Hilfe! Alternative zur Kinderpsychiatrie??

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von ani771 01.10.10 - 22:11 Uhr

Hallöchen!!

meine Stieftochter (14) soll für eine noch nicht bestimmte Zeit in die Kinderpsychiatrie.
Sie hat ADS mit Wahrnehmungsstörung und eine schlimme Kindheit bisher gehabt. Ihre Mama ist gestorben als sie grade 1,5 Jahre war und die damalige Stiefmutter hat sie bös behandelt.
Ja, leider hat keiner ADS wahrgenommen oder wahrhaben wollen. Jetzt steckt sie mitten in der Puberät und alles kommt ganz extrem durch!
Laut Psychologen und anderen Therapeuten soll sie stationär aufgenommen werden- auch ein Heim kam in Betracht!

Habt ihr eine Idee was man sonst tun könne( Ergotherapie, Psychologin, Psychotherapie, Familientherapie haben wir seit 1,5 Jahren hinter uns).

LG ani771

Beitrag von munirah 01.10.10 - 22:36 Uhr

Hallo!

Was sagt denn deine Stieftochter dazu? Habt ihr euch mal angesehen, wo sie hin soll?

Habt ihr Angst davor? Warum? Das Wort "Psychiatrie" hört sich schlimm an, manchmal ist so ein stationärer Aufenthalt aber genau das Richtige - ich kenne einen Teenager, der das auch gerade mit der Diagnose hinter sich hat.

Allerdings sollte man sich die möglichen Häuser genau ansehen, und wenn der Patient davon überzeugt ist, dass es richtig ist, ist es einfacher.

Ansonsten fallen mir auch nur die oben genannten Therapien ein. Manchmal kann man einen Therapeutenwechsel in Betracht ziehen. Aber das hängt immer vom Einzelfall ab!

LG Munirah

Beitrag von ani771 01.10.10 - 22:41 Uhr

wir haben über das jugendamt eine 2.meinung einholen müssen und die sind sich alle einig!
meine tochter findet es natürlich nicht so prickelnd- hat angst was die leute dann über sie reden-tja, genau das fragt sich auch der rest der familie-sprich die großeltern! aber im großen und ganzen weiß sie, das sie hilfe baraucht-ja!

die einzige sorge, die wir auch etwas haben: sie ist ein absoluter miltäufer und da trifft sie ja auch auf andere jugendliche. ritzen, essstörung, drogen etc.?!

aber das werden die da ja wohl im griff haben- eher wie wir hier zu hause.


Beitrag von munirah 01.10.10 - 22:44 Uhr

die Bedenken sind trotzdem berechtigt. Umso wichtiger, das richitge haus zu finden.

Und was die anderen reden, sollte eigentlich egal sein. Vielleicht sollte in der Schule z.B. mal ein Fachmann (ein Psychologe z.B.) einen Vortrag halten, der einige Vorurteile ausräumt.

Beitrag von herzensschoene 05.10.10 - 23:48 Uhr

hallo,

hallo,

aus erfahrung weiß ich, dass es die angst vieler angehöriger ist, dass ihr kinder in der psychiatrie erst richtig lernen wie man dumme sachen macht.

meine erfahrung sagt mir aber auch, dass dem nicht so ist. ganz im gegenteil. die jugendlichen helfen sich gegenseitig bei der bewältigung ihrer krankheit.

das ist eine hauptsäule der therapie.

viele grüße maren

Beitrag von jindabyne 01.10.10 - 22:45 Uhr

Möchte sie denn nicht gehen oder habt ihr als Eltern Bedenken?

Manchmal kann es total gut sein und sehr weiterhelfen, wenn man mal eine zeitlang aus seinem gewohnten Umfeld draußen ist und so einen ganz anderen Blickwinkel auf sich selber und sein Leben werfen kann. Ich denke, das ist der Grund, warum die Therapeuten das vorgeschlagen haben.

