Mein Wochenbett/achterbahn

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Forum: Geburt & Wochenbett

Die Geburt deines Kindes rückt näher und es tauchen immer noch neue Fragen auf? Du hast gerade entbunden und ganz spezielle Fragen in dieser besonderen Situation? Hier ist der Ort für alle Fragen rund um Geburt und Wochenbett.

Beitrag von jahleena 04.10.10 - 18:55 Uhr

Hallo ihr Lieben..,
Ich erzähle mir einfach von der Seele.

Nach einer SS die voller Unsicherheiten war ( weil alles neu), habe ich wenig über die erste Zeit mit Baby nachgedacht.
Die Geburt war kein Spaziergang und relativ traumatisch für mich.. Muss immer noch an den Tränen schlucken wenn ich drüber nachdenke.

Ich war 2 Tage in der Klinik, bin geflüchtet, es war so laut, so unpersönlich, so hektisch alles.
Kaum zuhause, ging das Stillgeschäft los. Es entwickelte sich eher zum Stillalptraum. 4-5 Stunden den Kleinen an blutenden Brustwarzen bestimmten die ersten 3 Lebenstage meines Sohnes. Er bekam nichts raus, ich war verzweifelt, das Baby schrie und quengelte.. Wir googelten uns die Finger wund. Zufüttern? Einfach immer öfter anlegen? Er schrie meine Brüste an, weil einfach nichts rauskommen wollte. Gestern hat meine Hebi die Bremse gezogen.. Nachdem sie zur Nachsorge kam und ich wie ein Häufchen Elend auf der Couch saß und weinte. Mein Kind hatte Hunger, ich hatte Schmerzen, mein Mann stand hilflos daneben. Mehr als 10% Geburtsgewicht war auch schon weg.
Meine Hebi packte eine Pumpe aus und sagte ich solle nach jedem Stillen abpumpen um das anzuregen.
Problem war: stillen dauerte so 2 Std, bis der kleine erschöpft einschlief.. Er wachte aber schon nach 1 std wieder auf und wollte wieder.. Zeit zum abpumpen..? Wo denn?
Meine Hebi kam am Abend erneut und ich sagte zu ihr, dass ich den Stress nicht mehr aushalte.. Ich wollte loslaufen, pre Nahrung kaufen und endlich ein sattes, zufriedenes Baby im Arm haben.
Sie hat mir geraten komplett abzupumpen, regelmäßig und das per Flasche zu füttern. Ich habe gestern Abend gegen 8 also gepumpt.. 20ml.. Und war froh endlich etwas handfestes zu haben, meinem Kind sichtbar Nahrung zu geben..
Das halte ich bis jetzt weiterhin so.. Die Nächte sind natürlich kurz, aber mein Kind soll Muttermilch haben, auch wenn ich im Moment zu unentspannt und verkrampft für die Brust bin.

Ich komme körperlich eigentlich gut zurecht, meine Narbe vom Dammriss schmerzt beim aufstehen, aber die Nachwehen sind weniger geworden. Ich war noch kein einziges mal draussen..
Ich habe oft ein schlechtes Gewissen, weil ich mein Baby nur füttere und dann zum schlafen hinlege.. Beim wickeln rede ich viel mit ihm, und auch in den unruhigen letzten Nächten wurde er oft herumgetragen.. Aber das streng mich an. Der papa macht das häufiger..
Soviele Unsicherheiten wegen Essen, Schlafen.. Wiege ich ihn zu wenig, muss er öfter wach sein? Sollen wir mit ihm spielen wenn er quengelt? Schnuller geben wenn er nach dem essen im halbschlaf noch sucht und saugt, oder lieber bespaßen?

Mein Mann macht alles, rast durch die stadt für meine Pumpe, Einlagen, Essen .. Und ich grübel zuhause und grübel.. Und trinke jede Menge damit ich mehr abpumpe beim nächsten Mal.
Zwischendrin gehts mir gut.. Dann wiederum bin ich überfordert, habe Angst weder ein noch aus zu wissen wenn mein Kind schreit..

Eine Achterbahn, die mich ganz schön aus der Bahn wirft.

Viele sagen und denken jetzt: das sind die Hormone, das ist normal.. Das geht vorbei.. Ich hoffe es und wünsche es mir.. Macht es aber im Moment nicht weniger erträglich..

Und ich frage mich immer wieder.. Ich kenne soviele wesentlich weniger belastbarere und unreifere Mütter als mich.. Wie haben die das bloß geschafft.

