Geburt nach 20 Monaten immer noch nicht verarbeitet

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von seahorse 03.10.10 - 17:08 Uhr

Hallo ihr lieben,

mein Sohn wurde vor 20 Monaten ungeplant zu hause geboren. In dem moment der Geburt war ich ganz alleine, mein Baby lag unter mir auf dem Boden, er war blau, er bewegte sich nicht, er schrie nicht, gar nichts. Ich habe immer noch dieses Bild vor mir und jedesmal kommen mir dir Tränen. Ich dachte mein Baby wäre tod, ich war wie gelähmt, ich konnte nichts machen.

Erst als der Sanitäter dann reinkam, mein Freund war die Sanitäter gerade am reinlassen, als der kleine geboren ist, und den kleinen hochgerissen hat, fing er an zu schreien.

Ich weiß noch genau, wie mein Freund in der Tür stand und unseren Sohn dort liegen sah, auch ihm war die Angst so ins Gesicht geschrieben.

Eigentlich sollte ich froh sein, dass es meinen kleinem gut geht, aber irgendwie belastet es mich so sehr. Ich rede mit kaum jemanden darüber, ich habe immer das Gefühl, dass mich andere nicht verstehen. Ich durfte mir auch schonmal anhören, dass es ja nicht so schlimm sein, ging es ja schließlich so schnell. Ich glaube, es wird nicht verstanden, was es heißt ganz alleine gewesen zu sein und dann so unter Schock zustehen.......

Ja, es war schnell, aber deshalb doch nicht schlimm für mich?!

Ist es normal, dass man nach 20 Monaten die Geburt immer noch verarbeitet hat???

WIe ist das denn bei euch?

Beitrag von klopsi 03.10.10 - 17:18 Uhr

Hallo,

ich glaube das so ein Erlebnis sehr lang braucht um es zu verarbeiten.

Egal wer zu Dir sagt, dass es nicht so schlimm gewesen sein kann, hat kein Einfühlungsvermögen und keine Ahnung.

Natürlich ist es schlimm zu denken das Baby sei nicht am leben. Und auch noch allein zu haus zu sein.

Nun kommt es darauf an, wie sehr dieses Erlebnis dich im Alltag begleitet und belastet.

Ich würde Dir/Euch raten Hilfe zu suchen.
Es ist keine Schande Hilfe (Beratung) anzunehmen.
Man wartet mit so etwas immer viel zu lange.

Alles Liebe
Klopsi

Beitrag von jeannine1981 03.10.10 - 18:56 Uhr

Hi,

auch ich bin noch nicht ganz über die Geburt ect. hinweg. Aber ich bin kurz nach dem 1. Geb. der Maus zu einer Konfliktberatungsstelle gegangen und habe mir dort erst einmal alles Freigeredet und allein das hat mir schon ein gutes Stück geholfen. Klar wird nicht alles weg sein, aber es hat schon geholfen das man den Rest gut alleine aufarbeiten kann.

Ich habe selber aufgrund der Notsektio nichts von der eigentl. Geburt mitbekommen und ich musste nach 6 Mon. erfahren das die Maus reanimiert werden musste. Dann habe ich sie 11Std. nicht sehen können.

Dazu kam das die komplette SS nur von Angst und bangen geprägt war.

Liebe Grüße und such dir wirklich ggf Hilfe.

Jeannine und Lena 30 Monate

Beitrag von nana141080 03.10.10 - 19:14 Uhr

Hallo!

Ja das kann gut sein das du das nicht verarbeitet hast und eine verschleppte Wochenbettdepression daraus wurde?!

Ich habe die erste Geburt auch nicht verarbeitet gehabt...wie sich beim 2.Kind dann rausstellte. Er wurde mir noch im Kreißsaal rausgeschnitten weil er keine Herztöne mehr hatte. Ich war noch nicht in Narkose...

