Es war mal wieder so weit - Wutanfall hoch 3

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Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von schwangeramos 05.10.10 - 17:21 Uhr

Hallo ihr Lieben,
jetzt muss ich mich mal wieder ablenken. Bin gerade ausgelaucht und traurig.
Meine Tochter ist jetzt 7 und hat regelmäßig ihre Wutanfälle. Diese kommen häufig aus dem nichts bzw. wg. Belanglosigkeiten. Heute ist eine gute Freundin zu Besuch mit der gestritten wurde. Im Verlauf dessen war unsere Tochter mal wieder nicht Herrin ihrer Gefühle.
Nach einem solchen Wutanfall ist sie traurig und weint oft, weil es ihr leid tut.
Ich denke, der Umgang mit negativen Gefühlen und die geringe Frustrations-grenze sind ein Stück weit persönlichkeitsbedingt.
Ich weiß, dass viele Kinder, insbesondere Mädchen, darunter "leiden". Wie löst ihr das Problem? Habt ihr Tipps?
LG Julia

Beitrag von sora76 05.10.10 - 19:49 Uhr

Hallo!

Das kenn ich auch. Meine Tochter ist 7 Jahre und ähnlich. Bei ihr war es im KiGa-Alter extrem schlimm. Wegen jeder Kleinigkeit hat sie sich aufgeführt wie ein Kleinkind. Sie hat Sachen durch die Gegend geworfen und gebrüllt wie am Spieß.

Bei meiner Tochter hat das auch etwas mit der Persönlichkeit zutun. Sie hat gern die Kontrolle und wenn die nicht da ist, kann sie ausrasten. Bekommt sie nicht ihren Willen kann das schon heftig werden.

In Kindergarten haben die damals folgendes gemacht: Wenn sie gemerkt haben, das meine Tochter fast explodiert ist (ihr sieht man das an), dann haben sie ihr gesagt: Ganz ruhig. Das ist jetzt so weil......
Wenn sie dann nicht ausgetickt ist, haben sie sie gelobt. Das fand sie ganz toll.

Jetzt ist es so, das ich ihr sage: wenn du sauer wirst, stampf einmal ganz doll mit dem Fuß auf.

Das sich Kinder streiten ist ja normal, aber Nachgeben/zurückstecken kann meine ganz und gar nicht. Aber wenn man miteinander Spielen will, dann muß man das hin und wieder mal. Geht ja nicht, das alles immer nach ihrer Nase geht. Das ist allerdings ein Lernprozess.

Ich habe mit meiner Tochter solche Situationen spielerisch geübt (mache ich heute noch). Wenn wir etwas gespielt haben, habe ich hin und wieder Konflikte heraufbeschworen mit denen sie klar kommen mußte. Das lief auch soweit ganz gut, das sie eher geredet hat, als wütend auszurasten (dann war das Spiel auch beendet).
Sie hat dann auch Kompromisse gefunden.

Schlimm ist es immer, wenn sie bei einem Spiel verliert......ohja, dann gehts ab. Da ist sie mal richtig stinkig. ;-) Da muß sie dann aber durch. Ist ebenfalls besser geworden.

Wenn sie jetzt wütend wird, dann stampft sie mit dem Fuß auf. Manchmal bekommt sie zwar noch einen Rappel, aber der ist bei weitem nicht mehr so stark wie früher.
Zuhause wird sie immer in ihr Zimmer geschickt (einfach aus dem Grund das wir so ein Gezeehter nicht dulden. Sie muß ja merken das es unangenehm ist, für alle Beteiligten.)
Da regt sie sich dann ab und nach 5 Min. kommt sie von alleine wieder raus und sagt das sie sich beruhigt hat. Früher wurde sie immer in ihr Zimmer gebracht. Heute geht sie von alleine. Danach reden wir immer darüber und es ist ihr auch bewußt das es jetzt blöd war.

Ist deine in der Schule? Ich kann nur sagen das es seitdem besser ist. Sie rastet in der Schule gar nicht aus. Sie ist zwar dann sauer bis zum Abwinken, aber reißt sich soweit am Riemen. Da lob ich sie dann auch.
Bestätigung ist sehr wichtig. Damit sie das weiter ausbauen kann.

