Entwicklungsverzögerung Baby

Archiv des urbia-Forums Leben mit Handicaps.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von sonne312 05.10.10 - 14:53 Uhr

Hallo, normalerweise bin ich ja meistens nur stille Mitleserin hier im Forum, aber heute muß ich mir auch mal meinen Kummer von der Seele schreiben.

Mein Sohn Niklas ist 6 Monate alt und entwicklungsverzögert. Er kann noch nicht greifen, hält seinen Kopf noch nicht gut genug selber, dreht sich noch nicht vom Bauch auf den Rücken und stützt sich noch nicht gut genug hoch, wenn er auf dem Bauch liegt.

Wir wissen nicht genau, was die Ursache dieser Entwicklungsverzögerung ist. Es könnte zum einen damit zusammen hängen, dass er Mikrocephalie hat. Sein aktueller Kopfumfang ist 38 cm und damit deutlich unter der Linie im gelben U-Heft. Eine andere Ursache könnte sein, dass er 3 Blockaden im Rücken hatte, die leider erst mit 4,5 Monaten beseitigt wurden.

Wir machen seit Anfang August Krankengymnastik nach Vojta, aber es hat leider noch nicht viel gebracht, aber da muß man Gedult haben. Es dauert einige Monate bis es hilft.

Habe jetzt mit Niklas einen Pekip-Kurs angefangen. Hatte mich eigentlich sehr darauf gefreut, aber jetzt nach 2 Terminen dort würde ich am liebsten wieder aufhören. Es tut mir weh zu sehen, was andere gleichaltrige Babys alles schon so können und die Kursleiterin macht dann natürlich solche Spiele für diesen Entwicklungsstand. Letztes Mal lag Niklas dort mal auf dem Bauch und eine Kursteilnehmerin sagte daraufhin zu mir: "So angestrengt sah meiner aus als er 3 Monate alt war". Und das war sogar ne Bekannte von mir. Hat sich wohl nichts dabei gedacht, aber es hat mir getroffen. Vielleicht bin ich da auch etwas zu empfindlich.

Hat hier jemand ähnliche Probleme und kann mir von seinen Erfahrungen berichten?

LG Sonne

Beitrag von myimmortal1977 05.10.10 - 15:45 Uhr

Wie sieht es denn so mit seiner Muskelspannung aus?

Unser Sohn konnte sich erst mit 7 Monaten drehen, seinen Kopf (der recht riesig ist) konnte er kaum auf dem Bauch in die Höhe stemmen.

Das alles lag aber an seiner schwachen Bauch- und Nackenmuskulatur.

Mit 11 Monaten hat er sich das erste Mal von allein hingesetzt.

Gekrabbelt ist er nie, nur gerobbt, aber das in einem Affentempo.

Richtig allein gelaufen ist er erst mit ca. 1,5 Jahren.

Nun ist er gut 2 einviertel. Und spricht fast kaum ein Wort. Aber verstehen tut er alles!!! Unsere KiA hat ihn getestet und hat uns bestätigt, dass er uns nur "verschaukelt". Er ist sprechfaul. Er hat einen recht hohen passiven Wortschatz (passiv bedeutet, Du gibst ihm gewisse Anweisungen und es passiert dann genau das was Du willst. Und legt somit auch eine gewisse Intelligenz zu tage.

Wir bekamen einmal Krankengymnastik für ein halbes Jahr nach Bobath, Vojta ist eigentlich nur für etwas größere Kinder geeignet. Vojta spricht ja auf Druck oder Kniff gewisse Reflexbewegungen beim Kind an, Bobath dehnt und stärkt und lockert die Muskulatur.

Also, ganz ehrlich, in all der Zeit hat bei uns niemand von Entwicklungsverzögerung gesprochen. Ich sehe in meinem Sohn auch keine Entwicklungsverzögerung, höchstens einen kleinen Mann, der sein eigenes Tempo in einigen Dingen hat und der uns auch manchmal ganz gern zum Narren hält.

Vergleiche niemals Dein Kind mit anderen Kindern. Du wirst immer das eine oder das andere finden, was andere Kinder besser oder schlechter können. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo. Jedes!!!!!

Lass Dich von anderen Kindern und deren vermeintlichem Können nicht entmutigen, sondern übe und bestärke Dein Kind in dem, was er schon kann!!!!!

