Pause, Schluss, Krank - verwirrt!

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von verwirrt! 01.10.10 - 12:44 Uhr

Nachdem mein Freund sich extrem zurück gezogen hat (wir wohnen zusammen) und er an den Wochenenden regelrecht geflüchtet ist, habe ich nun letztes WE eine Aussprache gesucht. Ergebnis: "Er braucht eine Auszeit, die Luft wäre raus...."

Im nachhinein kam raus, er hat eine Bindungsstörung. Hat jahrelang den Gang zum Psychologen verweigert - je näher eine Beziehung wurde um so mehr machte er dicht - Flucht und weg!

Nun hat er es zugegeben, will eine therapie machen - erstmal ausziehen. Es sei "erstmal" Schluss, zuerst müsse er die therapie machen, wie es weiter geht weiß er noch nicht - je nachdem was in der Therapie und mit dem Abstand raus käme....

ABER: er will eine Whg in meiner unmittelbaren Nähe! Will öfter vorbei kommen etc. Er kommt nicht von hier, kennt (bis auf mich) niemanden hier! Selbst zur Arbeit sind es 40 km.

Was soll das nun alles bedeuten? Gibt es noch eine Chance? Es ist "aus" wie er sagt "erstmal". Aber er wohnt bald direkt in meiner Nachbarschaft. Wie soll ich das aushalten? Wie für mich einen Schlussstrich ziehen, wenn ich ihn immer sehe?

Gibt es wirklich Pausen, die ein Neuanfang werden, oder ist es eher ein "schleichendes/sanftes Aus"?

Wie würdet ihr damit umgehen? Wie kann ich mich "neu orientieren" wenn der, den ich eigentlich Liebe ständig vor meiner Nase sitzt und nicht weiß ob wir eine Zukunft haben oder nicht. Wie lange soll ich warten...

Bin verwirrt.

Beitrag von schwierigst 01.10.10 - 13:10 Uhr

Hallo,

schwierig, eure Situation.
Wie lange seit ihr denn zusammen, und wie lange wohnt ihr zusammen ?

Wenn er schon lange weiss, dass er diese Bindungsstörung hat, wundert es mich etwas, dass er dir nicht längst davon erzählt hat. #kratz
Sowas wäre doch wichtig gewesen, wenn er daran interessiert ist, dass ihr eine Zukunft habt, und er nicht wieder irgendwann flüchtet!
Dann könntet ihr beide - aber vor allem DU jetzt ganz anders damit umgehen.
So, wie es jetzt abgelaufen ist, WIRKT es eher , wie eine billige Ausrede - Sorry, aber so kommt es bei mir an. #gruebel

Wie sieht es denn aktuell aus - hat er sich schon KONKRET um eine Therapie gekümmert ??
Hat er Termine , Ansprechpartner usw ??

Wenn es da definitiv Fakten gibt, und er ernsthaft versucht, sich helfen zu lassen, würde ich ihn unterstützen und warten. #liebdrueck

Aber wenn nicht, befürchte ich , dass es verschwendete Zeit wäre.

LG

Beitrag von theda 01.10.10 - 13:13 Uhr

#liebdrueck

was möchtest Du denn?und wie geht es dir in/mit dieser Situation?

viell. beantwortest du so selber deine frage...

Beitrag von frischerduft 01.10.10 - 13:40 Uhr

Hallo,

woher weiß er denn, dass er eine Bindungsstörung hat. War er schon beim Psychologen??

Für mich hört sich das nach Schlussmachen im Weichspülgang an.
"die Luft ist raus", "erstmal aus".

Für mich ist die Sache ganz schön von seiner Seite an den Haaren herbei gezogen

Ich würde dem Typen sagen, dass ich nicht auf ihn warten werde und er es sich abschminken kann, in meiner Wohnung irgendwann aufzutauchen und auf guter Freund zu machen.
Wenn er auszieht müssen ihm die Konsequenzen klar sein: nämlich, dass du nicht warten wirst wie ein Dummchen sondern du auch wieder auf dem (Partner-)Markt sein wirst.
Am Ende will er dich nur warm halten, bis er etwas besseres gefunden hat. Und da er noch niemanden kennt, kommt er dann nach der ARbeit bei dir vorbei#rofl#rofl#rofl
Dabei mitzumachen rate ich dir nicht, denn wenn von deiner Seite aus noch Gefühle da sind, wirst du unheimlich leiden.

Alles Gute

Beitrag von joulins 01.10.10 - 13:45 Uhr

Ausrede.

Eigentlich will er (dich) nicht mehr ... aber ein bißchen Nestwärme von dir will er schon noch. ;-)

Gib ihm die Auszeit, und betrachte dich selbst wieder als solo, mit allen Späßen, die das Singleleben buntmachen. Vielleicht überlegt er es sich dann nochmal anders mit seiner "jahrelang verdrängten Bindungsstörung".

Man merkt, die Kerle lernen dazu!

Alles Gute für dich!
Joulins

Beitrag von verwirrt! 02.10.10 - 06:56 Uhr

Zusammen sind wir erst seit 1,5 Jahren.
Zusammen gezogen sind wir im Mai d.J.
Genau DAS ist mein Problem, ich frage mich auch ob ich ihm mit dem "Problem" eher noch die ultimative Lösung gegeben habe, nicht als A...loch da zu stehen. Das scheint nämlich auch ein großes Problem von ihm zu sein!

Aber WARUM ist er jetzt, wo doch eh schluss ist, nicht ehrlich??? Das verstehe ich nicht! Warum beteuert er jetzt noch, dass er mich nicht belügt oder ne andere am Start hat?

Lt. seiner Familie, liefen ALLE Beziehungen so: ne Neue, zusammen ziehen - kurz darauf: Schluß. Zack wieder ne Neue, zusammen ziehen etc etc etc.... Das wäre wohl schon so weit, dass die Familie sich gar nicht mehr an die Neuen gewöhnen würde, denn sie wären ja eh schnell wieder weg!

Also, ob er es jetzt eingesehen hat oder nicht: ich denke ein psychisches Problem liegt trotzdem vor, das ist doch nicht normal?! Die "Diagnose" mit der bindungsstörung habe ich von einer Bekannten, die Psychologin ist. Ich habe ihr das alles erzählt und sie hat mir seine Verhaltensmuster erzählt, ohne ihn zu kennen! Sie wusste genau, wie er gehandelt hat, wenn ich ihr Situationen geschildert habe.

Mich macht das alles gerade krank: ich kann nichts mehr essen, habe Magenkrämpfe, Durchfall, kann mich nicht mehr konzentrieren.... und er sitzt TOTAL unbeteiligt da und starrt mich an, wenn ich weine! Alleine DAS ist doch krank? Völlig ohne Emotionen! Als ob er TV schaut! Fast unheimlich! #zitter

Heute will er zu seinen Eltern fahren (70 km entfernt) und meinte, es würde ja kein Sinn machen, wieder heim zu fahren. (ist er früher IMMER) also schläft er dort (hat er vorher NIE) Ich weiß, dass es mich nichts mehr angeht, dass schluss ist - trotzdem tut es mir weh, mein Kopfkino rast und ich fühle mich belogen und vera...t! Dafür hasse ich mich noch mehr!