Kiga-Wechsel? bin so unsicher...

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von momo3103 01.10.10 - 21:12 Uhr

Hallo!

ich würde gerne mal eure Meinungen hören, denn ich hab Angst, (wieder) falsch für meine Tochter zu entscheiden...

meine Tochter geht seit Juli in einen Kiga, aber ich überlege zu wechseln. Ich skizziere mal kurz beide Kigas mit Vor- und Nachteilen:

ihr bisheriger:
- Städtischer Kiga mit über 100 Kindern, 6 Gruppen, ihre Gruppe hat 22 Kinder (altersgemischt)
- zu Fuß 2 Minuten entfernt
- sie kannte dort bisher niemanden
- die Erzieherinnen sind mir nicht sonderlich sympathisch, die eine wirkt kühl und altbacken, so von der alten Schule halt, hat tierisch Stress gemacht weil Svenja mit 3 anfangs noch nicht trocken war..., und die andre wirkt immer so "abwesend" und irgendwie oberflächlich
- viele ausländische Kinder (hab ich kein Problem damit, aber irgendwie passt Svenja gar net in die Gruppe, von manchen kennt sie nichtmal die Namen...) und ich glaube nicht, dass ich mich mit den Eltern richtig anfreunden kann, das fehlt mir total!
- Abhol- und Bringzeiten sehr flexibel, sodass man die andren Eltern kaum mal sieht, und wenn nur sehr flüchtig...
- kein Elterncafe oder so
- keine Waldtage, wenig Ausflüge (bisher nur 1 mal als die Gruppe so schön klein war), aber groooßes Aussengelände
- habe gehört sie gehen nicht immer raus (klar, nicht bei Hagel und Eis, aber wenn's mal nur bissi kalt und feucht ist... warum net? die Regenklamotten verstauben bisher nur)
- eine Freundin hat sie dort gefunden, da beide neu waren und "sich brauchten", sie hängen viel zusammen im Kiga, aber eigentlich sind sie sehr unterschiedlich
- keine Morgenrunde, kein Stuhlkreis, oder so, nix als ganze Gruppe...

die Alternative:
- katholischer Kiga mit 44 Kindern in 4 netten kleinen Gruppen, nach Alter "sortiert"
- zu Fuß zu weit, mit Fahrrad 10 mins, müsste aber Anhänger immer auspacken und so, da ich den Kleinen (11 Monate) auch mitnehmen muss, es wäre also ein grösserer Aufwand
- ihre 3 Freundinnen aus der Zeit vor dem Kiga sind dort und 2 weitere kommen bald auch dahin
- Erzieherinnen kenn ich nicht, sie sollen aber sehr nett und lieb sein
- ich kenne dort einige Eltern und bin mit manchen sogar richtig gut befreundet
- Abhol- und Bringzeiten straffer, Eltern begegnen sich viel mehr
- es gibt ein Elterncafe zum Kontakte knüpfen und halten
- Waldtage 1 mal im Monat, aber kleines Aussengelände
- Kinder können jederzeit rausgehen
- Morgenrunde und singen in den einzelnen Gruppen

wir hatten ursprünglich für beide Kigas eine Zusage und nach langem hin- und her und Kopfzermartern hab ich mich für den Städtischen entschieden, weil:
er so nah ist, sie ein grosses Aussengelände haben, und wir konfessionslos sind
beide Kigas haben einen guten Ruf, wobei der katholische von allen in den höchsten Tönen gelobt wird, und ich kenn einige, die dort sind/waren; der Städtische wurde mir von nur zweien empfohlen, aber die sind in ner andren Gruppe...
ausserdem hab ich damals auf mein Bauchgefühl gehört, aber inzwischen bereue ich es! Svenja vermisst ihre besten Freunde von früher (aus nem Mini-Kindergarten), und ich vermiss den Kontakt zu andren Eltern! und mir behagen die Erzieherinnen irgendwie nicht. Ich kann das schlecht beschreiben, es ist so ein Gefühl.
Aber reicht das für einen Wechsel? Svenja geht gern hin, deswegen mach ich's mir schwer. Aber sie ist 3, erzählt leider einfach net viel... Als ich sie heute gefragt hab, ob sie lieber in dem Kiga der andren 3 wäre, hat sie ja gesagt, auch wenn sie dann ihre neu gefundene Freundin nicht mehr sehen würde. Aber ich denke, sie kann die Tragweite eines Wechsels nicht ganz erfassen.
Mich stören vor allem die Erzieherinnen, und die Oberflächlichkeit der Gruppe und der Elternkontakte. Und dass ihr ihre alten Freundinnen fehlen...

