Mama/Hausfrau oder Arbeit... Warum bekommt man es so schwer gemacht?

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von engelchen1989 05.10.10 - 09:47 Uhr

Guten Morgen,

vor dem oben genannten Problem stehe ich im Moment.
Ich erzähle mal ganz kurz was zur Vorgeschichte, damit man mich besser verstehen kann.

Ich bin sehr jung Mutter geworden. War bei der Geburt von Paul 19 Jahre alt. Mit meinem Mann bin ich 4 Jahre zusammen, davon 2 verheiratet.
Er wird nächsten Monat 26 Jahre alt, ich bin jetzt 21.

Mein Mann arbeitet und verdient gut. Ich bin bei unserem Sohn zu Hause.
Ursprünglich war geplant ihn nach 1 1/2 Jahren in die Kita zu geben damit ich wieder arbeiten gehen kann. Durch einen Umzug ist es unmöglich gewesen einen freien Platz für ihn zu finden. Alle Kitas die so kleine Kinder nehmen waren schon voll belegt.

Nun haben mein Mann und ich den Wunsch nach einem weiteren Kind. Für uns stand früh fest, dass wir nicht nur ein Kind wollen und zwischen den Kindern kein all zu großer Altersunterschied sein soll.

Es ist so, dass ich zwar eine Ausbildung habe, in diesem Beruf aber nicht weiter arbeiten möchte, weil sich die Arbeitszeiten nicht mit der Familie vereinbaren lassen. Ich stehe also vor der Entscheidung eine zweite Ausbildung anfangen wenn mein Sohn drei Jahre alt ist (Dezember 2011) oder Hausfrau und Mutter sein und später, so wie die Mutter meines Mannes und meine Mama, in meinem gelernten Beruf weiter arbeiten. Vllt Teilzeit bzw im Frühdienst und erst dann wenn die Kinder zur Schule gehen.

Mein Herz sagt mir, ich soll mir meinem Wunsch erfüllen und bei meinem Kind bleiben. Das Bauchgefühl sagt aber was ganz anderes...
Ich sehe jetzt schon das Gesicht meines Papas vor mir, der enttäuscht sein wird. Er sagt immer, wir sollen es bei einem Kind belassen. Er hat 17 Jahre lang drei Kinder durch extrem schwere Zeiten füttern müssen. Unserer Familie ging es finanziell immer sehr schlecht. Ich glaube er hat Angst, dass ich vor dem gleichen Problem stehen könnte.
Außerdem will ich nicht als faule Göre abgestempelt werden... ich habe Angst vor den Vorurteilen die ich seit der Schwangerschaft schon ab und zu spüre. Ich habe schon von fremden Frauen auf der Straße zu hören bekommen ich solle doch erst mal arbeiten und in die Staatskasse einzahlen bevor ich mein Kind von ihren Steuern ernähre.

Ich weiß, dass ich glücklicher sein würde, wenn ich mit bei meinen Kindern zu Hause bin und dann arbeiten gehen kann wenn sie selbststänidg genug sind. Außerdem könnte ich dann ja in meinem gelernten Beruf weiter arbeiten und müsste keine zweite Ausbildung machen.
Mein Mann sieht das übrigens genau wie ich. Er möchte gerne 2-3 Kinder. Wir lieben unseren Sohn so sehr und können uns nichts schöneres vorstellen als Kinder zu haben.
Finanziell geht es uns gut genug um diese klassische Rollenverteilung so auszuleben.
Ich habe nur das Gefühl, dass die meisten Leute das heute gar nicht mehr akzeptieren können. Jetzt wo Frauen auch Karriere machen "dürfen". Ich habe aber nicht den Wunsch nach Karriere und einem zeitraubendem Job.

Ich denke die ganze Zeit schon darüber nach wie ich meinen Eltern meine Entscheidung erklären kann und wie ich argumentiere wenn ich wieder von wildfremden oder flüchtig Bekannten blöde Sprüche anhören muss. Am liebsten würde ich mir ein Schild auf die Stirn kleben auf dem steht: Ja, ich bin jung, aber ich lebe nicht vom Staat.

Wieso bekommt man es als junge Mutter so schwer gemacht? Mein Mann und ich sind glücklich damit so jung Eltern zu sein. Wir wollen es nicht anders. Kann man das nicht eifnach akzeptieren wenn man es schon nicht versteht?

