Verträgt ein 4jähriges Kind die Wahrheit?

Archiv des urbia-Forums Erziehung.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von dodii 04.10.10 - 09:33 Uhr

Hallo #winke

Ich hatte gestern mit meinem Mann eine Diskussion über die oben gestellte Frage. Es geht um Folgendes: Der Vater von meinem Mann ist gestorben als mein Mann ungefähr 2 Jahre alt war. Seine Mutter hat ihn also alleine groß gezogen, er hatte aber viel Kontakt zu Großeltern und Onkel mit Familie. Seine Mutter hat später wieder geheiratet als mein Mann schon erwachsen war. Wir haben viel Kontakt zu meinen Schwiegereltern und meine Kinder nennen den Stiefvater meines Mannes "Opa". Jetzt will mein Mann unsere Tochter und dann auch unseren Sohn (knapp 4 bzw. 2 Jahre alt) in dem Glauben lassen, der "Opa" wäre der Vater von meinem Mann.
Bisher fand ich es auch nicht nötig, sie ausdrücklich "aufzuklären", aber unsere Große weiß jetzt halt, dass auch ihre Eltern Eltern haben und zählt dann gerne auf "... die Oma ist Papas Mama und der Opa ist der Papa vom Papa...". Ich bin der Meinung, bei dieser Gelegenheit muss man ihr sagen, wie es ist. Ich möchte meine Tochter nicht anlügen, ich finde das unmöglich.
Mein Mann meint, dass sie Alpträume bekommt (sie träumt zur Zeit öfter mal schlecht, aber absolut im Rahmen für ein 4jähriges Kind, finde ich). "Irgendwann" will er ihr dann die Wahrheit sagen, aber wann, weiß er auch nicht.

Ich bin im Übrigen der Meinung, dass man Kinder auch bei Kleinigkeiten nicht anlügen sollte, also zum Beispiel behaupten, die Eisdiele hat heute zu, deswegen gibt es kein Eis. Man kann dem Kind doch sagen, dass jeden Tag Eis essen nicht gesund ist, oder?

Mich würde Eure Meinung dazu interessieren oder vielleicht wir Ihr Euch in einer ähnlichen Situation verhalten habt. Danke schon mal für Antworten!

Beitrag von ayshe 04.10.10 - 09:55 Uhr

Ich würde bei so einer Gelegenheit schon die Wahrheit sagen.

Wenn sie eben sagt, der opa wäre der Vater ihres Vaters, würde ich sagen, daß es eben in diesem Fall der Stiefvater ist.
Und ich würde immer nur das beantworten, wonach sie fragt.

Beitrag von celini13 04.10.10 - 09:55 Uhr

Hallo,

also wir leben in einer ähnlichen Situation. Mein Vater starb als ich ein Baby war. Meine Mutter lernte ihren jetzigen Lebensgefährden kennen, als ich 17 war. Dieser ist der Opa für meine Kinder ohne wenn und aber. Er ist mir gegenüber auch fürsorglich und ich würde behaupten, dass er sich mir gegenüber verhält, wie sich halt ein Vater zu seinen erwachsenen Kindern verhält. Ich würde zu meinen Kindern nie sagen, dass er nicht ihr Opa ist. Er ist der Opa von ihnen und das mit Leib und Seele. Dabei musste ich meine Kinder nie anlügen. Meine Große wird bald sieben. Sie fragte mal sehr genau nach, wie denn der Opa als Vater zu mir war. Ich erklärte ihr dann, dass es da noch einen Mann gab, der mein leiblicher Vater ist und dass er sehr früh gestorben ist und das meine Mutter dann ihren Opa kennenlernte. Ich sagte ihr auch, dass ich da schon groß war und dass wir dann als Familie zusammenlebten, bis ich den Papa kennenlernte und eine neue Familie gründete. Sie hakte das Thema dann ab und gut war. Meiner kleineren (bald 4) brauchte ich nicht viel dazu erklären. Sie interessieren solche komplexen Familienverhältnisse noch nicht. Für sie sind nur die Leute wichtig, die regelmäßig um uns herum sind und die sich auch um sie liebevoll kümmern. Dazu gehört der Opa. Ihr ist das egal, ob er nun mein Vater ist oder auch nicht. Deshalb ist es für mich auch kein Anlügen, wenn man einem so kleinen Kind das nicht so direkt auf die Nase bindet. Wenn dein Mann meint, dass ihr die Kinder darüber noch nicht aufklären müsst, dann ist es auch OK. Schließlich muss dein Mann entscheiden, ob er den Mann seiner Mutter als einen "Vater" ansieht. Dabei spielt nicht das biologische die Rolle, sondern wirklich, wie man emotional der Sache gegenüber steht.
Ich finde wirklich, dass deine Kinder noch zu jung dazu sind. Wenn die Kinder explizit nachfragen und auch die nötige Reife dafür haben (Vorschulalter/ Grundschulalter), dann kann man solche Sachverhalte besser erklären.

