zu wenig Milch

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von niddl81 05.10.10 - 14:22 Uhr

Hallo ihr,
Habe gerade etwas Probleme mit dem Stillen...ich hoffe ihr könnt mir vielleicht einen Rat geben. Letzte Woche hatte ich schonmal das Problem dass mein Kleiner nicht mehr satt wurde und sich ständig von der Brust weggedrückt hat. Ich habe daraufhin meine Habamme um Rat gefragt und die meinte ich solle ihn so oft wie möglich anlegen, Malzbier und Stilltee trinken und kaloriernreich essen, dann wird das auf jedenfall wieder klappen. Gesagt, getan und sie hatte recht es wurde besser. In der zwischenzeit war ich dann noch beim Kinderarzt wegen einer Erkältung und dieser sagte zu meinen Schwierigkeiten, dass man in einer solchen Situation aber auch bedenkenlos etwas zufüttern könnte. Die Milchproduktion wird sich schon wieder einpendeln und das wird dann schon besser wenn er aus einem Wachstumsschub wieder draußen ist. Nun habe ich mir zur Sicherheit mal ne Packung Pre-Nahrung gekauft, dass ich dann im Notfall was da habe. Jetzt ist das gerade mal ne Woche her und es fängt schon wieder an, dass ich weniger Milch habe. Er meckert dann nach dem Stillen die ganze Zeit und wenn ich ihn versuche anzulegen drückt er sich weg...Habe ihm nun ein Fläschen gemacht und siehe da er hat nochmal 150 ml getrunken.Jetzt schläft er und ich bin ratlos. Habe eben doch Angst dass sich das mit der Milchproduktion verschlechtert wenn ich zufüttere. Andererseits kann ich ihn ja auch nicht Hungern lassen....Was würdet ihr tun? Danke schonmal für die Antworten..
LG Nicole und der hungrige Lenny

Beitrag von qrupa 05.10.10 - 14:30 Uhr

Hallo

was ich tun würde? Flasche weglassen und nach Bedarf stillen. Ein nach Bedarf gestilltes Baby hungert nicht. Hungern würde es nur wenn du ihm trotz seines Verlagens nichts geben würdest.

LG
qrupa

Beitrag von schokomuffin88 05.10.10 - 14:34 Uhr

Je öfter Du dein Muckelchen anlegst, desto mehr Milch wird gebildet...
Das stellt sich dann ganz von alleine ein, dauert halt nur ein wenig..
Sodass er öfter nach der Brust verlangen wird...

Beitrag von lilly7686 05.10.10 - 14:37 Uhr

Hallo!

Also erst mal haben 99% der Kinderärzte absolut keine Ahnung vom Stillen. Die Milchproduktion pendelt sich eben NICHT ein, wenn man Flasche gibt.

Mich regt das immer wieder auf, wenn ich lese, welch bescheuerte Ratschläge manche Ärzte den Müttern geben!

Nein, ich würde keine Flasche geben!
Dass dein Baby aus der Flasche wesentlich mehr trinkt, ist klar. Ist ja auch viel leichter, da draus zu trinken, als von der Brust.

Wenn du nicht komplett abstillen willst, solltest du das mit der Flasche sein lassen.

Ich würde: weiter anlegen, so oft dein Baby Hunger hat. Und wenn er jede Stunde kommt, na dann bitte schön! Ist ja nicht schlimm eigentlich, oder? Je öfter dein Baby angelegt wird, desto mehr Milch wird produziert. Gegenteil: je weniger du anlegst und je mehr Flasche du gibst, desto weniger Milch wird produziert (Nachfrage regelt die Produktion!).

Stilltee: nicht mehr als 4-6 Tassen pro Tag! Wenn du zu viel davon trinkst, kann der Tee das Gegenteil von dem Bewirken was du eigentlich willst.

Malzbier würd ich an den Stilltee anpassen. Wenn du ein Glas Malzbier trinkst, dann dafür ne Tasse Stilltee weniger.

Nachdem in deiner VK nicht steht, wie alt dein Baby ist, noch ne andere Frage: könnte es sein, dass dein Baby einfach zu abgelenkt ist? Ich meine, manche Babys lassen sich einfach total schnell ablenken. Und dann vergessen sie das trinken oder wollen nicht mher, weil was anderes grad interessanter ist. Und dann haben sie natürlich nach ner halben Stunde wieder Hunger.

Wie gesagt, Flasche würd ich persönlich weg lassen. Das hilft deiner Milchproduktion nämlcih gar nicht. Eher das Gegenteil.

Liebe Grüße!

Beitrag von berry26 05.10.10 - 16:09 Uhr

Hallo,

leider hast du keine Angabe darüber gemacht wie alt dein Baby ist.
So wie du es beschreibst könnte es entweder ein großer Schub sein oder auch die Brustschimpfphase (um den 4. Monat rum) vielleicht sogar das Zahnen.