Was würdet ihr tun? Mein Herz würde sich über einen Wechsel freuen, aber der Verstand hat Angst, Svenja unnötig irgendwo herauszureissen, und vielleicht übertreib ich ja nur? Ich weiss auch nicht...

lg Annette (mit Svenja, *05.06.07 und Timo, *27.10.09)

Beitrag von unipsycho 01.10.10 - 21:28 Uhr

Hast du mal gesehen, wie die Erzieher mit den Kindern allgemein umgehen?
Ist deine Tochter irgendwie auffällig seit dem sie in den Kiga geht?
Hat sie sich negativ verändert?

Also bei unserem Kiga ist es so, dass die Erzieherin meines Sohnes mich langsam damit nervt, dass unser Sohn ADHS habe und wir das prüfen sollten. #bla
Das Kind hat kein ADHS, dafür leg ich meine Hand ins Feuer!
Sobald dort ein Kind "aus der Art" schlägt, sind die einfach überfordert.

Ich mache die Entscheidung, ob Wechsel, oder nicht, daran fest, ob mein Sohn Freunde im Kiga hat. Er hat Freunde, die ihn auch mitte September zur "Kirmes" herzlich begrüßt haben.

Trefft ihr euch denn mit Kiga-Freunden außerhalb des Kiga?

Freundschaften vergehen in dem Alter schnell. Wenn deine Svenja offen ist und gut Kontakt zu anderen Kindern bekommt, wird sie schnell eine neue Freundin/Freund finden, was du ja auch intensivieren kannst, indem du dich mit den Eltern triffst.

Hat sie aber Schwierigkeiten, sich auf neue Situationen einzulassen, sollte der Grund für einen wechsel wirklich schwerer liegen, als unsympathie gegenüber erziehern.

Wie spricht svenja denn selbst über die erzieher?
Frag doch mal, wen sie am meisten mag
und wer am meisten schimpft. ich denke, auf die antwort kannst du dich verlassen.

Beitrag von derhimmelmusswarten 01.10.10 - 22:00 Uhr

Ich würde wechseln. Wir wechseln nächstes Jahr auch, weil in dem anderen Kiga der Besuch ab 2 Jahren (Rheinland-Pfalz) kostenlos ist. Und wir sparen so 120 Euro. Ich bin super zufrieden mit dem jetzigen Kindergarten, aber es sind dort auch 85 Kinder und in dem anderen nur 37. Ich denke, dass sie sich mit 2 Jahren prima auch woanders eingewöhnt. Aber ich bin ja auch eine Rabenmutter, weil mein Kind vielleicht Keuchhusten hat und ungeimpft ist #schwitz

Beitrag von bessi 02.10.10 - 13:27 Uhr

Hallo,

so wie Du Dein Posting verfasst hast, macht es fast den Anschein, als hättest Du innerlich schon eine Entscheidung (nämlich die für den katholischen KiGa) gefasst. Die positiven Gründe überwiegen diesbezüglich!

Wir haben keinen Kindergartenwechsel hinter oder vor uns. Wir sind zufrieden, aber eine befreundete Mutter hat kürzlich den KiGa gewechselt, weil ihr die Anfahrt zu weit und zu kompliziert war. Ihr Sohnemann hat den Wechsel gut überstanden. Es sind die Mütter, die sich zu sehr einen Kopf machen!!! Die Kleinen finden eigentlich relativ zügig wieder Anschluss.

Für die Eltern speziell die Mütter ist es wichtig, einen Kindergarten zu haben, wo sie das Gefühl haben, dass ihre Kinder 100 % ig gut aufgehoben sind. Das hat sehr viel mit Vertrauen in die Kindergartenleitung und in die Erzieherinnen zu tun. Ich glaube, wenn ich dieses Vertrauen nicht hätte, würde ich mein Kind auch nicht gut aufgehoben wissen.

Zu Bedenken ist auch, wo Dein Kind später auf die Schule gehen wird. Sind dann die Kinder dabei, mit denen es auch in den KiGa gegangen ist? Das wünscht man sich ja auch, dass Kindergartenfreundschaften, obwohl sich das natürlich auch ändert, mit in die Schule genommen werden.

Ich würde mich wirklich an Deiner Stelle, auf das Bauchgefühl verlassen. Wenn Du der Meinung bist, dass Svenja im katholischen KiGa besser aufgehoben ist, dann mach es - auch wenn Du einen längeren Weg in Kauf nehmen musst.

LG Bessi