Wie war das eigentlich mit der Freundin?
Bei meiner Tochter wissen die alle, das sie wütend werden kann. Die sagen dann immer: Die Zickt wieder rum.
Nach 5 Minuten gehts dann wieder und es ist so als wäre nie was gewesen.
Wenn ich dabei bin, dann sag ich auch das es so nicht geht und ich dann die Freundin nach Hause fahren muß. Meistens kriegt sie sich dann wieder ein, weil sie das eben nicht möchte. Ansonsten fahr ich sie dann auch nach Hause.

Würde sagen das man viel Geduld braucht, bis der Groschen gefallen ist und sie die Wut unter Kontrolle haben.
Es ist eben ein Gefühl das nicht so einfach zu Handhaben ist.
Wenn meine zickt, sag ich ihr das es so nicht geht und das man das Spiel eben beenden muß. Bin ja nicht immer dabei, aber woanders scheint es ganz gut zu laufen. So typische Ausraster hatte sie da noch nie.


Wirkliche Tips kann ich dir nicht geben. Ich gehe da sehr viel nach Gefühl. Wenn sie ausrastet dann ist das nur Zuhause und da darf sie das dann auch. Auch wenns dann 'nur' in ihrem Zimmer ist. Der Frust muß ja raus.
Momentan beschränkt sich das Sauer sein auf die Worte: Ich bin sauer auf dich! wütendes hochlaufen (stampfend) der Treppe und das Knallen von ihrer Zimmertür. Ich hör sie dann meist laut fluchend ihn ihrem Zimmer reden. ;-) Geht auch immer um Kleinigkeiten. Ob das so bleibt, weiß ich nicht. Ich finds momentan ziemlich angenehm. Kenn ich eben auch anders mit ihr.
Woanders hat sie sich soweit unter Kontrolle, da bin ich auch froh drum.

Unser Kinder werden das noch lernen, da bin ich mir sicher. Sie merken ja selber schon, das es Nachteile hat, solche Ausraster zu bekommen. :-)
Dann werden sie vorher schon merken das es nicht angebracht ist und sie nicht weiter bringt. Das muß eben immer gegeben sein, das sie damit auch nicht durchkommen.

Wichtig find ich: Immer wenn sie sich im Griff hat, ermutigen und Loben. Das stärkt ungemein.
Nicht selber sauer werden. Immer ruhig reden und auf keinen Fall rumbrüllen. Das facht das Ganze nur weiter an.

LG Sonja

Beitrag von schwangeramos 07.10.10 - 19:16 Uhr

Lieben Dank für deine lange Antwort. Du sprichst mir aus der Seele. Die Freundin ist von der Persönlichkeitsstruktur ähnlich gestrickt und hatte, glaub ich´, weniger Probleme als ich.
In der Schule gibt es bisher keine Wutanfälle - nur zu Hause (dann aber richtig). Nach dem Wutanfall am Dienstag erzählte sie mir weinend, dass sie ein Problem hätte, dass ich jetzt erstmal als "Luxusproblem" ansehen würde. Dennoch kann ich mir vorstellen, das es sie auch belastet. Sie ist sehr beliebt in der Schule. Es gibt kein einziges Mädchen aus der Klasse, was nicht schon hier angerufen hat um mit ihr zu spielen. In den Pausen wollen also immer mehrere Kinder mit ihr spielen - aber eben nur allein. Sie sagte mir wörtlich: Mama, ich sitze zwischen den Stühlen - immer muss ich einen verletzen, weil die andere Freundin nicht möchte, dass dieser eine mitspielt. - Nun ja, nicht dass der Grund für die Wutanfälle (dafür gibt es tatsächlich viel kleiner "Nichtigkeiten") - aber es ist doch interessant, was man in einer Phase "danach" alles erfährt.
Mein Mann hat übrigens auch eine niedrige Frustrationstoleranz und kann damit heute umgehen - insofern hoffe ich, dass unsere Tochter es auch noch lernen wird.
Vielen Dank Julia

Beitrag von sora76 07.10.10 - 23:07 Uhr

Hallo Julia!

