in den Flur setzen geeignete Masnahme für 3 Jährige?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von tessy25 06.10.10 - 01:17 Uhr

Hallo zusammen,

sagt mal, reagiere ich über?
Heute beim Abholen hat mir die Erzieherin meiner Tocher gedrückt, das Ruth nur gebrüllt hätte und sie so zornig wäre. Wenn man ihr was sagt und sie will es nicht, brülle sie gleich los. Morgen macht sie das nicht mehr mit, dann setzt sie sie raus, bis ich sie abholen komme.
Mir ist nichts darauf eingefallen, ich war baff. Um kurz nach 10 war ich noch mal an der Gruppe vorbeigelaufen (war wegen Elternbeiratswahl eh da und habe noch neue Turnschläppchen ins Fach), da war alles ruhig. Und um kurz vor 12 dann die Info.
Ruth ist zwar kein Engel, aber ich finde raussetzen nach gerademal 9 Wochen Kindergarten nicht wirklich adäquat.
Wie seht ihr das?

Liebe Grüße
Tess

Beitrag von rhea83 06.10.10 - 02:16 Uhr

Hallöchen.

Also es ist leider etwas schwierig, das ganze anhand von wenigen Fakten beurteilen zu können.

Aber ich finde es nicht ok, das die Betreuerin dein Kind rausetzen will. Wenn sie die Kinder in der Zeit alleine betreut verletzt sie die Aufsichtspflicht.
Zudem kenne ich das von meiner Cousine (gelernte Erzieherin), dass sie dafür ausgebildet werden, um auch solchen Situationen geqachsen zu sein.

Hat sie aber alleine mit einer Meute kleiner Kinder zu kämpfen, ist es aus ihrer Sicht schon hart, wenn dann ein "spezielles Kind" darunter ist.

Macht deine Tochter das zuhause genauso? Wenn ja, würd ich etwas ändern.

Desweiteren ist es für Kinder immer hart, auf einmal ohne Mama in einer fremden Umgebung zu sein mit vielen lauten Kindern. Wenn deine Tochter noch nicht soviel sozialen Kontakt hatte, ist es besonders schwer. Wobei nach 9 Wochen sollte es sich schon etwas gelegt haben.

Ich würde deine Tochter mal fragen, warum sie das macht und ob es dafür einen grund gibt. Vlt mag sie die Betreuerin nicht oder es ist etwas vorgefallen mit anderen Kindern.

Auf jeden Fall ist "vor die Tür setzen" keine Lösung.
Rede mit der Betreuerin nochmal in Ruhe, abseits der Arbeitszeit und mit deiner Tochter. Vlt kannst du mit der Erziehung etwas gegenwirken.

Viel Glück, LG Rhea

Beitrag von sanaundfinn 06.10.10 - 09:09 Uhr

Hallo :-)

Bei uns im Kindergarten war es auch mal so, dass mein Sohn (vor einem Jahr - er war da auch 3 Jahre alt) den Stuhlkreis massiv mit "Quatsch-machen" gestört hat. Es hat nix geholfen - nicht gutes Zureden, nicht auf den Schoß nehmen, nix... die anderen Kinder fanden das natürlich lustig und wurden immer unruhiger.
Die Konsequenz war, dass er 5 Minuten vor die Tür musste und ich konnte damit gut leben.

Liebe Grüße,
Sana.

Beitrag von sanaundfinn 06.10.10 - 09:11 Uhr

Ach so... ich vergaß zu schreiben, dass in so einem Fall die Gruppentür angelehnt ist und die Erzieher mitbekommen, was die Kinder auf dem Flur machen.
Die Ausgänge sind verschlossen - er hätte also auch nicht weglaufen können.

Beitrag von anja1971 06.10.10 - 09:47 Uhr

Hallo,

unsere Tochter durfte schon nach 2 Wochen auf dem Flur sitzen. Sie hat gebrüllt (und das kann sie sehr gut), während alle anderen gegessen haben.

Ehrlich - damit habe ich null Probleme. Bei uns zuhause muß sie auch den Raum verlassen, wenn sie so austickt und rumschreit. Schließlich leben auch noch andere Personen in der Familie, und die wollen in Ruhe essen. Insofern bin ich froh, daß der KiGa und wir die gleiche Schiene fahren.

LG

Beitrag von anja1971 06.10.10 - 09:49 Uhr

Äh, ja, das muß ich auch noch anfügen: Die Türe ist dann ein Stück geöffnet, und aus dem KiGa können sie nicht alleine raus.