Geh mit ihm in Krabbelgruppen!!!! Denn ein Kind lernt von anderen Kindern und guckt sich Dinge ab. Der Kontakt mit anderen Kindern ist wichtig für seine geistige und körperliche Entwicklung.

Sprich mal mit Deiner KiA oder mit der KG, ob ihr nicht mal für ein halbes Jahr nach Bobath turnen könnt. Wiederhole die Übungen täglich zu hause!

Übrigens kann eine KG manchmal sogar besser als ein Arzt abschätzen, ob das Kind ein geistiges oder körperliches Defizit hat.

Die geistige und die körperliche Entwicklung hängen immer zusammen. Ohne körperliche Anreize wenig geistige Entwicklung.

Euch alles Gute, Janette

Beitrag von sonne312 05.10.10 - 16:26 Uhr

Hallo Janette,
danke für deine Antwort. Niklas Kinderärztin hat uns bei der U4 die KG nach Vojta verschrieben nachdem sie ihn hinsichtlich seiner Entwicklung untersucht hat und mir einige Fragen zu seiner Entwicklung gestellt hat.

Außerdem hat sie den Verdacht auf vorzeitigen Verschluß der Fontanelle geäußert (nach Tast-Untersuchung und Messung des KU) und uns zu einer Ultraschall-Untersuchung des Kopfes in die Kinderklinik geschickt. Dort wurde zuerst die Ultraschall-Untersuchung gemacht. Dann wurde noch ein MRT (Röhre), ein EEG und ein Röntgen-Bild des Schädels gemacht. Außerdem wurde Niklas noch auf Stoffwechselkrankheiten getestet. Bei all diesen Untersuchungen wurde nichts krankhaftes festgestellt. Die Neurologin in der Kinderklinik meinte es sähe nicht so aus, als ob die Fontanelle schon zugewachsen ist, aber ganz genau könnte man das nur mit einer Mehrschicht-Röntgenaufnahme feststellen. Diese wäre aber mit einer hohen Strahlenbelastung verbunden und würde nicht so ohne weiteres gemacht. Sie hält diese Aufnahme bei Niklas in Moment nicht für notwendig.

Die Neurologin in der Kinderklinik hat sich auch Niklas Entwicklung angeschaut und meinte seine Entwicklung wäre auffällig. Was sie genau damit meinte, hat sie mir nur sehr wenig erklärt und ich war in dem Moment so geschockt, dass ich nicht weiter nachgefragt habe. Das werde ich auf jeden Fall beim nächsten Termin nachholen. Wir müssen am 29. Oktober wieder zur Entwicklungsstand-Kontrolle. Na ja, da muß ich wohl erst mal abwarten, was dabei heraus kommt.

Klar weiß ich das man Kinder nicht miteinander vergleichen soll, aber wenn man gesagt bekommt, dass die Entwicklung des eigenen Kindes auffällt ist, dann schaut man halt mal, was denn wohl die Ärztin damit meint und was die anderen Kinder halt schon so können. Das ist, glaube ich, automatisch so.

Wir machen KG nach Vojta, weil es uns die Kinderärztin so verschrieben hat, weil sie diese Art der KG für dringend notwendig für Niklas hält. Die Krankengymnastik macht aber auch Übungen nach Bobath und Cranicho Sakral mit Niklas. Vojta ist schon recht hart. Niklas schreit immer sehr dabei, aber ich weiß ja das es nicht ist, weil es ihm weh tut, sondern weil es so anstrengend ist. Aber trotzdem ist es immer sehr schwer für mich, vor allem wenn ich diese Übungen selber mit ihm machen muß.

Wie es mit seiner Muskelspannung aussieht, weiß ich nicht. Da hat noch nie jemand etwas zu gesagt. Aber was ich so als Laie erkennen kann, würde ich sagen sie ist ok.

