Wie sehr können sich Tote verändern?

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muss jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von souldream81 03.10.10 - 19:14 Uhr

Hi Ihr

Mein Vater ist am Freitag verstorben nachdem er sich 6 Wochen quälen musste und schlimm gelitten hatte.
Nun würde ich ihn gern nochmal sehen. Als er gestorben ist sah das Gesicht zwar entspannt aus aber es lief ihm noch "Kaffeesatz" aus dem Mund heraus und die Augen waren noch halb offen.
Nun erhoffe ich mir ein besseres Bild nachdem ihn der Bestatter "zurecht" gemacht hat.
Die Meinung des Bestatters was ansehen betrifft habe ich schon.
Wollte nur bei euch mal nachfragen inwieweit sich ein Toter auch vom Aussehen her ins negative verändern kann.
Der Vater meiner Schwiemu sah zum Todeszeitpunkt entspannt aus aber als sie ihn 1 Tag später angeschaut hat sah er schrecklich aus.
Eure Erfahrungen wären für mich sehr hilfreich auch wenn man nicht jeden Toten mit allen andren vergleichen kann...

LG, Melanie

Beitrag von maxundjan 03.10.10 - 19:27 Uhr

Es tut mir sehr leid für dich!

Weißt du, wenn du Vertrauen hast zu dem Bestatter, dann kannst du ihm glauben. Natürlich sieht jeder Tote anders aus, aber normalerweise raten Bestatter ab, wenn sie der Meinung sind, es geht nicht.
Der Anblick kann schockierend sein, weil man diese Endgültigkeit begreift (im wahrsten Sinne des Wortes), er kann aber auch schön sein, wenn man sieht das der Verstorbene "friedlich" aussieht, nicht vekrampft usw.

Letztendlich entscheidet aber auch dein Herz, und darauf solltest du hören.

Ich sage meinen Angehörigen immer, das es unwiederbringlich das letzte mal ist, das sie sich ihren verstorbenen ansehen können. Und auch wir würden es sagen, wenn der Anblick "unzumutbar" wäre.

Hör auf dein Herz, es ist doch dein Papa...............

Alles Gute und viel Kraft!

Sandra

Beitrag von souldream81 03.10.10 - 19:37 Uhr

Danke Dir. Der Bestatter meinte er hat ihn vorgestern und gestern nochmal angeschaut und hat mir davon abgeraten. Aber trotzdem möchte ich gerne nochmal zu ihm. Irgendwie brauch ich das auch ein Stück weit um die ganze Sache zu verarbeiten.

Beitrag von maxundjan 03.10.10 - 19:57 Uhr

Also, die Toten werden ja gekühlt, und mit Sicherheit treten mit der Zeit auch Veränderungen auf (Hautfarbe usw.). Frag den Bestatter direkt, warum er abrät (manche scheuen sich auch vor dem Mehraufwand!) und sag ihm das es wichtig für dich ist.
Allerdings würde ich dann aber bald zu deinem Papa gehen, denn je mehr Zeit vergeht, desto schwerer vlt. auch dder Anblick...

Vlt. kann der Bestatter auch erst einmal ein Foto machen (so machen wir es auch manchmal) und das siehst du dir an und dann kannst du immer noch entscheiden...

Auch wenn das ein schwerer Schritt ist und ein noch schwererer Anblick, ich kenne niemanden, der diesen Schritt bereut hat....

Sandra

Beitrag von carla_columna 03.10.10 - 19:56 Uhr

Liebe Melanie,

auch von mir mein herzliches Beileid.


Mein Vater ist ganz plötzlich gestorben. ALso mitte aus dem Leben gerissen. Mit 54 Jahren.
Er war immer sehr sportlich und fit und braun gebrannt.

Da er so plötzlich gestorben ist und ich nicht Abschied nehmen konnte, wollte ich ihn auch unbedingt noch mal sehen.

Aber ganz ehrlich, ich habe nur einen kurzen Blick geworfen und es lange bereut.
Das war einfach nicht mein Vater. Er war total bleich und sah ganz anders aus, anders frisiert und überhaupt...


Wenn der Bestatter schon sagt, dass er an deiner STelle lieber nicht gucken würde, hat das sicher seinen Grund.

