Mach mir immer noch Vorwürfe! Vorfall schon 1 Jahr zurück!

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von amanda82 04.10.10 - 08:30 Uhr

Hallo!

Vor einem Jahr wäre beinahe was ganz Schreckliches passiert und ich habe heute noch sehr daran zu knabbern. Wenn ich vielleicht nicht täglich dran denke, dann aber zumindest einmal in der Woche und dann den ganzen Tag :-(

Ich male mir immer aus, was hätte da passieren können. Nee, ich wäre nie mehr froh geworden!

Das Geschehen:

Wir besuchten mit den Kindern meine Mutter und meine 10 Jahre jüngere Schwester, übernachteten auch bei ihnen. Nach dem Aufstehen, öffnete ich das Schlafzimmerfenster zum Durchlüften (2. Etage, aber EG auch schon um halbes Geschoss erhöht, nehme an, es sind so um die 7-8 m Höhe). Auch achtete ich darauf, die Tür zu schließen. Zu Joel (damals 2,5) sagte ich auch noch, dass er jetzt nicht ins Schlafzimmer könne! Wir gingen alle in die Küche und bereiteten das Frühstück vor. Joel meinte später, er müsse zur Toilette und ging raus. Von der Küche aus ist das Schlafzimmer links, die Toilette rechts. Er ging auch in Richtung Toilette. Mein Mann kam in die Küche, schloss aber hinter sich die Tür. Ich bemerkte es nicht gleich. Nach ca. 5 Minuten wunderte ich mich, warum Joel noch nciht zurück ist. Ich meinte, naja, vielleicht macht er groß, entschied mich aber, nach ihm zu schauen. Ich ging in den Flur, bog direkt rechts ab. Badtür offen, kein Joel drin! Ich direkt erschrocken, dreh mich um, schau ins geöffnete Schlafzimmer! SCHOCK!!!!!

Joel krabbelt soeben aufs Fensterbrett des geöffneten Fenster.#schock Ich wurde kreidebleich. Merkte regelrecht, wie mir das Blut in den Adern gefror. Aber irgendwie reagierte ich genau richtig. Ohne ein Wort zu sagen, lief ich leise und langsam (schon zügig, aber bin nicht gerannt) ins Zimmer. Mir schoss durch den Kopf: "Nur nicht zu abrupt, erschreck ihn nur nicht. Nicht zu schnell, kein Wort!" Ich bin hin, hab ihn mir geschnappt und von der Fensterbank gehoben. Er wollte eben runterschauen! #zitter #schockIch hab das Fenster geschlossen und bin dann mit ihm auf den Arm aufs Bett gesunken. Dort fiel alle Anspannung von mir ab und ich hab Rotz und Wasser geheult. Ich hab ihn sooooo fest gehalten und gezittert am ganzen Körper! Er wusste gar nicht, was los ist und war über meine Reaktion verwundert, nahm mich in den Arm und sagte: "Mama, du musst nicht traurig sein. Ich lieb dich doch!" Ich hab nur noch mehr geweint.

Meine Mama und mein Mann kamen rein und fragten, was denn los sei?
Ich hab es ihnen gesagt. Sie haben aber scheinbar nicht realisiert, was hätte passieren können, weil sie nur sagten: Es ist ja zum Glück gut gegangen. JA, na klar, Gott sei dank!!!! Aber ich machte mir so Vorwürfe, kam kaum runter und zitterte noch am Abend!

Auch heute mach ich mir noch sooooo Vorwürfe. Ich glaub, ich wäre wohl direkt hinterher gehopst, zumindest gestehe ich, mir es danach vorgestellt zu haben. Würde ja aber meinen Kleinen nie allein lassen. Er braucht mich ja auch, aber für mich wäre eine Welt zusammen gebrochen. Ich hätte mir das niemals verziehen!!!

Wollte das nur nochmal schreiben, weil ich hoffe, dass ich so besser damit umgehen kann. #hicks

Seither sag ich meinen Jungs ganz oft, wie sehr ich sie liebe. #verliebt

Puh #schwitz
LG Mandy mit Joel (bald 4) und Noah (bald 2)

Beitrag von binnurich 04.10.10 - 08:39 Uhr

keine schöne Situation, aber ich denke, du übertreibst da schon ein wenig.
Kinder begeben sich immer wieder in - nicht zuletzt von Eltern gemachte - gefährliche Situationen.
Und man wird sie immer mal wieder retten müssen.
(Es gibt z. B. einige Kinder, die aus Hochbetten gefallen sind obwohl die Eltern ganz klar das Risiko kannten, aber es nicht sehen wollten)

Wichtig ist, das man aus eigenen Fehlern und denen anderer lernt.