LG Sonne

Beitrag von kati543 05.10.10 - 16:27 Uhr

Ich kann dich verstehen, wenn du am liebsten nicht mehr zu Pekip und normalen Krabbelgruppen gehen willst. Mir ist es auch so gegangen und ich bin dann nicht mehr dort gewesen. Permanente Vergleiche schaden nur.
Versuche doch dein Kind mal bei der Frühförderung anzumelden. Bei uns gibt es Gruppenförderung im Rahmen der Frühförderung - mein Jüngster geht da in den Spielkreis. Das entspannt Kind und Mutter ;-) Maximal 8 Kinder werden da von 2 Pädagogen betreut, die mit ihnen pädagogisch sinnvolle Spiele entsprechend ihrer Entwicklung machen. Die Mamas können zusehen oder im Nebenraum Kaffee trinken.

Beitrag von sonne312 05.10.10 - 16:40 Uhr

Hallo kati,
danke für den Tip mit der Frühförderung. Werde mal bei der Frühförderstelle anrufen.

LG Sonne

Beitrag von geli0178 05.10.10 - 17:12 Uhr

Hallo,

mein Niklas ist inzwischen fast sechs Jahre und von den Startschwierigkeiten ist nichts mehr zu merken. Von den Höhen und Tiefen schreibe ich Dir mit Absicht nicht, aber es hat sich gelohnt :-). In wenigen Wochen wird er hoffentlich regulär eingeschult werden und das war immer unser Ziel.

Wir sind seit kurz nach der Geburt in einer Frühfördereinrichtung wo geziehlt gefördert wird. Am Anfang war es Therapie nach Voitja und Bobath. Danach wurde es als Komplexleistung mit Logo uä. Die Fortschritte am Anfang waren nicht sichtbar. Aber je älter er wurde umso besser ging es ihm und mir.
Ich habe im Laufe der Zeit aufgehört auf die Menschen zu hören die es zu gut aber auch nicht gut mit uns meinten. Durch die offene, ehrliche und freundschaftliche Art die wir mit der Therapeutin in den letzen knapp sechs Jahren aufgebaut haben wusste ich immer woran wir wirklich sind.
Die Frühförderung findet als Einzeltherapie statt was ich sehr begrüße und wird vom Sozialamt bezahlt.

Alles Gute

Geli

Beitrag von hen_rike 05.10.10 - 17:13 Uhr

Hallo Sonne,

mein Sohn hat auch eine Mikrozephalie und noch viele andere Baustellen. Tolle Tipps und "Trost" habe ich immer bei www.rehakids.de bekommen. Das ist ein Forum für Eltern mit "Sorgenkindern". Schau doch mal rein!!!

LG Henrike

Beitrag von chrissi2705 05.10.10 - 20:25 Uhr

Hallo Sonne,

ich kann Dich sehr gut verstehen. Aber bitte höre einfach nicht auf andere. Ich weiß selber........ leichter gesagt als getan.
Sei stolz auf deinen Sohn, so wie er ist. Und mach nicht den Fehler, zu vergleichen. Er ist so einzigartig wie er ist.

Unser Jonas ist auch entwicklungsverzögert. Eigentlich von Anfang an. Einen richtigen Grund dafür kann uns bis heute keiner sagen. Er kam 5 1/2 Wochen zu früh auf die Welt mit einer schweren Lungenentzündung. Sein Start war halt einfach schwerer als bei den anderen. Seitdem Krangengymnastik, Ergotherapie, Logopädie.........!

Ich kann Dir nur eines sagen: Gib nie auf und versuch einfach das beste für Dich und Dein Kind zu finden..........

Wie wäre es mit Babyschwimmen? Hat unserem Sohn irre Spaß gemacht und viel gebracht!

Wart ihr schon bei einer guten Osteopathin?