VG

Beitrag von dodii 04.10.10 - 13:32 Uhr

Also es geht mir ja nicht ums "biologische". Der Opa ist und bleibt der Opa, den meine Tochter wirklich liebt! Ich möchte auch selbst keine große Sache daraus machen. Aber ich möchte auch nicht lügen, wenn meine Tochter zu mir sagt, "Gell, der Opa ist der Papa vom Papa". Das stimmt einfach nicht. Mein Mann und er haben kein schlechtes Verhältnis zueinander, aber eben auch kein "Vater-Sohn-Verhältnis".

Beitrag von celini13 04.10.10 - 14:52 Uhr

Dann antworte doch einfach, dass der Opa der Papa vom Papa seid Jahr x ist, oder so ähnlich. 4 Jahre sind doch sehr jung um es alles exakt bis ins Detail erklären zu können.

Beitrag von sunny42 04.10.10 - 09:56 Uhr

Hallo Dodii,

ich habe diese Situation mit meinem Vater.
Er hat mich adoptiert ist aber nicht mein Erzeuger.

Als meine Kinder soweit waren und anfingen aufzuzählen, dass der Opa mein Papa ist, habe ich einfach gesagt, dass er mein Papa ist seit ich 4 Jahre alt bin.
Als dann irgendwann nachfragen kamen, wie das denn geht, habe ich ihnen immer ein Stückchen mehr erklärt.
Allerdings habe ich immer dazugefügt, dass er in meinem Herzen mein Papa ist,
weil er sich immer um mich gekümmert hat.

Ich weiß nicht ob ein verschweigen da jetzt wirklich irgendwann Probleme aufkommen lässt. Ich habe einfach versucht ganz offen damit umzugehen.

Beitrag von clarks31 04.10.10 - 09:59 Uhr

Hallo,

also ich versteh das Problem ehrlich gesagt nicht#kratz.
Wieso kann man das nicht erzählen wie es ist?
Bei uns ist es ähnlich. Mein Vater ist früh gestorben, meine Mutter hat seit einigen Jahren einen Lebensgefährten. Die Eltern meines Mannes sind auch leider schon verstorben. Wir haben den Kindern (4 und 5 Jahre) das, auf Nachfrage, so erzählt wie es ist. Der Lebensgefährte ist ihr Opa, aber eben nicht mein Papa, weil der leider viel zu früh verstorben ist. Für die Kids ist das ganz normal und sie hatten auch keine Albträume.

