Stundenkürzung durch AG während Mutterschutz erlaubt?

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Beitrag von mamaneuburg 04.10.10 - 14:02 Uhr

Hallo!
Vielleicht kann mir hier ja jemand weiterhelfen.
Ich arbeite an einer privaten Schule als Lehrerin und bin mit 26 Unterrichtsstunden eingesetzt. Nun war schon am Ende des letzten Schuljahres ein ewiges Hickhack, weil mein Schulleiter nicht genügend Stunden für mich hatte, dies konnte aber noch am Ende des vergangenen Schuljahres geklärt werden. Vor drei Wochen dann ging es plötzlich aus stundenplantechnischen Gründen wieder nicht mehr auf, so dass ich meinte, wenn er noch 2 Stunden für mich finden würde, dann würde ich auf ein Fach (2-stündig) verzichten. Das wäre kein Problem meinte er, da finde er schon was, aber es wäre ihm erstmal sehr geholfen, dass ich nicht auf dem Fach bestünde. Am selben Tag teilte ich ihm auch mit, dass ich schwanger wäre (ich war auch die vergangenen knapp 3 Wochen krank geschrieben deshalb).
Heute hatte ich nun ein Gespräch mit ihm und sprach ihn noch einmal auf die zwei fehlenden Stunden an und er meinte doch glatt: "Naja, Sie wissen ja, dass wir sparen müssen und es ging ja nicht auf, also es tut mir leid, aber die zwei Stunden werde ich Ihnen nicht geben können."
Darf er mir denn nun während des Mutterschutzes überhaupt einfach so Stunden kürzen? Einen Änderungsvertrag werde ich ihm sicher nicht unterschreiben, wie stehen denn da seine Chancen mit einer Änderungskündigung?
Bevor ich jetzt zum Anwalt renne, wollte ich mich erstmal hier erkundigen, ob vielleicht jemanc weiß, wie die Rechtslage diesbezüglich ist.

Vielen Dank für eure Antworten!

Viele Grüße

Steffi

Beitrag von kati543 04.10.10 - 14:13 Uhr

Kläre diesen speziellen Fall mit deinem Anwalt. Eine Kündigung während der Schutzfristen ist keinesfalls ausgeschlossen, sondern nur sehr schwierig. Aber darfst du denn als Lehrerin überhaupt in der SS arbeiten? Sind diese ganzen Tests bei dir ok gewesen? Vielleicht wäre deinem Chef und dir ja ohnehin mit einem BV am ehesten geholfen.

Beitrag von mamaneuburg 04.10.10 - 14:43 Uhr

Hallo!

Bis jetzt "darf" ich noch arbeiten, weil mein AG es noch gar nicht gemeldet hat, dass ich schwanger bin, weil ihnen nichts schriftlich vorliegt von meiner Ärztin ( die hatte mir die SS zwar schon bestätigt und ich hab auch schon meinen Mutterpass, meine erste Untersuchung hab ich aber erst morgen Nachmittag, weil sie jetzt 5 Wochen Urlaub hatte). Mündlich würde es nicht ausreichen, eine SS mitzuteilen.

lg Steffi

Beitrag von zwillinge2005 04.10.10 - 14:59 Uhr

Hallo,

eine Kopie des Mutterpasses recht als Nachweis für eine Schwangerschaft, wenn Deine Ärztin nicht fähig ist Dir eine andere Bescheinigung auszustellen! Ich hatte nur diese Kopie und das hat gereicht.

LG, Andrea

Beitrag von mamaneuburg 04.10.10 - 15:09 Uhr

Ah okay, danke schön. Das Problem ist nur, dass die auch da wirklich noch gar nichts eingetragen hat außer meinen Namen und die Aufkleber der Blutuntersuchung. Also nix voraussichtlicher Entbindungstermin usw. Vielleicht sollte ich der Personaltante dann noch ein hübsches US-Bildchen dazulegen?! ;-)

lg Steffi

Beitrag von susannea 04.10.10 - 15:38 Uhr

Es reicht um das MuSchG greifen zu lassen, dass du es mitteilst. Will er ein Attest, muss er es bezahlen!

Beitrag von mamaneuburg 04.10.10 - 15:47 Uhr

Danke, denn genau das dachte ich eigentlich auch, aber wir haben im Personalbüro da eine extrem genaue Frau sitzen, die alles immer ganz exakt machen will...
Ich werd ihr am Mittwoch einfach den ausgefüllten Mutterpass in Kopie rein tragen und wenn sie dann noch ein Attest will, werde ich ihr sagen, dass ich das nicht auf meine Kosten besorgen werde.

lg Steffi

Beitrag von susannea 04.10.10 - 23:34 Uhr

DAs würde ich nciht mehr amchen. Der Mutterpass gehört nur dir, der geht keinen AG etwas an, da stehen persönliche Dinge drin!

Also will sie es schriftlich haben, dann muss sie es bezahlen!

Beitrag von mamaneuburg 04.10.10 - 14:47 Uhr

Außerdem wurden anderen Lehrkräften zu diesem Schuljahr hin auch Stunden erhöht, ob das vor einem Arbeitsgericht wirklich so gut kommen würde (wenn bei mir argumentiert werden würde, dass aufgrund von Sparmaßnahmen diese Kürzung erfolgt)? Ich weiß ja nicht...

Beitrag von myimmortal1977 04.10.10 - 14:17 Uhr

Die Frage ist sehr einfach beantwortet. Wie viele Stunden stehen denn in Deinem Arbeitsvertrag?

Für die Stundenanzahl muss er Dich, auch wenn der Dich nicht einsetzen kann, bezahlen.

Steht dort eine flexible Stundenanzahl, hast Du Pech gehabt. Egal, ob MuSchu oder nicht.

Steht dort eine feste Stundenanzahl, hat er Pech gehabt.

Bei meinem Freund ist es so in der Firma. Die Mädels an den Maschinen haben einen variablen Stundenvertrag, der je nach Arbeitsanfall abgerufen werden kann. In dem Vertrag verpflichtet sich der AG auf 4 Stunden täglich, bis zu 8 Stunden täglich können abgerufen werden nach Bedarf.

Ist die Arbeitslage mau, muss der AG nur 4 Stunden bezahlen.

LG Janette

Beitrag von mamaneuburg 04.10.10 - 14:41 Uhr

Hallo!

Nein, mein Arbeitsvertrag sieht eine feste Arbeitszeit vor (26, Schulstunden, entspricht 36,.. Wochenstunden), ich bin nur verpflichtet laut Vertrag, Überstunden zu leisten wenn notwendig. Also mehr, nicht weniger!

lg Steffi

Beitrag von anarchie 04.10.10 - 14:50 Uhr

Hallo!

glückwunsch erstmal!


Dann hat dein AG pech gehabt...was im Vertrag steht, gilt und muss bezahlt werden.


lg

melanie

Beitrag von myimmortal1977 04.10.10 - 21:35 Uhr

Dann gilt das, was im Vertrag geregelt. Auch wenn er Dich nicht einsetzen kann MUSS er die vereinbarten Stunden finanziell abgelten.

Was Dein AG nicht darf und darauf kannst Du dann pochen, Dich während des Mutterschutzes, überhaupt nach bekannt werden der Schwangerschaft oder während der Elternzeit schlechter stellen.

Eine Änderungskündigung mit Reduktion der Arbeitsstunden wäre eine Schlechterstellung.

LG Janette