Neuer Eigentümer verarscht uns/Kündigung!!!

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Forum: Haushalt & Wohnen

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Beitrag von tanja_81 04.10.10 - 00:13 Uhr

Hallo zusammen,

wir dh mein Mann,meine kleine Tochter und ich wohnen seit über einem jahr in einer EG Wohnung mit Garten zur Miete.
Diese Wohnung wurde jetzt verkauft.
Wir haben vom neuen Eigentümer eine schriftliche Kündigung bekommen,zwecks Eigenbedarf. Bis hierhin alles rechtens.

So aber in dem schreiben steht u.a das er mit seiner schwangeren Freundin einzieht und sie ihre alte Wohnung aus Platzgründen nicht behalten können wegen dem Baby welches im Nov kommen soll. ETC.
Nun haben wir herausgefunden,das der neue Eigentümer keine Freundin hat,geschweige denn Vater wird. Er zieht also alleine ein und hat uns angelogen(er war auch schon bei uns (immer alleine) um rechtliche Dinge abzuklären)
Das ist doch Vorteuschen falscher Tatsachen oder wie sehe ich das?!
Nu wir müssen aufgrund der 3 monatigen Kündigungsfrist erst einmal zu meinen Eltern ziehen bis das neue Haus renoviert und Einzugsbereit ist!!!
Kann man da rechtlich irgendwelche Schritte einleiten?Kennt sich jemand aus? Diese Rumlügerei ist doch nicht einfach so hinzunehmen oder?

Können wir darauf bestehen noch weitere 4 Wochen in der Wohnung zu bleiben,bis das neue Haus fertig ist?

Danke für euere HIlfe,vlt kennt sich hier jemand aus

Tanja:-)

Beitrag von sassi31 04.10.10 - 01:09 Uhr

Hallo,

also ich denke schon, dass er die Wohnung selber beziehen darf, auch, wenn er allein einziehen will. Ist ja auch dann noch immer Eigenbedarf.

Alles Weitere kann dir sicher ein Anwalt für Mietrecht oder der Mieterbund sagen.

Gruß
Sassi

Beitrag von ippilala 04.10.10 - 01:16 Uhr

Nein er kann sie nicht einfach rauswerfen, um selbst "einfach so" einzuziehen, egal ob das seine Wohnung ist oder nicht. Er brauch trotzdem einen Grund. Und wenn er keine Freundin hat, ist kein Grund mehr gegeben. Reiner Eigenbedarf ist kein ordentlicher Grund.

Beitrag von bezzi 04.10.10 - 12:15 Uhr

"Reiner Eigenbedarf ist kein ordentlicher Grund"

So ein Quatsch ! #klatsch

Natürlich ist das ein Grund !


§ 573 BGB


"(2) Ein berechtigtes Interesse des Vermieters an der Beendigung des Mietverhältnisses liegt insbesondere vor, wenn

2. der Vermieter die Räume als Wohnung für sich, seine Familienangehörigen oder Angehörige seines Haushalts benötigt"

Beitrag von ippilala 05.10.10 - 00:50 Uhr

Da der Vermieter aber lügt, besteht bei ihm wohl kein BERECHTIGTES INTERESSE.

Und ein berechtigtet Interesse ist nicht "einfach so" vorhanden.

Beitrag von bezzi 05.10.10 - 13:00 Uhr

Ich habe doch den enstprechenden Passus aus dem BGB zitiert, in dem erklärt wird, was "berechtigtes Interesse" ist #kratz

Ich weiß gar nicht, was da noch unklar ist.

Wenn er selber in seine Wohnung einziehen will hat er ein berechtigtes Interesse.

Punkt, aus.