Also meine Mutter hat gesagt ich sei ähnlich gewesen, nur nicht ganz so schlimm wie meine Tochter. Mein Mann ist auch Stur.....jo, die hat wohl beides geerbt und das ist schon ein hartes Los. :-)

Meine Tochter mag auch jeder. Sie hat eben auch sehr viel Fantasie und Ideen. Das mögen die Kinder. Auch wenn sie doch viel kommandiert. :-)

Ach, das wird schon. Die Kinder lernen das. Dauert eben bei unseren etwas länger. :-)

Denk auch das es für die Kinder nicht einfach ist. Aber mehr als danach in den Arm nehmen kann man ja nicht. Die Wut müssen sie selber in den Griff kriegen.

Sei froh wenn sie das nur Zuhause macht. Ich bin da echt Dankbar. Da können sie sich ja auch auslassen und das dürfen sie dann ja auch.
Irgendwo muß die Wut ja hin. :-)

LG Sonja

Beitrag von corinna2202 05.10.10 - 19:53 Uhr

hi

ich hab einen sohn der ist 6 und hat das leider auch! er ist dann wirklich nicht herr seiner sinne und ich hab mich sooooo lange gekränkt und als versagerin als mama gefühlt, ich hab alles probiert und NICHTS hilft wirklich.
er muß in sein zimmer und ein buch anschauen dass hilft noch am eheren aber wenn der wutanfall vorbei ist er ganz lieb und sucht meine nähe und will hören dass alles ok ist und ich ihn liebhabe. das hab ich auch aber es ist einfach sehr schwer sich da abzugrenzen...
wenn jemand aber ein allheilmittel kennt dann sind meine ohren offen!

mein sohn kam übrigens so auf die welt soviel dazu dass meine erziehung falsch ist, ja richtig gehört er kam so auf die welt, solange für ihn alles klar war war er das liebste baby wollte ich von ihm aber dass er sich in den autositz setzt (maxi-cosi) brüllte er sooooo lange bis ich ihn wieder herausholte, auch wenn wir eine stunde unterwegs waren ;-)

man muß sich als mama einfach damit abfinden dass man einfach der prellbock für die wut ist, denn bei meinen sohn war es noch NIE der fall dass er bei jemanden anderen ausser zu hause bei mama oder papa so einen anfall hatte :-< kann man jetzt positiv oder negativ sehen ich seh es positiv denn erziehung ist gelungen wenn sich die kinder bei anderen leuten zu benehmen wissen!

lg corinna

Beitrag von schwangeramos 07.10.10 - 19:20 Uhr

Liebe Corinna,
ich glaube auch nicht, dass wir etwas in der Erziehung falsch machen. Ich habe noch einen Sohn und eine Tochter (du hast ja auch noch mehr Kinder), die sehr ausgeglichen sind.
Im Moment der Wutanfälle ruhig zu bleiben, dass ist allerdings eine hohe Herausforderung, an der ich, je nach Stresszustand scheitere oder nicht.
LG Julia

Beitrag von mel1983 06.10.10 - 07:25 Uhr

Hallo Julia,

meine Tochter ist leider auch so.

Ganz schlimm war es zwischen 3 und 4 Jahren. Sie wird im Dezember 7.

Noch heute ist es so, dass sie die Wutanfälle teilweise bis zu 1 Stunde hinträgt, schreit wie am Spieß. Ich hab alles versucht - beruhigt auf sie einzureden, sie zu ignorieren oder leider auch mal laut werden.

Nichts hilft. Ich hab das Gefühl, sie schaltet ab.

Wenn alles vorbei ist, kommt sie weinend an und entschuldigt sich. Danach ist sie das liebste Kind.
Man redet mit ihr darüber und sie versteht es alles, bis zum nächsten Wutanfall, dann hat sie alles wieder vergessen.

Bisher war sie im Kindergarten und auch jetzt in der Schule das liebste Kind. Vorgestern hat sie es das erste Mal morgens in der Schule gemacht.
Aber nur solange ich da war!

Die Klassenlehrerin bekam das mit und sprach mich am nächsten Morgen an und meinte, sie würde nochmal mit den Kindern generell über so etwas reden.

Ich selbst versuch es derzeit mit viel, viel Konsequenz, wobei ich teilweise das Gefühl habe, sie für etwas zu "bestrafen", was sie gar nicht wirklich mit Absicht macht.