Wie seht ihr das? Haltet ihr mich für zu naiv? Oder denkt ihr auch man soll das tun was einen glücklich macht?
Gibt es hier jemanden der in einer so klassischen Rollenverteilung lebt und glücklich ist? Wie geht ihr mit Vorurteilen oder Unverständnis um?

So viele Fragen, ich hoffe es gibt hier jemanden der sie mir beantworten möchte.

Liebe Grüße,
Sabrina

Beitrag von agostea 05.10.10 - 09:56 Uhr

Wenn dein Mann als Alleinverdiener eine Mehrköpfige Familie locker ernähren kann, ist das doch ok, wenn du zu Hause bleibst. Allerdings ist es wichtig, das du deine berufliche Zukunft im Blick behälst - denn du kannst nicht wissen, wie sich die Dinge künftig entwickeln.

Sollte deine Ehe scheitern o.ä. musst du in der LAge sein, dich und deine Kinder auch ohne Mann an der Seite ernähren zu können. Und zwar vernünftig und möglichst ohne am Existenzminimum rumzukrepeln.

Das wäre mir an deiner Stelle sehr wichtig.

Gruss
agostea

Beitrag von nele27 05.10.10 - 10:59 Uhr

Seh ich genauso.

Anständige Altersvorsorge, Weiterbildung auch ohne Berufstätigkeit und ein Plan B für den Scheidungsfall müssen sein - dann steht dem Leben als Hausfrau nichts im Weg.

LG, Nele

Beitrag von stormkite 05.10.10 - 12:33 Uhr

Hallo Nele,

du hast es auf den Punkt gebracht ... aber mal ehrlich, kannst du mir Erklären, wie man als Hausfrau mit zwei Kleinkindern Altersvorsorge, Weiterbildung und Scheidungsvorsorge geregelt kriegt, OHNE genau diese Hausfrauenrolle aufzugeben? Reicher Ehemann mit günstigem Ehevertrag?

Das würde mich echt interessieren.

Kite

Beitrag von nele27 05.10.10 - 14:55 Uhr

Mir fällt dazu ein:

1. größere Erbschaft oder Vermögen auf einem eigenen Konto
2. gut verdienender Ehemann, der neben einer LV (Todesfallrisiko) auch in eine großzügige Rentenversicherung und Sparverträge einzahlt, die nur auf die Frau laufen und im Fall der Scheidung auch ihr gehören
3. Ehevertrag, der im Scheidungsfall der Frau für ihre Betreuungsleistung eine großzügige Abfindung garantiert

Ich bin keine Anwältin, aber so in der Art könnte es gehen...

Tja, mit der Weiterbildung ist es schwierig, wenn man seine Kenntnisse dann nicht in einem Job anwenden kann... aber ich denke mal, ein Fernstudium oder ein paar Kurse sind besser als nichts, wenn die Alternative wäre, dass eine riesige Lücke im Lebenslauf klafft.

Ok, und nun überlegen wir mal, welche der Hausfrauen hier diese Absicherung hat ;-)
Aber anders würde ich zumindest es nicht machen.

Oder man bekommt die Kinder schon mit 17/18, sodass man dann wenn sie fast erwachsen sind, immer noch eine Ausbildung machen und von vorn anfangen kann #rofl

LG

Beitrag von stormkite 05.10.10 - 19:55 Uhr

Erbschaften - vor allem größere - sind was feines. Schade, das sie eher selten sind.

Und soweit ich das überblicke, haben die allerwenigsten Frauen Ehemänner, sie so fürsorglich sind und für ihre Frau Geld für den Tag anlegen, an dem die Ehe auf gut Deutsch im Arsch ist.

Weiterbildung ist gut und schön, wenn man die Disziplin hat - mir fehlt die ja leider. Außerdem hilft die auch nur beschränkt weiter, wenn man dann mit zwei bis drei Kleinkindern im Schlepp aber ohne gut geregelte und eingespielte Kinderbetreuung händeringend nach einem gutbezahlten Job sucht.

Nein, Nele, man kann es drehen und wenden wie man will: ich hab im leben ne Menge falsch gemacht, aber das ich vor der Hürde "nur-Hausfrau" verweigert hab und die Arbeiterei immer der Kinderbetreuung vorgezogen hab war definitiv eine meiner besseren Eingebungen.

