Louis Geburt nach 5 Tagen Einleitung vier Wochen vor ET....

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von goldie99999 04.10.10 - 21:46 Uhr


Louis ET war der 1.9. und exakt einen Monat zuvor, also am 1.8., habe ich mir so einen richtig gemütlichen Sonntag gemacht... im Bett gelesen, viel geschlafen etc. pp., bis abends meine Tochter in die Badewanne wollte und ich mich daneben setzte. Da meine riiiiiiiesige Kugel mir wirklich im Weg war, als ich am Wannenrand saß, sagte ich spaßeshalber zu meinem Bauchbewohner, er möge bitte Mitleid haben und sich da langsam mal rausbewegen.

Eine Stunde später, exakt um 20:15 Uhr, hatte ich einen Blasensprung. Ich konnte erst gar nicht glauben, dass das da wirklich Fruchtwasser war, was aus mir rauslief, aber irgendwann wich der Schock und wir machten uns uf dem Weg ins Krankenhaus... nicht in mein Wunschklinikum,sondern ins Städtische Klinikum, da dort eine Kinderintensivstation angeschlossen ist. Vier Wochen vor Termin war mir das einfach lieber so.

In der Klinik angekommen nahm mich eine sehr schlecht gelaunte Hebamme auf, zweifelte noch an dass ich wirklich einen Blasensprung habe und machte auch sonst einen sehr unmotivierten Eindruck. Nach zwei Stunden CTG (da sie nicht wiederkam und auch auf Klingeln niemand reagierte...super Krankenhaus!) stellte die Ärztin fest, dass ich tatsächlich Fruchtwasser verlor, aber weit und breit keine Wehen in Sicht seien, ja nicht mal der Kopf fest im Becken lag - sprich ich absolut nicht geburtsbereit bin. Bis zu dem Moment hab ich echt gedacht, jetzt kommen bald die Wehen und mein Schätzchen liegt bald in meinen Armen! Leider hatte ich noch 5 grauenvolle Tage in einem schrecklichen Krankenhaus vor mir...

Am Montag, Dienstag und Mittwoch wurde je zweimal per Tablette eingeleitet. Resultat: NICHTS, keine kleine Wehe, nada.

Donnerstag Vormittag 4 Std Wehentropf... NICHTS... aber: immerhin lag der Kopf jetzt fest im Becken, Mumu war fest verschlossen, GMH 2 cm. Super!

Nachmittags sollte per Gel eingeleitet werden, aber ewig lange lag ich nur am CTG (wurde dort häufiger mal vergessen......) und niemand kam. Nach Stunden kam die Hebamme und teilte mir mit, alle Ärzte seien beschäftigt, aber sie würde das Gel jetzt legen. Okay, ich hatte Vertrauen zu ihr und sah dem ganzen erwartungsvoll entgegen.

Gesagt, getan. Nur Minuten danach bekam ich furchtbare Unterleibsschmerzen,nicht krampfartig oder wehenähnlich, nur AUA AUA, kaum auszuhalten. Zeitgleich rutschen Louis´Herztöne in den Keller, woraufhin die Hebamme regelrecht panisch wurde. Kurz darauf standen der Chefarzt und die Oberärztin neben mir, dazu kam ein Anästhesist und die Hebamme plus zwei Schwestern (dieser Menschenauflauf bereitete mir am meisten Sorgen, mit mir redete keiner...nur über mich). Ich bekam Wehenhemmer und ein Kreislaufmittel und sollt schleunigst zur Notsectio, allerdigs war der OP belegt, so dass erwogen wurde die Sectio im Kreisssaal zu machen, wenn Louis Herztöne weiter abfielen. Mädels, an diesem Punkt rutschte mir das Herz sonstwohin, ich hb geheult wie ein Schloßhund und nur noch still gebetet, dass mir das erspart bleibt und alles gut wird!

Ich rief dann schnell meine Mutter an, da mir in der Hektik die Handynummer meines Freundes partout nicht einfallen wollte, damit sie ihn in die Klinik bestellt... so oder so, Louis sollte jetzt geboren werden.

Nachdem ich fertig für die Sectio war entschied der Chefarzt: Wir versuchen esspontan, die Wehen waren regelmäßig alle 7-8 min und Louis Herztöne wieder okay ( GsD!!!).

