Trauerspruch für Karte nach Suizid?

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von hello-kitty1979 05.10.10 - 20:07 Uhr

Ein Bekannter hat sich das Leben genommen. Nun brauche ich einen Spruch für die Karte für die Ehefrau. Möchte nicht "irgendwas" schreiben.
Hat jemand ne Idee?

Beitrag von nici.c.v. 05.10.10 - 20:58 Uhr

Nabend...

In so einem Fall einen Spruch für die Karte zufinden ist sehr sehr schwer, und ich würde auch von einem Spruch abraten eher ein Zitat oder das Bild einer Friedenstaube.

Wir haben in der Trauerbegleitung Angehörigen von Suizid karten mit Symbolen für Frieden oder Neubeginn geschenkt und dann nur mit unseren Namen, ohne jeglichen Spruch.

Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen..

LG Nici

Beitrag von kikra02 06.10.10 - 09:15 Uhr

Wir hatten die Situation letztes Jahr auch. Und wir haben geschrieben, was wir dachten und das war nur ein Satz.

Es ist unfassbar, uns fehlen die Worte.
In tiefem Mitfgefühl........

Ich glaube mehr brauch man in solch einer Situation nicht schreiben, das drückt einfach alles aus.

Ausserdem in der Taruer ist eine stille, herzliche Umarmung mehr wert als tausend Worte, die Kreisen eh nur wirr durch den Kopf.

Beitrag von anyca 05.10.10 - 23:05 Uhr

Naja, ein "Spruch" kann da leicht danebengehen. Schreib doch einfach, was Du denkst ... daß es Dir sehr leid tut, daß Du an sie denkst o.ä.

Beitrag von mausmadam 07.10.10 - 02:49 Uhr

schreibe aus deinem herzen heraus



ansonsten:



Ich kenne dich
So dachte ich bei mir
Bis zu jenem Tage
An dem dich keiner mehr erkannte

Du bist glücklich
So dachte ich bei mir
Bis zu jenem Tage
An dem niemand mehr glücklich war

Du bist mir nahe
So dachte ich bei mir
Doch seit jenem Tage
Bist du nicht mehr da

Du hast uns hinter dir gelassen
Denn wir sind Hinterbliebene
Und uns eint der Schmerz
Dass wir deinen nicht erkannten

Wenn ich früher an dich dachte
Konnte ich lachen
Jetzt tut es weh




Wir möchten soviel festhalten:
Die glücklichen Stunden,
die unvergesslichen Begegnungen,
die Frucht unserer Arbeit.
Und wir müssen loslassen:
An jedem Abend das Licht des Tages,
an jedem Morgen die Ruhe der Nacht,
bei jedem Aufbruch das vertraute Zuhause,
bei jeder Enttäuschung eine Hoffnung,
bei jedem Schmerz ein Stück unbeschwertes Leben.
Wir möchten soviel verwirklichen:
Uns und anderen das Leben schön machen,
für eine bessere Zukunft sorgen,
gegen Ungerechtigkeit kämpfen,
in einer kalten Welt Wärme verbreiten.
Und wir stoßen hilflos an Grenzen.
Krisen und Katastrophen bringen alles durcheinander.
Vertrautes ist unwiederbringlich dahin.
Wir müssen Abschied nehmen von Menschen für immer.
Wir müssen loslassen.
Loslassen heißt nicht:
Alles laufen lassen,
alles gut finden,
resignieren und kapitulieren.
Loslassen heißt:
Nicht verkrampfen,
bei aller Spannung wieder entspannen,
bei aller Aufregung wieder zur Ruhe kommen,
bei aller Hektik nicht in Panik geraten.
Loslassen heißt:
Weggeben, was ausgedient hat,
und hinnehmen, was nicht zu ändern ist.
Loslassen heißt:
Auf das Gute vertrauen
und Neues auf sich zukommen lassen.