Oma versorgen, Ideen gesucht!

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von che-raya 04.10.10 - 18:08 Uhr

Hallo liebe Urbia-Gemeinde.

Ich muss nun auch mal einen Thread eröffnen und erhoffe mir ein paar gute Tips.

Folgender Sachverhalt:
Meine Oma und mein Opa (87 und 83) kommen alleine nicht mehr klar.
Meine Oma ist schwere Diabetikerin, kann kaum mehr alleine laufen, ist aber im Kopf topfit.

Mein Opa ist körperlich relativ fit, hat aber in den letzten 3 Monaten vom Kopf her sehr stark abgebaut.
Wir fürchten das er Dement ist.
Erst hat er nur Dinge aus dem Kurzzeitgedächtnis vergessen (Zeitung/Brille verlegt, konnte sich an gestrige Aktivitäten nicht mehr erinnern).
Inzwischen vergisst er auch Dinge aus seiner Verganzenheit.
Das Ganze begann wie gesagt vor etwa 3 Monaten.
Vor 2 Wochen waren wir da und er konnte sich an den Namen meines Mannes nicht mehr erinnern.

Das Problem:
Meine Oma schafft es nicht mehr, allein einkaufen zu gehen.
Sie ist letztens noch böse gestürzt.
Die Kinder (mein Vater und meine Tante) meiner Oma kümmern sich zwar, aber nur sporadisch und leider nicht wirklich verlässlich (laut Aussage meiner Oma).
Meine Geschwister haben sich nicht mehr dort blicken lassen seit sie mit 18 ihre Sparbücher bekommen haben und sind auch nicht bereit sich zu kümmern, obwohl sie im selben Ort wohnen. (keine 10 Minuten FUßWEG!!)

Wir ( meine Familie und ich) wohnen etwa 120 km entfernt und fahren, sowie es uns möglich ist (wir arbeiten beide, auch am Wochenende teilweise) alle 2 - 3 Wochen zu den beiden und bringen hier und da das nötigste mit.
Getränke bekommen sie geliefert und eine Putzfrau haben sie jetzt auch.

Nun möchte ich gerne mehr helfen.
Es gibt eben Dinge die man nicht 3 Wochen im Vorraus einkaufen kann.

Ich fühle mich so hilflos und mir sind so sehr die Hände gebunden.
Ich habe schon überlegt wieder dort hin zu ziehen solange meine Großeltern noch leben, aber dann müsste mein Mann tägl. insg. 240 km fahren zur Arbeit und zurück.
So dicke haben wir es nicht, leider. Das können wir uns Sprittechnisch garnicht leisten.

Ich fürchte außerdem das meine Oma eine fremde Hilfe nicht annehmen würde! (ich habe schon überlegt zu inserieren dort im Ort, das ich jemanden suche der Ihr 2 - 3 x die Woche ein paar Stunden hilft, die Kosten würden wir selbstverständlich tragen)

Habt Ihr noch eine Idee?
Umziehen wollen die beiden in keinem Fall.
Sie wohnen in 2 Wohnungen im selben Haus und für die 2 ist die Wohnsituation so perfekt. Außerdem hängt meine Oma sehr an ihrer Wohnung weil dort auch mein Opa gestorben ist.
(der Opa von dem ich rede ist der neue Freund meiner Oma, zum Verständnis)

Ich möchte so gern helfen, weiß aber nicht wie!
Die 2 haben damals alles für uns Kids getan, wir waren fast täglich dort. Und jetzt gucken meine Geschwister sie mit dem Ar*** nicht mehr an.

Sie haben es einfach verdient das man sich liebevoll um sie kümmert.
Und das sie ihren Lebensabend würdevoll verbringen und nicht morgens überlegen müssen wie sie ihre Einkäufe oder die Wäsche noch schaffen wollen.

Ich bin wirklich für jeden Tipp dankbar.

Liebe Grüße von einer verzweifelten
CR!

Beitrag von jensecau 04.10.10 - 18:18 Uhr

Hallo!

Vielleicht könnt ihr die Putzfrau, da ja sowieso schon bei den beiden Herrschaften aktiv, etwas mehr einbinden und sie mit Einkauf usw. beauftragen?
Gibt es vielleicht Essen auf Rädern in der Nähe, die könnten die Mittagsversorgung übernehmen. Und/oder ein ambulanter Pflegedienst?

Waren jetzt so spontane Ideen.

Vg
Claudine

Beitrag von che-raya 04.10.10 - 18:25 Uhr

Hallo Claudine,

die Idee die Putzfrau anzusprechen ist garnicht schlecht.
Ich denke, das werde ich machen beim nächsten Besuch, wenn ich sie dann mal erwische.

Vielen Dank.