Ist echt schwierig. Wenn du nicht hin gehst, bereust du es vielleicht auch immer.
Helfen kann ich dir leider bei deiner Entscheidung nicht.

Viel Kraft

Carla

Beitrag von schorti 03.10.10 - 20:41 Uhr

Hallo und mein Beileid#winke#kerze

Ich denke es muss jeder für sich entscheiden was er für richtig hält. Ich habe meine Oma damals nicht sehen dürfen, da ich noch zu klein war und finde es total traurig, weil ich mich nicht verabschieden konnte.

Als dann der Vater meines ersten Freundes plötzlich verstarb habe ich ihn gesehen, es war schrecklich, aber auch gut. Und er war ertrunken, war zum Zeitpunkt der Identifizierung total blau und da in der Leichenhalle sah er echt gut aus.

Bei meiner Uroma war es so, das ich mit meinem Opa gemeinsam in die Leichenhalle gegangen bin und er erst hinter dem Vorhang gucken sollte. Er schaute dahinter und kam mit den Worten:"Das ist sie nicht" wieder raus. Im Endefekt war sie es, aber er hatte sie als letztes gesehen, als ihr Gesicht eingefallen war (weil sie zum Zeitpunkt des Todes keine Zähne im Mund hatte)und sie total schlecht aussah. Nun war sie aber so geschminkt das es aussah als würde sie friedlich schlafen.

Auch den Opa meines Mannes habe ich gesehen und er sah so gut aus.

Meinen Opa durfte ich wiederrum nicht sehen, da ihm eine Atterie geplatzt war und er wohl total schrecklich aussah, das nicht mal meine Mutter ihren Vater nach dem Tod gesehen hat.

Ich würde immer wieder einen Angehörigen oder nahe stehenden Menschen sehen wollen um mich zu verabschieden. Alles andere ist nicht real für mich. Ich kann es mir dann nicht vorstellen das der /die jenige wirklich in dem Sarg liegt.


Mach es wie du es meinst. Ich für mich weiß das ich es immer wieder machen würde, weil ich mir sonst ewig Gedanken darum mache, wie er/sie ausgesehen hat? Und mich nicht persönlich verabschieden konnte.

Lieben Gruß und alles Gute
Schorti

Beitrag von souldream81 03.10.10 - 20:47 Uhr

Danke, hast mir geholfen bei meiner Entscheidung.
Ich werde ihn mir nochmal anschauen wenn der Bestatter nicht schon wieder Aufstand macht

Beitrag von downtown-lady 03.10.10 - 21:47 Uhr

Hallo,

mein Vater ist 2001 gestorben, da war ich 20.

Ich habe ihn das letzte Mal kurz nach seinem Tod gesehen, da sah er ganz friedlich aus, als würde er schlafen.

Meine Mutter war noch einmal bei ihm, einen Tag später, glaube ich, sie wollte, dass meine Schwester und ich mitgehen, aber wir haben abgelehnt.

Sie hat Bilder von ihm machen lassen, wie er im Sarg lag... in den Händen hatte er einen kleinen Strauss Blumen, er hatte einen seiner Schlafanzüge an, und irgendwie sah es immer noch aus, als würde er nur schlafen.

Man hat ihm nicht viel angesehen auf den Bildern... wie es in "echt" war, kann ich dir nicht sagen... auf den Fotos sieht er wirklich friedlich und "normal" aus.

Ich habe es erst ein halbes Jahr nach seinem Tod geschafft, mir die Fotos anzusehen...

LG

Lady

Beitrag von nane29 04.10.10 - 10:35 Uhr

Hallo Melanie,

ich habe meine Oma nochmal angesehen, einige Stunden nach ihrem Tod. Sie war nicht hergerichtet, oder so, sondern lag einfach auf dem Bett des Pflegeheimes. Sie hatten sie nur richtig hingelegt, ihr die Hände gefaltet.

Das war ok.

Ansonsten habe ich bislang nur sterbende Menschen gesehen, in ihrem Kampf, bzw. den letzten Atemzügen. Das war schlimm.

Ich würde an deiner Stelle noch mal hingehen, wenn irgendwo in dir das Bedürfnis da ist. Und dann würde ich mich vorsichtig von Weitem nähern.
Vielleicht reicht dir ein Blick von der Tür. Vielleicht möchtest du ihm dann nur nochmal zuwinken, oder etwas sagen.
Oder du spürst das Bedürfnis, näher ranzugehen.