LG Simone

Beitrag von haruka80 05.10.10 - 22:24 Uhr

Huhu,

mein Sohn war auch entwicklungsverzögert und ich sprach oft von seiner Trinkschwäche, das er dies nicht kann, das nciht kann, das wir wieder zum Osteopathen, KG müssen und meine Mutter ist irgendwann mal die Hutschnur geplatzt. Sie machte mich total an, das ich doch mal sehen soll, WAS er kann ( Pinzettengriff mit 6 Mo, Mama, Papa sagen mit 8 Mo) und mein Bruder auch ohne Schiefhals (den mein Sohn hat, weshalb wir seit er 3 Mo alt ist KG nach Vojta machen) genau so langsam war.
Drehen mit 6,5 Mo, Robben mit 8 Mo, 4-Füßler und Stehen mit 9,5 Mo, Sitzen mit 10 Mo, dann kam n riesiger Schub und er krabbelte mit 11 Mo und lief mit 13 Monaten los und nix war mehr zu sehen von der Entwicklungsverzögerung von der KG, Arzt sprachen bis er 9,5 Monate alt war. Ich habe viel zu viel verglichen und mir so viele Sorgen gemacht, dabei hat er sich auch Dank der KG und Osteopathie super entwickelt. Seit 3 Wochen sind wir leider wieder bei der KG, der Sichelfuss wird nun behandelt. Aber gut, wies aussieht, ist das auch das LEtzte, er ist topfit und macht was er "soll". Ich bin unheimlich stolz auf ihn und mußte wirklich erst lernen zu schauen, was er alles kann und das durch den Schiefhals das Grobmotorische eben länger brauchte.

L.G.

Haruka

Beitrag von krokolady 06.10.10 - 09:10 Uhr

wurde die Mikrozephalie denn gescheit diagnostiziert?
Wurde ein MRT gemacht?

Wenn nicht.....besteh drauf. Erst wenn beim MRT nichts auffälliges zu sehen ist kann man eigentlich die weiteren Therapien einleiten.

Beitrag von kati543 06.10.10 - 10:42 Uhr

"Wurde ein MRT gemacht? "
Jetzt mußte ich gerade schmunzeln. Wir schieben schon seit Jahren das MRT vür Daniel und Omar vor uns her. Mal wollen wir nicht, mal sagen die Ärzte, dass es unnötig ist und mal wird vom KH wegen Notfall abgesagt.

Beitrag von krokolady 06.10.10 - 10:46 Uhr

naja....grad bei Microzephalie sollte doch wenigstens nen MRT gemacht werden um Gehirngröße etc. zu sehen.
Kann ja auch nen Balkenmangel oder so vorliegen......

Ich find es gibt Fälle wo ein MRT ganz wichtig ist........

Beitrag von kati543 06.10.10 - 11:20 Uhr

Ich weiß. Daher mußte ich ja schmunzeln. Mein Großer hat Microcephalus und der Kleine einen Trigonocephalus. Bei beiden wäre ein MRT eigentlich mal wichtig, aber es wurde einfach immer wieder verschoben. Irgendwie hat es sich immer so ergeben. Bei beiden wurde nur ein US durch die Fontanelle gemacht - als sie noch ganz klein waren.
Die Berichte sind immer so gefasst nach dem Motto: Ja irgendwann sollte das mal mit gemacht werden, ist aber nicht so dringend...
Der Neurochirurg schreibt: "Eine gelegentliche kernspintomographische Untersuchung des Gehirns zur Beurteilung der intracraniellen Anatomie wäre sicher aufschlussreich, wenngleich m.E. hieraus keine direkten therapeutischen Konsequenzen zu erwarten wären."
Das SPZ schreibt: "Die Anfertigung einer MRT Aufnahme des Schädels...könnten aus meiner Sicht zunächst zurückgestellt werden."
Das Krankenhaus schreibt: "Aufgrund der Gesamtsituation ist eine MR-tomographische Darstellung des Neurocraniums insb. zur Diagnose einer SOD mit ggf. hormoneller Regulationsstörung dringend erforderlich."
Der Genetiker schreibt: "Zusätzlich würde ich die ZNS Anomalien mittels cMRT noch abklären."
Und alle reden von dem selben Kind und alle kennen die gesamte Vorgeschichte. Nun sage mir, wie soll ich als Mutter entscheiden? Und daher musste ich einfach schmunzeln. Wir haben so viele Ärzte und alle meinen was anderes. Der Balken ist übrigens intakt - das wurde schon getestet.

Beitrag von sonne312 06.10.10 - 12:39 Uhr

Hallo krokolady,
ja, ein MRT wurde gemacht, ebenso ein EEG, eine Ultraschall- und eine Röntgenuntersuchung des Schädels. Alles war ok. Außerdem wurde noch eine Blutuntersuchung auf Stoffwechselkrankheiten gemacht. Dabei wurde aber auch nichts festgestellt.

Also soll jetzt erst einmal abgewartet werden, wie der Kopf von Niklas weiter wächst. Ende Oktober müssen wir wieder ins SPZ zur Entwicklungskontrolle.