Aber dein Kind muss srachlich schon recht begabt bzw. weit in der Entwicklung sein, enn es mit 2,5 Jahren Sätze sagt wie "Mama, du musst nicht traurig sein. Ich lieb dich doch!" ;-) und wenn es mit 2,5 Jahren komplett selbst auf die Toi geht und dazu auch noch vielleicht sogar zum großen Geschäft.

Nicht so toll finde ich aber, dass du selbst gleich so völlig hysterisch reagierst: "Dort fiel alle Anspannung von mir ab und ich hab Rotz und Wasser geheult. Ich hab ihn sooooo fest gehalten und gezittert am ganzen Körper!"

Beitrag von amanda82 04.10.10 - 08:47 Uhr

Hm, stimmt schon, dass Kinder sich immer mal wieder in gefährliche Situationen begeben, aber in der Situation fand ich es richtig schlimm. Ich bin normal auch nicht überängstlich, keinesfalls!!!

Aber wenn du grad dein Kind siehst, wie es sich über ein geöffnetes Fenster lehnen will und du es schon fast fallen siehst ... glaubst du wirklich, du hättest anders reagiert? Ich war so geschockt und hab mir ausgemalt, was gewesen wäre, wenn er da runtergefallen wäre ... :-(

Es gab ne ganze Zeit, da hab ich kaum noch dran gedacht, aber irgendwie denk ich jetzt seit nem Monat ständig dran und seither mach ich mir wieder Vorwürfe. Fand aber nicht, dass es danach hysterisch von mir war. Gut, aber da können wir ja verschiedene Ansichten haben.

Ja, Joel hat mit 18 Monaten angefangen mit Sprechen, mit knapp 2 sprach er 2-3-Wortsätze und von da an, ging es ziemlich schnell. Er war bissl älter wie 2,5 - um genau zu sein 2 Jahre und 8 Monate ;-) Weiß nicht, ob das nen Unterschied macht :-p

Als wir bei meiner Mutter waren, war er genau 1 Monat trocken. Zumindest tagsüber ;-) In der Kita war er angeblich schon 4 Monate eher trocken ... wer weiß, ich hab zuhause nix davon gemerkt #freu

LG Mandy

Beitrag von binnurich 04.10.10 - 09:02 Uhr

das mit dem Sprechen weiß ich bei meiner Tochter nicht mehr so genau, vielleicht liegt es daran, mir kam nur der Satzablauf so perfekt vor... ja, ich weiß das gesprochene Wort, weicht vom geschriebenen doch sicher etwas ab ;-)

Vielleicht kommt es dir jetzt ehr wieder in den Sinn, weil dein zweites Kind im ähnlichen Alter ist oder so.

Aber wie gesagt, ich denke, du hast doch dann genau reichtig gehandelt, und sicher achtest du jetzt viel mehr drauf wie das beim lüften ist.
Wir wohnen in der 4. Etage und ich frag mich auch jetzt noch, wenn die kleine 5 ist, wie das mit den offenen Fenstern ist oder auch auf dem Balkon.

Beitrag von amanda82 04.10.10 - 09:18 Uhr

hihi ... ja, das kann sein. Muss sich etwa so angehört haben: "Niss trauris sein, liebis doch!" ;-)

Heute sagt er es aber auf jeden Fall so, wie es oben steht und es ist sooooooo süß. Also das "ich liebe dich!" #verliebt

Ja, hab grad schon überlegt, kann auch sein, dass ich deshalb dran denke, weil vor ner Weile in der Zeitung stand, dass ein Junge im Gartenteich ertrank und mir die Eltern soooo leid taten und vielleicht musste ich da dran denken, dass es bei mir auch hätte anders ausgehen können.

Ist es ja zum Glück nicht. Vielleicht sollte ich nicht mehr so drüber nachdenken. kann es ja eh net ändern!

Wir wohnen zum Glück im Erdgeschoss, da ist es nicht ganz so schlimm, obwohl es sicher auch 2,5 bis 3 m sind. Vorher haben wir im 10 OG gewohnt #schock Na das wäre dann ne absolute Katastrophe gewesen, aber genau deshalb sind wir ja umgezogen und haben den schönen Ausblick mit Ruhe und Wald getauscht ;-)

Danke nochmal für deine Worte :-)

LG Mandy

Beitrag von binnurich 04.10.10 - 10:13 Uhr

Danke dir... ich habe wegen deines Beitrages gerade mal wieder an unsere Fenster gedacht und dass ich nach dem Umräumen das eine auch wieder am Griff verschließen muss... vielleicht war dein Tread auch ein klein wenig dazu gedacht ;-)

Wünsche euch in Zunkunfst keine so stressigen ERlebnisse mehr, wobei die wie gesagt nicht ausbleiben werden

Beitrag von uschitussi 04.10.10 - 21:28 Uhr

Hat zwar jetzt nichts mit dem Fenster zu tun. Aber ja sowas gibts:
Meine Tochter ist auch 2,5 Jahre und geht alleine auf die Toilette (Topf) und macht ihr grosses Geschäft. Sie hat zwar noch nicht gesagt das sie mich liebt. Aber solch lange Sätze kann sie auch schon.
Also ich glaube ihr.