Kite

Beitrag von nele27 06.10.10 - 10:32 Uhr

Ich bin ja selbst nie Hausfrau gewesen :-)
Jetzt, beim 2. Kind, genehmige ich mir mal n Jahr Elternzeit ... mit dem Großen war mein Mann zu Hause.

Aber ich finde es ok, wenn andere Hausfrau sein wollen - aber eben nur mit Absicherung. Das muss natürlich in guten Zeiten festgelegt werden. Mein Bruder hat z.B. irgendwelche Sparanlagen für seine Frau. Die kann nämlich nicht arbeiten gehen, weil ihr Einzelkind (14) sie so stresst :-D

Für mich wäre es auch nichts - dazu habe ich schon allein zu lange studiert und mag meine Arbeit zu gern :-)

LG, Nele
3 Tage noch, dass Hausfrau #schock

Beitrag von rosalinde.x 05.10.10 - 10:04 Uhr

Hallo Sabrina,

wie ihr eure Familie gestaltet (Kinderzahl, Aufgabenverteilung,...) geht nur deinen Mann und dich etwas an. Ihr müsst euch einig und zufrieden sein.

Egal wie ihr es macht, es gibt immer Leute, die vermeintlich wissen, was besser für euch wäre (es gibt dann Sprüche wie "Hausfrauen sind zu faul zum Arbeiten", "arbeitende Mütter vernachlässigen ihre Kinder",...). Da müsst ihr drüber stehen und zu eurer Planung stehen. Wenn die eigenen Eltern einen spüren lassen, dass sie euere Lebensplanung nicht gut finden, tut das zwar weh, sollte euch aber nicht eure Kinderzahl beeinflussen!

Es gibt Frauen, die sind als Mutter und Hausfrau glücklich, anderen würden dabei total unzufrieden werden. Es gibt Frauen, die müssen arbeiten, damit die Familie genug Geld zum Leben hat. Jede(r) ist anders und in einer anderen Situation.

Tut was ihr für richtig haltet. Du kannst auch mit 2 oder 3 Kindern irgendwann wieder Arbeit oder andere Aufgaben suchen. Wenn du zuhause glücklich bist, genieße es. Du bist dann eben auf Neudeutsch "Family Manager".


Alles Liebe

Beitrag von kendra.26 05.10.10 - 10:24 Uhr

Hallo,

wir leben mit dieser klassischen Rollenverteilung, und es klappt ganz gut.

Auch ich bin sehr jung Mutter geworden, mit 18 , mein Mann ist 29 , ich bin 28 , und wir haben drei Töchter ;-)
Ich habe nach meinem Realschulabschluss und nach einem Einjährigem-kaufmännischen Jahr ab und zu gejobbt, mein Mann hat seine Ausbildung gemacht, dann 10 Jahre lang in der Firma als Industriekaufmann gearbeitet.

Eine Ausbildung habe ich leider, leider nicht gemacht, das bereue ich schon, aber als mein Mann dann gekündigt wurde, und anfing zu studieren, habe ich ihm den Rücken frei gehalten, bin zu Hause geblieben und habe mich um unsere Kinder , Haushalt, Papierkram gekümmert.
Jetzt hat er einen sehr guten Job bekommen, er verdient gut.

Ich möchte jetzt mein Abitur nachholen, habe mich auch schon angemeldet, meine Kleinste ist jetzt 3 Jahre alt.

Es ist DEIN Leben, und nur du entscheidest wie du es leben möchtest.

Ich frage mich , warum fremde Leute sich das Recht rausnehmen, und dir vorwerfen, du würdest dein Kind von ihren Steuergeldern ernähren #kratz
Ich habe in all den Jahren NIE solche Erfahrungen machen müssen, gott sei dank.

Denkst du wenn du arbeitst, hören diese Sprüche auf?
Es steht dir schliesslich nicht auf der Stirn geschrieben, das du arbeitest ;-)

Ihr lebt nicht vom Staat, also kannst du so viele Kinder bekommen , wie du möchtst, es geht niemanden was an!