Beitrag von ippilala 05.10.10 - 15:27 Uhr

Nein hat er nicht "einfach so". Wenn sich seine Familie vergrößert ( wenn seine Olle also wirklich ein Kind bekommen würde)hat er das. Wenn er von seinem alten Vermieter gekündigt wird hat er das auch, außer wenn ähnliche Wohnungen frei sind, dann darf er nicht kündigen, sondern muss freistehende nehmen.Oder wenn sonst im Umkreis keine Wohnungen frei sind, können Kinder dort einziehen.
Die Wohnung muss auch angemessen sein. Wenn er alleine in eine 300m²Wohnung zieht, ist das unangemessen und wird nicht genehmigt, auch wenn es theoretisch berechtigtest Interesse ist.
Da kannst du dich gerne mal mit Richtern unterhalten, die solch Fälle bearbeiten, die entscheiden generell zu Gunsten des Mieters. Was berechtigt ist, ist eben nicht genau geregelt und liegt in der Freiheit des Richters.

Ist auch gut so, sonst könnte man als Vermieter einfach fröhlich in seinen eigenen Wohnungen hin- und herziehen und Mieter rauskündigen.

Beitrag von bi_di 04.10.10 - 06:16 Uhr

Wenn es wirklich so ist, das weder Freundin noch Baby da sind, habt ihr gute Chancen.

Google mal zu dem Thema, da findest Du eine Menge zum Thema Eigenbedarf und Kündigung.

Allerdings würde ich mit der Auseinandersetzung einen Anwalt betrauen. Mietrecht ist ein recht eigenwilliges Kapitel ;).

Grüsse
BiDi

Beitrag von cunababy 04.10.10 - 08:45 Uhr

HI,

Die lüge war natürlich nicht so toll....

Aber Eigenbedarf ist Eigenbedarf. Wenn ihr es in 3 monaten nicht schafft zu renovieren, dann ist das leider nicht sein Problem....

VG Cunababy

Beitrag von bi_di 04.10.10 - 09:14 Uhr

Stimmt nicht.
Eine Wohnung gilt als schützenswertes Gut - da wird sehr wohl zwischen den Interessen der Mietern und des Besitzers abgewägt. Und ein alleinstehender Mann kann nicht ohne weiteres mal eben mit 3-Monatsfrist einer Familie mit Kind kündigen.
Jedes Gericht wägt ab, wessen Interessen in so einem Fall hoher wiegen. Deshalb kam der neue Besitzer ja mit der schwangeren Freundin. Wenn die Geschichte nicht stimmt sind die Chancen ziemlich gut, das die Kündigungsfrist verlängert werden muss. Denn innerhalb von 3 Monaten eine angemessene, neue Wohnung zu finden, das Geld für Umzug, evt. Makler, Renovierung zusammenzubekommen, ist u.U. schwierig.
Und finanziell entstehen dem neuen Besitzer ja keine Ausfälle, solange weiter Miete gezahlt wird.

Grüsse
BiDi

Beitrag von zwiebelchen1977 04.10.10 - 09:22 Uhr

Nun, aber die Belastung bei der Bank wird höher sein, als die Miete einbringt. Und er muss seine Miete dann ja auch noch zahlen. Also hat er doch Einbussen.

Und ob die Kündigungsfrist verlängert werden muss, hängt von der Mietdauer ab.

Und ob er alleine einzieht oder nicht, ist erstmal egal.

Bianca

Beitrag von cunababy 04.10.10 - 16:53 Uhr

Genau so ist es.

Eigenbedarf ist Eigenbedarf. Wie lange die Kündigungsfrist sein muss steht auf einem anderen Blatt, aber fakt ist, dass er ein Recht hat wegen Eigenbedarf zu kündigen.

VG Cunababy

Beitrag von nick71 04.10.10 - 12:35 Uhr

Ich meine nicht, dass Eigenbedarf = Eigenbedarf ist. Wenn der Eigentümer zur Zeit eine Wohnung bewohnt, die für ihn ausreichend Platz bietet, kann er m.W. nicht so einfach wg. Eigenbedarf kündigen. Kann er schon, das wird aber im Streitfall vom Richter vermutlich nicht anerkannt werden. Anstelle der TE würde ich mich auf jeden Fall bei einem Fachanwalt für Mietrecht nach der geltenden Rechtslage erkundigen...