Beitrag von alinashayenne 04.10.10 - 22:43 Uhr

Hallo!

Ich misch mich da zwar uneingeladen ein, aber irgendwie finde ich deine Antwort schon ein wenig provozierend und muss mich für die TE aussprechen.
Ich finde nämlich keinesfalls, dass sie übertreibt. Ich glaube, mir wäre auch das Herz stehen geblieben und nach so einem Schock und so einer Anspannung - und wenn man auch noch realisiert WIE schlimm sowas ausgehen hätte können, da lassen die Nerven vollkommen aus. Ich finde es also eine natürliche Reaktion "hysterisch" zu werden, zu weinen und zu zittern. Und in so einem Moment passiert das auch in Anwesenheit des Kindes.
Die Gedanken, die sich die Frau immer noch macht, finde ich vollkommen verständlich und sind nicht leicht abzustellen. Sowas kann einen fertig machen, von daher kann ich nur hoffen, dass sie sich immer wieder daran erinnert, dass nichts passiert ist, sie richtig gehandelt hat usw.usf. auch wenn es schwierig ist...

Vielleicht kommt das in deinem Text falsch rüber, aber es klingt schon ein bisschen so, als wenn du an der Glaubwürdigkeit der Geschichte zweifeln würdest, weil du auch die Reife des Kindes in Frage stellst. Darum möchte ich nur anmerken, dass sowas völlig normal sein kann. Meine Tochter hat bereits mit einem Jahr verständlich gesprochen...es gab eigentlich nie diese 2,3-5-Wort Sätze, sie hat bald nachdem sie einzelne Wörter gelernt hat, in vollständigen und auch grammatikalisch richtigen Sätzen gesprochen. Außerdem ist sie seit sie 18 Monate alt ist trocken und geht seit ihrem 2.Geburtstag auch allein auf die Toillette...die einen können dieses, die anderen jenes früher...

Liebe Grüße
Nina

Beitrag von leahhh 04.10.10 - 09:01 Uhr

Hallo Mandy,
solche Situationen können immer passieren, leider. Vor ca. 5 Monaten ist bei das Gleiche passiert. Meine Tochter war da schon fast 6 Jahre alt und ich hochschwanger. Mittags nach dem Essen haben wir immer Mittagspause gemacht. Meine Tochter spielte in ihem Zimmer und ich legte mich nebenan in Schlafzimmer zum Ausruhen. Die Schlafzimmer sind bei uns im 1. Stock. Meine Tochter ist sehr verlässlich und vernünftig. Nach einer 1/2 ging ich in ihr Zimmer, um nach ihr zu sehen. Sie hatte das Fenster aufgemacht und saß auf der Fensterbank, beugte sich auch schon ein wenig nach draußen. Ich bin auch sofort hin und hab sie runtergezogen und auch geheult. Ich wäre nie auf den Gedanken gekommen, dass sie das Fenster aufmacht, hat sie auch vorher noch nie getan, wie sie mir versicherte. Kurz vorher war auch noch in den Medien, dass ein Kind aus einem Fenster stürzte und schwer verletzt war. Für mich war es auch sehr schlimm, aber ich habe es abgehakt. Es werden wahrscheinlich noch viele Situationen kommen, die gefährlich sind. Ich bin als Kind in einem Dorf aufgewachsen mit vielen Bauernhöfen, wenn ich daran denke, was wir alles Gefährliches gemacht haben und unsere Eltern wussten gar nichts davon, wird mir heute noch schlecht. Aber man kann Kinder nicht in einen Glaskasten sperren und wenn Du noch so aufpasst, es kann immer was passieren.
Viele Grüße Leah

Beitrag von amanda82 04.10.10 - 09:12 Uhr

Ja, da hast du allerdings recht ... vielleicht kommt es bei mir jetzt auch nur hoch, weil ich kürzlich in der Zeitung las, dass ein Junge im Gartenteich ertrank :-( Also dass mir die Eltern so leid taten, weil der Sohn nun tot ist und ich das jetzt mit meinem Vorfall assoziiere ... #gruebel