Meine Freundin hat eine ganz normale Ausbildung Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau gemacht, sie ist jetzt alleinerziehend mit zwei Kindern, und krebst am Existenzminimum herum!!
ABER sie kann nicht mehr arbeiten gehen, sie geht ja schon Vollzeit..
Bekommt auch ergänzend ALG2, hätte sie sich noch weitergebildet, dann wäre die Familienplanung wohl erst mit Mitte 35 realistisch geworden.

Du kannst später immer noch arbeiten gehen, wenn deine beiden Kinder dann im Kindergarten sind, du hast deine Ausbildung schon in der Tasche.
Und eine Weiterbildung ist sicher auch noch möglich, du bist noch so jung, dir stehen noch viele Türen offen.

Ich wünsche Dir alles Gute #herzlich

Beitrag von rosalinde.x 05.10.10 - 10:40 Uhr

Hallo Sabrina,

noch eine Ergänzung zu
"Ich habe schon von fremden Frauen auf der Straße zu hören bekommen ich solle doch erst mal arbeiten und in die Staatskasse einzahlen bevor ich mein Kind von ihren Steuern ernähre. "

Darauf kannst du antworten (wenn du es überhaupt nötig hast zu antworten):
"Meine Kinder bezahlen später Ihre Rente!"

Liebe Grüße

Beitrag von martina65 05.10.10 - 11:02 Uhr

Hi

vor allem kommen solch Kommentare oft von der Generation die selbst jung Mutter geworden sind ;-)

Beitrag von windsbraut69 05.10.10 - 11:06 Uhr

"Darauf kannst du antworten (wenn du es überhaupt nötig hast zu antworten):
"Meine Kinder bezahlen später Ihre Rente!" "

...falls es keine Mädchen sind....

Beitrag von 1familie 05.10.10 - 19:39 Uhr

Welche Rente? Wenn die Kinder gross sind, wird es keine Rente mehr geben.

Beitrag von mimi1410 05.10.10 - 10:48 Uhr

Hi,

wenn du mit der Rollenverteilung klar kommst - warum dann nicht?
Hör nicht auf das Gequake von anderen - es ist eure Familie und gut so.
Wenn du tatsächlich eine andere Ausbildung machen möchtest, sollstest du diese jedoch anfangen, bevor die Kinder in die Schule kommen - Arbeitszeiten und Grundschulzeiten lassen sich nur schwer verbinden!

LG Mimi

Beitrag von berry26 05.10.10 - 10:53 Uhr

Hi Sabrina,

also ich denke das es ganz alleine DEINE Entscheidung ist. Du solltest dir nur bewusst machen, das du momentan komplett von deinem Mann abhängig bist. Du bist in keinster Weise abgesichert fürs Alter (nehme ich jetzt einfach mal an#hicks) und wenn dein Mann dich verlässt oder ihm etwas passiert, dann hast du ein großes Problem! Natürlich ist sowas "Schwarzmalerei" aber das Leben läuft leider nicht immer so wie wir uns das vorgestellt haben.

Ich persönlich würde es nie darauf ankommen lassen, aber wie gesagt ist das deine Entscheidung, die auch jeder zu akzeptieren hat. Ich finde allerdings auch nicht das sich Familie und Beruf ausschließen!

Was andere zu deiner Entscheidung sagen, sollte dir aber relativ egal sein!
Lass dich nicht unterkriegen und steh einfach dazu!

LG

Judith

Beitrag von ayshe 05.10.10 - 10:53 Uhr

##
Mein Mann sieht das übrigens genau wie ich. Er möchte gerne 2-3 Kinder. Wir lieben unseren Sohn so sehr und können uns nichts schöneres vorstellen als Kinder zu haben.
Finanziell geht es uns gut genug um diese klassische Rollenverteilung so auszuleben.
Ich habe nur das Gefühl, dass die meisten Leute das heute gar nicht mehr akzeptieren können.
##

Ihr seid euch einig, das ist doch das einzig entscheidende an der Sache.



##
Ich denke die ganze Zeit schon darüber nach wie ich meinen Eltern meine Entscheidung erklären kann und wie ich argumentiere wenn ich wieder von wildfremden oder flüchtig Bekannten blöde Sprüche anhören muss. Am liebsten würde ich mir ein Schild auf die Stirn kleben auf dem steht: Ja, ich bin jung, aber ich lebe nicht vom Staat.
...
Wieso bekommt man es als junge Mutter so schwer gemacht? Mein Mann und ich sind glücklich damit so jung Eltern zu sein. Wir wollen es nicht anders. Kann man das nicht eifnach akzeptieren wenn man es schon nicht versteht?
##

Es wird einem nicht schwer gemacht.
IHR laßt euch nur fremdbestimmen und von anderen drangsalieren.
Vllt weil ihr jung seid?