Lg Steffi

Beitrag von ani771 01.10.10 - 22:52 Uhr

Wir halten das für richtig!
Das Problem ist: die Großeltern und die Verwandten der verstorbenen Mama sind da total gegen.
Die meinen das Kind sei gesund und wollen einfach nicht verstehen.
Wir haben alles so doll erklärt, aber wir rennen da vor Wände und es kostet soviel Kraft, die ich nicht mehr habe. Ich bin jetzt die böse Stiefmutter! Super, nur weil ich "endlich was" gemerkt habe und dem Kind helfen möchte??
Zur Zeit zerbricht unsere Familie, ich bin soweit mit meinen beiden Kindern auszuziehen. Aber damit wird dem Kind auch nicht geholfen! Und meinen Mann liebe ich!
Es ist eine verrückte Situation!

Die Klinik ist bekannt und es kommt fast das ganze Ruhrgebiet hin. Die haben eine Wartezeit von 6 Monaten. Also nochmal ein halbes Jahr nach dem Gespräch am 4.11!!

Beitrag von munirah 02.10.10 - 07:58 Uhr

Ziemlich lange Wartezeit für einen jungen Menschen! Aber so haben (vielleicht) alle die Gelegenheit, sich über Chancen und Hintergründe zu informieren und sich an den Gedanken zu gewöhnen.
Gibt es außer dir noch jemanden in der Familie, der so einen Aufenthalt befürwortet?

Beitrag von ani771 04.10.10 - 22:00 Uhr

ja, schwager und schwägerinnen. eben die "alten" leutchen tun sich soooo schwer!

Beitrag von sandra7.12.75 05.10.10 - 10:50 Uhr

Hallo

Lass die alten Leute reden.Die haben nur ein Problem und das ist???

Was sollen die Leute nur von uns denken.#schock.Das das Kind und ihr leidet juckt die nicht,die haben nur Angst um den guten Ruf.

Wenn es ganz schlimm ist z.Z. gibt es auch Akutkliniken und Tageskliniken.
Wie sieht es zur Überbrückung mit einer Kinderreha aus???

Frag mal beim Arzt nach nd dränge.

Wichtig ist das euch und dem Kind geholfen wird.

lg

Beitrag von manavgat 02.10.10 - 10:15 Uhr

Alternativ kannst Du es aussitzen und ihr nicht die Hilfe zukommen lassen, die sie so dringend braucht.

Das endet dann mit Borderline, Suizidversuche (klappt auch bisweilen), Drogenmißbrauch, Verwahrlosung, Gewaltausbrüchen usw. usw. usw.

Lass dem Kind endlich Hilfe zuteil werden!

Gruß

Manavgat

Beitrag von schokaholik 02.10.10 - 12:05 Uhr

Hallo ani771,

ich kann mir vorstellen, was ihr gerade durchmacht, wir haben ähnliche und andere Diagnosen. Wir haben uns auch umgesehen und uns dann aber dagegen entschieden. Hat aber nichts mit den Einrichtungen an sich zu tun, sondern eher daran dass unsere Tochter nicht damit einverstanden war.

Als Alternative geht sie jetzt in eine Tagesklinik und wird dort teilstationär behandelt. Es tut ihr sehr gut und wir haben uns alle positiv verändert.

Vielleicht wäre es ja auch eine Alternative für euch, wenn das mit der stationären Behandlung nichts für sie ist.

Schaut euch aber erst in Ruhe um, vielleicht ist es ja dann doch etwas was sie als gut empfinden kann.

Und die Großeltern hatten bei uns da schon mal gar nichts zu sagen.

Da kommt dann immer nur. Sie ist halt ein lebhaftes Kind aber sonst doch völlig gesund#augen#augen#augen

Ja äußerlich ist sie dass.

Also sucht mit ihr dass für sie am besten Mögliche aus.


Liebe Grüße und auch einen Erfolg für die schon Große