LG
Clarks

Beitrag von paula74 04.10.10 - 09:59 Uhr

Hallo
Ich gebe Dir vollkommen recht. Die Kinder werden es nicht tragisch finden! Und jetzt ist doch wirklich die ideale Gelegenheit. Der Stiefvater kann ja trotzdem der Opa bleiben und weiterhin liebgehabt werden. Er ist halt nur nicht der (leibliche) Papa vom Papa.
Ich hatte keine Alpträume, obwohl drei von vier Grosseltern schon tot waren, als ich geboren wurde. Ich fand es halt schade, aber auch kleine Kinder können lernen, dass es Dinge gibt, die man akzeptieren muss.
LG Paula

Beitrag von nadjilia 04.10.10 - 10:03 Uhr

Hallo

ich finde ein Kind hat immer Anrecht auf die Wahrheit, aber kindgerecht.
D.h. wenn ich meinem Kind erkläre, dass sich zwei Menschen, die sich lieben heiraten können, kann ich sehr wohl sagen, dass das meistens ein Mann und eine Frau sind, aber nicht immer. Aber ich muss nicht erwähnen, dass Frauen und Männer nicht überall heiraten können, dass sie keine Kinder adoptieren können, dass es Männer gibt, die im Verlaufe ihres Lebens zu Frauen werden etc.

Mein Sohn (3 Jahre) weiss, dass sein Papa mal einen anderen Papa hatte, der Onkel eine andere Mama oder dass Oma und Opa früher einen anderen Hund hatten, der gestorben ist. Eine Woche oder so kamen dann Fragen. Das Problem haben bei diesem Thema aber meistens die Erwachsenen, die dann erschrecken, wenn ein Kind das Wort Tod in den Mund nimmt.

In deinem Fall finde ich jetzt Aufklärung nicht zwingend. Wenn du es sagen möchtest, würde ich es mit Fotos machen: "Schau mal, das war der Papa von Papa. Bevor Oma nochmal geheiratet hat." Also aus der Situation heraus. So trocken aufklären find ich unnötig und die Info kriegt dann zuviel Gewicht.

Der Opa IST ja jetzt wirklich der Papa vom Papa. Deine Grosse meint das ja nicht biologisch ;-)

LG
Nad

Beitrag von sora76 04.10.10 - 10:44 Uhr

Hallo!

Ich kenn die Situation von der anderen Seite.
Meine Oma war nicht wirklich meine Oma.
Mein Opa hat sich von der leiblichen Mutter meines Vater getrennt. Gesehen hat mein Vater seine Mutter nie wieder. Ob sie noch lebt, das wissen wir nicht. Es scheint meinem Vater auch egal zu sein, denn seine Mutter hat sich nie gekümmert.
Mein Opa hat dann neu geheiratet. Diese Frau war immer für mich meine Oma gewesen.
Als diese dann 1995 an Krebs starb, sagte man mir dann so nebenher, das es ja gar nicht meine Oma gewesen ist.
Man meinte ich hätte da ja auch selbst drauf kommen können, da mein Onkel 10 Jahre jünger ist als mein Vater. Ich hab mir da echt nichts bei gedacht. Das war halt so und Ende. Meine Oma hat eben noch ein Kind bekommen (mein Onkel ist wirklich ihr leiblicher Sohn).

Ich bin der Meinung das sich an unserer Beziehung nichts geändert hätte, wenn ich es vorher gewußt hätte. Sie war meine Oma gewesen, die mich wirklich lieb gehabt hat.
Meine Eltern haben mir das nicht gesagt, da sie der Meinung waren das es nicht wichtig ist. Sie war die Frau meines Opas, also meine Oma. Für meinen Vater war es die Mutter, obwohl er seine leibliche Mutter gekannt hat. Ob leiblich oder nicht, spielte keine Rolle.

Ich weiß nicht ob es einem Kind wichtig ist, so ein Detail zu wissen. Mir wäre es nicht wichtig gewesen.

Wie gesagt, ich habe es mein ganzes Leben lang nicht gewußt und bin nicht sauer deswegen. Richtig angelogen hat man mich nicht. Sie war ja meine Oma. Ich empfinde das auch nicht als anlügen. Sie hat die Rolle der Mutter und Oma übernommen, also war sie auch eine.
Der einzige Haken dabei war eben: Sie war nicht die Leibliche Mutter meines Vaters.

