Rechtschreibfehler?

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Forum: Kids & Schule

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Beitrag von teaandfruit 01.10.10 - 14:49 Uhr

Hallo,

mein Sohn, 2. Klasse musste die neuen Lernwörter in Sätzen verwenden.

Er schrieb: Wir gehen zum Pilze suchen. Der Lehrer machte vor dem kleinen s bei dem Wort suchen einen roten Pfeil nach oben#kratz.

Und wie soll ich den Irrtum seitens des Lehrers an die selbige Person bringen?

LG

Susanne

Beitrag von windsbraut69 01.10.10 - 14:56 Uhr

Ich denke, der Lehrer hat Recht.
Es heißt ja nicht "wir gehen Pilze suchen" in diesem Fall, sondern "zum Suchen" und das wird m. E. groß geschrieben (Substantiviertes Verb?).

Gruß,

W

Beitrag von teaandfruit 01.10.10 - 15:00 Uhr



also bezieht sich das "zum" auf s(S)uchen und wird groß geschrieben...oje da kommt ja was auf mich zu.

Beitrag von delfinchen 01.10.10 - 15:03 Uhr

ja, weil "zum" = zu dem ....
dem = Artikel --> zum Suchen muss man groß schreiben.

Aber ich denke, es muss: zum Pilzesuchen (ein Wort!) heißen!


Beitrag von ayshe 01.10.10 - 15:07 Uhr

So würde ich es auch schreiben, aber ich weiß nicht, ob es jetzt nach neuen Regelung Pilzesuchen heißen muß oder ob beides möglich ist.

Beitrag von delfinchen 01.10.10 - 15:15 Uhr

Ich würde dennoch bei
"Pilzesuchen"
als einzige Lösung bleiben.

Ich schreibe ja auch:
Auto fahren
und: Zu schnelles Autofahren kann den Führerschein kosten.

Beitrag von ayshe 01.10.10 - 16:53 Uhr

Ich denke, es ist eine Neuerung innerhalb der Reform, bin mir da aber nicht sicher, also "Autofahren", "Pilzesuchen".

Beitrag von delfinchen 01.10.10 - 17:33 Uhr

das war schon immer so :-)
wenn man jetzt schreibt: Das Pilze Suchen im Wald macht SPaß - das wäre neu. Aber das gibt es nicht, daher: das Pilzesuchen.
Bin mir 99% sicher. Hab das schon in verschiedenen Jahrgängen unterrichtet - aber vielleicht hat sich ja schon wieder was verändert, seit ich in Elternzeit bin.

Beitrag von delfinchen 01.10.10 - 14:56 Uhr

Ich hätte es so geschrieben:
zum Pilzesuchen ....

Aber "(zum) ... Suchen" als einzelnes Wort muss auf jeden Fall groß geschrieben werden, das es sich um ein substantiviertes Verb handelt.

Liebe Grüße,
Sabine

Beitrag von teaandfruit 01.10.10 - 15:06 Uhr

danke dir Sabine...das kann ja was werden.


LG

Susanne

Beitrag von ayshe 01.10.10 - 15:06 Uhr

Laut neuer Rechtschreibung soll es so richtig sein, substantivierter Infinitiv.

Beitrag von juki 01.10.10 - 14:59 Uhr

Huhu...

ich glaube auch das es in diesem Fall groß geschrieben werden muss...

LG

Beitrag von leopoldina1971 01.10.10 - 15:00 Uhr



Hallo Susanne!

Also ich würde mich zurückhalten! Meines Erachtens ist hier "suchen" als ein substantiviertes Verb zu verstehen.

LG

Beitrag von teaandfruit 01.10.10 - 15:03 Uhr

Na wenn der Lehrer recht hat, sag ich da gar nichts dazu. Ich werde mich hüten, dass wäre ja eine Blamage meinerseits.



LG
Susanne

Beitrag von jazzbassist 01.10.10 - 16:48 Uhr

Da es eine Zusammensetzung aus einem Substantiv und einem Infinitiv ist, die als Substantiv auftritt, schreibt man „Pilzesuchen“ zusammen.

Beitrag von jazzbassist 01.10.10 - 16:50 Uhr

Also "zum Pilzesuchen"

Beitrag von teaandfruit 01.10.10 - 18:02 Uhr

ja dann hat es der Lehrer auch nicht richtig gewußt? Er hat nur das Suchen angemerkt. Dann hätte er ja noch zwischen Pilze und suchen ein Häckchen machen müssen?

Beitrag von strandvejen 01.10.10 - 18:15 Uhr

Jep , Jazzbass. hat Recht.

Pilzesuchen groß und zusammen.

Anderes Beispiel: beim Busfahren

Ist übrigens Stoff der Klasse 7 !