Beitrag von raena 06.10.10 - 09:48 Uhr

Solange die Erziehering die Kinder noch im Auge/Ohr hat, sprich die Tür offen ist, finde ich es u.U. schon angebracht. Ich finde es ist das Äquivalent für "ins Zimmer schicken" zuhause. Manchmal wenn Kinder sich fürchterlich aufregen (und meine Tochter kann ganz schon explodieren) ist es am besten sie aus der Situation zu bringen, damit sie sich wieder beruhigen können.

Meine Tochter muss auch "alleine" in der Küche essen, wenn sie beim Mittagessen nur rumhampelt. Das stört die anderen Kinder massiv. Ich finde das OK, da die beiden Zimmer unmittelbar nebeneinander liegen, sie nach wie vor unter Aufsicht ist, aber doch deutlich von den anderen getrennt.

Wenn du 9 wochen nicht adäquat findest wann wäre denn für dich dann der richtige Zeitpunkt? 10 Wochen ? 15 Wochen? Nach einem halben Jahr?

Was machst du wenn sie zuhause "ausrastet" und sich nicht beruhigen will und jeden vor Wut und Zorn wegstößt?

LG
Tanja

Beitrag von tessy25 06.10.10 - 14:08 Uhr

Ich habe selber vor vielen Jahren Erzieherin gelernt und bin nachwievor überzeugt, dass man da allerhand Handwerkszeug mitbekommen hat, solche Situationen professionell zu lösen. Kinder draußen sitzen lassen, weil sie beim Essen hampeln oder schreien, weil die Erzieherin nicht versteht, das klein Ruth auf Toilette muss und beim "draufsitzen" dann merkt, dass doch nix kommt und sie wieder runter will, oder warum auch immer,ist für mein Empfinden eine Demütigung für das Kind.
Oder schickt dich dein Chef vor die Tür, wenn er nicht mit deiner Antwort, deiner Arbeit oder deinem Verhalten zufrieden war?
Ein Kind, dass erst kurz im Kindergarten ist (und 9 Wochen sind kurz), muss sich erst noch einfinden. Kleine Kinder sind oft hellfühlig und noch nicht großgruppetauglich und auch nicht renitent genug, unzureichend qualifizierte Erzieher in ihre Schranken zu weißen.

Sie rastet nicht aus, sie ist halt laut, wenn sie verzweifelt ist oder etwas nicht so geht, wie sie es sich vorgenommen hat. Dann tröste ich sie, spreche mit ihr und gut ist.

Ohne dich anzugreifen, es irritiert mich gewaltig, dass immer mehr Eltern so denken.

Liebe Grüße
TEss

Beitrag von miss_bucket 06.10.10 - 10:57 Uhr

Wie macht ihr es denn daheim? Wir haben bei uns im (warmen) Flur einen "Naught Spot", das ist so ein kleiner runder Ikea-Teppich, auf den sie nur draufgesetzt werden, wenn sie Mist gebaut haben und nicht "Sorry" sagen wollen - dazu gehoeren so Sachen, wie beim Essen stoeren, hauen, schubsen etc.

Ist das im KiGa normal so? Ich finde es ehrlich gesagt nciht so schlimm, denn Konsequenzen auf schlechtes Benehmen sollten folgen, egal wie lange man im KiGa ist - erst ankuendigen, und bei Wiederholung ausfuehren. Allerdings sollte das Kind dann auch nicht ewig draussen sitzen, sondern die Moeglichkeit haben sich zu entschuldigen und dann wieder reinkommen duerfen.

LG aus Irland,
Steffi

Beitrag von nityanandi 06.10.10 - 11:49 Uhr

soziale isolation ist NIE ein sinnvolles erziehungsmittel!

Beitrag von yadvashem 06.10.10 - 12:51 Uhr

!!!!!!!! Wie RECHT du hast.

Und wieder hat eine Erzieherin den Sinn ihres Berufes leider nicht verstanden.

Man man, solche Dinge häufen sich hier im Forum - habe ich da irgendwas verpasst, ist DAS eine neue vorgeschriebene Erziehungsmaßnahme??

Ich bin erschüttert...

LG, Simone

Beitrag von nityanandi 06.10.10 - 13:17 Uhr

wahrscheinlich gucken die erzieherinnen zu viel super nanny und vergessen dabei, selber zu denken....

Beitrag von sanaundfinn 06.10.10 - 15:00 Uhr

Hallo :-)

Dann gebt doch bitte auch Anregung was zu tun ist! Die betroffene Mutter könnte es im Kindergarten ansprechen.
Leider gibt es Kinder, die sich bis zu 30 Minuten nicht beruhigen, was macht ihr dann, wenn ihr gerade im Stuhlkreis sitzt und die anderen 21 Kinder warten?

Ich bin keine Erzieherin, aber dennoch interessiert wie es auch anders geht.

Liebe Grüße,
Sana.

Beitrag von yadvashem 06.10.10 - 21:39 Uhr

Nabend!!

