Brauch ich mehr Freiheit als andere Mütter???

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von petite27 05.10.10 - 18:20 Uhr

Hallo ihr Lieben,

komische Frage ich weiss....aber ich mache mir halt irgendwie Gedanken ob ich das Thema betreffend, etwas anders bin als andere Mütter.
Um es deutlicher zu sagen....ob da irgendwas mit dem Mutter-Kind-Verhältnis nicht so dolle ist bei mir! #kratz

Also, ich bin seit ca 1,5 Jahren alleinerziehend....eigentlich geht es mir wesentlich besser als vorher. In der Beziehung musste ich eigentlich auch Alles alleine machen, hatte noch seinen Dreck mit weg zu machen und auch psychisch ne grosse Belastung.

Aber irgendwie scheine ich auch nie mit dem zufrieden zu sein was ich habe. Echt ne blöde Angewohnheit!

Naja, also wie das wohl bei einigen Alleinerziehenden so ist, hab ich sehr wenig Zeit die ich ohne meinen Sohn verbringe.
Einmal die Woche kommt meine Mutter und an diesem Tag gehe ich arbeiten um ein paar Euros mehr zu haben.
Das ist die einzige Zeit, die ich sozusagen für mich alleine habe....und da putz ich dann...naja. ^^

Mir hier und da mal nen Babysitter zu holen.....sorry, aber dafür ist mir das Geld einfach zu knapp.

Ich bin anfangs zu so einer Alleinerziehenden-Gruppe gegangen mit Kinderbetreuung....zwei Stunden alle 14 Tage....dachte mir oooh schön, Austausch mit anderen Frauen...mal zwei Stunden was Anderes.
Nach ein paar Treffen war mir allerdings klar dass diese Gruppe zum grössten Teil nur aus Probleme wälzen und Jammern besteht....nein danke, das zieht mich echt runter sowas.

Nun hab ich zu meiner Mama ein sehr gutes Verhältnis, sie arbeitet aber auch noch Vollzeit...und sie meinte wenn der Kleine 3 Jahre alt ist, dann dürfe er auch mal bei ihr übernachten.
Ich muss gestehen, ich fiebere diesem Tag echt entgegen!! :-)
Ich freue mich darauf wie ein kleines Kind an Weihnachten sozusagen.

Dann denk ich mir wieder...woher kommt dieser unsägliche Freiheitsdrang nur?? Andere Mütter haben gar niemanden....sind jahrelang mit mehreren Kindern auf sich alleine gestellt, und haben scheinbar auch überhaupt kein Problem damit.

Unsere Krabbelgruppe z.b., die Mädels da haben jetzt schon öfter mal was zusammen gemacht...sind abends mal zusammen ins Theater, Essen gegangen, zu so ner netten Vorlesung, die mich auch echt interessiert hätte. Und jedes Mal musste ich sagen, tut mir leid, ich kann nicht.

Ich bin eh Jemand dem Kontakte knüpfen sehr , sehr schwer fällt....würde mich manchmal am liebsten zu Hause verkriechen....weiss aber dass es wichtig ist und versuche mir da auch oft selber in den Hintern zu treten.

Naja, bevor das zu ausführlich wird......her mit euren Meinungen. ^^

Danke

Beitrag von claerchen81 05.10.10 - 18:52 Uhr

Hi,

wie kommst du auf die irrige Idee, du hättest einen übermäßig großen Freiheitsdrang, nur weil du dich auf einen privaten Abend ganz für dich nach deinen Wünschen nach 3 Jahren (!!!) Kinderbetreuung rund um die Uhr sehnst?
Mei, was muss ich egoistisch sein? Ich war bis zum Mutterschutz fast Vollzeit arbeiten (ist ja auch Zeit für mich) UND ich bin auch am WE oder abends mal ausgegangen - nur eben, dass mein Mann in der Zeit auf unser Kind aufgepasst hat. Diese Möglichkeit fehlt dir schlicht.

Trotz dessen, dass ich unser Kind/ unsere Kinder über alles liebe, KANN ich einfach nicht den ganzen Tag allein mit ihnen sein - ich würde wahnsinnig werden! Daher bin ich sooooo froh, dass wir zu 2. sind, denn so kann man sich z.B. mal beim ins Bett bringen abwechseln oder auch mal eine Stunde am Abend einfach verschwinden. Das ist mehr als normal, man ist doch nicht nur Mutter/Vater, sondern auch Mensch.