Da entspannte sowohl ich mich als auch die Hebamme, die das Gel deutlich überdosiert hatte und deswegen zeitweise echt fertig mit den Nerven war, weil es mir und dem Kind deswegen so schlecht ging.

Endlich kam dann auch mein Freund an, zu dem Zeitpunkt hatte ich schon recht schmerzhafte Wehen, die aber nicht viel am Mumu bewirkt haben. Es war nun ca. 19 Uhr und der Mumu war gerade mal fingerdurchlässig. Meine Hebamme war noch guten Mutes.

Eine halbe Stunde später waren gerade mal 3 cm geschafft, ich aber schon echt am Ende... ich hatte erst das Gel, dann Wehenhemmer, dann wieder den Wehentropf plus Oxitocin bekommen und die Wehen waren Scheußlich schmerzhaft, ganz anders als bei meiner Tochter damals!

Kurz darauf wurde mir furchtbar übel und ich mußte mich mächtig übergeben, mein armer Schatz hat mir tapfer die Nierenschale gehalten... vor so einer Situation hatte ich vor der Geburt echt Angst, aber in dem Moment war ich so kaputt, mir war alles egal... Ich bat um eine PDA (der Anästhesist hatte mich ja vorher schon aufgeklärt etc.), die ich auch bekommen sollte. Da war es ca. 20 Uhr. Bei der nächsten Untersuchung hieß es: Mumu 5 cm, das Baby kommt noch vor Mitternacht. Ich wußte nicht, wie ich DAS noch aushalten sollte. Ich bin kein wehleidiger Typ, aber ich konnte echt nicht mehr. Vom Anästhesisten keine Spur, die Hebamme vertröstete mich auf "gleich".

Dazu sollte es aber nicht mehr kommen, denn plötzlich hatte ich den starken Drang zu pressen. Dabei warebn seit der letzten Untersuchung mit dem Ergebnis Mumu 5 cm nur wenige Minuten vergangen und die Hebamme wollte mich bremsen, aber ich kam nicht gegen den Preßdrang an. Ziemlich stinkig untersuchte sie mich zwischen 2 Wehen... und rief total überrascht: "Frau E., JETZT, er kommt JETZT!"

2 Minuten bzw. eine Preßwehe später war er da:

Louis Maximilian
2590 g 50 cm KU 33,5 cm
5. August 2010 um 20:41 Uhr

4 Wochen vor ET, aber gesund und munter. Nach 4 Tagen auf Station, in der ich mich über die Kinderschwestern und eine Hebamme hätte totärgern können (wurde völlig unnötigerweise zum Zufüttern gedrängt und trotz niedrigen Biliwerts zur Lichttherapie genötigt) durften wir am 9.8. endlich nach Hause.

Bei der Entlassung wog Louis 2440 g, bei der U3 am 14.9. schon 3650 g.

Wir sind superglücklich, dass er alles so gut überstanden hat, auch wenn seine Geburt und die Zeit davor + danach im Vergleich zu meiner Tochter katastrophal waren. Aber wie das so ist... hält man das Fröschlein erst im Arm, ist das Schlimmste schon vergessen. Jetzt, knapp 2 Monate danach, denke ich sogar zaghaft an ein Baby No. 3 :-) Aber (noch) macht da mein Freund absolut nicht mit. Warten wir´s ab !

Grüße, Goldie #sonne

Beitrag von minnie85 05.10.10 - 16:07 Uhr

Hi,
sag mal wie kann die Hebamme denn das Gel überdosiert haben? Das sind doch Fertigampullen.

Beitrag von goldie99999 06.10.10 - 09:16 Uhr

nein, bei mir nicht!

Beitrag von nele27 05.10.10 - 16:29 Uhr

O jeeeeee - nicht schön :-(

Vor allem das viele Rumgemache mit Wehenhemmern, Wehentropf, PDA ... stell ich mir problematisch vor. Ich erinner mich noch an meine Schreikrämpfe, als die Ärztin mir einen KS andrehen wollte #schock

Aber wie Du auch schon sagst: Das Ergebnis zählt. Hauptsache, das Kind ist wohlauf und hat noch an einem so wundervollen Tag Geburtstag #freu
Klappts wenigstens mit dem Stillen gut? Würde ich Dir wirklich wünschen nach dem Stress...

LG, Nele
34. SSW

Beitrag von goldie99999 06.10.10 - 09:17 Uhr

es klappt alles super, dank meiner tollen Nachsorgehebamme!