Hast du so große Angst vor anderen Leuten, vor Fremden und vor der Familie, daß du deine eigenen Träume und Entscheidungen von ihnen treffen läßt????


Es ist euer Leben, eure Planung.


Ihr solltet allerdings so weit erwachsen werden, daß IHR eure Entscheidungen trefft und euch nicht von Sprüchen anderer bestimmen laßt.

Beitrag von windsbraut69 05.10.10 - 11:11 Uhr

Dem schließe ich mich an.
Wenn ich 100% überzeugt hinter meiner Entscheidung stehe, lasse ich mich nicht dermaßen von den Ansichten anderer verunsichern.

LG

Beitrag von e-milia 05.10.10 - 10:57 Uhr

Also für mich hört sich das so an, als ob es dich und deinen Mann glücklich machen würde, jetzt erst mal für die Familie zu leben, sprich noch weitere Kinder zu bekommen und nach dem klassischen Rollenmodell zu leben.
Dann tut dies auch!!! Alles andere würde dich unglücklich und unzufrieden machen.
Da du schon eine abgeschlossene Ausbildung hast, bist du doch für alle Eventualitäten in der Zukunft abgesichert: Scheidung/ Krankheit des Partners etc.
Und solltest du in ein paar Jahren, wenn die Kinder aus dem Gröbsten raus sind, das Gefühl haben unausgelastet zu sein, kannst du entweder wieder in deinem gelernetn Beruf arbeiten oder du machst dann vielleicht sogar noch mal etwas ganz Neues.
Du bist noch so jung und alle Möglichkeiten dieser Welt stehen dir offen.
Auch mit Ende zwanzig/ Anfang dreißig kannst du noch eine andere Ausbildung machen oder das Abi nachmachen und Studieren oder, oder, oder...
Lass dir von niemandem reinreden. Tu das was dich glücklich macht, du hast nur dieses eine Leben (wahrscheinlich ;-) )!
Ich habe auch erst mehere Jahe in meinem Traumberuf gearbeitet, dann nebenbei Grundschullehramt studiert, danach geheiratet und meinen Sohenmann bekommen und jetzt, wo er in die Krippe gehen kann, mache ich erst das Referendariat fertig.
Viele haben mir mit Anfang zwanzig gesagt, ich solle gleich studieren/Ausbildung machen. Doch ich habe erst mal das gemacht, was mich erfüllt hat.
Nach dem Studium haben dieselben Leute gesagt, ich solle gleich das Referendariat machen, bevor ich Kinder bekomme. Aber ich und mein Mann wollten unbedingt Kinder haben und zwar jetzt und nicht erst mit Mitte dreißig.
Und nun bin ich eine überglückliche Mama und zugleich mit meinen beruflichen Entscheidungen zufrieden, weil ich im Leben immer das gemacht habe, was für mich richtig erschien und nicht das, was andere für richtig hielten.
Denn diese Leute müssen ja auch nicht mit deinen Entscheidungen leben.
Liebe Grüße

Beitrag von kikaninchen 05.10.10 - 11:02 Uhr

Hallo!

Weißt Du, ich denke Du solltest auf Dein Bauchgefühl hören.
Ich gebe Dir Recht: Der gesellschaftliche Druck kann enorm spürbar sein.
Mir geht es gar nicht so unähnlich wie Dir.
Ich bin mit 23 Jahren absolut geplant, gewollt, gewünscht schwanger geworden, sah aber deutlich jünger aus. Ich hatte einen super Schulabschluss, Fachabitur, eine abgeschlossene Berufsausbildung und sogar 3,5 Jahre Berufserfahrung NACH der Ausbildung, als unsere Tochter kam. Sowas steht einem aber nun mal nicht auf der Stirn geschrieben.
Meine Grenzerfahrung war Folgende: Wir sind recht knapp vor der Entbindung noch in eine große Wohnung mit Garten umgezogen und steckten mitten in der Renovierung. Dementsprechend sah man nicht immer wie aus dem Ei gepellt aus. Wir kamen also eines Abends von der Baustelle, waren fix und fertig und wollten nur eben schnell im Supermarkt noch was zu Essen holen. Ich war damals im 8. Monat also schon seeehr schwanger. ;-) Als ich an der Kühltruhe stand und das Sortiment begutachtete sagte eine Dame mittleren Alters laut zu ihrem Mann:
"Guck mal, da wächst die nächste Generation Hartz IV Empfänger heran. Immer diese jungen Weiber, die keinen Bock haben zu arbeiten und wahllos Kinder ausbrüten!"
Ich war richtig geschockt und völlig verunsichert. Solche Dinge passierten öfter. Allein schon die blöden Blicke, die man in der Stadt erntete oder so.

