Ich bin geschockt - da denkt man immer "sowas" passiert hier nicht ...

Archiv des urbia-Forums Allgemeines.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Allgemeines

Aktuelles und Zeitloses rund um das (Familien-) Leben im Allgemeinen. Auch gesellschaftliche Themen sind in dieser Rubrik willkommen. Alles rund um den Internet-Handel, Versand etc. gehört in das Forum "Internet & Einkaufen".

Beitrag von super_mama 01.10.10 - 13:54 Uhr

Hallo,

ich bin ganz schön geschockt, noch vor ein paar Tagen hatte ich hier im Forum auf einen Beitrag in dem es um Mirco ging, gepostet - und gestern ist hier im Ort eine 10 jährige Grundschülerin grad so einer Vergewaltigung entkommen.
Sie war auf dem Weg nach haus als sie ein Mann ins Gebüsch gedrängt hat - sie konnte grad so entkommen und lief nach haus wo die Mutter sofort die Polizei informierte. Gestern Mittag/Nachmittag kreiste hier ein Helikopter und etliche Streifen fuhren auf und ab, aber der Täter ist bis jetzt auf der Flucht.
Mir wird da ganz anders.

Beitrag von lotta. 01.10.10 - 14:33 Uhr

Sowas passiert#heul

Als ich 12 war wurde meine Freundin von 5 Älteren Jungs ins Gebüsch gezogen und vergewaltigt, ich konnte gerade noch wegrennen, das war amm Hellen Tag in Berlin#schock

Beitrag von super_mama 01.10.10 - 14:43 Uhr

Ohje.
Das tut mir leid. Wie furchtbar. Ich war mal in einer ähnlichen Situation, da war ich 13 oder 14, eine Gruppe Jugendlicher drängten mich in eine Ecke, aber nur um zu pöbeln und Angst zu machen, da kam ich noch sehr gut davon.
Das hier ist eine 9000 und ein bissel Seelen Gemeinde, sehr ländlich, fast ausgestorben und weitläufig, man nimmt es einfach nicht an.
Da wo das Mädchen ins Gebüsch gezogen wurde geh ich jede Woche einige Male lang und fand sie immer schon unheimlich - aber das so eine Stelle wirklich jemand nutzen würde - ich bin nur heilfroh das das Mädchen entkommen ist und ich hoffe sehr das sie den Täter bald haben !
Bisher gibt es allerdings nicht viele Anhaltspunkte oder Zeugen und das obwohl es hellichter Tag war und direkt neben ber Grundschule.
#heul

Beitrag von parzifal 01.10.10 - 17:17 Uhr

Hast Du denn sofort die Polizei verständigt?
Die Täter müssten dann ja noch vor Ort festgenommen worden sein.

Beitrag von lotta. 01.10.10 - 18:07 Uhr

Nein, ich bin erst am Abend nachhause, ich hatte mich Versteckt, aus Angst sie bekommen mich auch

Beitrag von fernande 02.10.10 - 07:39 Uhr

Was möchtest Du damit denn jetzt aussagen bzw. andeuten?

Sehr seltsame Frage!

Beitrag von parzifal 03.10.10 - 08:34 Uhr

Was denkst Du denn was ich andeuten möchte? Kläre mich bitte auf!

Ansonsten kann ich bis jetzt nur Deine Frage für seltsam halten!

Beitrag von fernande 03.10.10 - 10:21 Uhr

Naja, man hat ja eine gewisse Motivation eine bestimmte Frage zu stellen.
Wenn also jemand wie hier eine schlimme traumatische Situation beschreibt, in der er/sie Opfer war kann man mit bestimmten Fragen sein Mitgefühl ausdrücken.
Das wäre zum Beispiel:

"Oh, das war sicher schlimm, gerade in Deinem Alter" Oder "Wie geht es Dir denn heute" oder auch "Wie eght es denn jetzt Deiner Freundin"

Man kann aber auch, weil man so wahnsinnig neugierig, versuchen mehr über das Ereignis zu erfahren:

"Wie sahen die Männer denn aus" oder "haben sie dich noch verfolgt?"