Beitrag von sissy1981 04.10.10 - 10:40 Uhr

Bei Eigenbedarf besteht eine Kündigungsfrist von mindestens 6 Monaten (normale Kündigungsfrist abhängig von der Mietdauer + 3 Extramonate aufGrund Eigenbedarf).

Besteht kein Eigenbedarf ist die Kündigung unwirksam - bei Vortäuschung kann selbstredend dagegen vorgegangen werden.

Ich würde euch eine anwaltliche Beratung empfehlen.

Beitrag von bezzi 04.10.10 - 12:23 Uhr

"Bei Eigenbedarf besteht eine Kündigungsfrist von mindestens 6 Monaten (normale Kündigungsfrist abhängig von der Mietdauer + 3 Extramonate aufGrund Eigenbedarf). "

Habe ich noch nie gehört. Kann man das irgendwo nachlesen oder hast Du Dir das ausgedacht ?

Oder verwechselst Du das vielleicht mit § 573a BGB (Einliegerwohnungen) ?

Beitrag von sternschnuppe215 04.10.10 - 10:56 Uhr

er brauch keine herausragenden Gründe... er könnte auch sagen, seine Tochter zieht ein....

... da hilft nur reden....

Beitrag von conny3006 04.10.10 - 10:59 Uhr

...so viel ich weis (ja klar jeder weis es besser) ;o)
könnt ihr euch in aller Ruhe eine neue Bleibe suchen.

So schnell kann man auf Eigenbedarf nicht klagen.
Man kann Euch nicht vor die Tür setzen.

Vielleicht kann man mit Ihm noch normal reden?
Ihr zieht ja aus, nur so schnell findet ihr keine Wohnung...immerhin solls für Euch ja keine vorrübergehende Bleibe sein, sondern dauerhaft.

Ich würde auf seine Brief nciht reagieren-Ihr schaut Euch doch um, was dnen noch?
Alles Gute und Liebe Grüße

Beitrag von bezzi 04.10.10 - 12:28 Uhr

Auch der Tipp kann nach hinten losgehen.

Ist die Kündigung rechtlich einwandfrei und der Mieter zieht nicht rechtzeitig aus, kann der Vermieter ALLE Kosten, die dadurch verursacht werden, auf den Mieter abwälzen. Rechtsanwalts- und Gerichtskosten, Kosten für doppelten Umzug, Einlagerungskosen der Möbel, Kosten für Notunterkunft (Hotel)....
Das kann schnell in die tausende gehen. Zahlst Du das dann ?

Vorsicht mit solchen Ratschlägen !

Beitrag von kolbo-sauri 04.10.10 - 14:08 Uhr

#pro

Beitrag von dentatus77 04.10.10 - 12:18 Uhr

Hallo!
War das vorher eine Mietswohnung oder eine vermietete Eigentumswohnung?
Ich hab hier das gefunden:
http://www.wissen.de/wde/generator/wissen/ressorts/bildung/index,page=1662082,chunk=6.html
Ich würd auf jeden Fall einen Anwalt einschalten und das prüfen lassen.
Liebe Grüße!

Beitrag von bezzi 04.10.10 - 12:38 Uhr

Auch ohne schwangere Freundin ist die Eigenbedarfskündigung mit hoher Wahrscheinlichkeit wirksam. Lediglich ein "unangemessen hoher Wohnbedarf" könnte die Kündigung hinfällig machen, wenn dieser von einem Gericht festgestellt wird.
Unangemessen hoch wird i.d.R bei mehr als 200 qm Wohnfläche pro Person angenommen.

Beitrag von wasteline 04.10.10 - 19:41 Uhr

Belies Dich hier und dann kannst Du handeln

http://www.mietrechtslexikon.de/a1lexikon2/e1/eigenbed_vorgesoben.htm