Sie wirkt dann immer, als wäre sie nicht Herr ihrer Sinne.
Auch dachte ich schon, es wäre ein neurologisches Problem, aber alle sagen, dass ist einfach so.

Bin gespannt, was noch so für Antworten kommen.

Und ja, ich fühle mich zum Teil, als hätte ich versagt und wirklich machtlos dagegen.

Liebe Grüße
Mel

Beitrag von schwangeramos 07.10.10 - 19:21 Uhr

Liebe Mel,
schön, dass du mich verstehst. Die letzten zwei Tage sind sehr harmonisch verlaufen. Ich hoffe, dass sich das Thema eines Tages erledigt hat.
LG Julia

Beitrag von kueken 07.10.10 - 12:33 Uhr

Hallo Julia,

dass was Du hier beschreibst und auch die Antworten meiner Vorrednerinnen treffen ge´nau auf dass, was wir gerade mit unserem Sohn (6.Jahre) durchmachen.

Auch wird sind mit unserem Latain absolut am Ende. Mit allem was wir versucht haben sind wir gescheitert. Irgendwann hat man das Gefühl nur noch zu schreien. Smileyplan hat bei uns nur mäßigen Erfolg gebracht. Alle therapeutischen Ratschläge greifen nicht. WEnn er ausflippt dann ist das so, als hätte ich ein anderes Kind vor mir. Einfach nicht wieder zu erkennen. Und auch wir haben das Problem, dass er das nur bei uns macht.

Es ist sicher nur eine Phase, den Satz kann ich nicht mehr hören. Es zerrt so sehr an den Nerven.

Ich kann Dir leider auch keinen ultimativen Tipp geben, möchte Dir aber die Gewissheit geben dass Du mit diesem "Problem" nicht allein bist

LG, Doreen

Beitrag von schwangeramos 07.10.10 - 19:24 Uhr

...die Phase dauert zumindest seeeehhhhhr lange. Da glaub ich auch nicht mehr dran.
Vielen Dank für deine feinfühlige Antwort. In den letzten beiden Tagen war es hier sehr harmonisch. Irgendetwas müssten wir evtl. an der geringen Frustrationstoleranz ändern - nur was?
Ich denke und hoffe, dass sich das Problem irgendwann von selbst löst. Irgendwann werden sie erkennen, dass diese Art der Problemlösung nicht sozialverträglich ist.
LG Julia

Beitrag von kueken 07.10.10 - 19:34 Uhr

...... wir hatten bis heute 5Tage keinen großen Anfall. Für uns ist das ne Menge. Leider hat sich diese positve Resonanz mit dem heutigen Tag in Luft aufgelöäst. Die Harmonie der letzten Tag ist hin. Mein Sohn ist aus einer Nichtigkeit heraus völlig ausgerastet. Keine Chance zu reagieren. Ich versuche wirklich immer voraus zu denken aber das geht gar nicht.

Ich habe versucht ihm nach 5Tagen mein Vetrauen entgegen zu bringen und wir sind zum Speilpaltz gegangen. Alles lief gut. Ich weiß, dass er Probleme hat ein Ende zu finden und habe angekündigt dass wir gleich gehen werden. Als es dann soweit war und ich darauf bestanden habe zu gehen sind kaum 2sekunden vergangen und er hat mir ins bein geboxt und gegens Bein getreten. Naja, wie es weiter gegangen ist muss ich glaube ich nicht sagen. Er liegt im Bett und schläft obwohl in einem Land vor unserer Zeit gerade erst vorbei ist.

Oh jee, ich hoffe wirklich für uns alle dass es bald besser wird. Das macht kraftlos und vorallem sehr sehr traurig

LG,Kueken

Beitrag von mel1983 08.10.10 - 02:53 Uhr

Ich nochmal,

ich hab mir dieser Tage so meine Gedanken gemacht.

Punkt 1:

- meine Tochter ist überaus intelligent. Ich möchte jetzt hier keinen "Welches Kind ist besser"-Krieg starten, ich versuche nur Schlüsse zu ziehen. Also sprach ich heute mal einen Sozialpädagogen an. Ich könnte/konnte mir vorstellen, dass diese niedrige Frustrationstoleranzgrenze eventuell (!) im Zusammenhang steht mit der "überdurchschnittlichen" Intelligenz.