Egal was es ist, so gilt einfach anlegen, anlegen, anlegen. Bei einem Schub kann das durchaus auch mal Dauerstillen bedeuten, aber dein Kleiner wird nicht verhungern. Er muss nur die Milchmenge anpassen und das geht definitiv nicht mit der Flasche. Damit machst du das Problem nur noch schlimmer. Bei der Brustschimpfphase musst du einfach durch. Das Wegdrücken bedeutet dann nicht das keine Milch mehr da ist, sondern das er realisiert hat, das die Brust dir gehört und nicht ihm.

Wenn du Stillprobleme hast, solltest du dich beim nächsten Mal an eine qualifizierte Stillberaterin wenden. Kinderärzte haben leider meistens gar keine Ahnung und bei den Hebammen sieht es oft leider auch nicht so rosig mit dem Stillwissen aus wie es eigentlich sein sollte.

LG

Judith

Beitrag von lucaundhartmut 05.10.10 - 21:28 Uhr

Liebe Nicole,

Du hast richtig gehandelt, denn ein Baby sollte auf keinen Fall hungern müssen.

Hier noch ein paar Tipps:

Es gibt tatsächlich Frauen, die keine oder zu wenig Milch produzieren. "Schuld" daran können u. a. Probleme mit der Schilddrüse, zu wenig Brustdüsengewebe, vorangegangene Krebsbehandlungen, etc. sein (die Palette ist lang).

Gibt eine Mutter nach Bedarf die Brust bzw. bietet sehr häufig die Brüste an, kommt es manchmal vor, dass sich die Brüste wieder auf den Bedarf des Kindes einstellen.
Garantieren kann dies jedoch kein Mensch.

Milchanregend können Fenchel-, Kümmel-, Anistee, Bockshornkleesamen, Malzbier, Malzkaffee etc. sein. Man sollte dies jedoch in Maßen genießen, da es sonst evtl. kontraproduktiv wirken könnte bzw. die Mutter sehr dick werden könnte (vom Malzbier!).

Wenn häufigeres Anlegen nichts nützt, die Anlegetechnik korrekt ist, das Kind nicht mehr gut gedeiht / nicht mehr gesund ist, wenn das Kind eine nicht zu behebende "Brust-Saug-Schwäche" hat oder schlichtweg längere Zeit über nicht mehr richtig satt wird, kann es nötig sein, zuzufüttern.

Als Empfehlung gilt im Allgemeinen, Pre-Säuglingsmilchnahrung zuzufüttern. 1er-Milch ginge auch noch, aber Pre-Säuglingsmilchnahrung wäre besser.

Idealerweise würde man beim Zufüttern so vorgehen, dass man immer erst beide Brüste, dann das Fläschchen (mit der kleinsten Saugergröße und zudem mutterbrustähnlich geformt) gibt. Wobei man die Milch auch mit einem Löffel, Becher, Spritze/Fingerfeeder (muss man sich von einer gut ausgebildeten Hebamme oder Stillberaterin zeigen lassen) oder Brusternährungsset (muss man sich ebenfalls von einer gut ausgebildeten Hebamme bzw. einer Stillberarterin zeigen lassen) füttern kann.

Stilltee ist in Maßen zu genießen (maximal 4 bis 6 Tassen am Tag), sonst kann er kontraproduktiv wirken.
Zudem bietet er keine Garantie für Milchmengensteigerung, ebenso wenig wie Abpumpen (versuchen kannst Du es natürlich dennoch).

Versuche, Dich noch besser/regelmäßiger/ausgewogener/reichhaltiger zu ernähren, damit Deine Milch noch nahrhafter wird.
Denke auch daran, ausreichend zu trinken (allerdings nur wenig Kaffee, Schwarztee, Kohlensäurehaltiges).

Bedenke bitte auch, dass die Kleinen alle paar Wochen / Monate einen Wachstumsschub erleben, während welcher sie mehr Hunger / Durst bekommen.

Auf jeden Fall ist es ratsam, eine Premilch mit LCP zu nehmen, wenn man zufüttern muss oder möchte. Pre- oder Probiotik sind in der Regel nicht unbedingt notwendig.
Allergiegefährdete Säuglinge werden am besten mit HA-Milch zugefüttert, wobei viele an die Milch ihrer Mütter gewöhnte Kinder diese verweigern, weil sie einen besonderen Geschmack haben soll.

Weitere Tipps für Dich:

- Freunde/Bekannte/Verwandte bitten, Dir im Haushalt zu helfen und Einkäufe abzunehmen
- Freunde/Bekannte/Verwandte bitten, etwaige Geschwisterkinder/Haustiere zu betreuen
- ausreichend, ausgewogen und regelmäßig essen und trinken (wenig Kaffee und Schwarztee, lieber Wasser, 2 bis 4 Tassen Fenchel-, Kümmel-, Anistee, Malzbier)
- früh zu Bett gehen, morgens lange schlafen
- das Baby stets in der Nähe haben (es muss jedoch nicht am Körper getragen werden)
- das Baby (wenn es dies mag) im Tragetuch tragen


LG
Steffi :-)