Und ich frage mich halt, welcher Motivation deine Frage entspringt, weil ich es seltsam finde, auf einen Opferbericht direkt mit einer Frage zu reagieren, die dem Opfer eine gewisse Täterschaft unterstellt. Besonders wenn man dann eine Antwort auf seine Frage erhält, die deutlich macht wie traumatisch dieses Ereignis war und was es wohl noch für Folgen hatte und diese dann ignoriert.

Also was war Deine Motivation gerade diese Frage zu stellen? Mir erscheint sie total unpassend und ohne jegliches Mitgefühl.

Beitrag von parzifal 03.10.10 - 15:15 Uhr

Erst mal danke für die ausführliche Rückantwort. Viele gehen ja bei Nachfragen auf Tauchstation.

Ich sehe alles unter dem Gesichtspunkt wie ist etwas entstanden? Wie hätte man es verhindern können? Und auch, ob ein Fehlverhalten etwas begünstigt hat?

Normalerweise ist eine Vergewaltigung unwahrscheinlich, wenn ein Opfer fliehen kann, weil mit der Verständigung der Polizei zu rechnen ist.

Mich hatte also interessiert wie es trotzdem dazu kommen konnte.

Der Normalfall wäre ja gewesen, dass die Polizei verständigt wird und ruckzuck da ist.

Wenn ich jetzt gehört hätte, dass sie einfach nach Hause gegangen wäre und das Opfer ihrem Schicksal überlassen hätte, hätte ich das gerügt. Auch wenn sie erst 12 Jahre alt war.

Sich aber aus Angst zu verstecken (selbst wenn es eventuell objektiv falsch war, was ich nicht beurteilen kann) ist aber kein vorwerfbares Verhalten. Insofern habe ich nunmehr verstanden, wieso es trotzdem zu der Straftat kommen konnte.




Beitrag von fernande 03.10.10 - 21:00 Uhr

Normalfall? Polizei verständigen? Bei einer Vergewaltigung bzw. im Fall der Posterin bei einer versuichten Vergewaltigung? Wo lebst Du denn? Kennst Du nicht die Statistiken zur Dunkelziffer?
Dann noch bei einer 12 Jährigen, bei einem Kind erwartest Du also, dass sie perfekt reagierst?

Und ja genau jetzt kommt der springende Punkt:

Anstatt in erster Linie Mitgefühl zu haben und Deine Energie auf die Täter zu richten, schiebst Du dem Opfer eine gewisse Mitschuld zu und suchst nach etwas was Du "rügen" kannst.

Tut mir leid, aber das ist mir völlig unverständlich und in meinem Augen abartig.
Und wahrscheinlich ist genau so eine Denke der Grund, warum Frauen und Mädchen nicht den "Normalfall" wählen sondern ihre Klappe halten, wenn es um sexuelle Übergriffe geht.


fernande

Beitrag von parzifal 04.10.10 - 00:29 Uhr

Zunächst einmal frage ich mich, ob Du meinen Beitrag gelesen hast?

Dann zeige mir an welcher Stelle ich eine Mitschuld unterstellt habe???

Und was soll das Gerede mit der Dunkelziffer? Weil es eine Dunkelziffer nicht angezeigter Straftaten gibt soll dies für Dich eine ausreichende Begründung sein, eine Straftat nicht anzuzeigen DIE GERADE NOCH GEGEN EINEN DRITTEN LÄUFT?

Es geht doch nicht nur um eine abgeschlossene Tat die man nicht anzeigt, sondern um Hilfe für einen Menschen in Not.

Wieso ist wegschauen in Ordnung, wenn man erst 12 ist? Nur weil das auch viele Erwachsene machen?

Mir scheint auch Du versuchst mir krampfhaft etwas zu unterstellen?