Essen auf Rädern mögen die 2 nicht.
Oma kocht, auch mit ihren über 80 Jahren, immernoch wie eine junge Göttin! ;-)

Liebe Grüße
CR

Beitrag von datlinchen 04.10.10 - 18:22 Uhr

Leider vergessen viele Leute das auch wir mal alt werden. Tut mir immer leid sowas.

Finde es aber echt gut das du dir so Gedanken machst. Jetzt hab ich auch mal überlegt und was die Sache mit dem einkaufen angeht:
Bei uns gibt es verschiedene Supermärkte die einen Lieferdienst für ältere Herrschaften anbieten. Einmal Wöchentlich oder auch zwei mal jenachdem.

Vielleicht wäre das was für euch. Große Sachen wie Getränke, Konserven oder ähnliches könntet ihr ja bei eurem Besuch mitbringen alles was sie halt lange hält, ansonsten Sachen wie Brot, Aufschnitt, Milch etc kann ja dann der Lieferdienst bringen.

Hoffe ich konnte dir ein klein wenig helfen

Beitrag von che-raya 04.10.10 - 18:28 Uhr

Hallo,

vielen Dank für deine Antwort.
Meinst Du das ein kleiner Rewe-Markt soetwas auch macht?

Ich denke, ich werde dort morgen einfach anrufen und fragen. Mehr als "nein" sagen können sie ja auch nicht.

Ja, meine Geschwister sollten niemals älter werden! Besser wäre das für sie. Ich finde das gemein. Bei beiden war es wirklich so, das nach dem Sparbuch nichtmal mehr ein Danke kam.
Nix.

Ich kümmere mich wirklich gern um die 2.
Die sind so herzensgut. #herzlich

Ich hoffe das ich aus den Ideen eurer Antworten etwas umsetzen kann.

Vielen dank!

CR

Beitrag von datlinchen 04.10.10 - 18:31 Uhr

Bei uns ist es ein ganz kleiner REWE Markt der das anbietet.
Versuchen würde ich es.
Ich könnte mir evtl auch vorstellen das die Caritas vielleicht Ehrenamtliche Helfer haben die sowas machen oder aber du guckst mal in den weiterführenden Schulen ob die nicht vielleicht Projekte in der Art anbieten oder halt jemand ein klein wenig sein Taschengeld aufbessern möchte?!?

Oder vielleicht auch eine Pflegeschule bei euch in der Nähe?!

Beitrag von jensecau 04.10.10 - 18:38 Uhr

Das ist auch ne gute Idee. Bei uns machen das auch die kleinen Läden...Viel Erfolg...

LG
Claudine

Beitrag von 0908578 04.10.10 - 19:18 Uhr

Hallo,

Ich wuerde mich mit dem Hausarzt in Verbindung setzen.

Es gibt amb. Pflegedienste die man privat buchen kann oder eben ueberlegen die Krankenkasse. Dafuer muessen deine Grosseltern vorher in der Pflegestufe eingestuft werden.

Hoffe ihr findet eine Loesung.

Gruß Tanja

Beitrag von fruehchenomi 04.10.10 - 19:36 Uhr

Haben Oma und Opa guten Kontakt zur Kirche ? Ruf doch mal in der Kirchengemeinde dort an, da gibts oft sogenannte "Nachbarschaftshilfen" - die Frauen kommen einfach vorbei und schauen, was nötig ist, gerne auch bei einem Pläuschchen. Mal einkaufen, mal schnell was putzen usw. Ich finde das eine klasse Sache. Und ist nicht so unpersönlich wie ein Sozialdienst.
Deinen Geschwistern würde ich den A**** aufreißen bis zur Halskrause, sie sollen sich was schämen und ich würde denen wünschen, dass sie mal sehr sehr alleine sind, wenn sie selber älter sind.

Dir möchte ich sagen, dickes Kompliment, wie Du denkst #liebdrueck ich bin selber Oma, die sich für Enkelmaus den .....aufreißt, ich hoffe sehr, sie mag mich später doch auch noch leiden..#augen
Die Kirchengemeinde gibt Dir auch Rat, falls die beiden keinen regelmäßigen Kirchgänger wären ;-)
Alles Gute für die Oma und Opa (ich finde es süß, wie Du ihre Kochkünste lobst #herzlich)
LG Moni

Beitrag von manavgat 04.10.10 - 19:55 Uhr

Das ist ein Fall für die Pflegeversicherung. Auch demente Personen können dort etwas bekommen.

Ich würde mich an Deiner Stelle an das Sozialamt Deiner Stadt/Gemeinde oder an den VDK zwecks Beratung wenden.

Gruß

Manavgat

Beitrag von lapillus 05.10.10 - 06:13 Uhr

Hallo,

Du hast ja schon Ratschläge erhalten - ich möchte nur noch etwas hinzufügen.

Falls Dein Opa tatsächlich dement sein sollte, wird es für die Oma kaum möglich sein, ihn zuhause zu betreuen. Diese Betreuung wird er dann den ganzen Tag (und auch nachts) benötigen.