Ich bin erst am Stadtrand, später auf dem Dorf groß geworden. Auch waren wir viel in Österreich auf dem Bauernhof im Urlaub. Ja, du hast Recht, wir haben sehr viel Mist gemacht. Wir wohnten dort auf 1.200 m und der befreundeten Familie gehörte fast der halbe Hang bis runter ins Dorf. Wir haben uns in eine Regentonne gehockt und sind dann so nacheinander den Hang hinunter #schock Was wir für einen Ärger bekamen. Damals konnten wir das wohl noch nicht so absehen, aber du kannst dir vorstellen, bei einem steilen Hang hätte das auch anders ausgehen können - zumal unten eine Heuscheune stand, an der die Tonne hätte zerschellen können ...

Ok, vielleicht sollte ich mir nicht mehr so viele Gedanken machen. Ist ja wirklich nix passiert #schwitz

LG Mandy

Beitrag von tina.78 04.10.10 - 10:04 Uhr

Hallo,

sowas kenne ich auch. Ich denke es der mütterliche Instinkt der in solchen Momenten unsere Kinder beschützt.

Meine Situation damals:

Mein Kleiner (damals 6 Wochen ) lag im Kinderbett. Ich habe, weil er ja noch so winzig war) das Stillkissen am Bett oben entlang gelegt damit er nicht so verloren wirkt in dem Kinderbett.
Kinder in dem Alter können sich ja normalerweise auch nicht vom Fleck rühren.
Ich saß dann auf dem Sofa und irgendwie hatte ich das Gefühl ch muß hoch und nach ihm schauen. Er hatte aber nicht geweint oder sonst irgendeinen Ton von sich gegeben.

Als ich hoch kam konnte ich keinen Kopf erkennen. Er hatte sich das Stillkissen komplett über das Gesicht gezogen und lag bewegsungslos da. Ich bin fast tot umgefallen, hab das Stillkissen weggerissen und ZUM GLÜCK war alles ok.

Ich stelle mir heute noch oft die Situation vor und denke was wohl passiert wäre wenn ich nicht hoch wäre. #schock
Es war nämlich ein Stillkissen mit so Kügelchen drin und das legt sich ja direkt um den Kopf.

Wir können froh sein, dass wir den Instinkt haben.

LG Tina

Beitrag von tascha3577 04.10.10 - 11:21 Uhr

Hallo,
da wird es mir schon ganz anders beim lesen ! Wenn ich bei uns das Fenster aufmache hab ich immer die Tür abgeschlossen da mein Sohn bestimmt auch auf diesen Gedanken kommen würde. Ich kann es auch verstehen das dich das so fertig macht, ABER du hast richtig reagiert Du hast ihn dir geschnappt und eben wie eine Mutter reagiert ! Auch der Instinkt das Du kucken gegangen bist spricht doch für Dich !

Mach dich nicht so fertig, lässt sich leicht sagen aber glaub mir der kleine hat es bestimmt schon vergessen !!!

glg

Beitrag von chini 04.10.10 - 17:19 Uhr

Hi,

ich kann dich soooo gut verstehen #liebdrueck Ich musste leider die gleiche Situation durchleben. Ich war im Badezimmer, als ich draußen unseren Nachbarn etwas sagen hörte in der Art "Das ist aber ganz schön gefährlich was du da machst.." Mir lief es eiskalt den Rücken runter, und ich dachte noch "Sie wird doch wohl nicht..." Doch, meine Tochter hatte es irgendwie geschafft auf das Fensterbrett zu klettern. Sie stand bereits im geöffneten Fenster ihres Kinderzimmers, als ich um die Ecke bog und ihren Namen schrie. Im gleichen Moment hätte ich mich für diese Reaktion ohrfeigen können. Ich stürzte zum Fenster und riss sie an mich. Ich zitterte am ganzen Leib und heulte los.

Mein Mann ging mit der Sache ganz anders um. Er nahm einen Luftballon, füllte ihn mit Wasser und zeigte den Kindern, was passieren würde, wenn sie aus dem Fenster fielen. Er ließ den Luftballon fallen, der unten im Lichtgraben zerplatzte.

Dennoch bin ich mittlerweile panisch darum bemüht, kein Fenster im Obergeschoss zum lüften ganz zu öffnen, wenn die Kinder im Haus sind. Nur noch auf kipp. Nicht auszudenken, dass ich mein eigenes Kind auf dem Gewissen haben könnte #heul

Aber unsere hatten wohl beide einen ganz besondere Schutzengel #herzlich

LG Chini