Du hast überhaupt nicht hinterfragt, warum es trotz der Flucht eines Opfers zu einer Vergewaltigung gekommen ist, obwohl genau dies regelmäßig dadurch verhindert wird?

Warum?

Also bleibt von Deinen Vorwürfen nur noch, dass ich erlaubt habe nachzufragen wie es dazu kommen konnte, obwohl es sich um eine 12-Jährige handelte.

Warum bist Du aufgrund des Alters der Meinung, dass sie einfach hätte nach Hause gehen und sich ins Bett hätte legen können ohne Hilfe zu holen? Nur weil sie ja erst 12 war?

Diese Meinung kann und will ich nicht teilen. Auch 12-Jährige können Hilfe herbeiholen, wenn Dritte in Gefahr sind. Außer die Umstände verhindern das.

Auch von einer 12-Jährigen würde ich also erstmal erwarten, dass sie Hilfe für einen Dritten herbeiruft.

Hast Du dir überhaupt schonmal Gedanken gemacht, dass es so etwas wie unterlassene Hilfeleistung gibt?

Wenn mein Kind Opfer einer Vergewaltigung etc. würde, obwohl ein anderes dies hätte eventuell verhindern können (durch Anzeige) würde ich nachfragen warum dies nicht geschah.
Du anscheinend nicht. Da denken wir also unterschiedlich.

Ich akzeptiere unterlassene Hilfeleistumg nur, wenn es Gründe hierfür gibt.

Und dies war hier ja so. Es wurde eine absolut ausreichende Begründung geliefert! Diese habe ich aber erst auf die Nachfrage hin erhalten.

Deine ganzen haltlosen Unterstellungen sind abstrus.

Beitrag von fernande 04.10.10 - 02:01 Uhr

Mit dieser Antwort ist ja wohl klar geworden, dass Du in erster Linie klarmachen wolltest, dass die Posterin eine gewisse Mitschuld trägt.

Wer bist DU denn, dass DU hier richten darfst,was adäquat ist und was nicht?

Hier schildert eine Frau eine traumatische Kindheitserfahrung und dein erster Gedanke ist rauszufinden, ob sie weiteres Unheil hätte verhindern können.

Das ist so dermaßen pervers, dass ich mit so einem Subjekt gar nicht mehr weiter diskutieren möchte!

Du hast mit Deiner Antwort genau bestätigt, was ich befürchtet habe!

Einen weiteren Austausch bist Du mir nicht wert!

fernande

Beitrag von parzifal 04.10.10 - 08:23 Uhr

Bist Du vollkommen leseresistent?

Liest Du nur das was Du lesen willst? Formen sich die Buchstaben bei Dir zu anderen Sätzen als sie da stehen?

Ich habe gelesen, dass jemand Hilfe brauchte und nicht erhielt. Das tatsächlich vergewaltigte Mädchen ist nämlich die viel mehr Traumatisierte.

Warum interessiert dich dieses Schicksal soviel weniger?

Und Sachverhalt zu erfragen der aufklärt, warum der tatsächlich Vergewaltigten dieses schlimme Erlebnis nicht erspart blieb (was nach dem mitgeteilten Sachverhalt regelmäßig hätte passieren müssen) ist für Dich pervers und ich ein "Subjekt"?

Und es ging im Übrigen um die Verhinderung von schlimmeren (nicht nur weiteren) Unheil. Das geht bei Dir aber völlig unter.

Ich vermute aber leider, dass Du auch weiterhin nur das selektiv wahrnehmen willst was Du herauslesen möchtest.

Eine sachliche Diskussion ist dann leider kaum möglich.

Beitrag von rumpelinchen 01.10.10 - 14:34 Uhr

O Mann, in welcher Welt leben wir eigentlich?? Es ist einfach nur noch schrecklich....

Beitrag von heike230284 01.10.10 - 15:15 Uhr

Es muss irgendwie an der Jahreszeit liegen oder so. :-[

Hier um Umkreis ist es momentan auch ganz extrem...das Mädchen angesprochen werden oder sogar bedrängt werden.