Ich hab ne Weile gebraucht um damit umgehen zu können. Mittlerweile stehe ich darüber.
Ich hab mir irgendwann eins klar gemacht:
Das ist MEIN Leben. UNSER Leben. Wenn mich an der Supermarktkasse jemand blöd anschaut, weil ich es wage mit Mitte 20 ein Kind großzuziehen ist das NICHT MEIN Problem!!! Denn diese Person wird mich nach spätestens 5 min wieder vergessen haben.
Ich lebe mein Leben nicht um anderen Leuten zu gefallen oder für ein wohlwollendes Nicken von irgendwelchen Leuten, die mir am A... vorbei gehen.
Am Ende meines Lebens muss ICH zurück blicken und sagen: Es war gut so. Ich war glücklich.
Klar, sowas kann man jetzt noch nicht wissen, aber man kann alles dafür tun.
Man kann sich nicht immer für alle Eventualitäten absichern. Das geht nicht.
Du hast eine abgeschlossene Berufsausbildung. Das ist doch schon mal viel wert.
Dein Mann und Du seit Euch einig über Eure Lebensvorstellung. Und ihr scheint Euch Eurer Lebensmodell auch leisten zu können.
Alles Andere ist erstmal unwichtig.
Mir ist im ersten Lebensjahr meines Kindes etwas aufgegangen, was mir vorher noch nicht klar war - gar nicht klar sein konnte:
In 20 Jahren werde ich mich nicht mehr daran erinnern, dass ich am Mittwoch ein interessantes Meeting hatte oder einen lustiges Kundengespräch. Aber in 20 Jahren werde ich mich sehr wohl noch daran erinnern, wie es war als meine Tochter ihr erstes Wort gesagt hat, ihre ersten Schritte gemacht hat, wie sie mit großen Augen begonnen hat die Welt zu entdecken.
Oder wie sie plötzlich sehr krank wurde und ich nächtelang an ihrem Bett gesessen habe und 10 "Kinder krank Tage" im Jahr nicht ausgereicht hätten um für sie da zu sein.

Dabei bin ich ein Mensch, der sehr gern arbeitet und sich nicht mit mieser Laune ins Büro quälen muss. Aber ich habe meine Prioritäten neu geordnet.

Meine Meinung ist: Jeder muss das für sich selbst entscheiden. Ganz für sich allein. Die Eine möchte lieber zu Hause bleiben, dann ist das gut so.
Die Andere fühlt sich einfach wohler, wenn sie weiter ihrem Job nachgehen kann. Dann ist das genauso gut. Und die Nächste hat vielleicht aus finanziellen Gründen gar keine andere Wahl, obwohl sie es lieber anders hätte. Dann verdient soviel "Augen zu und durch" erst Recht Respekt!
Aber wenn man eine Wahl hat, sollte man die auch so treffen wie man selbst am glücklichsten ist. Das muss man mit dem Partner und den Kindern vereinbaren und mit sonst niemanden.
Du lebst Dein Leben nicht zum Wohlgefühl der Nachbarn.

Auch nicht für die eigenen Eltern. Ist zwar blöd und unschön, wenn die Eltern "enttäuscht" reagieren, weil das eigene Kind nicht den Erwartungen entspricht aber im Endeffekt wollen die meisten Eltern doch auch nur, dass Sohn oder Tochter glücklich ist.
Die einen sind entsetzt, weil sie selbst das traditionelle Rollenmodell noch für das Beste halten und die Tochter aber plötzlich auch Karriere machen möchte und die Anderen sind enttäuscht, weil sie selbst große Pläne und Hoffnungen für die Tochter hatten, aber die sich als Hausfrau und Mutter am Wohlsten fühlt.

