Ausbildung und Kind - wie soll ich das schaffen ?

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von sweetmum1989 04.10.10 - 20:53 Uhr

Ich wollte eigntl erst arbeiten wenn meine Kleine 3 ist. Nun ist es aber so dass wir kaum über die Runden kommen mit Hartz 4.
Und wenn mir ab Juni noch die 150 € EG wegfallen dann weiss ich es gar nicht. Ich bin alleinerziehend.Hätte ich einen Partner und man könnte das teilen wäre ja alles kein problem aber so gehe ich dann arbeiten und habe kaum mehr wie jetzt. Eigentlich noch weniger da das EG ja nicht angerechnet wird.
Dann muss ich eine finanzierte Ausbildung für Mütter machen die 6 Std am Tag geht. Ich möchte es doch ab nächstes Jahr machen weil ich so schnell wie möglich fertig werden will und dann raus aus dem Hartz 4. Ich möchte das nicht mehr. Aber die 3 Jahre werden dann wohl echt heftig finanziell.
Und dann denke ich wie soll ich das alles packen ? Ausbildung, für die Schule lernen, erstmal eine Stelle finden, Haushalt und Kind...
Ich will ja nicht dass meine Kleine dann leidet weil mir dann irgendwie alles zu viel ist oder so. Aus meiner Familie kann mich kaum jemand unterstützen. Meine Mama hat MS und kann nicht wie sie will und meine Schwestern haben selber beide kleine Kinder. Ich würde das echt gerne machen , habe aber Angst es nicht zu schaffen. Sind hier Mütter in ähnlicher Situation und können mir Mut machen ? Was sagt ihr dazu ???

Lg Sweetmum

Beitrag von babylove05 04.10.10 - 21:02 Uhr

Hallo

es wird sicher kein Zuckerschlecken , aber du packst das schon . Meine Schwester hat ihre Ausbildung ( vollzeit ) gleich nach der Geburt fertig gemacht .

Sie hatte einen Krippenplatz für ihren Sohn , und hatte dann das glück das sie wenn sie lernen musst am WE mal unsere Mutter den kleinen genommen hat . Und ich denk das deine Geschwister dir auch mal dein Kind abnehmen können . Auch wenn sie selber Kinder haben . Ich hab auch 2 Kinder und würde trotzdem jeder zeit mal meine Schwestern entlassten wenn es nötig wäre.

Ich drück dir die Daumen . Ausserdem erkundige dich mal beim Jugendamt nach Hilfe . Vieleicht können sie dir eine Haushalthife stellen oder so .

Lg Martina

Beitrag von samcat 04.10.10 - 21:07 Uhr

Hallo, du solltest zu Pro familia und zum Jugendamt gehen. Du kriegst sehr viel Hilfe in deiner Situation. Ich habe studiert und zwei Kinder in dieser Zeit bekommen. Mit meiner ersten Tochter, war ich auch die ersten zwei Jahre alleine.
Du schaffst das, aber lass dir helfen. Man darf nicht zu stolz sein, Hilfe anzunehmen.

Ich finde es gut, dass du selbst Verantwortung für euch übernimmst und nicht auf der Couch hocken bleibst. Dein Kind kann stolz auf dich sein#pro

LG

Beitrag von sweetmum1989 04.10.10 - 21:11 Uhr

Vielen Dank.
Ja ich wollte halt erst 3 Jahre bei ihr bleiben weil ich denke einem kleinen Kind ist die Zeit mit der Mama wichtiger als Geld. Aber so schiebt sich ja alles nur und ich will ja auch mal fertig werden . Und eine Ausbildung will ich definitiv. Ich möchte meinem Kind was von meinem erarbeiteten Geld bieten können und nicht von dem was andere erarbeiten. Für mich ist das Hartz 4 für Leute in Notsituationen und nicht um eben daheim sitzen zu können.
Ich werde mich auf jedenfall informieren !

Beitrag von dream25 04.10.10 - 21:18 Uhr

Hallo,

das schaffst Du, ich war vor 10 Jahren auch alleine mit meinem großen. Ich habe gekämpft, musste mich überall durchsetzen, aber ich habe es geschafft und bin heute Bürokauffrau. Es ist wirklich nicht einfach, aber du hast doch einen Ansporn.

Es ist wichtig für die Zukunft von deinem Kind und Dir.

Im übrigen ist eine Ausbildung immer hart, mit Kind noch ein wenig härter, aber das macht dich auch stark für eure Zukunft.