LG Sonne

Beitrag von krokolady 06.10.10 - 12:58 Uhr

das ist doch schon mal super wenn da alles ok ist.

Therapiemässig in dem Alter ist natürlich KG prima, wobei ich denke das auf Dauer KG nach Bobath angebrachter wäre. Und dann die Frühförderung noch dazu.

Was Du selbst machen kannst ist mit ihm schwimmen gehen.....ist sehr gut für Kopf und Rückenmuskulatur, da die Kinder sich da automatisch versuchen duchrzustrecken.

Beitrag von alocin1970 06.10.10 - 20:11 Uhr

Ach, mit 6 Monaten kann man da doch noch nicht von Entwicklungsverzögerung sprechen. Nur mein Größter konnte sich mit 3,4 Monaten drehen, die beiden Kleinen auch erst später. Mein Mittlerer ist erst mit 13 Monaten gekrabbelt, auch dann erst gesessen, mit 19 Monaten gelaufen. Er hat eine schwache Muskulatur, hatte auch Krankengymnastik und Ergotherapie. Meine Jüngste ist auch erst spät gekrabbelt, erst mit 17 Monaten gelaufen und ist jetzt sowas von fit, die klettert mit knapp 2 allen davon. Auf dem Bauch haben sie alle drei nicht gerne gelegen. Lass dich nicht verrückt machen, es gibt solche und solche Kinder.

Liebe Grüße, Nicola

Beitrag von lia-mami 08.10.10 - 23:46 Uhr

Hallo liebe Sonne,

ich lese Deinen Bericht und lese mich selbst dabei. Mir geht es wie Dir und ich habe dieselben Gedanken und Gefühle wie Du, was das betrifft.... Pekip habe ich begonnen und anschl. abgebrochen, weil mir das zu sehr weh getan hat. Diese Vergleiche stellen kann man nicht umgehen, das kommt automatisch und kostet viel Kraft sie zu unterdrücken. Also habe ich abgebrochen und mich an die Frühförderstelle gewandt. Seitdem gehen wir regelmäßig zum Babyschwimmen und zur FF-Gruppe, die aus unterschiedlichen Kindern (0-2 Jahre) besteht.
Lt. unserem KA ist meine Maus entwicklungsverzögert - sei es körperlich als auch motorisch, geistig ist sie fit. Sie hat einen zu kleinen Kopf und ist dabei auch zu klein und zu leicht. Kann immer noch nicht von allein sitzen, dafür robbt sie durch die Gegend und versucht immer zu stehen, zu laufen und will eigentlich auch schon loskrabbeln, traut sich nur nicht. Ich war so verzweifelt, dass mich das sehr viel Nerven und Kraft gekostet hat, so dass ich jetzt Hilfe im Therapiezentrum gefunden habe - sie macht seit einem Monat erfolgreich Ergotherapie mit und beginnt zusätzlich mit KG. Nach Bobath hatten wir die ersten Monate, allerdings war das nicht so erfolgreich. ... Hat Dein Baby eine Muskelhypotonie bzw. Muskelhypertonie? Einen schrägen Kopf? Vielleiucht auch eine Wahrnehmungsstörung zwecks der Tiefensensibilität? Gewisser Reflex fehlt?Wurde von einem Syndrom gesprochen? ...

Was ich eigentlich grundsätzlich sagen will, DU BIST NICHT ALLEIN - vielen Müttern geht es so, nur sie reden nicht so offen darüber - wir sehen leider nur die üblichen Babys. Schau DU nach Deinem Baby und seinen Vorteilen, was es schon kann und freue Dich über die kleinen Fortschritte und versuche Dein bestes zu geben, indem Du zur Frühförderstelle/Babyschwimmen gehst, besuche so Ergotherapiestellen und KGs... Versuche alles mögliche. das hilft... Und falls Du die Krfat suchst, dann tue Dir zwischendurch was gutes um Kraft schöpfen zu können. Dein Baby braucht Dich.

Ich hoffe, ich konnte Dir etwas Mut und Hoffnung zusprechen.