Zu guter letzt, wow .. Wer durchgehalten hat. Und noch eins, wer das wirre Zeug verstanden hat.

Ich bewundere alle Mütter dieser Welt.
Jetzt gehts mir ein bisschen besser.

Jahleena und Böhnchen 4 Tage

Beitrag von tekelek 04.10.10 - 19:26 Uhr

Hallo Jahleena !

Das ist völlig normal. Du bist ja noch mitten im Frühwochenbett ! Eigentlich solltest Du nur im Bett liegen, Dein Kind neben Dir, kuscheln und ausruhen !
Nach der Geburt meines ersten Kindes bin ich die ersten 5-6 Tage nur gelegen (außer ich musste auf die Toilette). Danach bin ich zum ersten Mal raus, habe aber gleich losgeheult, da mir alles zuviel war.
Eine Geburt ist ein einschneidendes Ereignis, die Zeit danach völlig anders und neu als vorher. Gerade zwischen dem 4. und 6.Tag finden die "Heultage" statt. Da findet man alles ganz schrecklich und furchtbar, fühlt sich unfähig und orientierungslos und oft laufen ständig die Tränen. Das ist NORMAL !
Und wegen des Stillens. Ich hatte erst nach 3 Tagen den Milcheinschuss. Wochenlang wunde, brennende, schmerzende Brustwarzen. Aber es wurde besser, nach und nach. Und dann war das Stillen so schön :-)
Es erzählt einem nur keiner, wie beschissen man sich am Anfang fühlt.
Wegen der offenen Brustwarzen - nimm am besten Wolle-Seide-Stilleinlage. Die wirken entzündungshemmend, halten die Brustwarzen trocken und kühlen ein wenig. Außerdem so oft wie möglich ohne Einlagen oder BH die Milch auf der Brustwarze trocknen lassen, auch das wirkt heilungsfördernd.
Abpumpen hilft nichts. Da habe ich maximal 50 ml herausbekommen, selbst nach dem Milcheinschuss. Meine Kinder haben aber teilweise 250 ml pro Seite herausgesaugt !
Das Herumtragen würde ich sein lassen. So gewöhnt sich Euer Kind daran und fordert dieses Tragen jede Nacht ein. Nimm es einfach fest in die Arme und warte, bis es sich wieder beruhigt hat. Mir hat die Seite www.geburtskanal.de damals sehr geholfen, da sind einige Tipps drin.
Insgesamt dauert es ca. bis zum Spätwochenbettende (nach 8 Wochen) bis sich alles entgültig eingespielt hat. Bis dahin solltest Du einfach noch Geduld mit Deinem Kind und Dir selber haben.
Fühl Dich gedrückt #liebdrueck, ich kann mich sehr gut an meine erste Zeit mit Baby erinnern - und ich weiß, wie man sich da fühlt.

Liebe Grüße,

Katrin mit Emilia-Sofie (5), Nevio (4) und Sohn Nr.2 (26.SSW)

Beitrag von jahleena 05.10.10 - 12:18 Uhr

Hallo Katrin,
Danke für deine Antwort.. Es hat mir geholfen zu lesen wie andere ihr Wochenbett verbracht haben.
Ich bin leider kein Tagschläfer und auch nicht so gut im rumliegen, daher bewege ich mich eigentlich von Couch zu Bett.. Und wieder zurück.
Immer verfolgt von meiner Unfähigkeit zu stillen, .. Und natürlich vom abpump Rhytmus.

Meine Nachsorge Hebamme ist klasse, wir versuchen alles um diesen Stress irgendwie zu minimieren.

Ich glaube mir fehlt einfach ganz elementar das Vertrauen in mich selbst. In meine Fähigkeit für mein Kind zu sorgen. Ich such irgendwie noch die Bedienungsanleitung für das kleine Bündel und bin verzweifelt, weil alles auf chinesisch ist.
Mir fehlt ein bisschen Gelassenheit.. Und die Geduld, dass sich alles irgendwie richten wird.
Der Knoten will und will einfach nicht platzen.

Man denkt immer es sei alles so einfach.. Wenn selbst 14jährige Babys bekommen können, wieso bin ich dann so geplagt von Ängsten und Zweifeln.

Ich warte einfach weiter auf das Glücksgefühl.. Und versuche dabei nicht panisch zu werden.. #schwitz

Beitrag von akatuwa 04.10.10 - 20:56 Uhr

Hallo !!