Alles Gute

Beitrag von sohnemann_max 04.10.10 - 21:23 Uhr

Hi,

Du schaffst das wie jeder andere auch.

Viele Mamis arbeiten Vollzeit - und das sind mehr als 6 Stunden am Tag. Deinem Kind schadet es nicht, wenn es in die Krippe geht.

Ich habe zwar das Glück, verheiratet zu sein, keine finanziellen Sorgen zu haben und trotzdem gehe ich arbeiten. Bei unserem Großen war ich volle 3 Jahre zu Hause und er ist super entwickelt. Bei unserer Kleinen habe ich überhaupt keine Babypause gemacht und sie ab 3 Monaten für 12 Stunden in die Krippe gegeben. Inzwischen ist sie 16 Monate alt, geht 20 Stunden in die Krippe und ist ebenfalls - OHNE MAMIRUNDUMBETREUUNG - super entwickelt.

Es wird sicherlich ab und an ein Spießroutenlauf - gerade dann wenn die Mäuse krank sind - aber es ist zu Meistern. Sicherlich wirst Du auch mal keinen Bock mehr haben zu arbeiten - so wie ich momentan - aber das sind Momente, die gehören dazu.

Im übrigen bekomme ich als Verdienst ca. 700 Euro, davon gehen 200 Euro Kinderkrippe weg, dann 150 Euro für Schule und Hort für den Großen und noch mal 50 Euro für Fahrtkosten um in die Arbeit zu kommen. Unterm Strich arbeite ich für 300 Euro.... allerdings auch nur 14 Stunden die Woche...

Dennoch bin ich froh, Abwechslung zu haben, viel Verantwortung tragen zu dürfen und sogar noch Geschenke vom eigenen Geld zu kaufen...:-p

LG
Caro mit Max 6 Jahre und Lara 16 Monate

Beitrag von susasummer 04.10.10 - 21:53 Uhr

Ich hab meine Ausbildung auch mit Kind beendet.Zwar nur eine schulische,aber um 6 fing der tag an und um 16-17uhr waren wir zuhause.Dann noch lernen,Haushalt und eben mein sohn.
Es war echt hart,das kann man nicht runter spielen,aber es lohnt sich.Es ist zu schaffen.
lg Julia

Beitrag von poo-tee-weet 05.10.10 - 00:11 Uhr

vielleicht hilft dir ja auch diese perspektive:

meine mama hat studieren angefangen nachdem sie mich bekommen hatte. papa beim bund, also kaum zuhause.
meine mama hat mich vielleicht nicht so begluckt wie andere mütter, aber sie hat mir trotzdem immer das gefühl gegeben dass sie für mich da ist. sie hat sich mit studienkolleginnen zusammengetan zum lernen, sodass zwei lernen konnten, während die dritte auf die kinder aufpasste. such dir auf jeden fall unterstützung, sei für dein kind da wenn es dich dringend braucht, aber hab kein schlechtes gewissen: ich bin überzeugt diese situation hat mir geholfen zu einem selbsständigen, offenen menschen zu werden.
aus damals-kind-perspektive bin ich stolz auf meine mama und kann mich nicht erinnern jemals etwas vermisst zu haben.

Beitrag von amanda82 05.10.10 - 06:55 Uhr

Hallo!

Ich selbst habe diese Erfahrung zwar nicht machen müssen, weil ich mein Studium schon abgeschlossen hatte, als ich schwanger wurde, aber meine beste Freundin.

Sie ist mit 18 ungeplant schwanger geworden, hatte da gerade ihre "Traumausbildung" angefangen und stand dann vor der Entscheidung Abtreibung oder Durchziehen. Sie entschloss sich, das Kind zu behalten und schnell stellte sich heraus, dass es nicht nur ein Kind war, sondern 2. #freu

Sie sprach mit der Schulleitung (schulische Ausbildung), die sie zunächst dazu drängen wollte, zu kündigen. Ich empörte mich und meinte, dass sie das nicht dürfen, weil sie schwanger ist und ein Sonderkündigungsrecht hat und dann behielten sie sie doch. Sie konnte ihr erstes Ausbildungsjahr beenden und ging dann in Mutterschutz und Elternzeit. Es hat zeitlich relativ gut gepasst, die Zwillis kamen im November. Dann hat sie die Ausbildung unterbrochen und direkt im nächsten Jahr fortgesetzt. Die Zwillis waren da 9 (korrigiert 7) Monate (sie kamen in der 30. ssw)