LG lia-mami

Beitrag von sonne312 09.10.10 - 14:01 Uhr

Hallo lia-mami,
danke für deine einfühlsame Antwort. Ob mein Sohn Niklas eine Muskelhypotonie bzw. Muskelhypertonie weiß ich nicht, da hat seine Kinderärztin bzw. die Neurologin im SPZ nichts von gesagt. Einen schrägen Kopf bzw. eine Lieblingsseite und Blockade der Halswirbelsäule hatte er. Das ist aber dank einem sehr guten Ortopäden behoben worden. Ob er eine Wahrnehmungsstörung zwecks der Tiefensensibilität weiß ich nicht, das wurde (soweit ich weiß) auch nicht getestet. Ein Reflex fehlt nicht, die wurden alle von der KiÄ bzw. Neurologin getestet. Das war ok. Von einem Syndrom wurde nicht gesprochen. Die Neurologin sagte nur: "Seine Entwicklung ist auffällig". Was genau sie damit meint, dass hat sie mir leider nur sehr wenig erklärt. Haben am 29.10. wieder einen Termin im SPZ. Da werde ich auf jeden Fall noch mal genau nachfragen.

Machen seit Anfang August Krankengymnastik nach Vojta, aber das hat leider nicht nicht sehr viel gebracht. Aber da muß man wohl Gedult haben. Ich denke wir werden da wohl noch einige Monate hingehen müssen.

Habe beschlossen zu versuchen den Pekip-Kurs durchzuhalten, weil ich denke Niklas kann sich vielleicht auch was bei den anderen Babys abgucken. Letztes Mal hat er während der Pekip-Stunde eine Ring-Rassel viel länger festgehalten als er das zu Hause schafft. Da war ich ganz begeistert. Außerdem habe ich den Eindruck die Pekip-Leiterin hat sich Gedanken gemacht, was für Spiele sie machen kann, wo auch mein Sohn mitspielen kann. Bei der letzten Pekip-Stunde hat sie z.B. ein Netz über die Baby gehalten, auf dem dann Bälle hin und her gerollt wurden und die Babys konnten sich das ansehen. Das ist ja auch was für meinen Sohn.

Danke für deine Tipps bzgl. Frühförderstelle und Babyschwimmen. Werde mich mal erkundigen.

LG Sonne

Beitrag von paula74 12.10.10 - 16:23 Uhr

Hallo Sonne
Meine zwei Kinder sind/waren als Babies im grobmotorischen auch eher spät dran. Keines hat sich mit 6 Monaten gedreht, der Kopf schien auch immer schwer, gekrabbelt ist die Grosse nie, auch der Kleine robbt nur vor sich hin.... Sitzen konnte die Grosse mit 11 Monaten, der Kleine kann es jetzt auch noch nicht.
Der Riiiiiesenunterschied ist aber: bei meiner Grossen habe ich mir oft Sorgen gemacht und viel verglichen. Beim zweiten bin ich absolut gelassen! Selbst der direkte Vergleich mit 3 Monate jüngeren, krabbelnden Kindern schockt mich nicht, denn ich glaube daran, dass er es genauso gut lernen wird.
Wenn die medizinisch relevanten Dinge wie der Microcephalus Deines Sohnes gut abgeklärt sind, dann warte doch erst einmal ab und freu Dich über Dein Baby.
Ein gutes Buch über die unterschiedlichen Entwicklungsgeschwindigkeiten bei Babies ist übrigens: Babyjahre von Remo Largo.
Alles Gute,
Paula

Beitrag von sonne312 13.10.10 - 14:15 Uhr

Hallo Paula, das Buch von Remo Largo hab ich sogar irgendwo herum liegen, bin aber bis jetzt noch nicht dazu gekommen es zu lesen. Aber das sollte ich wohl unbedingt mal tun.

Die medizinisch relevanten Dinge sind bei Niklas eigentlich so weit abgeklärt, man könnte wegen dem Verdacht auf vorzeitigem Verschluß der großen Fontanelle nur noch ein Mehrschicht-Röntgen vom Schädel machen, aber wegen der hohen Strahlenbelastung soll das, lt. der Neurologin vom SPZ, wohl erst mal nicht gemacht werden. Die Neurologin meinte aber Niklas Entwicklung wäre auffällig und die KG nach Vojta wäre sehr wichtig. Wenn mal jede Woche zu dieser belastenden KG (belastend wegen Schreien) muß und solche Sachen von den Ärzten an den Kopf geschmissen bekommt, dann macht man sich natürlich Sorgen. Klar freu mich mich über mein Baby!

