Wie,wann kann man lernen, wieder zu vertrauen?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von so unsicher 04.10.10 - 20:34 Uhr

Hallo,

seit März 2009 lebe ich in Trennung von meiem Mann, in 2 Wochen werden wir geschieden. Es gab viele Dinge die mich zur Trennung bewegten, u.a. Betrug. Auch in anderen Beziehungen wurde ich betrogen.

Im Dezember habe ich einen wundervollen Mann- der 12 Jahre älter ist als ich kennen und lieben gelernt. Wir führen eine WE Beziehung was mir manchmal schwer zu schaffen macht. ( Meine Ehe war eine WE Ehe da mein Mann immer auf Geschäftsreisen war und ich mich auch da desöfteren betrog).
Seit ich meinen neuen Partner habe, merke ich wie wundervoll die Liebe sein kann und ist. Er geht ebefalls wunderbar mit meinem kleine Kind um und die beiden verstehen sich prima.

Im Februar 2011 werden wir zusammenziehen.

Also unterm Strich müsste ich ja glücklich sein, aber:

Es gibt Momente, da zieht es mir den Boden unter den Füßen weg. Ich bekomme fast schon Panikafälle und habe Angst wieder Schiffbruch zu erleiden, wiede veräppelt,belogen und betrogen zu werden. Er weiss von meinen Ängsten- habe ihm meine Geschichte erzählt.
Er meit dazu, dass ich keine Angst haben muss, dass er uns liebt und sich doch enschlosse hat das Leben ab Februar mit uns gemeinsam zu geniesen.
Aber: wie oft habe ich diese Worte schon gehöft und wurde ein paar Stunden später betrogen?
Wie schaffe ich es, nicht alle Männer über einen Kamm zu scheren?
Er ist wirklich ein wunderbarer Mensch und im Grunde weiß ich auch, dass er mir nicht weh tun würde. Aber dann kommt doch hin-und wieder die Angst hoch. Ob es vielleicht nach dem Zusammenziehen besser wird?

Wg anderen Dingen überlege ich auch, eine Therapie zu machen. Die letzten 2 Jahre waren ein sehr großes auf- und ab mit vielen Verluste ( FG, Trennung vom Mann, Freudin gestorben, 2 schwerwiegende Krankheiten sind bei mir ausgebrochen). Vielleicht bekäme ich auch dann meine Ängste in den Griff?
Habt ihr Ratschläge/Erfahrungen?

Beitrag von gunillina 04.10.10 - 22:00 Uhr

Das könnte dir helfen, ja.
Du hast ein Problem damit, einem anderen Menschen zu vertrauen. Ich bin keine Psychologin, selbst auch keine von denen, die alles, was sie tut, super reflektiert und gelassen hinbekommt. Aber ich denke, wenn du lernst, dir selbst zu vertrauen, in dem Sinne, als dass du dich stark genug fühlst, Verluste zu ertragen, dann kannst du vielleicht besser vertrauen. Oder dich einlassen auf die neue Beziehung.
Ich sehe es so (meine Meinung wird nicht oft geteilt, aber vielleicht hilft es dir dennoch), dass man als liebender Mensch JEDERZEIT verletzt und verlassen werden kann. Ich muss nun abwägen, ob mir die Liebe, die ich erfahren und geben kann, das Risiko, verletzt und verlassen zu werden, einzugehen Wert ist. Puh, der Satz war jetzt aber verschachtelt, ich hoffe, du weisst, was ich meine.
Also, nur, wenn ich NICHT Liebe, kann ich nicht verletzt werden. Was ich mit dem Verlassenwerden/Betrogenwerden bei dir gleich setze. Aber da die Liebe so schön ist, lebe ich mit dem Risiko.
Und versuche gleichzeitig, stark genug zu sein, um derartige Brüche in einem Leben tragen zu können. Um mich dann wieder einlassen zu können. Und wieder. Und wieder.
Es gibt nicht die eine Liebe, die ewig hält, bzw. gibt es das sicherlich, aber die Wahrscheinlichkeit, eine solche Liebe zu haben, ist nicht gross. Alles endet, auch die Liebe. Und dann fängt sie woanders wieder an.
Bevor ich jetzt weiter abschweife: Ich denke, wenn du dir selbst vertraust, wenn du die Angst ablegen kannst, dann ist dir geholfen. Und das kann mit einer Therapie evtl. möglich sein.
Alles Liebe dir und entschuldige meine Ausschweifung, irgendwie kam das so über mich...#augen:-)
G

Beitrag von gh1954 04.10.10 - 22:11 Uhr

Solange du nicht mit Freude an den Zusammenzug denken kannst, solltest du das aufschieben, dann bist du noch nicht so weit.

>>>Er meit dazu, dass ich keine Angst haben muss, <<< Das kann er meinen, aber Angst lässt sich nicht ausknipsen.

Beitrag von so unsicher 04.10.10 - 22:20 Uhr

Huhu,

doch, ich freu mich wie verrückt auf das zusammenziehen :-) Im Grunde geht es mir mit "uns" wirklich sehr gut, nur ab und an krabbelt die Angst den Nacken hoch. Das ist nicht täglich nur ab und an so wie heute.
Ich hatte vorhin auch noch einmal mit ihm am Telefon darüber gesprochen und er meint, es braucht einfach Zeit, bis sich das Vertrauen ( speziell in meinem Fall und meinen Erlebnissen) komplett einstellt.Und diese Zeit wird er mir/uns geben..