Ich denke ich würde damit wohl auch offen umgehen. Aber ich muß sagen, das ich dieses Detail nicht wirklich wichtig finde. Es ändert sich ja nichts.
Wenn du es Kindgerecht erzählen möchtest, dann mach das.


LG Sonja

Beitrag von schnecke1966 04.10.10 - 11:33 Uhr

hallo guten morgen - also ich bin auch der meinung das ein kind solche wahrheiten ohne weiteres verträgt!! bei uns ist der fall noch etwas "brisanter" oder "verzwickter.

ich habe "nur" eine mutter da meine ma alleinerziehend war und es auch nie kontakt zu meinem leiblichen vater gab. meine mutter ist momentan alleinstehend - folglich gibt es von meiner seite nur eine oma

mein mann ist ein "scheidungskind" und beide elternteile sind erneut verheiratet - der vater schon ewig die mutter erst seit 2 monaten und zu allem überfluß leben wir mit mutter und 2. ehemann auf einem grundstück sodass der kleine die eheschließung der oma nun live miterlebt hat.

von kleinauf an haben wir - wenn fragen kamen erklärt warum es mal mehr mal weniger oma's und opa's in unserer familie gibt und so kleine kinder geben sich ja auch mit ganz einfachen antworten schnell zufrieden - ihn hat das alles nie gestört und mittlerweile mit 7 jahren ist das alles völlig selbstverständlich für ihn!!

also trau' eurem zwerg ruhig was zu - die gehen da eigentlich sehr "unverkrampft" mit um!!

lg susi

Beitrag von lisasimpson 04.10.10 - 12:09 Uhr

in dieser sitaution- wie in allen anderen auch, wo es um wahrheit gegenüber Kinder eht kann ich Irmela Wiemann
"Wie viel Wahrheit braucht mein Kind?
Von kleinen Lügen, großen Lasten und dem Mut zur Aufrichtigkeit in der Familie" empfehlen.

lisasimpson

Beitrag von braut2 04.10.10 - 12:17 Uhr

Alpträume weil der "Vater" nur der Stiefvater ist?? #kratz
Und nein, warum sollte man die Kinder "anlügen" ?? Es gibt wohl durchaus Situationen, die man erst später aufklärt, aber sowas........also ich weiß nicht ob das zu Alpträumen führt oder Schaden anrichten soll ;-)
Ich konnte bisher alle Fragen kindgerecht und wahrheitsgemäß beantworten. Selbst als der Mann meiner Mama gestorben ist und wir auf der Beerdigung waren, selbst als ich ne FG hatte und ins KH musste usw.. Davon bekam kein Kind Alpträume (3 und 4.5 Jahre).

Lg b2

Beitrag von dodii 04.10.10 - 13:28 Uhr

Nein, nein, nicht Alpträume, weil er der Stiefopa ist, sondern weil die Kleine mitbekommt, dass Papas einfach so sterben können.