Also, bei uns wird es erstmal mit REDEN versucht!!

Gut, manchmal sind die Kids so in ihren Emotionen gefangen, und können selbst nicht mehr raus aus der Nummer.
Dann verlasse ich aber mit dem Kind GEMEINSAM den Raum, lasse das Kind bei Bedarf sich austoben oder tröste es in aller Ruhe.
Bin gerade alleine in der Gruppe, da müssen eben auch mal Kolleginnen kurz zur Hilfe eilen, und den Rest der Gruppe betreuen.

Oder man setzt das Kind IM gruppenraum etwas abseits hin - aber so alleine finde ich grausam...
Ich bin mit diesen Vorgehensweisen in den letzten 15 Jahren sehr gut gefahren, und ich habe wirklich viele verhaltensoriginelle Kinder in meinen Gruppen gehabt...

Beitrag von sanaundfinn 07.10.10 - 08:16 Uhr

Ja, dass hört sich gut an...

...aber wenn die Tür so geöffnet ist, dass mein "Trotzorist" die anderen noch sieht und hört, dann ist es doch auch okay, oder?
Er spielt dann ein paar Minuten auf dem Flur mit der Ritterburg, kommt zur Ruhe und geht dann beruhigt wieder in den Stuhlkreis.

Zu Hause macht er es übrigens selbst so. Wenn er wütend ist und es ihm zu bunt wird, rast er in sein Zimmer und knallt die Tür zu. Er ist im August erst 4 geworden. Das macht er meistens wenn er vor Wut durchdreht und ich sage: "Ich sehe das du wütend bist, aber ich weiß nicht warum. Sag es mir doch bitte!"
Ich denke er muss dann erstmal für sich darüber nachdenken, bevor er es verbalisieren kann.

Hilfe holen ist im Kiga unseres Sohnes nicht wirklich möglich, weil die Kinder nur in ihrer Gruppe bleiben - es sei denn sie sind auf dem Außengelände, da treffen sich dann alle. Jede Gruppe hat eine Leitung und eine/n Pfleger/in, wenn man aus der anderen Gruppe jemanden rausholt, dann fehlt derjenige in der eigenen Gruppe.
Die Gruppensituation ist zur Zeit ganz wuselig, weil in die Gruppe meines Sohnes 12 neue 3-jährige gekommen sind, die noch immer dabei sind, alles auseinander zu nehmen. Die anderen 12 Kinder (10 Vorschulkinder und 2 "mittlere") lassen sich dann gerne nochmal mitreissen oder stehen im Abseits.
Eigentlich würde ich mir da noch eine dritte erwachsene Person wünschen :-/

Liebe Grüße,
Sana.

Beitrag von kathrincat 06.10.10 - 14:03 Uhr

dein kind muss lernen so geht es nicht und wenn es nicht anders geht auf den flur, find ich nciht schlimm, die erzieherinnen haben bestimmt schon einges gemacht, damit es nicht dazu kommt.

Beitrag von leonie110 06.10.10 - 14:33 Uhr

Ich finds unmöglich.
Im neuen Kindergarten sind auch einige "Rabauken" männlich und weiblich in der Gruppe. Und die Erzieherinnen haben alle Hände voll zu tun, die Rasselbande zu betreuen. Aber da fällt kein heftiges Wort, keiner wird rausgeworfen. Streit wird geschlichtet, tätliche Angriffe werden geklärt.
Meiner würde die Welt nicht verstehen, wenn er "vor die Tür" gestellt würde.
Wir lösen zu Hause Wutanfälle auch anders. Ins Zimmer kann ich ihn nicht schicken, das ist im 1. Stock und die Treppe so steil, dass sie nach wie vor fürs selbständige Erklimmen gesperrt ist. Von daher erübrigt sich das ohnehin. Aber mir würde das auch nicht einfallen. Haben meine Eltern mit mir auch nie getan...

Beitrag von miss_bucket 07.10.10 - 11:01 Uhr

Wie machst Du es denn mit Deinen Kindern, wie haben es Deine Eltern mit Dir gemacht?

Wenn Kira austickt, dann ist sie nicht mehr ansprechbar. Wie loest Du sowas? Ich nehme sie aus der Situation heraus, setze sie auf den kleinen Teppich im Flur, und sage ihr, sie soll sich beruhigen, erklaere ihr, warum sie da sitzt, und dass sie wieder reindarf, sobald sie sich beruhigt hat. Die Tuer bleibt offen in die Kueche.
Es ist fuer mich keine soziale Isolation und ich lasse sie auch nie lange weinen, wenn ich merke, dass was anderes dahinter steckt. Ist es der Trotz, gestehe ich ihr auch ihre eigene Zeit zu, um runterzukommen...