Wenn im Kino eine grausame / gruselige Szene läuft, halte ich mir die Ohren zu und mache die Augen zu Schlitzen, so dass ich nur ein bisschen sehe / höre und mich nicht die ganze Wucht trifft.
Vielleicht kannst du den Moment auch etwas abmildern, in dem du dich langsam aus Distanz näherst und dabei immer in dich hineinfühlst - ob du weitergehen möchtest, oder nicht.

So würde ich es glaube ich machen.

Es tut mir sehr Leid, dass du deinen Vater verloren hast.

Liebe Grüße
Jana

Beitrag von schwilis1 04.10.10 - 11:09 Uhr

uns wurde geraten sie einen Tag später nicht mehr zu sehen, da durch das Cortison (und je nachdem woran dein Vater gestorben ist) sich der Tote schon sehr verändern kann. aufschwemmen oder viel Wasser verliert.
ich weiß nur, dass innerhalb von 2 std nachdem meinen Mama gestorben ist sich ihre finger schon cshwarz färbten.u nd ich bin froh dass wir sie nicht nochmal sehen werden. (die Beerdigung ist erst am Freitag)

Beitrag von frechdachsie 04.10.10 - 12:30 Uhr

Erstmal mein Beileid

Ich hatte Anfang des Jahres die Situation das mein Opa gestorben ist, er war sehr lange krank und sehr abgemagert. Durch einen Autounfall konnten wir Weihnachten nicht wie geplant hinfahren und uns doch irgendwo innerlich verabschieden. Aber ich hab es mir nicht nehmen lassen in im Sarg zu sehen und mich von ihm zu verabschieden. Es war die beste Entscheidung für mich.
Er war sehr schön hergerichtet mit den Sachen die er am liebsten trug, es war einfach mein Opa. Der Raum wo er lag war sehr schön mit Kerzen und Blumen dekoriert. Es haben an der Verabschiedung auch nur meine Oma, ihre Kinder (meine Mutter und meine Tante) und Enkelkinder (ich und meine Geschwister) daran teilgenommen. Zur Beerdigung am nächsten Tag blieb der Sarg geschlossen und das fand ich auch gut so.

Du musst für dich selbst entscheiden.

Gruß Frechdachsie

Beitrag von marmita 04.10.10 - 14:29 Uhr

Liebe Souldream!

Von Herzen ganz herzliches Beileid.

Meine Mutter ist vor sieben Wochen nach langer Kranheit gestorben. Sie starb bei uns zu Hause in ihrem Bett. Nachdem sie ihren letzten Atemzug tat, sah sie sehr entspannt und friedlich aus.
Wir ließen sie noch die ganze Nacht bis zum nächsten Mittag in ihrem Bett liegen. In der Zeit hat sie sich kaum verändert, sah halt aus wie meine Mama.
Mittags haben die Bestatter sie geholt und zurecht gemacht. Dann haben wir sie zu Hause aufgebahrt. Da sah man dann schon, dass sie nichts mehr als die tote Hülle war. Sie bekam dann einen großen Totenfleck am Hals. Aber ich persönlich habe das nicht als schrecklich anzusehen empfunden.

Ich hoffe, ich konnte dir helfen.

Viele Grüße marmita

Beitrag von monimaus2712 05.10.10 - 06:42 Uhr

Liebe Melanie, mein Vatl ist vor 2 Wochen gestorben, ich war bei ihm als es so weit war!
Er musst 2 Monate soooo Leiden und er war nur noch Haut und Knochen!
Werde diese Bilder nie vergessen, aber ich würde es immer wieder tun!!
Hör einfach auf dein Herz!!
Es Grüßt dich ganz lieb MONI#kerze

Beitrag von motte_ 05.10.10 - 08:45 Uhr

Hallo Melanie,

fühle Dich gedrückt von mir.

Mach was dein Herz dir rät.

Meine Mama hat auch sehr lange gelitten (Krebs).

Als sie im Krankenhaus gestorben ist, sah sie einige Stunden danach

immer noch aus wie meine Mama.

Aber zwei Tage später in der Leichenhalle, war ihr Anblick schrecklich.