Beitrag von clarks31 04.10.10 - 13:58 Uhr

Hallo,

ich hatte schon weiter oben geantwortet.
Ich glaube für die Kinder ist der Tod in diesem Alter noch so natürlich (wenn man es behutsam erklärt) und sie denken nicht so lange darüber nach.
Bei uns spielt der Tod leider eine große Rolle, trotzdem gehen die Kinder damit sehr locker und unbefangen um.
Unsere große Tochter ist als Zwilling geboren, der Bruder starb 12 Wochen nach seiner Geburt aufgrund einer schweren Erkrankung. Wir haben ihr von Anfang an erzählt das sie einen Bruder hatte, sie hat sich gerne seine Bilder angeschaut (bis heute noch), obwohl ich damals große Zweifel hatte. Die Bilder sind nun nicht so schön anzuschauen, wegen der vielen Apparate und Schläuche. Sie wollte immer mit zum Friedhof. Als sie älter war kamen auch die ersten Fragen. Warum er als Baby starb und wozu die Schläuche da sind. Warum der Arzt nicht geholfen hat usw. Mir war es manchmal unheimlich, denn ich wußte nicht was ich erzählen sollte. Ich hatte schon bedenken, das sie Angst bekommt wenn sie krank wird man könne ihr nicht helfen oder anderen Horrorvorstellungen. Aber ich habe alle Fragen ehrlich und kindgerecht beantwortet und von Albträumen oder Ängsten keine Spur. Auch beim jüngeren Bruder nicht. Eher das Gegenteil ist der Fall. Sie geht gelassen mit dem Thema um, erzählt oft im Kiga davon, das sie zwei Brüder hat. Einen bei uns und einen im Himmel, der sie beschützt und auf uns alle aufpasst. Wenn ich solche Szenen mitbekomme, steigen mir echt die Tränen in die Augen, aber für meine Tochter ist es das normalste auf der Welt.
Man kann den Kinder schon sehr viel zutrauen und auch weniger schöne Dinge gehören zum Leben dazu. Die Kinder meistern das oft hervorragend, manchmal viel besser als die Erwachsenen.

LG
Clarks

Beitrag von dodii 04.10.10 - 20:02 Uhr

Ja genau das denke ich auch: Kinder können mit diesen Themen einfach viel gelassener umgehen als Erwachsene das können, sie sind absolut unvoreingenommen.

Beitrag von mel130180 04.10.10 - 12:57 Uhr

Ich finde, man sollte da kein Geheimnis draus machen. Aber man muss Kindern auch keine "unwichtigen" Wahrheiten aufzwingen und sie damit verwirren. Meiner Meinung nach verwirrt so etwas eine 4jährige nur. Darüber kann man in 2-3 Jahren vielleicht nochmal sprechen. Für deine Tochter ist der Opa der Opa, sie interessieren genetische Bedingungen und Todesfälle von vor 30 Jahren noch nicht. Wenn es jetzt darum ginge, dass ihr Vater nicht ihr biologischer Vater ist, dann sollte man da sicher schon früher drüber reden, aber bei dem Opa finde ich, sollte man das gar nicht so wahnsinnig thematisieren.

Gruß
Mel

Beitrag von dodii 04.10.10 - 13:45 Uhr

Vielen Dank für Eure Antworten :-)!

Ich will ja selbst keine große Sache daraus machen, im Gegenteil würde ich das -wenn es sich gerade ergibt- eher nebenbei erzählen. Wenn mein Mann zu seinem Stiefvater ein richtiges Vater-Sohn-Verhältnis hätte, würde ich mir vielleicht auch erst mal keine weiteren Gedanken machen. Aber das ist nicht der Fall. Sie verstehen sich schon gut, aber wirklich gar nicht wie Vater und Sohn. Deshalb kommt es mir so falsch vor, der Kleinen zu sagen, das wäre der Vater von ihrem Papa.
Bei einem Jungen aus der Kindergarten-Gruppe meiner Tochter ist auch der VAter gestorben. Das hat die Kleine natürlich schon beschäftigt und deswegen macht sich mein Mann Gedanken.

Beitrag von qrupa 04.10.10 - 14:36 Uhr

Hallo

bei uns steht sowas in ein paar Jahren auch an (die Oma ist nicht meine Mama, die Tante nicht meine Schwester,...) und ich finde da nichts bei es einem Kind, das am Thema interesiert ist, altersgerecht zu erklären. Mal ehrlich das Problem bei solchen Themen haben in der Regel die Eltern bzw Erwachsenen. Und ich denke je früher und natürlicher man mit diesen Theman umgeht umso leichter nehmen auch die Kinder das Thema auf.

LG
qrupa

Beitrag von fruehchenomi 04.10.10 - 17:28 Uhr

Als ich meinen 2. Mann kennenlernte, war meine Tochter gerade mal 3 1/2 und Verwandtschaftsverhältnisse außer Mama und Papa waren ihr recht suspekt......meine Mutter wollte nicht viel Kontakt, mein Vater lebte nicht mehr und die "väterliche" Seite konnte man vergessen.