Kopf hoch!! Das wird schon .... Mit dem Stillen kenn ich gut. Hatte auch blutende Brustwarzen..Stillhütchen von Medela haben mir über die Zeit hinweg geholfen. Dann kann ich Dir Multimam Kompressen empfehlen für die geschundenen Brustwarzen, kühlt schon und tut wirklich gut.
Homöopatisch kannst Du noch Phytolacca D30 3x tgl nehmen, das regt die Milchbildung an. Und viel Fencheltee trinken gibt auch Milch!!
Und dann noch der Tipp der Großmütter Karamalz trinken, fördert auch die Milchbildung....;-)
Meine Kleine ist jetzt 13 Wochen alt und ich stille voll und finde es total schön!!
Versuch Dich zu entspannen. Mach Dir keinen Streß!! Schau das Deine Brustwarzen abheilen!! Und das geht am Besten mit Stillhütchen!! Drück Dir ganz fest die Daumen fürs Stillen!!! Und der Rest kommt von ganz alleine!!
Liebe Grüße
Melanie

Beitrag von julibraut 04.10.10 - 23:10 Uhr

Oje, lass dich erstmal ganz fest drücken.
Ich kann mich meinen Vorrednerinnen nur anschließen. Das ist völlig normal wie es dir gerade geht und du brauchst absolut kein schlechtes Gewissen deswegen zu haben.
Für deine Brustwarzen kann ich dir Seideneinlagen empfehlen. Ich habe dann immer noch ein bisschen Heilwolle hineingelegt. Ich habe sogar jetzt nach 11 Monaten wieder eine wunde Brustwarze. Keine Ahnung, wie das mein kleiner Mann geschafft hat. Mit der Heilwolle müsste es eigentlich bald besser werden.
Mir hat am Anfang Malzbier für den Milchfluss geholfen und auch der Stilltee von Weleda.
Ruh dich aus. Kuschle mit deinem Kleinen und lass dich ein wenig verwöhnen.

Beitrag von schneekugel 05.10.10 - 15:24 Uhr

Hallo,
also lass dich als erstes mal nicht verrückt machen niemand muss stillen und sich quälen dadurch bist du keine schlechte Mutter sondern eine gute weil du für dich und dein Baby nur das beste willst. Sag doch einfach mal nein ich füttere jetzt mal in der Nacht zu du kannst durchschlafen weil dein Mann das Baby füttert du kannst mal durchschlafen und nur mal unter Müttern dein Kind verliert nicht in einer Nacht den Saugreflex auch wenn das manche Ökohebammen gerne so darstellen.
Du brauchst auch gar nicht mit deinem Baby spielen es ist auch froh wenn es sich mal ausruhen kann das kommt schon noch von ganz alleine.
Niemand sagt das raus gehen musst du bist im Wochenbett lass die Pizza liefern, sieh dir was schönes im Fernsehen an bleib den ganzen Tag ungewaschen im Bett mit deinem Baby sei einfach nur nah bei ihm.
Ich habe das auch so erlebt dieser Druck aber ganz erhlich ich bin mit dem 2. Kind schwanger und war gestern ausgezählt. Hör auf dich zu stressen eine Hebamme ist dann gut wenn sie erkennt was für dich gut ist und nicht noch Druck mit soner scheiß Pumpe ausübt da wird mir total übel. Echt du musst doch erstmal Milcheinschuß bekommen um zu pumpen den bekommst du wenn du mal richtig schläfst und abschaltest .
Hat sie den mal nachgesehen ob dein Baby vielleicht ein zu kurzes Zungenbändchen hat das kann zu üblen Blutungen führen an der Brustwarze. Laß es dir gut gehen und laß dich verwöhnen du machst das doch super finde deinen weg #liebdrueck

Beitrag von perladd 05.10.10 - 17:05 Uhr

Ich bin zwar noch keine mami, aber ich kann ehrlich gesagt nicht verstehen wieso man sich so quälen kann und das baby noch dazu! Wenn es mit dem stillen nicht klappt, dann fütter doch einfach zu und, du und dein baby, ihr seid zufriedener. Auch so eine hebamme die das auf biegen und brechen versucht wäre für mich nicht die richtige wahl. Dass es nach der geburt richtig stressig wird ist mir bewusst, aber man muss sich doch nicht noch mehr stress machen als nötig, nur weil man uuuunbedingt stillen muss! Andere kinder werden auch ohne stillen gross!