Ihr Anblick nimmt mich heute immer noch mit.

Sie sah sehr verkrampft, leidend und verbittert aus.

Das war sie wirklich nicht. Sie war ein herzensguter Mensch und sehr

liebevoll.

Sie hatte so eine liebevolle Ausstrahlung, dass sogar fremde Menschen

ihr ihre Nöten anvertraut haben.

Meine Mama ist am 16.10.2002 gestorben und es vergeht kein Tag, an

dem ich nicht an sie denke.

Sie fehlt mir immer noch unsagbar ...

Petra

Beitrag von chris.1984 07.10.10 - 10:01 Uhr

Hallo und mein herzliches Beileid.

Letztes Jahr ist unsere Tochter gestorben, sie war 2 Jahre alt.
Wir konnten uns schon kurz vor ihrem Tod von ihr verabschieden, da wir es selber so entschieden haben, sie geht zu lassen und wussten, es dauert nur noch wenige Stunden. Sie ist dann auf unseren Armen eingeschlafen.
Dennoch haben wir uns dazu entschieden, sie nochmal sehen zu wollen. Das stand für uns außer Frage. Da sie aber erst von der 100km entfernten Klinik vom Bestatter überführt werden musste, dauerte es etwas. Zumal die Klinik sie auch noch opduzieren wollten, obwohl klar war, woran sie gestorben ist und der Bestatter hat dies dann auch nciht zugelassen (zum Glück, hätten wir eh nicht gewollt).
Ich weiß es nicht mehr ganz genau, ist ja auch eine Ausnahmesituation. Aber entweder war es am nächsten Tag oder 4 Tage später, als wir sie gesehen haben.
Sie sah nciht ganz so toll aus, da sie viele Flecken hatte. Das lag bei ihr aber daran, das sie sehr viele Medikamente bekommen hat und die haben dazu geführt, das sich ihr Körper schnell verändert hat. Der Bestatter wollte sie auch nicht schminken. Er sagte er schminkt generell keine Kinder, da die im Leben ja auch nicht geschminkt rum laufen.

Ja, was soll ich sagen? Es war genau die richtige Entscheidung. Trotz der Flecken sah sie so wunderschön aus. Nach langer Zeit haben wir sie endlich mal ohne Schmerzen, ohne Kabel (Sauberstoffschlauch in der Nase) usw gesehen. Sie sah so friedlich aus und wir haben auch diesen Moment nochmal gebraucht, um das auch wirklich zu realisieren, das sie wirklich tod ist. Das es ihr jetzt wirklich besser geht, sie keine Schmerzen mehr hat.
Der Moment war schmerzhaft, der erste Blick erschreckend, aber trotzdem auch einfach nur schön. Ich konnte sie nochmal streicheln, ihr wunderschönes Gesicht betrachten und ihr nochmal so viel sagen. Wie stolz ich auf sie bin das sie so lange gekämpft hat und wie lieb ich sie habe.

Ich denke du musst das für dich selber entscheiden. Aber mein Rat dazu ist, gehe. Auch wenn der Anblick nicht leicht sein wird, aber er hilft dir, es besser zu verarbeiten. Und wenn du nciht hingehst, wirst du es immer bereuen.

Lg und alles Gute, Chris

Beitrag von maxundjan 07.10.10 - 10:07 Uhr

einfach so #liebdrueck

Beitrag von tweety111 07.10.10 - 15:28 Uhr

Hallo Melanie,

tut mir sehr leid dass dein Papa gestorben ist #kerze.

Ich kenn das, meiner ist vor 1,5 Jahren gestorben #heul.

Ich war beim Sterben bei meinem Papa dabei, das heißt ich hab ihn gesehen wie er noch gelebt hat, zu dem Zeitpunkt als er gestorben ist und danach dann im KH noch. Und einen Tag später als er zum Friedhof gebracht wurde.

Beim Sterben selber hab ich seine Hand gehalten und da hab ich gesehen wie sich die Farbe verändert vom Kopf her. Aber es war nicht schlimm.
Danach im KH noch waren wir bei ihm, ich hab ihn nicht mehr angefasst nur noch angeschaut wie er da lag. War blass aber sah aus wie sonst wenn er geschlafen hat.