Mein erster Gedanke war Tagespflege, doch bin ich mir nicht sicher ob das ausreicht.

Es ist nun wichtig, dass ihr euch gut informiert, und aber auch der Oma verständlich macht, das es so nicht weitergehen kann.

Ich finds toll, wie Du Dich für Deine Großeltern einsetzt!

Alles Liebe, Lapillus

Beitrag von hezna 05.10.10 - 07:41 Uhr

Mein Vater hat auch immer gesagt: ich gehe aus MEINEM Haus mit den Füßen zuerst raus. Nicht eher. Der liebe Gott hat ihm den Wunsch erfüllt, aber meine Mutter ist ebenfalls dement, für sie haben wir einen Platz im Pflegeheim gefunden, weil wir drei Geschwister alle Vollzeit arbeiten und die Pflege an Mama nicht hätten durchführen können.

Mit fortschreitendem Verlauf dieser Krankheit sind wir froh, daß wir so entschieden haben, denn das kannst du alleine nicht stemmen.

Und auch deiner Oma wird es nicht anders gehen, sollte der Opa wirklich dement sein.

Die Möglichkeit, sie durch Pflegedienste zu Hause versorgen zu lassen, wird somit vermutlich von kurzer Dauer sein.

Mein Rat wäre: du wendest dich als erstes mit den beiden an deren Hausarzt. Er wird dir sicherlich Stellen nennen können, bei denen du eine Pflegestufe für die beiden beantragen kannst. Mit den hieraus erfolgenden Zahlungen könnte man einen Pflegedienst beauftragen, der nach den beiden schaut.

Langfristig wäre es gut, die zwei davon zu überzeugen (ich weiß, das wird megaschwer), einen Platz in einem Altenheim für sie zu suchen. Sie könnten ja gemeinsam hineingehen und so noch weiterhin zusammen wohnen.

Hier kommt es ein wenig auf die Rente der beiden an.

Bei meiner Mutter ist es so, daß sie durch ihre Witwenrente, ihre eigene kleine Rente und die Pflegestufe das Altenheim bezahlen kann und sogar noch etwas spart.

Wie das bei deinen Großeltern wäre, weiß ich natürlich nicht. Sollte ihre Rente plus Pflegestufe nicht ausreichen, würden ihre Kinder herangezogen werden, sich an den Kosten zu beteiligen. Erst, wenn niemand gefunden wird, tritt wohl das Sozialamt ein. (Aber das weiß ich nicht genau, hier wäre es wichtig, an entsprechenden Ämtern nachzufragen, wenn Bedarf besteht).

Ich kann gut verstehen, daß du deinen Großeltern den Wunsch erfüllen möchtest, zu Hause bleiben zu können.
Doch wäre es wichtig, mit beiden offen über die Möglichkeit des Altenheims zu sprechen.

Denn die Konstellation gebrechlich der eine, dement der andere wird auf Dauer nicht gutgehen.

Alles Gute !

Hezna #klee

Beitrag von zahnweh 07.10.10 - 21:21 Uhr

Hallo,

könnte der Hausarzt der beiden eine Hilfe über die Diakonie beantragen?
Je nach Bedarf, kann diese täglich kommen und bei der Medikamenteneinnahme usw. helfen.
Ich kann verstehen, wenn Deine Oma keine Fremde Hilfe annehmen möchte, aber vllt mal ansprechen?
Wenn jemand ins Haus kommt, wäre ja besser, als umzuziehen...

Wichtig wäre denke ich auch, sie einstufen zu lassen. Das ist natürlich einerseits übel, weil man sich ja als Pflegefall dann ansieht. Andererseits könntet ihr dann von der Pflegekasse (oder wie das heißt) finanzielle Unterstützung bekommen um neue Wege zu gehen.
Ist nicht leicht eingestuft zu werden! Für meinen Vater wurde ein Gesamtbedarf von 15 Minuten gerechnet für Essen, Mobilität und Waschen. Dabei brauchte er allein für die Treppen über 5 Minuten. Kochen/essen besorgen wurde nicht eingerechnet, nur das Kleinschneiden und waschen geht ja auch schnell, wenn es eine professionelle Pflegekraft tut :-[
Widerspruch hat er dann nicht mehr eingelegt.

Gibt es die Möglichkeit mal mit den Ärzten zu sprechen? Klar haben die ihre Schweigepflicht! Aber mal fragen, was IHR tun könntet bzw. ob sie irgendwelche Ideen haben. Wie die Chancen auf einen mobilie Pflegekraft (oder wie man das nennt) haben.

Falls er Demenz hätte, wäre es auch wichtig medizinische Vollmachten abzuklären. U. a. weil deine Oma nicht mehr so mobil ist. Umgekehrt auch. Falls sie stürzt, er sich aber nicht an ihren Namen erinnern kann oder so.