In der Elternzeit bekam sie Hartz 4 und nun glaub ich Bafög, weil es ne schulische Ausbildung ist. Sie kennt wohl auch noch eine Mutti aus dem KH, die hat vor nem Jahr ne betriebliche Ausbildung begonnen und es wäre zwar recht knapp mit dem Geld, aber sie hat irgendwas noch beantragt. Weiß nicht, ob man im Fall einer Ausbildung auch aufstockend Hartz 4 bekommen kann oder Wohngeld etc. Erkundige dich auf allen Ämtern. Leider sagt einem kaum einer, ob und was man beantragen kann. Da musst du ordentlich nachbohren!

Ich finde deine Einstellung nämlich super, dass du vom Hartz 4 weg möchtest. Du willst dir und deinem Kind was bieten und nimmst im Notfall auch in Kauf, dass es eine Zeit lang knapp sein wird, aber es wird sich auszahlen, glaub mir.

Du wirst das auf jeden Fall schaffen und nachher sehr stolz auf dich sein. Mach nciht den Fehler und lass es dir verderben, nur weil du Probleme vermutest. Die kommen immer wieder, aber wenn du jetzt die Chance nicht ergreifst, wirst du dich ärgern, dass du dir dein Leben verbaut hast. Ein Kind ist keine Ausrede. Wie du siehst, schafft es meine Freundin auch. Sie bekommt auch sicher noch was anderes außer ihr Bafög, aber ich kann sie jetzt nicht erreichen. Vielleicht heut Abend? Dann kann ich dich ja nochmal anschreiben oder andere haben dir schon einen guten Tipp gegeben :-)

Eine Freundin, die ich damals zur Entbindung meines ersten Sohnes kennen lernte, hat damals eine Ausbildung nicht beenden können, weil der Betrieb pleite ging. Dann hat sie gejobbt, weil sie wohl angeblich keinen Ausweichbetrieb fand und dann wurde sie mit 23 Mutter. Tja, was soll ich sagen. Sie blieb schön zuhause und bekam Hartz 4. Nach dieser langen Pause (fast 2,5 Jahre) rang sie sich mal durch, sich zu bewerben, aber kein Betrieb wollte sie nehmen ... schön 25 und mit Kind? Viele scheuen das leider. Nun hätte sie was haben können und was ist? Sie bekam soeben ihr 2. Kind, ist nun in Elternzeit. DAS WARS!!! Sie wird wohl immer ohne Ausbildung bleiben und eine Zukunft in Hartz 4 (oder was immer dann kommt) haben. Ich finde es erschreckend und echt traurig für die Kinder!

Nutz deine Chance!!!

#herzlichliche Grüße
Mandy

Beitrag von taschi76 05.10.10 - 11:07 Uhr

Hallo,

Super, dass Du eine Ausbildung machen willst aber bitte Kopf hoch; das klappt, wenn man es nur will!!!

Ich selbst habe vor über 15 Jahren meinen Sohn im Alter von 18 Jahren bekommen und war von Anfang an alleinerziehend. Als er 3 war, habe ich eine Ausbildung begonnen.
Während der Arbeitszeit/Schulzeit (Vollzeit) war er ganz normal im Kiga, danach hab´ich ihn abgeholt, nach Hause und dann einkaufen, Haushalt usw. Eben so, wie es im normalen Arbeitsleben funktioniert. Lernen geht dann eben nur mal am Abend oder am WE. Ab und an (aber nicht sehr häufig) hat meine Mutter mal aufgepasst.
Sicher würden Deine Schwestern auch mal ein paar Stündchen im Notfall aufpassen, wenn Du für Prüfungen pauken musst. Übrigens, wenn man schon etwas reifer ist, braucht man gar nicht so viel pauken für Klausuren u. Prüfungen, weil der Unterrichtsstoff einen meist viel mehr interessiert, als wenn man frisch von der Schule kommt, und die Ausbildung machen "muss". Was einen interessiert, behält man auch gut im Kopf!

Also, hab´nicht so eine Angst; das packst Du schon!!! Ich bin froh, dass ich es gemacht habe und finanziell auf eigene Füße gekommen bin und meinem Kind 1. etwas bieten kann und 2. ein Vorbild sein kann(-: Also, viel Erfolg!!!

LG
Taschi