Also bitte: ich ziehe meinen Hut vor dir, dass du es allein so gut meisterst. Ich würde es zwar auch hinbekommen, bin mir aber durchaus bewusst, dass ich es viel einfacher habe, weil wir zu 2. sind (und es sich bei uns um eine intakte Beziehung handelt).

Du bist normal und du solltest dir ggf. einen Babysitter besorgen. Weder für dich noch für dein Kind ist es von Vorteil, wenn nur du als Bezugsperson (bzw. bei dir noch die Oma) fungiert, es ist menschlich, in sozialen Gruppen zu leben und durchaus mehrere Personen als Bezugspunkt zu akzeptieren.

Grüße, C.

Beitrag von branda 05.10.10 - 20:57 Uhr

Hallo,

als ich mich getrennt haben waren meine Kinder 2 und 7. Auch mir ging es anfangs besser, ich hatte nicht noch mein "drittes" großes Kind, dem ich ständig hinterherräumen musste und sein gemeckere ertragen... viele kennen das ja. Nach ca. 3 Monaten ging ich wieder arbeiten- ich habe den Luxus das meine Mutter auf die Kinder aufpassen konnte. Aber auch mir ging es so, dass ich morgens die Kinder fertig gemacht habe, der große ging in die Schule, den kleinen zu Oma gebracht, dann schnell, schnell zur Arbeit, nach 8 Stunden heimgehetzt, noch eingekauft, zuhause meistens gleich gekocht und mit den Kindern gegessen, gebadet, fertig gemacht. Dann waren die beiden endlich im Bett. Füße hoch? Fehlanzeige, Bügeln, Geschirr spülen, noch ne Maschine Wäsche reinschmeißen- um 10 bin ich kaputt ins Bett.

Irgendwann- so kurz vor Nervenzusammenbruch, kam meine Mutter auf die Gloreiche Idee, die Kinder könnten einmal in der Woche bei ihr schlafen. Sie hat damals oft noch am Wochenende gearbeitet. Aber das war schon toll- abends nach der Arbeit heimkommen, Füße hoch- nichts tun!!! Mit der Zeit bin ich auch mal etwas weggegangen, hab mich mit ner Freundin getroffen- einfach herrlich.

Nein, du bist alles andere als Krank- du bist halt auch wer!!! Nicht nur Mutter und Tochter und immer und überall da sondern auch jemand. Nimm dich ernst und freu dich auf ne freie Nacht, nen freien Vormittag, vielleich auch auf ein freies Wochenende!!! Und nimm dir diese Auszeiten- sonst klappst du mal zusammen wie ein Taschenmesser und damit ist niemanden geholfen.

Halt die Ohren steif und schaufel dir ein bisschen Freizeit für dich frei- bitte, bitte ohne schlechtes Gewissen!!!!

Lg- Branda

Beitrag von bussygirl 05.10.10 - 23:57 Uhr

Mir geht es da genauso...

mein sohn ist 5,5 und ich habe in der familie auch keinen halt oder hilfe und bin eben allein erziehend. Nun auch wieder schwanger (partner ist aber weg) und mache mir jetzt tierisch gedanken da ich mittlerweile mittags mal zeit für mich habe weil mein sohn im hof spielt oder mal bei freunden ist oder 1 mal in 3 monaten bei meiner mutter übernachtet...

jetzt wo ich weiß das ich schwanger bin denk ich oft daran das diese ganzen annehmlichkeiten bald wieder weg sind und es macht mich schon oft traurig... und dann denk ich mir das ich eine schlechte mutter bin weil ich an meine eigene freizeit denke und nicht daran das mein baby mir wichtiger sein sollte...

noch dazu geh ich ja zur schule und dadurch hab ich ja noch weniger zeit denn abends wenn mein großer schläft is lernen angesagt....

alleine ist es echt nicht leicht

lg

Beitrag von kruemlschen 06.10.10 - 08:42 Uhr

Hallo,

ich weiß nicht, ob man es "übermäßigen Freiheitsdrang" betiteln kann, aber mir ist Zeit für mich selbst schon unheimlich wichtig. Das finde ich aber eigentlich auch normal und sollte m.E. die Regel und nicht die Ausnahme sein und zwar bei allen Müttern, nicht nur bei den Alleinerziehenden.