Gott sei Dank ist noch nichts schlimmeres passiert.

Aber da kann man doch sein Kind nicht mehr ohne Angst raus lassen..... wirklich nicht mehr schön.

LG
Heike

Beitrag von sonntagsmalerin 01.10.10 - 15:18 Uhr

Ja das ist schlimm.

Noch schlimmer finde ich allerdings, dass die meisten Missbrauchsfälle im Verwandtenkreis / engsten Bekanntenkreis passieren - und das viele Eltern gar nicht mitbekommen :-(

Beitrag von super_mama 01.10.10 - 15:58 Uhr

Ja da hast du recht.
Ich kam vorhin natürlich ganz automatisch mit meiner "Schwiegermutter ins spe" auf das Thema und sie meinte das Selbe.
So oder so ist es einfach furchtbar ! Ich kann und werde NIEMALS begreifen wie man sowas Kindern antun kann und wie dann die Justiz solch teilweise "milde" Strafen verhängen kann :-[
Diese Kinder werden ihr Lebenlang davon begleitet werden und die Täter sind manchmal schon nach einem Jahr wieder auf freiem Fuß #kratz

Beitrag von ippilala 01.10.10 - 17:13 Uhr

Oder kommen garnicht erst rein. Also bei Kindesmissbrauchst schon, aber wer erwachsene Frauen vergewaltigt bekommt ja oft nur eine Bewährungsstrafe.

Aber böse Steuerhinterzieher und Sprayer muss man ja einsperren#augen

Beitrag von sonntagsmalerin 01.10.10 - 18:01 Uhr

Oder der Tatbeständ ist schon verjährt, bis das Opfer den Mut fasst sich zu wehren und den Täter anzuzeigen :-[

Beitrag von parzifal 01.10.10 - 17:20 Uhr

Ich frage mich immer wer denkt tatsächlich "sowas passiert hier nicht" bzw. "sowas kann hier nicht passieren"?

Wie kommt man zu so einem fehlerhaften Schluss? Jede allgemeine Lebenserfahrung zeigt doch, dass alles überall passieren kann. Fehlt es an dieser?

Beitrag von schullek 01.10.10 - 19:16 Uhr

viele menschen haben noch diese glückliche naivität. sie sind drum zu beneiden. sie mussten nie irgendtwas traumatischen erleben, haben nie einen geliebten menschen verloren. diese menschen können sich einfach nicht vorstellen, dass bestimmte dinge in ihrer umgebung oder gar ihnen passieren. manchmal wäre ich gerne wieder so ein naiver mensch.

lg

Beitrag von parzifal 01.10.10 - 23:32 Uhr

Naivität ist aber nur die eine Seite der Medaille. Zu dieser Naivität muss noch Realitätsferne hinzutreten.

Beitrag von mel1983 01.10.10 - 18:20 Uhr

Huhu,

ist hier 400 Meter von meiner Haustür entfernt auch schon passiert.

Da ist so ein Platz mit einigen Gebüschen.

Seither haben sie die Gebüsche so ausgedünnt, dass man von allen Seiten durchsehen kann.

Denn ringsrum sind Wohnhäuser und lauter neugierige Leute.

Grüße

Beitrag von manavgat 01.10.10 - 18:44 Uhr

Die meisten Kinder werden - wenn sie zum Opfer werden - dieses im unmittelbaren Umfeld. Der gefährlichste Mensch im Leben eines Kindes ist der neue Partner der Mutter, gefolgt von anderer Verwandschaft (meist männlich) sowie Freunde und Nachbarn (der Eltern).

Der böse, böse Mann aus dem Gebüsch ist eine Gefahr die weit überschätzt wird.

Gruß

Manavgat

Beitrag von sonntagsmalerin 01.10.10 - 21:09 Uhr

Genau das mein ich. Sowas passiert meist mit Personen, die man als vertrauenswürdig einstuft - nicht mit Fremden. Das ist noch weitaus erschreckender.

  • 1
  • 2