Also Papa von Papa usw.....Aber nach dem 4. Geburtstag wurde sie über alles "aufgeklärt" - ein bißchen lustig - und das war prima so.
Als sie erfuhr, dass auch ihr Bruder auch nicht vom jetzigen "Papa" ist (sie haben den Kontakt zum leiblichen Vater auf dessen Wunsch hin nicht gehabt) wurde es leicht verzwickt.
Die Kinder beschlossen dann aber, wir haben eine Mama und einen Papa, wurschtegal, ob das nun "richtig" ist oder nicht.
Kinder sind manchmal herrlich unkompliziert.
Sag doch einfach, es gibt auch liebe Opas, die nicht so ganz richtig verwandt wären, aber das wäre doch egal, Hauptsache, sie sind lieb.
Die sind zufrieden damit in dem Alter. Das gilt auch für alle anderen Verwandtschaftsgrade.
Und mit 4 fragen sie nicht sooooviel wie dann 2 Jahre später :-p
LG Moni

Beitrag von sneakypie 04.10.10 - 19:54 Uhr

Hallo,

dass der Opa väterlicherseits nicht der leibliche Vater unseres Vaters war, haben wir sehr früh erfahren - so früh, dass ich mich an die dazugehörige Aufklärung gar nicht mehr erinnern kann. Das war für uns kein Problem, es war eben so. "Gefühlt" war er trotzdem der Opa und wurde auch so angesprochen. Die Begleitumstände wurden erklärt, sobald wir danach gefragt haben - dass der andere Opa im Krieg gefallen ist, wie Oma und der neue Opa sich dann kennengelernt haben etc. Kinder nehmen das meiner Erfahrung nach erstmal als gegebene Tatsache hin.
Kinder haben ein Anrecht auf die Wahrheit genauso wie auf kindgerechte Erklärungen. Wenn sie damit aufwachsen, ist es viel leichter, als wenn sie erst im "Notfalll" (Todesfall etc) aufgeklärt werden. Damit nimmt man den Kindern nämlich auch die Chance, Fragen an die direkt Beteiligten zu stellen. Es ist immerhin ihre Familiengeschichte. Je unverkrampfter man damit umgeht, desto unverkrampfter "dürfen" sie auch damit umgehen.

Gruß
Sneak

Beitrag von manavgat 04.10.10 - 19:59 Uhr

Ich finde Du machst hier eine Sache zum Thema, die keins ist.

Wir werden nicht durch Geburt Eltern/Kinder von xy sondern durch unsere sozialen Bindungen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von dodii 04.10.10 - 20:09 Uhr

Aber das ist ja genau der Punkt, habe ich oben auch schon irgendwo geschrieben. Wenn mein Mann z.B. adoptiert wäre, würde ich sagen, klar das ist sein Vater. Aber die "soziale Bindung" wie Du es nennst, die zwischen meinem Mann und dem Mann seiner Mutter besteht, ist eben absolut keine Vater-Sohn-Beziehung. Sie verstehen sich, haben aber in fast allen Dingen komplett unterschiedliche Ansichten und ein etwas distanziertes Verhältnis. Als die Mutter von meinem Mann wieder geheiratet hat, war mein Mann erwachsen, er hat auch nie mit seinem "Stiefvater" zusammen gewohnt.

Beitrag von rosaundblau 05.10.10 - 07:07 Uhr

Du beschreibst hier das Verhältnis zwischen meinem Mann und meinem Schwiegervater! Der ist jedoch der leibliche Vater meines Mannes!

Beitrag von marion2 04.10.10 - 20:19 Uhr

Hallo,

"Stirbt mein Papa jetzt auch?"

Wäre eine logische Folgefrage auf die "Wahrheit"

Gruß Marion

  • 1
  • 2