Du hast das schon ganz richtig gesagt:
>>Ich habe nur das Gefühl, dass die meisten Leute das heute gar nicht mehr akzeptieren können. Jetzt wo Frauen auch Karriere machen "dürfen". <<

Das scheint tatsächlich so zu sein. Kann Dir aber egal sein. Die Leute haben nämlich alle etwas Grundlegendes nicht verstanden.
Emanzipation heißt, dass Frauen heute endlich alles machen KÖNNEN was sie wollen. Nicht, dass sie alles machen MÜSSEN!

Und wenn man die Wahl hat, dann soll man auch wählen können. Und es wird verdammt noch mal Zeit, dass wir - und damit meine ich vor allem UNS FRAUEN!!!!! (die sind untereinander doch immer am Schlimmsten...)- aufhören um dieses Thema solche Grabenkämpfe zu veranstalten.
Freuen wir uns über die Wahlmöglichkeit und wählen wir so, wie es für uns richtig ist. Und wenn jemand gern beruftätig ist: Super! Viel Spaß, viel Erfolg, ein gutes Leben...
Und wenn jemand lieber Hausfrau ist: Super! Viel Spaß, viel Erfolg, ein gutes Leben...

Puh, das ist lang geworden.
Also, unterm Strich:
Trefft Eure Entscheidung so, wie Ihr damit glücklich werdet!!!

Alles Gute für Euch.

Beitrag von sue20 05.10.10 - 12:09 Uhr

Hallo,

also Ich könnte auf keinen Fall ur Hausfrau und Mutter sein.Nicht wegen der finanziellen Geschichte...
Überlege dir gut, ob dein Plan funktioniert!Mal anenommen du möchtest nach 6-7Jahren wieder arbeiten...Toll, du hast eine Ausbirlung!Aber Berufserfahrung? Zwei Kinder (mind.)Hmm,wird schon schwieriger!
Wenn ihr es euch finanziell erlauben könnt und du glücklich damit bist-warum nicht!
Nur bedenke, das es bei einer evtl. Trennung/Scheidung nicht so rosig aussehen wird...Lass es zehn/fünzehn JAhre sein....deiner Kinder sind groß/größer,aber du hast gar nichts-außer eine Ausbildung vorzuweisen und jahrelange Hausfrauenarbeit!
Was ist in 50-60JAhren? Verdient dein Mann dann immer noch gut,das er dich auch ohne(oder geringe) Rente mit "durchbringen" kann?
Altersvorsorge.....
Deine eigene Zufriedenheit
die finanzielle Zukunft
usw...
Sind Punkte, die trotz eines Kinderwunsches, bedacht werden sollten!

Vg Sue

Beitrag von starshine 05.10.10 - 12:19 Uhr

Egal wie man bzw. frau es dreht, wir werden immer den einen oder den anderen Vorwurf hoeren.

Ich musste arbeiten gehen weil es mein Ex nicht auf die Reihe bekommen hat und habe die Familie immer alleine ernaehrt. Ich kriege manchmal zu hoeren ich sei ein Karriereweib und warum ich denn Kinder habe wenn ich nie zuhause bin :-(

Ich habe einmal darauf geantwortet, dass ich die Kinder ja nun nicht an der Tankstelle aussetzen kann nur weil das Leben anders gelaufen ist als geplant...

Es ist Euer Leben und das solltet Ihr fuehren wie Ihr das fuer richtig haltet. Man kann es eh nicht allen Recht machen.

Ich stimme allerdings denjenigen zu, die Dir raten Deinen Job nicht aus den Augen zu lassen. Frau sollte immer darauf vorbereitet sein, dass das Leben eben vielleicht nicht so laeuft wie man das plant. Deinem Mann koennte auch etwas passieren oder er koennte arbeitslos werden und Du muesstest die Familie ernaehren... immer darauf gefasst sein, dass frau mal Geld verdienen muss...

Alles Gute wuensche ich Dir - und macht so viele Kinder wie es fuer Euch gut ist!