Fazit: der Sozialpädagoge sagt: Nein, das hängt nicht zusammen.

Okay, eine Meinung reicht mir für gewöhnlich nie, aber es ist erst einmal so hingenommen.

Punkt 2:

- ich meine (!) ich bin durchaus sehr streng bzw. konsequent, ABER ich muss zugeben teilweise auch sehr bequem.
Hier kommt wieder die Intelligenz ins Spiel: Meine Tochter weiß, Fernsehverbot zieht die Mama eh höchstens in der Woche durch. Freitags ist sie meist bei Papa, er zieht da nicht mit. Und Samstag auf Sonntag möchte die Mama gern bissi länger schlafen, also "vergisst" sie das Fernsehverbot auch. (und ja, so ist es leider auch!)

Ergo: Hier weiß sie, Fernsehverbot gilt eh nur unter der Woche, wo sie von mir bespaßt wird zum Großteil, bzw. die Zeit zum Langweilen eh nicht so lang ist. Daraus folgt - sie nimmt das weniger Ernst.

(Fernsehverbot steht hier tatsächlich auch im Zusammenhang mit Zickereien bzgl. des Fernsehens - ich versuche Konsequenzen auch entsprechend der Zickereien zu ziehen)

Nun hatten wir am Sonntag:

Wir waren bei einer Bekannten. Etwas weiter weg. Meine Tochter geht normal spätestens 18 Uhr in die Wanne, baden. Ging ja nicht, waren unterwegs. Also machten wir aus, sie ginge, wenn wir Heim kommen, fix duschen und Haare waschen. Ja okay. Papa macht das.
Als wir zu Hause waren, Geschrei, Gemecker, Gezeter, wegen des Duschens!

Konsequenz: tägliches Duschen (machen wir sonst nicht, sie hat Neuro) bis es beim Duschen kein Gezicke mehr gibt! Okay.
Hat geklappt, ich musste sie nur (!) Montag zusätzlich duschen - ohne Zickerei.
Anflug von Zickerei beim Zähneputzen (auch morgens das beliebteste Zickthema) -> Ich hab ihr angedroht, wenn sie weiter zickt, wird sie sich ab morgen täglich 8 Mal die Zähne putzen, solange bis das Zähneputzen ohne Zickerei klappt.

Nun, bisher putzt sie ohne Zickerei und es ist schon fast Freitag ;-)

Unter der Woche gab es ein paar Dinge bzgl. Freizeitaktivitäten. Angedrohte Konsequenz: nächste Woche fallen Tag für Tag mit jedem Zickanfall dieser Woche die Aktivitäten aus.
Gezicke bisher null! (naja super wenig ;-) )

Ich denke, mir fehlt es ein wenig an der Durchsetzung der Konsequenzen auch. Und meine, sachte Konsequenzen sind besser als die Hammermethode.

Manchmal glaube ich auch, ich rede zu viel oder nicht klar genug! Ich frage abends zB ob sie lieber Puzzlen möchte bis halb 8 und dann Zähne putzen und ins Bett, oder lesen bis 8.(Puzzlen nicht so lange , wie lesen. Weil ich lesen wichtiger finde, sie dazu animieren möchte und sie da schon im Bett dabei ist) ... Was macht mein Kind? Entscheidet sich für Puzzlen, ist damit aber 5 vor halb 8 fertig und meint - "hah, das schaff ich bis halb, dann kann ich noch bis um 8 lesen", das war aber nicht unsere Abmachung - nicht meine, die schwammig formulierte. --> Theater. Mein Schluss am nächsten Tag, klare Ansage: Puzzlen ODER Lesen ... den Rest hab ich weggelassen. Und ja, es hat funktioniert. Die Uhrzeit war dabei für meine Tochter vollkommen irrelevant.

Aber ich muss gestehen, ich bin da auch noch am "Rumprobieren".
Auch glaube ich, ich erwarte oft zu viel. Aber es ist auch gar nicht so leicht.

Nun, viel geredet, hoffentlich auch ein wenig gesagt!

Liebe Grüße
Mel