LG
S.

Beitrag von teaandfruit 01.10.10 - 18:23 Uhr

Na bravo...

danke dir!


LG

s.

Beitrag von jazzbassist 02.10.10 - 11:43 Uhr

Ich kann Ihnen natürlich nicht sagen, was der Lehrer mit seiner „Anmerkung“ überhaupt sagen wollte. Wenn ich gewollt hätte, dass man das Wort groß schreibt, hätte ich z.b. mit einem roten Stift einfach ein großes „S“ über das klein geschriebene „s“ geschrieben - zumal das viel schneller geht, als da einen Pfeil zu malen :-p Erst Recht, wenn man bedenkt, dass man 26 Texte von 26 Schülern korrigieren muss ;-)

Ich denke auch nicht, dass die grammatikalische Regelung, auf die wir uns hier beziehen, von Zweitklässlern bereits beherrscht wird. Kann ich mir nämlich beim besten Willen nicht vorstellen. Da ich kein Lehrer bin, weiß ich deswegen nicht, wie man einen Text von Kindern, die solche Regeln eben noch nicht wissen (können), dann überhaupt korrigiert.

In Zweifelsfällen habe ich mir dann immer die Schulbücher von meinem Sohn angeschaut. Im Regelfall verwenden die ja Dinge, die die ohnehin gerade im Unterricht getan haben. Ansonsten hätte ich notfalls einfach mal den Lehrer gefragt, was und warum er etwas korrigiert hat. Zumindest das Kind sollte dann nachfragen, wenn es etwas selbst nicht verstanden hat - denn - im schlimmsten Fall wird es einen ähnlichen Fehler dann beim nächsten mal wieder machen.

Beitrag von delfinchen 02.10.10 - 12:06 Uhr

"Pfeil hoch" bzw. "runter" ist aber das typische und übliche Korrekturzeichen, wenn ein Fehler bei der Groß- und KLeinschreibung vorliegt.

delfnchen

Beitrag von jazzbassist 02.10.10 - 12:41 Uhr

Das wollte ich auch nicht leugnen; ich würde einen „Pfeil hoch“ an einem klein geschriebenen „s“ ebenfalls so deuten.

Andererseits: Sie haben z.B. auch „KLeinschreibung“ geschrieben und ich bin mir sicher, dass Sie das „L“ eigentlich klein schreiben wollten und nur die Shift-Taste nicht schnell genug losgelassen haben. Passiert mir nämlich auch immer wieder :-p

Es ist also durchaus normal, dass der Mensch Fehler macht. Gerade monotone Arbeiten (26 Seiten mit „Säten mit Lernwörtern“ von 26 Schülern zu lesen und zu korrigieren). Wenn man nach der 10. Seiten zum 40. Mal falsche Groß- und Kleinschreibung korrigiert hat (ich denke, dass manchen Kinder in dem Alter noch öfters falsch), liegt die Versuchung nahe, einen „anderen“ Fehler mit dem gleichen Korrekturzeichen zu korrigieren (einfach unbewusst; so, wie Sie die Shift-Taste unbewusst zu lange gedrückt gehalten haben) - ohne es zu wollen oder nachträglich zu merken.

Beim Schreiben von Beiträgen im beruflichen Umfeld habe ich mir z.B. angewöhnt, mir die Texte vor der Veröffentlichung noch einmal von meinem Computer vorlesen zu lassen. Weil der Computer gnadenlos das ließt, was ich wirklich geschrieben haben (das Gehirn ist eher darauf programmiert, flüssig zu lesen und überließt Fehler daher gerade in selbst geschriebenen Texten sehr schnell [es weiß ja bereits, was man "sagen" wollte]). Es gibt hier noch andere Methoden, wie z.B. die Sätze rückwärts zu lesen (so erkennt man sehr leicht falsch geschriebene Worte). etc. Nur - wenn ich Grundschullehrer wäre, würde ich mir diese Mühe sicherlich nicht machen; dass wäre m.E. zu viel des Guten.

Aber - vielleicht war der Lehrer ja auch wirklich der Meinung, dass das Wort „groß“ geschrieben werden muss; dass kann einem aber nur der Lehrer selbst sagen.

Beitrag von delfinchen 02.10.10 - 13:09 Uhr

Das stimmt wohl :-)
Auch bei Schülerdiktaten - die man ja nicht selbst geschrieben hat - findet man oft beim dritten mal Durchlesen noch Fehler, weil eben - wie von Ihnen oben beschrieben wurde - das Gehirn ja weiß, was kommt.

Egal, wie der Lehrer was korrigiert haben wollte, so, wie er es korrigiert hat, war es auf jeden Fall nicht korrekt :-) - denn man schreibt nunmal Pilzesuchen als ein Wort ....