghebamme, die deine Interessen vertritt!

Hast du schonmal übner das KH in harburg nachgedacht?
Das hat einen exellentzen ruf in bezug auf Selbstbestimmung - und einen hebammenkreissaal!

Übrigens ist das tatsächlich einer meiner gründe für die HG gewesen...was niemanden bekehren soll - jede Frau soll gebären, wo sie sich sicher und geboregn fühlt:-)


lg

Beitrag von nele27 01.10.10 - 12:23 Uhr

Habe von Harburg auch Gutes gehört - aber das geht nicht, ich müsste durch den Elbtunnel :-[ Das KH liegt leider auf der falschen Seite der Elbe...

Meine Hebamme ist eh doof, aber sie macht auch keine Beleggeburten und ich bin ja leider morgen schon in der 34. SSW, daher ist das alles schon zu spät #heul

Beitrag von tekelek 01.10.10 - 11:50 Uhr

Hallo Nele !

Genau aus diesen Gründen habe ich zwei Hausgeburten gemacht und steuere nun auf die dritte zu.
Ich bin selber Ärztin und habe so viele Idioten unter meinen Kollegen kennengelernt, soviel Panik und Unwissen gesehen, daß ich regelrecht Angst davor hatte, in ein Krankenhaus zu gehen !
Bei einem normalen Geburtsverlauf mit vorhergehender komplikationsloser Schwangerschaft sind wirklich gefährliche Zwischenfälle sehr selten, vor allem wenn man als Gebärende total entspannt ist und sich wohlfühlt. Das ist in meinen Augen übrigens das Hauptkriterium. Man kann nur dort gut ein Kind auf die Welt bringen, wo man sich geborgen und sicher fühlt.
Ich glaube nicht, daß ich im Krankenhaus noch die Ruhe und die Nerven gehabt hätte, mit irgendjemand herumzudiskutieren wegen eventueller Eingriffe. Und wenn ja, wären die Geburten bestimmt nicht so positiv verlaufen, wie sie es sind.
Sicher kann man immer Einspruch erheben, wenn man etwas nicht möchte, aber in so einer Situation, unter Druck, wer macht das schon ?
Ich bin davon überzeugt, daß bei meinen Geburten allein wegen meiner Ängste Komplikationen aufgetreten wären. Meine Kinder waren ziemlich groß und schwer, da wird heutzutage sowieso immer Panik geschürt, man hätte bestimmt versucht, mich zu einem Kaiserschnitt zu überreden. Oder zu einem Dammschnitt, damit das Kind schneller herauskommt.
So hatte ich wunderschöne Geburten, habe ein Kind in der Hocke, das andere im Stehen entbunden (im Liegen ging gar nichts, wenn ich es doch mit Gewalt versucht hätte, hätte ich übelste Verletzungen davongetragen !), ich freue mich schon auf die dritte.
Trotz allem würde ich sofort ins Krankenhaus gehen, wenn die Hebamme mir sagt, daß sie Bedenken hat oder wenn ich selber ein ungutes Gefühl hätte und den Eindruck bekäme, ich bräuchte wirklich ärztliche Hilfe ...

Liebe Grüße,

Katrin mit Emilia-Sofie (5), Nevio (4) und Sohn Nr. 2 (26.SSW), der hoffentlich auch zu Hause auf die Welt kommen wird :-)

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