La Traviata

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Beitrag von mama062006 05.10.10 - 08:30 Uhr

Hallo,

also ich hab ja von Opern keine Ahnung, mag es auch nicht sonderlich ;-) . Meine Oma jedoch ging immer sehr gern in die Oper, sagt auch oft, wie schön das war. Nun hat sie bald Geburtstag und wir möchten ihr Karten für die Oper schenken. Ihr Mann (also mein Opa) kann nicht mehr so lange sitzen und interessiert sich auch nicht wirklich dafür, also würden entweder meine Mutter oder ich mitgehen.

Nun aber zu der eigentlichen Frage. La Traviata ist ja italienisch. Bekommt man auch mit, um was es geht, wenn man es nicht versteht? Und ist es eine schöne Oper?

Danke und lG

Beitrag von brummel-baer 05.10.10 - 08:51 Uhr

Hallo.

La Traviata ist eine wunderschöne Oper. Aber Opern stehen und fallen mit der Inszenierung. Bei welchem Opernhaus möchtest Du denn Karten besorgen?

Zum Thema Verständnis. Normalerweise werden in der Oper Übertitel eingeblendet, die die Arien simultan übersetzen. Darüberhinaus gibt es aber noch Opernführer, die vorher gelesen werden können oder ab und zu wird z.B. bei der Oper Frankfurt vor der Oper noch eine halbstündige Einführung in das Thema und die Geschichte der jeweiligen Oper gegeben.

Gruß
BB

Beitrag von mama062006 05.10.10 - 08:57 Uhr

Hallo,

ja das weiß ich auch noch nicht so genau, entweder die Oper Leipzig, die Semperoper oder die bayrische Staatsoper, je nachdem wo ich die besten Sitzplätze bekomme ;-) .

LG

Beitrag von brummel-baer 05.10.10 - 09:04 Uhr

Ich könnte mir vorstellen, dass Deinen Großeltern eher traditionell inszenierte Opern gefallen. Ich würde daher nach den Inszenierungen und nicht nach den Sitzplätzen gehen.

Beitrag von mama062006 05.10.10 - 09:06 Uhr

ich hab davon aber gar keine Ahnung ... . woher weiß ich denn, wo die inszenierung am schönsten ist?

Beitrag von brummel-baer 05.10.10 - 09:13 Uhr

Ist für Außenstehende manchmal schwer erkennbar.

Anhaltspunkte wären z.B.
- die Beschreibung der Inszenierung auf der Internetseite der Oper
- Titelgewinn "Opernhaus des Jahres"?
- Historische Operngebäude (z.B. die Semperoper) bieten tendenziell traditionellere Inszenierungen an modernere Operngebäude (z.B. Oper Frankfurt)
- bekannte Künstler als Bühnenbilder? (z.B. Michael Sowa für "Die Zauberflöte" in Frankfurt)

Beitrag von brummel-baer 05.10.10 - 09:20 Uhr

Ich korrigiere mich: Die Semperoper inszeniert SEHR modern. Ich könnte mir nicht vorstellen, dass das Deinen Großeltern gefallen würde.

Beitrag von mama062006 05.10.10 - 09:21 Uhr

vielleicht kannst du mal gucken:

http://www.oper-leipzig.de/2120.html?&L=0&0=

http://www.oper-leipzig.de/2119.html?&L=0

Beitrag von brummel-baer 05.10.10 - 09:34 Uhr

Von den Bildern her würde ich sagen, dass es sich um eine traditionelle Inszenierung handelt.

Beitrag von mama062006 05.10.10 - 09:36 Uhr

denkst du das das dort schön ist?

Beitrag von brummel-baer 05.10.10 - 10:14 Uhr

Da bin ich überfragt. Ich kenne nur die Opern in Kiel, Hamburg und Frankfurt. Kiel und Hamburg ist schrecklich, Frankfurt ist wunderbar.

Beitrag von accent 05.10.10 - 12:32 Uhr

"La Traviata" ist abgeleitet von dem Buch "Die Kameliendame":

Marguerite Gautier ist eine der bekanntesten Kurtisanen von Paris in der Zeit um 1850. Eines Tages lernt sie in der Oper durch Zufall den jungen Diplomaten Armand Duval kennen, den Marguerite zunächst für den sagenhaft reichen Baron de Varville hält. Beide verlieben sich ineinander. Marguerite beginnt eine Beziehung mit Armand, doch bald schon gerät sie in finanzielle Bedrängnis. Auch ist ihr bisheriger Lebenswandel nicht dazu angetan, Armands Familie zu gewinnen. Sein Vater redet ernsthaft auf sie ein und drängt die verzweifelte junge Frau, aus Liebe auf Armand zu verzichten. Marguerite, die unter Tuberkulose leidet, entsagt ihrem Geliebten und kehrt zurück nach Paris, wo ihre Kräfte rasch schwinden. Völlig verarmt und von allen Freunden verlassen stirbt sie am Ende in den Armen Armands.

Die Trinkarie aus dieser Oper ist übrigens meine Lieblingsarie. Einfach nur wunderschön.

Linda

Beitrag von ninnifee2000 05.10.10 - 08:53 Uhr

La Traviata ist eine schöne Oper. Man bekommt mit, um was es geht. Wenn es Pretty Woman kapiert hat (kam ja im Film vor), kapieren es auch andere.

Ich habe es mal vor 15 Jahren von der Schule aus gesehen. Ich bilde mir ein, die haben sogar deutsche Übersetzungen eingeblendet.