Einen Tag später hab ich ihn nur noch von der Ferne angeschaut, die anderen sind rein neben den Sarg, ich stand an der Tür und wollte nicht mehr weiter rein.

Es war ein ganz ganz starkes Gefühl, er stand neben mir. Und ich hab seine warme Hand gespürt, wie ich sie am Todestag fast 3 Std gespürt hab. Ich wollt seine kalte Hand dann im Sarg nicht mehr anfassen und das war die Entscheidung meines Herzens.

Und noch heut spür ich seine warme Hand in meiner, die ist immer bei mir #heul.

Was ich damit sagen will ... geh nach deinem Herzen.

Ich wünsch dir alles Gute!

Beitrag von demonadoom 22.10.10 - 23:12 Uhr

Hallo liebe Melanie ,
also zuerst mal mein herzliches Beileid .
Obwohl du dich ja inzwischen sicher entschieden hast es zu tun , oder eben auch nicht , werde ich dir hier einmal darlegen wie ich das "empfunden" habe ...
Also zuerst mal ein bisschen was Grundlegendes , ich bin 15 jahre alt und halb niederländerin , meine mutter ist deutsch und mein vater niederländer .
Vor einem Monat ist mein Großvater gestorben , der zu seinen Lebzeiten ziemlich gelitten hat . Er sah vor seinem Tode auch sehr sehr schlecht aus . Er hatte gelbe haut usw. wegen leberschäden durch eine krankheit.
Er litt an einer Krankheit die wohl wenigen von euch was sagen wird . Sie heißt Morbus Crohn . Das ist eine Erbkrankheit . Normalerweise wird man mit dieser Krankheit allerhöchstens 20-25 Jahre alt . Mein Opa ist 72 Jahre alt geworden. Aber zurück zum Thema . Am Tage vor der Beerdigung war der Abschied. Mein Vater hatte uns gefragt ob wir denn mitkommen wollten . Meine Mutter wollte nicht , weil sie sagte man solle die menschen so in erinnerung behalten wie man sie kannte . Ich bin mitgegangen , weil ich ihn nochmal sehen wollte .
Dort angekommen war die ganze Familie in einem saal versammelt. alle bekannten kamen und teilten uns ihr beileid mit . Dann ging es los und wir konnten in einen seperaten , kleinen saal .
Dort war der geöffnete Sarg . durch die leberschäden sah die haut trotz schminke etwas unnatürlich aus , aber er sah irgendwie befreit aus .
Das einzige was ich komisch fand , mein Opa war ein sehr großer Mensch 2,04 Meter , und in dieser Kiste sah er irgendwie zusammengesunken aus.
Aber sonst , ich bereue es nicht ihn mir angesehen zu haben , ich habe ihn auch so in guter erinnerung und hatte so die möglichkeit mich nochmal von ihm zu verabschieden .Ich würde es jederzeit wieder tun und werde es auch bei allen meinen anderen Familienmitgliedern tun . Es ist eine gute möglichkeit Trauer zu verarbeiten .


Ich hoffe es ist dir gut ergangen egal wie du dich entschieden hast .

Liebe Grüße aus dem Münsterland von Anna

Beitrag von frechdachs2010 06.11.10 - 21:34 Uhr

Hallo
Ich habe es erlebt,damals bei meiner Schwiegermutter.Es haben mir alle geraten,Sie nochmals zu sehen.Aber ich bin ein Mensch,der Bilder von Geschehenen nicht so schnell vergißt.Im nach hinein habe ich es so bereut,ich fand es für mich ganz schlimm,weil Sie eben ganz anders aussah,als ich Sie das letzte mal gesehen habe.Von meiner Seite her würde ich es nicht empfehlen.Es ist jetzt schon einige Jahre her,aber ich habe das Bild immer noch vor Augen,wie Sie da lag.Für mich war das eine Erfahrung,die ich nicht mehr machen möchte.Als meine Mutter vor 4 Jahren gestorben ist,hatte ich auch die möglichkeit,mich von Ihr nochmals zu verabschieden,aber diesmal habe ich es für mich entschieden,Sie so in Erinnerung zu behalten,als Sie das letzte mal gesehen habe bei meinem Besuch.Es ist schon alles schwer genug zu verarbeiten. Ich wünsche mir für Sie,das Sie die richtige Entscheidung treffen.LG Karola#kerze