LG Silke

Beitrag von rubia71 14.10.10 - 14:42 Uhr

Hallo,

mein Kleiner hatte ein spät erkanntes Kiss Syndrom und war dadurch auch total entwicklungsverzögert und hat sehr viel geschrien, Muskulatur war durch Schonhaltung unterentwickelt etc.
Ich kann mich gut erinnern wie traurig ich in der Pekip Gruppe war, wenn ich sehen konnte dass andere schon krabbeln konnten und begeistert gespielt haben während mein Schatz sich nicht drehen konnte, die Spiele nichts für ihn waren etc.
Wir haben dann auch Vojta verschrieben bekommen und ich hatte ewig das Gefühl, dass es nichts bringt. Mit 11 Monaten kam dann plötzlich ein Riesen - Entwicklungsschub und er holte rasend auf, konnte plötzlich von heute auf morgen krabbeln und war aus der Pekip Gruppe sogar der Erste, der frei laufen konnte.
Damit hätte niemand gerechnet und Du kannst Dir vorstellen, wie blöd gerade die, die vorher immer so herablassend - mitleidig taten geschaut haben.
Heute (er ist 2) merke ich von den Startproblemen gar nichts mehr, beim Kinderturnen ist mein Spatz sogar sehr geschickt - und ich denke heute, dass ich mich damals viel zu sehr habe aus der Ruhe bringen lassen.

Alles Gute für euch!

Beitrag von sonne312 15.10.10 - 09:21 Uhr

Hallo rubia71, danke für deine Antwort. Das macht mir Mut! Ich hoffe das es bei uns eines Tages auch so sein wird, dass Niklas plötzlich einen Entwicklungsschub macht und alles aufholt.

LG Silke

Beitrag von xcherryblossomx 19.04.13 - 21:51 Uhr

Hallo Sonne,
ich habe deinen Beitrag gelesen und stecke mit meinem Sohn gerade in fast der identischen Situation.

Jetzt ist dein Beitrag ja beteits von 2010, daher würde es mich brennend interessieren, wie es bei euch weitergegangen ist und wie es Niklas heute geht.

Bin oft sehr traurig über die Entwicklungsverzögerung bei meinem Jonathan (8 Monate, kleiner Kopf, motorische Probleme), daher wäre es toll zu hören, ob es ein "Happy End" bei euch gab.

Viele Grüße

Beitrag von sonne312 23.04.13 - 19:35 Uhr

Hallo xcherryblossomx,

nein, leider gab es bei uns kein "Happy End". Niklas ist Ende letzten Monats 3 Jahre alt geworden und kann leider nicht laufen, leider noch nicht mal selbstständig sitzen. Sprechen kann er leider auch nicht. Leider haben wir noch immer keine genaue Diagnose, warum Niklas so ist wie er ist.

Aber laß dir von unserem Schicksal keine Angst machen. Jedes Kind ist anders und in Kindern steckt oft noch ein großes Entwicklungspotenzial.

Wenn du Lust hast, erzähl mir doch noch mehr von deinem Sohn: ob schon Diagnostik gemacht wurde, in welchen Bereichen er verzögert ist, etc. Gern auch per PN.

LG Silke

Beitrag von kcanda 05.09.13 - 20:22 Uhr

Hallo Sonne,
auch ich habe ziemlich das gleiche Problem wie du und es würde mich auch interessieren wie es bei euch weitergegangen ist!
Leider kein Happy End, mit euren Niklas, vielleicht kannst du mir dennoch mehr davon erzählen.

Mein Sohn war jetzt auch 6 Monate und der Kopfumfang stürzt auf der Perzentile ab, wir sind bei knapp 20 Prozent!
Wir sind auch seit der 7. Woche in Physiotherapie und dann noch Cranio und Voijta.
Mein Sohn ist auch total entwicklungsverzögert, d. h. er kommt in Bauchlage nicht ohne Hilfe in die Höhe.
Weiters greift er nach nichts, es interessiert ihn kein Spielzeug, schaut auch manchmal gar nicht nach, war das bei euch auch so?

Würde mich sehr freuen, wenn du dich bei mir meldest,
LG
kcanda

  • 1
  • 2