Mal vom Italienischen abgesehen, sind Opern auf deutsch akustisch auch schwer zu verstehen. Jedenfalls wenn man kein regelmäßiger Operngänger ist.

Beitrag von martina65 05.10.10 - 09:06 Uhr

Hi
diese Oper gehört zu den Besten und ist sehenswert. Über das Verständnis mach Dir mal keinen Kopf, den Inhalt bekommst Du schon mit ;-)

Beitrag von manavgat 05.10.10 - 14:01 Uhr

In den großen Opernhäusern gibt es ein Textlaufband. Allerdings kann man das nicht von jedem Platz aus gleich gut lesen und gerade ältere Herrschaften kommen mit dem Lesen oft nicht hinterher. Verdirbt auch den Musikgenuss, finde ich.

Üblicherweise liest man vor der Vorstellung eine Zusammenfassung (z. B. die Operncards von Brockhaus). Du kannst ihr aber auch das Entsprechende von Wikipedia ausdrucken, wenn sie keinen Opernführer hat. Imho Grundausrüstung für jeden Operngänger. Hilfreich ist auch ein Fernglas (reicht das von Tchibo), muss nicht zwingend ein Opernglas sein.

La Traviata ist eine der schönsten Opern überhaupt. Allerdings kann ein schlechtes Ensemble bzw. schlechte Sänger/Innen alles verderben.

Entgegen der Meinung derer, die nicht in die Oper gehen, ist Oper nicht: ....wenn die dicke Dame auf der Bühne schreit."

Bevor Du also für eine bestimmte Vorstellung Karten besorgst, solltest Du die örtliche Presse studieren, es wird immer rezensiert. Ebenso zum Abgewöhnen sind die heute leider oft üblichen "modernen" Inszenierungen, was bedeutet: kein/sehr reduziertes Bühnenbild, keine schönen Kostüme, schlechte Choreographie. Ich habe vor ein paar Tagen den Versuch unternommen, auf Arte Rigoletto anzusehen und nach einer halben Stunde habe ich entnervt abgeschaltet. Es gibt auch sehr gute moderne Inszenierungen, aber die sind selten.

Wenn Du selbst Zugang zu Theater, Konzert und Oper suchst, dann kann ich dieses Buch hier:

http://www.amazon.de/Wann-darf-ich-klatschen-Konzertg%C3%A4nger/dp/3498006657/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1286279829&sr=1-1

sehr empfehlen.

Ich habe bei jedem Opernbesuch Bonbons in der Dose dabei, also ohne knisterndes Papier, Lippenstift (wegen der trockenen Luft) und Kleingeld für was zu trinken oder eine Brezel in der Pause :-)

Programme kaufe ich nicht, ich lese mich vorher ein.

Viel Spaß.

Manavgat

Beitrag von brummel-baer 05.10.10 - 14:33 Uhr

>>> Ebenso zum Abgewöhnen sind die heute leider oft üblichen "modernen" Inszenierungen, was bedeutet: kein/sehr reduziertes Bühnenbild, keine schönen Kostüme, schlechte Choreographie <<<

Würde ich Dir nicht unbedingt zustimmen. Manchmal kann es einer Oper gut tun, wenn sie von ihrem historischen Balast befreit und die Kernaussage in einen neuen Kontext gebracht wird. Ich habe gerade an der Oper Frankfurt außergewöhnliche Inszenierungen gesehen, die ein reduziertes Bühnenbild und relative schlichte Kostüme hatten, die aber von der Choreografie wirklich ausgezeichnet waren.

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir Ariodante von Händel. 4 Stunden Barockoper in der relativ wenig passiert, dies aber fantastisch choreografiert.

Gruß
BB

Beitrag von manavgat 05.10.10 - 14:49 Uhr

Ich habe schon gelesen, dass Du die Frankfurter Inszenierungen gut findest. Ich hingegen finde sie oft grottig!

"Alles ist Geschacksache", sagte der Affe und biss in die Seife...

Tosca fiel da in Frankfurt positiv auf. Modern inszeniert aber trotzdem toll.

Ich bin da aber mittlerweile gnadenlos: ist eine Aufführung schlecht, dann gehe ich in der Pause.

und ganz merkwürdig ist es, wenn der Tenor schwach auf der Brust ist, bzw. die Sopranistin kreischt, statt singt und dann irgendwelche Schwachmaten noch frenetisch!!!! Beifall klatschen. Ist mir in Bad Homburg passiert. Da waren fast nur Kurgäste, die vermutlich noch nie vorher in der Oper waren und entweder keine Ahnung hatten oder das Hörgerät war kaputt.

Gruß

Manavgat

Beitrag von brummel-baer 05.10.10 - 14:57 Uhr

Ok, noch jemand aus Rhein-Main! Mich begeistern die Aufführungen größtenteils, nur selten bin ich nicht damit einverstanden. Ich bin bis jetzt nur einmal in der Pause gegangen. Das war bei einer Wagner-Oper und wenn ich länger geblieben wäre, wäre ich wahrscheinlich nachts noch in Polen einmarschiert ...

Du kannst aber das Publikum in Bad Homburg nicht mit dem (durchaus kritischen) Frankfurter Publikum vergleichen. In Bad Homburg wird wahrscheinlich alles bejubelt, was über die Qualität der Aufführungen der Städtischen Bühne Quakenbrück hinausgeht.