Ich hatte beim 2.Kind dann eine schlimme Wochenbettdepression die ich mit Hilffe meiner Hebamme und meines Osteopathen bewältigte.
(Allerdings hatte ich vorher noch eine Fehlgeburt auch nicht verarbeitet...)

Du solltest dir dringend jemand suchen! Frag am besten deinen Hausarzt oder deine alte Hebamme wegen einer Gesprächstherapie.

LG Nana

Beitrag von grundlosdiver 03.10.10 - 20:24 Uhr

Meine Tochter wurde in 1 Std. und 50 Minuten geboren - allerdings an ET+13, daher lag ich eh schon im KH!!! Nun bin ich mit unserem 2.Zwerg schwanger und bin größtenteils allein. Wenn es losgeht, ist der naheste Verwandte in ca. 30 Minuten bei mir... Notarzt ggf. auch nicht schneller (wir wohnen in der "Pampa"). Das nächste KH ist dann in ca. 20 Minuten erreichbar...
Meine absolute Horrorvorstellung ist, dass unser 2.Krümel noch schneller kommen will als unsere Tochter und ich dann allein zu Hause oder unterwegs zum KH entbinden muss#schock

Du musstest das erleben!!! #schock Natürlich ist es schlimm zu glauben, das Baby lebt nicht - noch dazu, wenn man allein ist!!!

Ich denke auch, dass man ohne Hilfe da nur schwer drüber wegkommt!!!#liebdrueck Ich wünsche Dir viel Kraft!!!

Beitrag von chrilli 03.10.10 - 21:14 Uhr

Huhu!

Also erstmal: Was Du durchgemacht hast ist echt heftig und ja ich finde es normal und kann verstehen, dass Du die Geburt noch nicht verarbeitet hast! #liebdrueck
Die Geburt meines Sohnes (26 Mon) habe ich auch irgendwie noch nicht verarbeitet und ich bin ein bißchen traurig, dass ich keine so schönen Erinnerungen daran habe. Es war zwar lange nicht so dramatisch wie bei Dir aber es ging auch verdammt schnell. Ich war froh es noch gerade so bis in den Kreißsaal geschafft zu haben. Dann hatten wir grünes Fruchtwasser und ganz schlechte Herztöne. Ich bekam Wehenhemmer weil es mich sonst zerissen hätte, für Schmerzmittel war alles zu spät.
Es ist alles gut gegangen aber ich hatte damals auch Angst um mein Kind, es standen auf einmal sechs oder sieben Leute um mich rum es es wurde hektisch beratschlagt was zu tun sei... Ich habe das auch noch vor Augen.
Mir sagen auch alle sie seien neidisch, dass es so schnell ging und ich fand es einfach nur furchtbar.
Sprich unbedingt mit jemandem darüber dem Du vertraust. Was ist mit Deinem Partner? Wenn Du niemanden hast, solltest Du Dir wirklich irgendwoanders Hilfe suchen. Darüber sprechen hilft schonmal viel!

Alles Gute! LG...

Beitrag von ena77 03.10.10 - 21:23 Uhr

Ich glaube, Leute, die das nicht verstehen, haben noch nie eine Geburt durchlebt! Wer möchte das schon (fast) alleine durchstehen? Und dann noch die Angst um das Kind!

Ich verstehe Dich sehr gut!

Ich denke aber auch, dass Du Dir Hilfe holen solltest. Das wäre vielleicht eine Chance!

Beitrag von gemababba 04.10.10 - 08:17 Uhr

Ich denke auch das man nach so einer schnellen geburt vorallem wenn man allein da steht schon etwas länger braucht und es ist auch ganz normal und dafür zu schämen brauchst dich auch nicht das ist völlig normal.

Und deine Ängste kann ich verstehen aber wenn du alleine nicht damit klar kommt , hol dir doch hilfe einfach jemanden zum reden weil das hilft meistens sehr das Trauma zu verarbeiten.

Ich wünsche dir alles Gute für die Zukunft.

LG Jenny#winke