Beitrag von braut2 05.10.10 - 12:26 Uhr

Hallo Sabrina,

es ist eure Sache wie und was ihr macht. Es gibt durchaus auch genug ältere Eltern bzw. Mütter, die nicht viel mehr aufzuweisen haben wie Du bzw. wie ihr.
Natürlich ist es wichtig zu wissen das man einen Job hat und in ihn zurückkehren könnte wenn es "sein müsste". Bei euch muss es derzeit nicht sein und ihr wollt beide noch Kinder. Wir wollten das auch, wenn auch ein paar Jahre später ;-) Aber wir bekommen jetzt unser 3.Kind und ich bin auch von Erziehungszeit zu Erziehungszeit geschlittert.
Ich weiß aber, wenn ich für die Kleinste den Krippenplatz habe, kann ich wieder zurück in meinen Job. Wenn der bis dahin noch existiert, denn das weiß man ja auch nie so genau :-) Aber selbst dann bin ich nicht resigniert, dann weiß ich mir auch weiter zu helfen. Das scheinst Du ja auch zu wissen. Und allein das Du Perspektiven hast und weißt was Du willst und es auch tun würdest.........zeichnet Dich schon aus, mehr als bei manch anderen.

Also: lasst euch nix einreden. Ihr seid jung, ja. In dem Alter wär mir noch nie eingefallen ein Kind zu haben, aber das ist jedem seine Sache :-p
vlt liegt es auch etwas am Alter das man die Meinung von "anderen" mehr annimmt als mit 31. Davon müsst ihr euch losmachen, sonst hast Du die "Einmischung" noch jahrelang.

Lg b2

Beitrag von bruchetta 05.10.10 - 12:53 Uhr

Grundsätzlich finde ich das schon okay und ich bin die letzte, die sagt, als Mutter "muss" man wieder arbeiten.

Allerdings finde ich das bei Dir etwas schwierig. Du kannst ja höchstens gerade mal so die Ausbildung fertig gemacht haben bevor das Kind kam.
Wenn Du jetzt noch mal jahrelang pausierst (wegen zweitem Kind), ist es sicher schwer bis unmöglich, wieder beruflichen Anschluß zu finden.
Es kommt nich gut an, wenn jemand "nur" die Ausbildung hat und danach ewig nicht gearbeitet hat.

Ich würde mir, sobald es mit dem Kleinen möglich ist, eine Halbtagsstelle in Deinem Bereich suchen und dann bei der nächsten Schwangerschaft hast Du nach der Elternzeit wenigstens den Job sicher.
Beruflich umsatteln kannst Du dann immer noch, das Problem ist im Moment nur, den Anschluß ans Berufsleben zu finden.

Wenn die Kinder groß sind, hast Du kaum noch Sinn in Deinem Leben.
Wenn die Ehe scheitert, hast Du ein richtiges Problem.

Beitrag von litalia 05.10.10 - 12:58 Uhr

meine meinung: tue was dich/euch glücklich macht.

wenn du gerne mutter und haufrau bist und ihr es euch leisten könnt, warum nicht? es ist völlig unerheblich was andere leute sagen.

gut ist das du eine abgeschlossene ausbildung hast. hättest du jetzt keine und wärst vom staat abhängig könnte man das wesentlich kritischer sehen.

so bist du von deinem mann abhängig, wenn das für dich/euch kein problem darstellt dann ist das ok. ihr seid eine familie und das geld fliest in einen topf.

hör nich auf andere sondern lebt euer leben so wie es für euch richtig ist.
alles gute!

Beitrag von zoezoe2000 05.10.10 - 13:03 Uhr

Hallo Sabrina,

ich wurde mit 22 das erste Mal Mutter und kenne auch die Vorurteile. Allerdings habe ich eine Bekannte, die mit 41 das erste Kind bekommen hat, die musste sich auch einiges anhören :-p

Ich würde Dir aber auch raten, im Job zu bleiben. Ich arbeite Freitagnachmittags und jedes zweite Wochenende. Nach den ersten zwei Kinder habe ich nach einem halben, bei der Kleinen nach einem Jahr wieder angefangen.
Sollte sich mein Partner morgen von mir trennen oder tot umfallen (was ich beides nicht hoffe) bin ich wenigstens im Job drin und kann noch aufstocken.

Aber, egal wie Du es machst- Du und Dein Mann müssen damit glücklich sein. Lass Dich nicht von anderen beeinflußen, die sollen erst mal vor der eigenen Tür kehren.

Alles Gute!

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