Ehrlich gesagt wundere ich mich immer über Mütter welche in einer Partnerschaft leben und trotzdem angeblich NIE oder nur extrem selten Zeit für sich selbst haben, die haben m.M. nach etwas wirklich falsch gemacht!

Ich persönlich achte darauf, dass ich etwa alle 6 Wochen einen Abend ausgehe und treffe mich da mit Freunden (Kino, Essen gehen, einfach ratschen, etc.), für diese Zeit kommt dann unterschiedlich meine Mom, Freundin oder Nachbarin zum aufpassen, meist ist das ein Abend unter der Woche. Außerdem schläft mein Sohn ca. alle 8-12 Wochen für eine Nacht am WE bei meiner Mom, diese Zeit nutze ich dann um auch mal richtig aus zu gehen (Disco, Essengehen und Kino, etc.) oder auch mal tagsüber zum shoppen und vor allem zum AUSSCHLAFEN!
Zusätzlich habe ich wirklich häufig unter der Woche Abends Besuch von einer Freundin (ca. 1-2x pro Woche, mal mehr mal weniger) und auch das verbuche ich als "Zeit für mich", auch wenn mein Sohn nebenan schläft.

Ich finde den Kontakt zu Freunden extrem wichtig vorallem wenn man keinen Partner hat, denn mit wem sonst sollte man seine Probleme und auch die normalen Dinge des Alltags besprechen?

Dazu kommt allerdings, dass ich bereits seit mein Sohn 14 Monate alt ist wieder arbeite, erst Teilzeit mit 29h und jetzt seit August wieder 40h und darum auch regelmäßig Kontakt zu "Erwachsenen" habe, was mir persönlich eben auch wichtig ist. Wenn ich mich den ganzen Tag überwiegend nur mit meinem 2 jährigen Sohn unterhalten könnte würde ich vermutlich bekloppt werden.

Also nein, ich finde Deinen "Freiheitsdrang" nicht übermäßig, ganz im Gegenteil, ich finde Du solltest Dir viel mehr Zeit für Dich nehmen und anfangen Dir ein gutes Betreuungsnetzwerk schaffen.

Gruß K

Beitrag von juleslorchen 06.10.10 - 10:19 Uhr

Hi,

nein, ich finde auch nicht, dass da bei dir was nicht ok ist!!

Alle 2-3 Monate circa holt meine Mutter Ida für ein paar Tage mal ab, so dass ich 1-2 Tage mal für mich habe. Darauf freue ich mich jedes Mal wie wahnsinnig!! Und nehme mir immer soviel vor, was ich alles gar nicht schaffe....und dann willich ja auch noch relaxen und ein Buch schreiben...
#schwitz ;-)

Und es tut echt mal gut, mal nur für sich zu sein. Dinge zu machen, die für andere normal sind: Shoppen gehen (mit anprobieren ), abends einen Schaufenster Bummel machen, sich auf ein Bierchen treffen, fernsehen oder putzen, ohne dass einem jemanden ständig im Weg steht (ich hoffe, du weißt wie ich das meine) etc.

Ich arbeite auch voll und man könnte meinen, dass man ja genug Zeit ohne Kind hat. Aber es ist doch was anderes, wenn man dazu dann noch Freizeit hat.
Aber die Arbeit hilft schon eine ganze Menge. Mein Job ist auch Ausgleich zum Kind, und Kind auch Ausgleich zum Job.

Mach dir keine Sorgen! Die Tatsache, dass du auch an dich denken kannst ist doch toll. Viele merken sich selbst gar nicht mehr und wundern sich dann, wenn sie eines morgens aufwachen und nicht mehr aufstehen können.

Viele Grüße
Juleslorchen

Beitrag von frau.mecker 06.10.10 - 19:03 Uhr

...wohl bei einigen Alleinerziehenden so ist, hab ich sehr wenig Zeit die ich ohne meinen Sohn verbringe.

Ich verbringe mehr Zeit damit, Geld ranzuschaffen, als Zeit mit meinem Sohn zu haben und das, seit er 5 Monate alt ist.

Wenn dein Sohn in die Kita geht, du arbeiten ändert sich viel für euch.
mfg